USB-C: Das kleine Universalgenie unter den USB-Anschlüssen

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USB-C-Stecker mit rotem Kabel.
Bildquelle: Pixabay
USB-C ist das Universalgenie unter den USB-Anschlüssen. Die Schnittstelle ist nicht nur klein und somit für Handys wie Computer gleichermaßen geeignet. Sie ist auch abwärtskompatibel mit USB 2.0 und USB 3.0. Das symmetrische Format macht die Stecker außerdem verdrehsicher. Gleichzeitig lassen sich über USB Typ-C mehr als nur Daten übertragen. Der kleine Port unterstützt beispielsweise auch DisplayPort und Thunderbolt 3. 

Ohne einen USB-Anschluss kommt mittlerweile kaum noch ein elektronisches Produkt aus. Ob Handy, Fernseher, Kamera oder Drucker – USB stellt die Verbindung zwischen den unterschiedlichsten Geräte-Klassen her. Über den Anschluss lassen sich jedoch mehr als nur Daten übertragen oder Geräte wie eine externe Festplatte, Tastatur oder Maus anschließen. Auch zum Laden von Akkus dient der Anschluss. Dabei müssen Nutzer aber nicht nur zwischen Generationen wie USB 2.0, USB 3.0 und USB 3.2, sondern auch zwischen verschiedenen Steckertypen unterscheiden. USB-C ist der aktuellste Standard, der auch in immer mehr Smartphones zu finden ist. Gegenüber seinen Vorgängern bietet er einige Vorteile.

Ansicht eines USB-C-Kabels.Quelle: Pixabay

Eine runde Sache: USB Typ-C

Der Typ-C-Stecker ist ein Steckerformat, das verschiedene Datenübertragungsprotokolle unterstützt. So kann USB Typ-C Protokolle über das ältere USB 2.0 oder USB 3.0 und USB 3.1 senden. Die aktuellste Generation USB 3.2 setzt sogar ausschließlich auf Typ-C-Stecker.

USB-C löst Schritt für Schritt die früher gängigen Formate Mini-USB und Micro-USB ab. Micro-USB-Buchsen werden allerdings von vielen Handy-Herstellern noch immer genutzt und finden sich vor allem in günstigeren Geräten. Dabei haben beide älteren Stecker einen entscheidenden Nachteil gegenüber USB Typ-C: Sie passen nur in eine Richtung in den Slot. Man könnte auch sagen, sie sind nicht verdrehsicher. Anders der USB-Stecker vom Typ-C. Denn durch sein punktsymmetrisches Format kann der neue Stecker nicht falsch in die Buchse eingesteckt werden.

Ein weiterer baulicher Vorteil des neuen Standards: Der USB-Stecker ist klein, dabei aber stabil. Wiederholtes Ein- und Ausstecken führt somit nur langsam zu einer Abnutzung. Perfekt fürs Smartphone, bei dem die USB-C-Ports nicht nur zur Datenübertragung, sondern regelmäßig auch zum Laden des Akkus genutzt werden. Doch das Steckerformat zeichnen noch mehr Eigenschaften aus.

Smartphones mit USB-C-Anschluss

Multifunktional: Das kann USB-C

Der offensichtliche Vorteil von USB-C ist die bereits erwähnte Verdrehsicherheit der Stecker. Doch USB Typ-C ermöglicht auch, Host und Client miteinander zu tauschen. Passend dazu gibt es USB-Kabel vom Typ USB-C-auf-USB-C. So verbunden, können Daten direkt und in beide Richtungen zwischen zwei Geräten ausgetauscht werden. Ebenfalls gleichwertig funktioniert USB-C bei der Energieversorgung. Die Stromquelle und das zu ladende Gerät können im laufenden Prozess problemlos miteinander getauscht werden.

Klein und damit platzsparend ist auch der ältere Micro-USB-Anschluss. Und doch birgt der USB Typ-C ihm gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Typ-C unterstützt nicht nur das Protokoll USB 2.0, sondern auch die neueren Generationen. Gleichzeitig ist er für die Schnittstellen DisplayPort und Thunderbolt geeignet. Äußerlich lässt sich aber nicht erkennen, welchen Standard ein USB-C-Anschluss oder ein USB-C-Kabel unterstützen. Auch nicht, ob der Anschluss kompatibel mit weiteren Schnittstellen ist. Aufschluss darüber geben die Bezeichnungen und Logos des jeweiligen Anschlusses.

