11 Tipps für das perfekte Foto mit dem Smartphone

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Kamera des iPhone 5
Bildquelle: inside-handy.de
Gute Fotos und Kamerahandys – nach Meinung vieler Profi-Fotografen ist diese Kombination so absurd wie einst der Gedanke, ständig ein Telefon bei sich zu haben. Doch die Qualität der Kameras in Handys steigt fast so rapide an wie die Anzahl der mobilen Schnappschüsse. Im aktuellen Feature liefert inside-handy.de daher elf Tipps für das perfekte Foto mit einem Smartphone – schließlich ist die beste Kamera die, die man immer dabei hat.

In der Geschichte der Fotografie wurde noch nie so viel fotografiert wie heute. Am Silvesterwochenende 2010 wurden mehr als 750 Millionen Fotos bei Facebook hochgeladen – die meisten wohl von unterwegs, über Smartphones; und in der Fotocommunity Flickr ist die beliebteste Kamera die des iPhone 4S.

Smartphones befinden sich auf der Überholspur des digitalen Zeitalters und besitzen – von Generation zu Generation – eine immer besser werdende Kamera. Herstellern von digitalen Kompaktkameras beschert diese Tatsache zunehmend Kopfschmerzen, denn wer nimmt eine zweite Kamera mit, wenn man doch mit dem Smartphone – der eierlegenden Wollmilchsau der Technikwelt – ähnlich gute Fotos machen kann? Man sollte aber einiges beachten, wenn man mit dem Smartphone gute Bilder machen will.

1. Was kann meine Smartphone-Kamera?

Die Kamera in einem Smartphone ist meist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit. Einstellungen wie der Weißabgleich, der ISO-Wert oder die Szenenauswahl sind dabei meist auf „Auto“ voreingestellt. Man muss nicht unbedingt wissen, dass ISO für Lichtempfindlichkeit steht und wie man diese den Lichtverhältnissen anpasst oder in Einklang mit dem Belichtungswert bringt. Es lohnt sich aber durchaus, mal ein paar Fotos – stets in höchster Auflösung – mit unterschiedlichen Einstellungen zu machen und miteinander zu vergleichen. Wie im folgenden Beispiel kann es sich bereits lohnen, die Szenenauswahl – statt sie auf „Auto“ zu belassen – auf „Makro“ umzustellen, um ein deutlich besseres Ergebnis zu erhalten.

Links mit "Auto"-Einstellung, rechts mit "Makro"-Einstellung

(Links mit „Auto“-Einstellung, rechts mit „Makro“-Einstellung)

2. Eine saubere Linse

Nicht nur das Display wird, durch das ständige Bedienen, mit einem Fettfilm überzogen, den man ständig an der Hose oder am T-Shirt abputzt. Auch hinterlassen die Finger Abdrücke auf der Kameralinse beziehungsweise der Glasabdeckung darüber, während man das Smartphone in der Hand hält. Um Bilder mit Nebeleffekt zu machen, ist dieses „Feature“ vielleicht nicht schlecht, ansonsten sollte man immer die Linse abputzen, bevor man knipst – im Idealfall mit einem Reinigungstuch aus Microfasern oder einem Brillenputztuch. Hat man so etwas nicht zur Hand, genügt auch das T-Shirt oder der Pulliärmel.

3. Digitalzoom vermeiden

Oft sieht man es auf Konzerten, wenn man nicht in einer der ersten Reihen vor der Bühne steht: Viele holen ihr Smartphone aus der Tasche, machen ein Foto und stellen dann fest, dass man doch zu weit weg steht, um irgend etwas anderes auf dem Bild zu erkennen außer bunten Lichtern. Dann wird die Aufnahme wiederholt – unter Einsatz des digitalen Zooms. Nach dem Konzert stellt man fest, dass auch diese Bilder nichts taugen, sogar noch viel schlechter sind als die Fotos von farbenprächtigem Rampenlicht und verschiebt diese in den Papierkorb. Der Tipp: Nicht zoomen sondern bewegen und zum Motiv hingehen. Das ist auf einem Konzert vielleicht nicht ganz einfach, lässt sich ansonsten aber fast überall umsetzen. Wie hoch der Unterschied ist zwischen einem Foto mit und ohne Digitalzoom, zeigt das folgende Beispiel.

Der Schluckspecht links ohne und rechts mit Digitalzoom

(Links ohne Zoom, rechts mit digitalem Zoom)

4. Auf Filter verzichten

Retro ist „in“: Seit einiger Zeit gibt es in den App-Stores zahlreiche Anwendungen, die Fotos mit Filtern überziehen und diese im Vintage-Look auf Nostalgie trimmen. Häufig wird zu diesem Mittel gegriffen, um die mehr oder weniger mindere Qualität der Fotos zu verschleiern – und es funktioniert. Als Facebook im April dieses Jahres für eine Milliarde US-Dollar die Foto-App Instagram kaufte, hatte diese 30 Millionen Nutzer; inzwischen sind es mehr als 100 Millionen.

Viele Smartphone-Hersteller nehmen diesen Trend auf und integrieren solche Filter direkt in die Kameraeinstellungen. Dabei sollte man allerdings beachten: Hat man ein Foto in Schwarz-Weiß oder Sepia aufgenommen, wird es im Nachhinein recht schwer, das wieder rückgängig zu machen. Zwar mag es ganz nett erscheinen, wenn man auf dem Display direkt angezeigt bekommt, wie das Bild das man machen will als Negativ aussieht, allerdings ist es sinnvoller, die Nachbearbeitung erst im Anschluss durchzuführen. So hat man immer auch das Original im Speicher.

