Smartphone reinigen: So bleibt das Handy sauber und keimfrei

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Smartphone Bedienung mit mit dem Finger
Bildquelle: Pixabay / stevepb
Sein Smartphone sauber zu halten kann sich lohnen. Denn die Oberflächen eines Handys sind durchaus anfällig dafür, zu verschmutzen. Doch es gibt viele Ansätze, die dabei helfen, das Handy nicht nur wieder keimfrei zu bekommen. Noch besser fährt der, der es gar nicht erst zu schmutzig werden lässt.

Die Erkältungs- und Grippezeit hat begonnen. Jetzt heißt es schnell sein und sich schützen. Was das mit inside handy zu tun hat? Mehr, als man mit bloßem Auge sehen kann. Denn die Keime und Viren, die auf dem Handy-Display und im Smartphone-Gehäuse lauern, kann man zum Glück nur unter einem Mikroskop erkennen. Aber wie bekommt man das Smartphone wirklich sauber und keimfrei? Antworten auf diese Frage gibt es einige.

Der tägliche Wisch zwischendurch

Das Handy ist mittlerweile ständiger Begleiter und liegt daher schon einmal auf der Anrichte zwischen Gemüse und Kaffee, auf dem Schreibtisch unter Briefen oder im Rucksack im Sportschuh. Dass also gerade die Oberfläche des Gerätes schneller verschmutzt als so manche Brille, dürfte kein Wunder sein. Fensterreiniger ist da für viele die naheliegendste Lösung. Wer für die oberflächliche Säuberung den Reiniger seines Vertrauens nutzen mag, der sollte unbedingt darauf achten, keine Flüssigkeit direkt auf das Handy aufzutragen. Feuchtigkeit darf nicht in Anschlüsse oder andere sensible Elektronik geraten. Zuerst den Reiniger auf ein sauberes Tuch geben, dann damit dem Smartphone wieder zu neuem Glanz verhelfen.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BITKOM warnt allerdings davor, Glasreiniger und andere scharfe Putzmittel mit Alkohol für die Handy-Hygiene zu nutzen: „Alkohole, Spülmittel und Seifenlaugen können langfristig die fettabweisende Oberfläche der Geräte beschädigen und so ihre Bedienbarkeit beeinträchtigen.“ Daher ist nur eine gelegentliche Reinigung mit Haushaltsputzmitteln zu empfehlen. Der Profi greift auf spezielle Display-Reiniger (siehe unten) zurück.

Wie war das noch mit diesem Pareto-Prinzip? Richtig: Mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreicht man 80 Prozent des Ergebnisses. Genauso ist das auch beim Handy-Putz. Der schnelle Wisch zwischendurch hat einen enormen Effekt. Säubert man die Oberflächen des Handys täglich mit einem Mikrofasertuch oder einem feuchten Brillenputztuch, ist der sichtbare Schmutz weg und das Gerät erstrahlt im neuen Glanz. 80 Prozent sauberer ist also schnell gemacht.

Smartphone in einer TascheQuelle: Pixabay / LUM3N

Einige Experten raten, das Smartphone mit Desinfektionsspray zu behandeln. Effektiv gegen Keime ist das allemal. Aber leider kann das Spray mit den kleinen Tröpfchen empfindliche Sensoren wie Kamera oder Fingerscan beschädigen. Die Hersteller haften dafür nicht. Besser ist es auch in diesem Fall, Desinfektionsmittel auf ein Mikrofasertuch zu geben und mit diesem behutsam das Gerät zu reinigen. Und auch hier gilt: Nur Mittel ohne Alkohol nutzen.

Damit der Schmutz gar nicht erst kommt

Generell ist empfehlenswert, für das eigene Smartphone eine passende Schutzhülle gegen Stöße und anderen Widrigkeiten zu besorgen. Außerdem macht sich eine Display-Schutzfolie gegen Kratzer schnell bewährt, denn schon Krümel können dem empfindlichen Glas schaden. In den ärgerlichen Kratzern haftet Schmutz besonders gut.

