Edeka präsentiert Bezahlen per Smartphone-App

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Bezahlen bei EDEKA mit dem Smartphone
Bildquelle: Edeka
Bei Edeka können Kunden künftig mit ihrem Smartphone bezahlen. Damit soll der Gang durch die Kasse schneller und bequemer ablaufen. Auch um die Sicherheit der Transaktionen hat sich Edeka Gedanken gemacht. Der neue Dienst wurde am heutigen Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs in Berlin präsentiert. inside-handy.de war dabei und hat sich den Dienst im Live-Betrieb angeschaut.

Die Registrierung für den mobilen Bezahldienst

Bei der Entwicklung des Dienstes hat Edeka unter anderem Wert auf Einfachheit gelegt, so das Unternehmen. Nach dem Download der App richtet sich der Nutzer mit seiner E-Mail-Adresse einen Account ein. Daraufhin können eine oder mehrere Edeka-Filialen zur Favoritenliste hinzugefügt werden. Beim Auswählen einer Filiale, die das mobile Bezahlen unterstützt, erscheint die Schaltfläche „Registrieren“. Hier wird der Nutzer gebeten, seine Bankdaten einzugeben und eine individuelle vierstellige PIN-Nummer einzutragen. Man bekommt einen Sicherheitscode per SMS zugeschickt und kann sofort mit dem Smartphone bezahlen – zunächst eine Woche lang. Das Bezahllimit liegt hier vorerst bei 150 Euro.

Edekas mobiler Bezahldienst

Sicherheit

Das Sicherheitsverfahren bei der Registrierung ist zweistufig: Damit die App konstant zum Bezahlen genutzt werden kann, muss die Bankverbindung verifiziert werden. Dies erfolgt durch Eingabe des Sicherheitscodes in einer Überweisung von einem Cent. Nach der erfolgreichen Freischaltung kann der Nutzer mit dem Smartphone für bis zu 250 Euro pro Woche einkaufen. Eine Mindestsumme für Käufe, die mittels der App bezahlt werden, gibt es übrigens nicht, wie das Unternehmen gegenüber inside-handy.de bestätigt. Abgebucht wird per Lastschriftverfahren. Die finanzielle Seite der Transaktion wird von der Deutschen Post abgewickelt.

Bei Verlust des Mobiltelefons muss sich der Nutzer keine Sorgen um die mobile Geldbörse machen, versichert Edeka. Ohne die PIN-Nummer können keine Einkäufe getätigt werden. Bei dreifacher Falscheingabe der PIN wird der Account zunächst gesperrt. Auf Wunsch kann der Account ähnlich einer EC-Karte aber auch telefonisch vom Eigentümer selbst gesperrt werden.

Der Einsatz der App im Supermarkt

Möchte der Nutzer nun mit dem Smartphone für den Einkauf bezahlen, muss er die Edeka-App starten und die Option „Bezahlen und Coupons einlösen“ aufrufen. Als nächstes muss die bei der Registrierung eigens festgelegte PIN-Nummer eingegeben werden. Daraufhin erscheint auf dem Handy-Display ein Barcode, der so genannte EAN-Code, der an der Kasse gescannt wird. Der Einkauf ist damit getätigt. Der Code ist fünf Minuten lang gültig.

Nebenbei bietet die Edeka-App regelmäßig Coupons für bestimmte Produkte an. Diese werden beim Scannen des Barcodes automatisch abgerechnet. Die eingekauften Lebensmittel und die dafür bezahlte Summen lassen sich in der App einsehen; so kann auf Kassenzettel aus Papier verzichtet werden. 

Edekas mobiler Bezahldienst

Die Edeka-App bietet zusätzlich eine Rezepte-Sektion und einige weitere Extras. So können beispielsweise Einkaufslisten erstellt werden. Dies geht dank der Auto-Vervollständigungsfunktion relativ schnell. Wer in einer langen Schlange steht, kann der Langeweile außerdem mit einem kleinen Gimmick Einhalt gebieten: Die App enthält ein Wurst-Schneidespiel, das sich am relativ bekannten Edeka-Werbespot orientiert. Hier bekommt der Nutzer eine Gramm-Vorgabe und muss möglichst exakt ein Stück Wurst abschneiden.

Live-Eindruck

Wie die Demonstration der mobilen Bezahlfunktion in einem Edeka-Markt in Berlin zeigte, geht der Kaufvorgang mit dem Dienst tatsächlich zügig vonstatten. Ruft der Nutzer die App auf, während die Produkte an der Kasse eingescannt werden, ist das Bezahlen anschließend binnen Sekunden erledigt.

Verfügbarkeit

Noch sind nicht alle Edeka-Märkte mit entsprechenden Scannern ausgestattet. In Berlin und Hamburg sind es bis jetzt 100 von 130 Filialen, die das mobile Bezahlen ermöglichen. Bis 2015 soll der Dienst flächendeckend bundesweit angeboten werden, so das Unternehmen. Dabei werden zunächst die Großstädte an der Reihe sein. Welche Filialen den Service momentan anbieten, lässt sich der App entnehmen.

Voraussetzung für das mobile Bezahlung ist außerdem eine bestehende Internet-Verbindung. Hier mussten drei der Berliner Edeka-Filialen wieder von der Liste genommen werden, wie der Edeka-Pressesprecher Andreas Laubig einräumt. Dass sich die Märkte um besseren Signalempfang bemühen werden, ist zumindest vorerst unwahrscheinlich.

Hintergründe

Die Motivation hinter der Einführung des neuen Dienstes ist laut Edeka ausschließlich die Steigerung der Kundenzufriedenheit. So sollen die personenbezogenen Kundendaten nicht an Dritte weitergegeben werden. 

Die Pilotphase des Projekts begann im September letzten Jahres im Berliner Stadteil Moabit. Seitdem wurde die App einige Male optimiert. So hat sich etwa die Dauer der Transaktion von 25 Sekunden auf sechs Sekunden verkürzen lassen, womit das Bezahlen per Smartphone deutlich schneller als die EC-Kartenzahlung funktioniert.

Die von Valuephone entwickelte Edeka-App ist in den jeweiligen App-Märkten für Android, iOS und Windows Phone kostenlos erhältlich. Valuephone entwickelte bereits die mobile Bezahlfunktion für die App des Edeka-Discounters Netto, wie inside-handy.de vor einigen Wochen berichtete.

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