5. Panorama-Funktion

Apple hat es in iOS 6 implementiert, einige andere Smartphone-Hersteller wie Samsung, Nokia oder HTC haben es unter den Optionen versteckt: Gemeint ist die Panorama-Funktion. Besonders im Urlaub kann man damit einen möglichst großen Teil der Landschaft einfangen und diesen Augenblick daheim noch einmal genießen. Allerdings erfordert ein gutes Foto mit dieser Funktion sehr viel Präzision und Geduld. Aber selbst dann ist das Ergebnis häufig eher zufriedenstellend als überragend, wie die folgenden Aufnahmen zeigen.

Panorama-Foto

(Panorama-Foto aufgenommen mit einem Galaxy S3)

6. Frontkamera benutzen?

Eine Kamera auf der Vorderseite ist mittlerweile in fast jedem neuen Smartphone zu finden. Die Auflösung aber ist zum größten Teil vergleichbar mit Handykameras von vor sieben Jahren. Für Videochats in verpixelter Qualität reicht das zwar aus, um ein gutes Portrait-Foto zu machen aber häufig nicht. Front-Kameras mit HD-Auflösung bekommen das zwar besser hin, jedoch wird bei schlechten Lichtverhältnissen immer ein Bildrauschen wahrzunehmen sein. Deshalb der Tipp: Wenn es möglich ist, stets die rückwärtige, bessere Kamera benutzen.

Links Foto mit Hauptkamera, rechts mit Frontkamera

(Links Foto mit Haupt- rechts mit Frontkamera)

7. Mehr als nur ein Foto machen

Die Fotografie erlebte mit der Digitalisierung einen Aufschwung. Man benötigte keinen Film mehr, den man nach 24 oder 36 geschossenen Fotos zum Entwickeln brachte, sondern man konnte sich die Bilder direkt im Anschluss an das Knipsen ansehen – und bei Nichtgefallen wieder löschen: Ein Grund, der einen dazu verleitet, von einem Motiv mehr als nur ein Foto zu machen und sich später zu entscheiden, welches das schönste Bild ist. Der Nachteil bei nur einem Foto kann der sein, dass es eventuell verwackelt ist, oder der Lichteinfall von einer anderen Seite vielleicht doch schöner gewesen wäre.

8. Bei wenig Licht: Hilfs-Stativ suchen

Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich gute Fotos nur recht schwierig aufnehmen. Grund dafür ist die Belichtungszeit, die sich automatisch verändert, so dass man im Nachhinein wenigstens irgendetwas auf dem Bild erkennen kann. Allerdings hat das den unangenehmen Nebeneffekt, dass man die Kamera respektive das Smartphone länger ruhig halten muss, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Ohne ein Stativ schafft das nicht mal ein Profi-Fotograf. Deshalb sollte man sich bei Fotos in der Dämmerung oder bei wenig Licht irgendwo anlehnen und das Smartphone mit beiden Händen festhalten. Darüber hinaus kann man seine Arme irgendwo abstützen oder – noch besser – das Smartphone an eine Wand oder eine feststehende Fläche wie eine Tischkante oder ein Autodach halten, um es zu stabilisieren und damit ein deutlich schärferes Foto zu erhalten.

9. Blitz: Ein oder Aus?

Wie bei anderen Kamerafunktionen wie dem ISO- oder dem Belichtungswert gilt auch beim Blitz: Ausprobieren. Besonders bei Objekten, die sich unmittelbar vor der Smartphone-Kamera befinden, sollte man einmal ein Foto mit und eines ohne Blitz machen, um zu sehen, wie sich die Bilder voneinander unterscheiden. Allerdings zeigt der Blitz ab einer gewissen Distanz zum Objekt keine Wirkung mehr und belichtet nur das, was sich im Vordergrund beziehungsweise in unmittelbarem Umfeld befindet.

Fotos ohne Blitz (links) und mit Blitz (rechts)

(Links Fotos ohne Blitz, rechts mit Blitz)

10. Bildgestaltung

Je mehr Fotos man macht, desto besser werden nicht nur die Bilder, auch man selbst bekommt einen Blick für ein gutes Motiv, beziehungsweise wie man es am besten ablichtet. Folgt man von Beginn an einigen Richtlinien der Bildgestaltung, ist die Freude über gelungene Fotos noch viel höher. Zu diesem Thema gibt es vermutlich so viele Bücher, dass sie eine gesamte Bibliothek füllen würden. Das einfachste Mittel, um ein Bild interessanter erscheinen zu lassen ist, das Objekt nicht in die Mitte des Bildes zu setzten, sondern links oder rechts daneben – in den goldenen Schnitt. Weitere hilfreiche und einfach zu befolgende Tipps zum Thema Bildgestaltung und -komposition gibt Immanuel Günther in seinem Blog.

Oben ist das Motiv mittig, unten (fast) im goldenen Schnitt

(Oben ist das Motiv mittig, recht (fast) im goldenen Schnitt)

11. Nachbearbeitung

Instagram, Lomogram, Hipstamatic: Die App-Stores quellen über vor Foto-Anwendungen, mit denen man seine Bilder im Nachhinein bearbeiten kann. Die meisten Apps sind wesentlich einfacher aufgebaut als Software für den Computer wie beispielsweise Photoshop oder Gimp. Mit wenigen Klicks sieht das Foto aus, als wäre es mit einer Uralt-Kamera gemacht worden, ist binnen Sekunden Schwarz-Weiß, mit bunten Sternen versehen, die vorher nicht zu sehen waren oder hat einen Rahmen. Für manche ist das nichts weiter als Spielerei, andere hingegen lieben den Effekt der Lomografie, die Bildfehler zur Kunst erklärt.

Porsche-Foto mit der App "Lomogram" bearbeitet

(Foto aufgenommen mit einem Lumia 900 und bearbeitet mit der App „Lomogram)

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