Mit der Einführung von USB 3.2 wurde die Bezeichnung der Generationen angepasst. Nun wird nicht mehr zwischen USB 2.0, USB 3.0, USB 3.1 und USB 3.2 unterschieden, sondern zwischen USB 2.0 sowie USB 3.2 Gen 1, USB 3.2 Gen 2 und USB 3.2 Gen 2×2.

Diese Datenraten ermöglichen die USB-Generationen

 USB 2.0USB 3.2 Gen.1USB 3.2 Gen.2USB 3.2 Gen 2x2Thunderbolt 3
Maximale Datenrate480 Mbit/s5 Gbit/s10 Gbit/s20 Gbit/s40 Gbit/s
frühere Bezeichnungen-USB 3.0
USB 3.1 Gen.1
SuperSpeed
USB 3.1 Gen.2
SuperSpeed Plus
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USB 3.2 Gen 2×2 nimmt eine besondere Rolle ein. Denn der Standard ist nicht mit USB Typ-A kompatibel, dem vor allem von USB-Sticks bekanntem Stecker. Das heißt, dass hier nur Kabel mit zwei Typ-C-Steckern verwendet werden können. Mit bis zu 20 Gbit/s ist es zudem der schnellste Standard, den es bei USB derzeit gibt. Realisiert werden die hohen Datenraten von USB 3.2 Gen 2×2 durch den Multi-Lane-Betrieb, bei dem zwei Adernpaare jeweils 10 Gbit/s pro Richtung nutzen. Nur Thunderbolt 3 verdoppelt die Geschwindigkeit noch einmal auf maximal 40 Mbit/s. Um diese Datenraten zu erreichen, bedarf es aber spezieller Kabel, die an einem Blitz-Symbol erkennbar sind.

Die alternative Betriebsart von USB-C

Soweit die gut erklärbaren Neuerungen und Vorteile des Standards der Zukunft gegenüber älteren USB-Generationen. Etwas komplizierter sieht es jedoch mit der folgenden Innovation aus:

Der USB Typ-C ermöglicht Umwandlungen von Leitungen durch sogenannte “Alternate Modes”. Man könnte auch formulieren: Typ-C unterstützt eine alternative Betriebsart von bestehenden Leitungen. Im Alltag bedeutet das, dass Anwender mehrere Funktionen allein durch eine USB-C-Kabelverbindung ausüben können. Grund dafür ist der Aufbau der USB-C-Stecker: Die darin enthaltenen 24 Kontakte lassen sich nämlich flexibel belegen. Nutzer müssen beim Kauf eines USB-Kabels und USB-C-Hubs jedoch genau darauf achten, welche Funktionen diese ermöglichen und ob sie beispielsweise DisplayPort oder Thunderbolt 3 unterstützen.

Durch seine Unterstützung verschiedener Standards, wird USB Typ-C zum Universalgenie. Ein Bildschirm, der über HDMI angeschlossen sein kann, muss beispielsweise nicht mehr mit dem vorgesehenen HDMI-Kabel verbunden werden. Er kann stattdessen über die Umwandlung der Leitungen mithilfe von USB-C und einem passenden USB-Kabel mit einem PC oder Notebook kommunizieren. Der neue Standard ist also in der Lage, HDMI zu ersetzen. Das Gleiche gilt für DisplayPort für externe Monitore und die Klinkenbuchse für Kopfhörer. Eine solche USB-C-Schnittstelle mit DisplayPort findet sich häufig bei Computern und Notebooks wie zum Beispiel dem Apple MacBook und Apple MacBook Pro oder dem Chromebook von Google wieder.

USB-C für schnelles Laden

Neben der Datenübertragung war und ist die Energieversorgung eine der Hauptfunktionen von USB. Während herkömmliche USB-2.0-Anschlüsse zum Beispiel 2,5 Watt übertragen können, schafft USB Typ-C unabhängig vom verwendeten Datenübertragungsprotokoll  immerhin bis zu 15 Watt. Um diese schnelle Ladung zu gewährleisten, muss allerdings darauf geachtet werden, dass sowohl das Ladegerät, das Ladekabel als auch das Endgerät das schnelle Laden unterstützen.