Ein Vorteil solcher Folien ist auch, dass alkoholische Putzmittel wie der oben beschriebene Glasreiniger diesen nichts anhaben können. Fett- oder Make-Up-Flecken sind ohne großen Aufwand hygienisch gereinigt. Wer sein Smartphone besonders grundlegend vor Verunreinigungen schützen will, kann außerdem zu Staubschutzabdeckungen greifen. Diese sind aus Plastik und verschließen die Anschlussbuchsen exakt, verhindern so das Eindringen von Schmutzpartikeln ins Innere.

Selbstverständlich hilft das schnelle, oberflächliche Saubermachen nicht gegen Verunreinigungen, die im Inneren des Gerätes liegen. Um alle Funktionen des Smartphones fehlerfrei nutzen zu können, ist Sauberkeit aber unabdingbar. Es empfiehlt sich demnach, im Monats- bzw. Wochenrhythmus das Smartphone intensiver zu reinigen.

Die monatliche Intensivreinigung

Für eine gründliche Reinigung sollte das Smartphone zunächst ausgeschaltet werden. Jetzt Handyhülle, Backcover und – wenn möglich – den Akku entfernen, um genau sehen zu können, wo sich der Schmutz befindet. Zahnstocher haben genau die richtige Größe für Rillen und Anschlusslöcher. Hier ist aber eine geschickte Hand gefragt, damit die sensible Elektronik nicht beschädigt wird. Wer sicher gehen mag, sollte die sanfteren Wattestäbchen wählen. Staub und losem Schmutz, der sich in kleineren Löchern festgesetzt hat, kann Druckluftspray entgegen wirken. Manchmal reicht es aber auch, wenn man beherzt pustet.

Gröberer Schmutz, der sich zum Beispiel unter dem Akku sammeln kann, lässt sich gut mit einer Zahnbürste entfernen. Um auch in diesem Fall so schonend wie möglich vorzugehen, empfiehlt sich eine weiche Zahnbürste. Und wenn gar nichts hilft, kann ein Klebestreifen ein sinnvoller Helfer sein, der hartnäckigste Verunreinigungen einfach aufnimmt. Denn eines ist unbedingt zu vermeiden: Mit einem nassen Tuch den Schmutz wegputzen, wenn das Smartphone geöffnet ist – auch, wenn es einem in den Fingern juckt. Funktioniert beispielsweise der Lautsprecher des Smartphones nicht mehr einwandfrei, kann ein Klebestreifen bei der Säuberung ausschlaggebend sein. Ein kleiner, weicher und vor allen Dingen sauberer Pinsel wird dieser Aufgabe ebenfalls gerecht.

Ein saisonaler Tipp: Da der Herbst eine feuchte Jahreszeit ist, hilft Reis, diese Feuchtigkeit dem Smartphone zu entziehen. Dass Handy in eine flache Schale mit Reis über Nacht zu legen, mutet im ersten Moment wahrscheinlich merkwürdig an, wirkt aber. Einen Versuch ist es wert.

Das halbjährliche Handy-Konmari

Putzen und Aufräumen liegen im Trend. Manch einer wird das kaum glauben können. Die Anderen dürften Marie Kondo und ihren Mega-Seller Magic Cleaning kennen. Marie Kondo stellt in ihren Büchern rund ums Aufräumen Putzen und Ausmisten im Alltag mit Hilfe der Konmari-Methode in den Fokus. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in der Grundidee, nur das zu behalten, was einem Freude bereitet. Hierbei bezieht sich Marie Kondo eher aufs Aufräumen bzw. Ausmisten. Beim Putzen gilt ihr Ansatz, alle Dinge einer Kategorie aus Schubladen und Regalen heraus zu räumen und zu sortieren, später dann zu säubern.

