Kaufberatung: Wann man ein Tablet braucht und was es können sollte

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Tablet als Nischenprodukt
Bildquelle: inside-handy.de/Samsung/Asus/Google
Dass der Tablet-Markt boomt, ist nicht neu. Allen voran verkaufen Apple und Samsung Tablets wie warme Semmeln. Braucht man aber ein Tablet wenn man schon Smartphone und Notebook hat? Die Auswahl scheint exorbitant groß zu sein, ebenso wie die einzelnen Ausstattungsmerkmale und Display-Größen. Die Redaktion von inside-handy.de gibt Tipps, wann man ein Tablet braucht und was es können sollte, wenn man sich für eine Anschaffung entschieden hat.

(Wann) brauche ich ein Tablet und was kann es für mich tun?

Zunächst sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür und wann man ein Tablet nutzen würde. 7 Gründe die für ein Tablet sprechen sind:

  1. Man ist viel unterwegs, schaut Filme in der Bahn oder im Flugzeug oder liest gerne Zeitungen und Zeitschriften, ohne sich diese in Papierform kaufen zu wollen. Ein Smartphone-Display ist für solche Einsätze auf Dauer oft zu klein, ein Notebook meist zu schwer und unhandlich: das Tablet also eine perfekte Lösung.
  2. Benutzt man seinen Laptop ausschließlich um im Internet ein paar Seiten anzusurfen, ein bisschen zu twittern oder um sich ein YouTube-Video anzusehen, kann das Tablet eine sehr gute Alternative sein. Es ist leichter, handlicher und die Bildschirmtastatur für solche Zwecke vollkommen ausreichend.
  3. Als Second Screen beim Fernsehen: Natürlich reicht womöglich das Smartphone oder die Programmzeitschrift, um während des Fernsehens nachzusehen, was sonst noch gerade läuft. Ein Tablet ist aber aufgrund seiner Größe wesentlich komfortabler als ein Smartphone und zahlreiche Programm-Apps können eine Zeitschrift durchaus ersetzen. Auch sind zusätzliche Infos zu einem Spielfilm schnell eingeholt und ein Trailer für einen beworbenen Kino-Hit bei YouTube angesehen. Hat man aber bereits ein Notebook zu Hause, gelingt all das auch damit.
  4. Ein Kochbuch in der Küche muss heutzutage nicht mehr aus Papier sein. Ein Tablet, vor allem wenn es wie das Xperia Tablet Z wasserdicht ist, kann als Helfer beim Kochen neben dem Herd liegen.
  5. Kurzweilige Spiele auf dem Handy zu spielen ist seit „Snake“ eines der beliebtesten Features. Die App Stores halten tausende Spiele für Smartphone und Tablet bereit. Darunter befinden sich einige, die auf einem großen Display eines Tablets einfach komfortabler zu spielen sind.
  6. Videogespräche beispielsweise über Skype zu führen, funktioniert nicht nur mit dem PC, Laptop oder Smartphone, sondern auch mit einem Tablet. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine integrierte Frontkamera. Vorteil gegenüber dem Smartphone: Der Gegenüber ist dank großem Display größer zu sehen. Vorteil gegenüber einem PC : Das Tablet ist portabler – ähnlich wie ein Notebook.
  7. Möchte man eben mal seine Mails checken und ein paar davon beantworten, ist ein Tablet das perfekte Gerät. Gegenüber einem Smartphone ist es komfortabler und es müssen nicht gleich der stationäre Rechner oder das Notebook hochgefahren werden. Sind die Antworten aber besonders lang oder die Flut an E-Mails zu groß, wird man auf Dauer eine Tastatur mit Hub vermissen.

Tablets: Anwendungsbeispiele

Natürlich bietet ein Tablet noch viele weitere Möglichkeiten und Einsatzzwecke wie Musik hören und Fotos schießen oder dient als Navigationshilfe. Allerdings sind andere Geräte, in erster Linie das Smartphone, für diese Anwendungen wesentlich besser geeignet.

Einen Vorteil den ein Tablet gegenüber dem Smartphone mit sich bringt, ist die Nutzung von Office-Programmen, da der Bildschirm wesentlich größer ist. Dazu kann man eine Tastatur und/oder Maus an das Tablet anschließen und es auch anstelle eines Notebooks nutzen.

