20 Euro für den Smartphone-Einblick: Facebook soll Teenager bezahlt haben

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Facebook auf dem Smartphone
Bildquelle: Pixabay
Mit Facebook Research soll das Soziale Netzwerk Nutzer zwischen 13 und 35 Jahren dazu bewegt haben, ihr Smartphone gegenüber Facebook komplett offenzulegen. Die Belohnung: 20 Dollar pro Monat. Der Preis: Ein gläserner Nutzer gegenüber Facebook.

Facebook stolpert über den nächsten Datenskandal. Nach dem Diebstahl von 120 Millionen Accounts, dem Zugriff Dritter auf unveröffentlichte Fotos und der Sammelleidenschaft von Facebook Analytics wurden nun offenbar Daten kompletter Handys eingesammelt.

Wie der Blog TechCrunch berichtet, habe die App Daten über das gesamte Onlineverhalten der Nutzer gesammelt und an Facebook geschickt. Dazu sei zwar eine Anmeldung notwendig gewesen, doch ob sich Teenager angesichts des versprochenen Geldes der Tragweite der Vereinbarung bewusst waren, darf bezweifelt werden.

Unklar ist, wo die App zum Einsatz kam. Laut Spiegel Online bestätigte Facebook zwar grundsätzlich den Bericht von TechCrunch, wollte ihn aber nicht weiter präzisieren. Auch wollte das Unternehmen nicht mitteilen, ob Facebook Research weltweit zum Einsatz kam.

Installation über ein Sideload-Verfahren

Klar ist aber demnach: Die App für Android und iOS habe Unterhaltungen in verschiedenen Chat-Diensten, Fotos und Videos, Ortungsdaten, besuchte Webseiten und mehr aus dem Smartphone auslesen und an Facebook schicken können. Welche Daten wirklich an Facebook gingen, ist unklar – genau so wie das eigentliche Ziel von Facebook.

Pikant auch: Statt über die offiziellen AppStores von Apple und Google hat man die App über Anbieter von Betatest-Diensten verteilt. Oftmals ohne im Vorfeld kenntlich zu machen, dass Facebook hinter der App steht. Offensichtliches Ziel dieses Sideload-Verfahrens: Die Umgehung der App-Prüfungen von Apple und Google.

Facebook selber sieht den Bericht offenbar dennoch entspannt. Dem Magazin The Verge ließ ein Sprecher wissen, dass an der App nichts geheim sei. Sie habe niemanden ausspioniert, da jeder Teilnehmer in einem Einrichtungsprozess eine Einwilligung abgegeben habe. Und auch das Teenagerproblem sei angeblich keines: Weniger als fünf Prozent der Teilnehmer seien Teenager – und von ihnen liege angeblich die Einwilligung der Eltern vor.

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