Die Konmari-Methode lässt sich in abgewandelter Form als 15-Minuten-Projekt auch auf das Smartphone anpassen: Handyschublade ausräumen und Schnellladekabel, Ersatz-Handys, Powerbank und Selfie-Stick herausholen. Jetzt noch die Kopfhörer und die alten Handyhüllen dazulegen. Sichten: Was ist alt und kann weg? Dann bitte fachgerecht entsorgen. Jeder Baumarkt bietet, meistens im Eingangsbereich, Kisten oder Tonnen an, in die jeder Kunde Elektromüll geben kann.

Ist der Kopfhörer noch in Ordnung und der Selfie-Stick in Benutzung, geht es nun an die Reinigung mit Mikrofasertuch und Co. Einmal in einem halben Jahr das Handy-Zubehör zu säubern, beugt Verschleiß und Schäden vor. Die 15 Minuten sind also eine gute Investition.

Handy-Putz für und von Profis

Selbstverständlich kann das Smartphone genau wie ein guter Anzug eine professionelle Reinigung dann und wann vertragen. Handyshops, Mobilfunkanbieter und Hersteller bieten professionelle Reinigungen an. Bei Interesse lohnt es sich, im Shop vor Ort nachzufragen. Reinigungen sind oftmals Serviceleistungen und kurzfristig zu ermöglichen. Mit ein wenig Glück ist das Handy vielleicht schon abholbereit, wenn die Einkäufe in der Stadt erledigt sind.

Eine professionelle Handy-Reinigung kann mit den richtigen Utensilien aber auch in den eigenen vier Wänden stattfinden. Spezielle Display-Reiniger und Smartphone-Reinigungstücher säubern und polieren das Gerät schonend. Schön ist in beiden Fällen die große Auswahl: Egal ob es ökologisch, mit Lotus-Effekt oder im Sparpack sein soll, bei dem Profi-Equipment bleiben keine Wünsche offen.

Hartnäckiger Schmutz in Vertiefungen und Zwischenräumen nimmt Reinigungsmasse auf. An der Gel-artigen Masse haften kleinste Partikel, sodass das Gerät nach der Säuberung sogar keimfrei ist. Das schafft selbst der Klebestreifen nicht. Gerade für Handys mit Tastatur wie beispielsweise das Blackberry KEYone ist die trockene Masse geeignet, säubert sie doch auch in den Zwischenräumen gründlich. Eines ist Profis mit Sicherheit bewusst: Niemals mit Werkzeug zur Handy-Hygiene schreiten. Das Gerät ist schneller kaputt, als es sauber ist.

Einkaufsliste für die Putz-Routine

ProfiAnfänger
Display-ReinigerFeuchte Einmal-Brillenputztücher
DruckluftsprayWattestäbchen
Smartphone-ReinigungstücherDünnes Mikrofasertuch
ReinigungsmasseFensterreiniger / Glasreiniger
Display-SchutzfolieZahnstocher
Smartphone-SchutzhülleWeiche Zahnbürste

Zum Schluss: Ratschlag vom Besserwisser

Klar, sauber ist in. Dauernd putzen ist aber umständlich. Daher zum Schluss noch ein Tipp vom Besserwisser: Einfach mal nett sein zum Handy. Wird das Gerät liebevoll behandelt, ist es auch ein treuer Begleiter. Hier ein paar Denkanstöße:

  • Niemals mit dem Display nach unten legen.
  • Hände waschen!
  • Handys haben im stillen Örtchen nichts zu suchen.
  • Nicht in die Nähe von Wasser (Badezimmer) oder Dampf (Küche) bringen.
  • Rezept ausdrucken, anstatt Butter, Ei und Schinken auf das Display zu schmieren.
  • Dreck meiden – und ja, auch Hosentaschen sind dreckig.

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  • Smartphone in einer Tasche: Pixabay / LUM3N
  • Smartphone Bedienung mit mit dem Finger: Pixabay / stevepb
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