Ein vollwertiger Ersatz für einen Laptop ist ein Tablet allerdings nicht. Nicht nur die physischen Tasten mit Hub werden beim Schreiben längerer Texte schmerzlich vermisst, auch das schnelle herunterladen, installieren und ausführen von großen Programmen, das spielen von aufwendigen 3D-Shootern oder die Nutzung vieler Programme zur gleichen Zeit stellen das Tablet nicht auf eine Stufe mit dem Notebook.

Was sollte ein Tablet haben?

Hat man sich für den Kauf eines Tablets entschlossen, sollte man nicht das günstigste wählen, es muss aber auch nicht ein Gerät für 800 Euro sein. Wichtig bei einem Tablet derzeit ist die Display-Größe und -Auflösung, sowie der Prozessor samt Speicher in Verbindung mit der Software, und die Laufzeit des Akkus.

Display

Die meisten Tablets haben Display-Diagonalen von 7 oder 10,1 Zoll. Dazwischen und darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Größen. Für Nutzer die viel unterwegs sind und ein Tablet mit geringem Gewicht suchen, ist ein kleineres eher empfehlenswert. Dient das Gerät als Second Screen und liegt nur auf dem Couchtisch, können es auch 10 Zoll sein. Es ist aber eine Geschmacksfrage, ebenso wie bei Smartphones. Was hingegen nichts mit dem Geschmack zu tun hat, ist die Display-Auflösung. Diese sollte nach Möglichkeit WXGA-Qualität (1.280 x 800 Pixel) nicht unterschreiten. Noch besser ist eine Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Bei kleineren Displays von circa 7 Zoll könnte dem einen oder anderen auch WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel) genügen. Tablets mit solchen Größen sind zwar meist günstiger, oft ärgert man sich aber im Nachhinein über die schlechte Auflösung und kauft doppelt.

Prozessor

Ähnlich ist es im Fall des Prozessors und seines Arbeitsspeichers: Sind diese zu schwach um mehrere Aufgaben nebeneinander bewältigen zu können und werden sie zudem softwareseitig von Nutzeroberflächen aufgehalten, ärgert man sich über die Geschwindigkeit und es vergeht die Lust auf das Tablet. Ein Dual-Core-Prozessor ist Pflicht, besser noch 4 Kerne – vor allem bei Android-Tablets. Eine Taktfrequenz von 1 – 1,5 GHz geht in Ordnung, der Arbeitsspeicher sollte mindestens 1 GB haben.

Speicher

Apps benötigen Speicherplatz, der bei vielen Geräten rar ist. Demnach sollten es nach Möglichkeit 16, besser noch 32 GB sein, die eventuell mittels Micro-SD-Karte erweiterbar sind. Manch ein aufwendiges Spiel kann schon eine Größe von über 1 GB haben.

Akku

Je höher die Ladung des Akkus, umso besser. Ärgerlich ist es nämlich, wenn nach 2 Stunden Bahnfahrt und Filmgucken der Akku leer ist und man noch 2 Stunden Fahrt vor sich hat. Hierbei sollte man sich also an einer möglichst hohen mAh-Angabe und einer langen Akku-Laufzeit orientieren. Alles im Bereich von 5.000 mAh ist gut, über 7.000 mAh sehr gut.

Sonstige Ausstattung

Alle Tablets haben eine WLAN-Schnittstelle. Zudem haben Nutzer immer wieder die Wahl zwischen ein und dem selben Tablet mit oder ohne 3G-Modul. Nutzt man das Gerät ausschließlich zu Hause, reicht die WLAN-Schnittstelle volkommen aus. Reist man hingegen viel und möchte auf mobiles Internet nicht verzichten, kann man sich für ein Tablet mit 3G-Modul entscheiden. Allerdings wird dafür auch eine SIM-Karte mit einem entsprechenden Tarif benötigt. Möchte man an dieser Stelle Geld sparen, reicht eventuell auch die WLAN-Version aus, mit der man, mittels Tethering, über das Smartphone auf das Mobilfunknetz zugreifen kann. So erübrigt sich auch die Anschaffung einer zweiten SIM-Karte.