Mit USB Power Delivery (USB PD) können sogar bis zu 100 Watt geliefert werden. Das ist insofern spannend, als dass die Energieversorgung von Computern und Notebooks über USB vorher praktisch nicht möglich war. Das Protokoll USB PD berechnet dabei, wie viel Strom über das Ladekabel übertragen werden darf. Unterstützen Kabel, Host und Client eine maximal mögliche Stromversorgung, wird diese auch übertragen. Power Delivery ermöglicht demnach eine schnelle Energieversorgung.

Für Smartphone-Nutzer dürfte jedoch das USB Battery Charging (USB BC) interessanter sein. USB BC erlaubt bis zu 7,5 Watt und ist damit ausreichend gerüstet, um Handys in kurzer Zeit mit Energie zu versorgen. Schnellladefunktion darf sich zum Beispiel Quick Charge aus dem Hause Qualcomm nennen. Andere Hersteller haben für ihre Modelle wiederum andere Schnelllade-Techniken entwickelt, wie OnePlus beispielsweise mit Dash Charge oder Huawei mit SuperCharge. Quick Charge und vergleichbare Funktionen sind bei vielen aktuellen Smartphones integriert, die auf USB-C als Übertragungsweg setzen. Mit ihnen ist es möglich, das Handy um 50 Prozentpunkte in weniger als 60 Minuten aufzuladen.

So funktioniert Musikhören auch ohne Kopfhöreranschluss

Seit USB-C in immer mehr Smartphones verwendet wird, steigt auch die Zahl der Modelle, die ohne den bekannten 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss auskommen. Bekannte Beispiele sind das Huawei P30 Pro, das OnePlus 6T und das Google Pixel 3.

Auf Audio müssen Besitzer dieser Modelle aber dennoch nicht verzichten. Denn die kleine USB-Buchse ersetzt die Klinkenbuchse, wodurch Hersteller Platz beim Bauen der Handys sparen. USB-C kann die Audiosignale zum Kabel weitergeben und dabei sowohl analoge als auch digitale Signale übertragen. Doch auch ohne Adapter können spezielle Headsets und Kopfhörer mit USB-Typ-C-Anschluss ohne Klinkenbuchse für Hörvergnügen sorgen.

USB-C: Fazit

USB-C bietet viele Vorteile gegenüber den Vorgängergenerationen an Steckern. Mehr Leistung in der Datenübertragung, schnellere Energieversorgung, die Fähigkeit zur alternativen Inbetriebnahme. Und doch lässt sich ein Nachteil des Standards nicht verleugnen: Um bestimmte Features zu nutzen, sind spezielle Kabel nötig. Beispielsweise unterstützen nicht alle Ladekabel die mögliche Lieferung von bis zu 100 Watt per USB Power Delivery. Würden alle Geräte Power Delivery unterstützen, das USB-C-Kabel aber nicht, wird die maximale Energieversorgung über 15 Watt geliefert. Demgegenüber überwiegen die genannten Vorteile. USB Typ-C dürfte sich also in den kommenden Jahren noch weiter als Standard etablieren.

 

Bildquellen:

  • USB-C-Kabel: Pixabay
  • USB-C-Stecker: Pixabay
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Rita liebt Technik, besonders wenn diese aus der Welt der Smartphones stammt. Seit 2009 berichtet sie als Journalistin aus diesem Kosmos - seit 2019 für inside handy. Dabei hat die gebürtige Berlinerin aber auch Spaß an anderen Themen wie Tarifen, Smart Home oder Zubehör. Wenn sie nicht gerade die aktuellsten Handys testet oder Tarife auf den Prüfstand stellt, taucht sie gerne ab - und das ist wörtlich zu nehmen. Denn ihre Urlaubsziele müssen vor allem eins haben: tolle Tauchgebiete. Und wenn gerade kein Urlaub ist, dann tut es in der Freizeit auch ein gutes Buch, ein guter Drink oder ein Treffen mit Freunden, um von der Arbeit abschalten zu können.

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1 KOMMENTAR

  1. Eine Ode auf USB! Jetzt müsste nur noch Apple seine iPhones mit dem Standard ausstatten. Schade, dass die EU damals ihre Drohung des Verkaufsverbots nicht wahrgemacht hat, als sie die Handyhersteller zu einem einheitlichen Anschluss gedrängt hat und Apple als einziger auch bis heute nicht nachgezogen ist.

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