Vielen ist eine gute Kamera in ihrem Smartphone wichtig. Auch Tablets werden von Herstellern mit Kameras bestückt – vorne und hinten. Macht man aber mit einem Tablet wirklich Fotos, oder eher mit seinem Smartphone oder einer Kamera? Verzichtet man auf eine rückwärtige Kamera in einem Tablet, kann man auch an diesem Punkt Geld sparen. Eine Frontkamera für Videotelefonate macht deutlich mehr Sinn.
Wenn beim ersten Eindruck ein hohes Gewicht auffällt, wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass man dieses immer wieder bei längerem Bedienen feststellen wird. Das kann auch so weit gehen, dass man die Lust am Tablet verliert. Ein Gewicht von 500 – 600 Gramm bei einer 10-Zoll-Diagonale ist optimal. Dieses Kriterium ist allerdings auch eine Frage des Geschmackes – so wie Design, Materialwahl und das Betriebssystem.

Bei letzterem wird man häufig vor die Wahl zwischen Android und iOS gestellt. Seit Kurzem ist auch Windows als Tablet-OS angepasst, was eine Alternative zu den beiden davor genannten Betriebssystemen darstellt. Alle Systeme haben Vor- und Nachteile: Android lässt sich sehr individuell auf den eigenen Geschmack zuschneiden, iOS hingegen läuft wesentlich runder da Hard- und Software aus einer Hand stammen und Windows 8 erlaubt auch den Desktopzugriff wie man ihn vom stationären Rechner kennt.

Fazit

Lohnt sich die Anschaffung eines Tablets? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Das Tablet ist kein Arbeitstier, das parallel derart viele Anfragen verarbeiten kann wie ein Laptop oder PC; ein Tablet dient eher der Unterhaltung. Ist man bereits in Besitz eines (großen) Smartphones und nennt ein Notebook sein eigen, wird es das Tablet sicherlich schwer haben, sich gegen die beiden anderen Geräte durchzusetzen. Hat man allerdings statt einem Laptop nur einen Desktop-PC zu Hause, wird das Tablet mit seinem schnell verfügbaren Internet viel Freude bereiten. Zudem kann ein 7 oder 8 Zoll großes Tablet eine gute Ergänzung zum Smartphone mit 3,5-Zoll-Display für unterwegs sein.

Eine interessante Combo ist das Padfone von Asus. Dabei ist das Smartphone das zentrale Gerät und wird in ein Tablet eingesteckt, welches lediglich über ein Display und einen zusätzlichen Akku verfügt. Dabei entfallen das Ausschalten des „Tablets“, die parallele Bestückung zweier Geräte mit Apps, Musik und anderen Dateien sowie eine weitere SIM-Karte um auf dem Tablet das Internet mobil zu nutzen.

Bildquellen:

  • Tablet als Nischenprodukt: inside-handy.de/Samsung/Asus/Google

Zwischen Störung und Neuanschluss: Unterwegs mit einem Telekom-Techniker

Wenn Telekom-Techniker Sebastian Pauls morgens in seinen Opel steigt, wird er viele Menschen glücklich machen. Ihr Telefonanschluss wird im Laufe des Tages wieder funktionieren oder ihr DSL-Anschluss endlich geschaltet. Egal ob Telekom-Anschluss oder ein Anschluss von 1&1, Vodafone oder O2: Pauls schaltet alle Anschlüsse. Nur die Abläufe sind etwas anders. inside handy durfte den Techniker einige Stunden begleiten.
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Blasius liebt Technik, Musik und Fotografie. Während er sich bei technischen Themen für Innovationen begeistert, greift er beim Musizieren auf die Old-School-Akustikgitarre und für großartige Fotos auf die klassische Spiegelreflexkamera zurück. Er ist nicht nur im Privatleben ein Familienmensch, sondern als stellvertretender Chefredakteur auch eins der Oberhäupter der Redaktion. Blasius rechnet Handypreise zwar immer noch in D-Mark um, doch seine ruhige, ausgeglichene, kreative Art und sein Einsatz von immer treffenden und humorvollen GIFs, lassen darüber hinwegsehen.

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