Smartphone im Winter: So kommt das Handy unbeschadet durch die Kälte

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Smartphone im Winter: Das Nokia 7.1 mit Eis und Wasser vor blauem Hintergrund
Soweit sollte man es nich tkommen lassen: Das Nokia 7.1 nach einem Kälteschock von -18 GradBildquelle:
Eisige Temperaturen, Schnee und Stürze: Das Smartphone ist im Winter ganz besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Was die größten Probleme in der dunklen Jahreszeit sind und wie man das Handy ohne Schaden durch die Kälte bringt, zeigen die Tipps und Tricks für das Smartphone im Winter.

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen unter 0 Grad: Der Winter kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Und in Deutschland ist er verbunden mit widrigen Wetterbedingungen und einigen Herausforderungen für die empfindliche Technik. Doch nicht nur das Wetter macht die Bedienung des Smartphones im Winter komplizierter.

Schnee, Regen und hohe Luftfeuchtigkeit

Eines der Hauptprobleme für Handys, Tablets und Smartphones im Winter stellt neben den Temperaturen die Feuchtigkeit dar. Im Herbst und Winter regnet und schneit es. Damit kommt das Smartphone tendenziell öfter mit Wasser in Kontakt als in den Sommermonaten. Dabei machen geringe Mengen Regen oder Schnee den meisten Smartphones nichts aus. Besonders, wenn man sich auf eine IP-Zertifizierung verlassen kann. Sie wird jedoch zumeist nur in Flaggschiffen oder Outdoor-Smartphones angeboten. Die Mittelklasse oder gar der Einsteigerbereich kann von solchem Wasser- und Staubschutz zumeist nur Träumen.

Abhilfe gibt es im Zubehörhandel: Wasserdichte Schutzhüllen verringern das Risiko, dass Wasser in das Handy ein- und damit zu den empfindlichen Elektronikbauteilen vordringt. Eine andere Möglichkeit ist, das Smartphone gar nicht erst mit Schnee oder Regen in Berührung kommen zu lassen. So kann das Smartphone mit Bluetooth- oder kabelgebundenen Kopfhörern beim Telefonieren sicher in der Jackentasche bleiben. Mit wasserfesten Kopfhörern ist man zusätzlich auf der sicheren Seite. Hier bieten meist Sport-Kopfhörer den höchsten Schutz.

Ist das Smartphone doch mal in den Schnee gefallen oder anderweitig mit Wasser in Berührung gekommen, ist Geduld gefragt: Ein Handy mittels Heizung, Föhn oder gar Mikrowelle oder Backofen zu trocknen, ist keine gute Idee, da die hohen Temperaturen weitere Schäden am Handy erzeugen können.

Smartphone im Winter: Minustemperaturen schädigen Akku und Elektronik

Smartphones sind mittlerweile mit High-End-Technik vollgestopft, die zum einen immer höhere Leistungen abgeben muss, zum anderen jedoch auch immer kleiner und damit empfindlicher wird. Der Akku ist hier nur ein Beispiel von vielen Bauteilen, die durch sehr niedrige Temperaturen belastet werden.

Screenshot des Nokia 7.1 mit 0 Prozent Akkuladung und roten Balken
Nokia 7.1 auf Minusgrade herabgekühlt: Die Akkukapazität kann nicht mehr angezeigt werden

Handyakkus im Winter

Zurzeit werden meist Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones eingebaut. Die Alternative stellen Lithium-Polymer-Akkus dar, die jedoch nur von wenigen Herstellern verbaut werden. Unter anderem hatte BQ mit dieser Technik schlechte Erfahrungen gemacht, da sich die Akkus beim Laden etwas aufblähen. Wenn dann zu wenig Platz im Gehäuse ist, können die Akkus die Rückseiten von Smartphones sprengen.

Solches Aufblähen ist bei Lithium-Ionen-Akkus nicht die Regel, jedoch gibt es bei Minustemperaturen andere Probleme mit Smartphone-Akkus. Die chemischen Prozesse der Akkus verlangsamen sich nämlich bei niedrigen Temperaturen. Dadurch nimmt die Alterung bei hohen Belastungen zu. Hinzu kommt: Gerade ältere Smartphones verlieren im Winter schneller an Power und die Akkus entladen sich zügig. Das kann durch das Warmhalten des Handys verhindert werden. Wer also den Tag mit einer Akkuladung durchhalten will, sollte das Smartphone nahe am Körper und in einer Innentasche der Jacke transportieren. Schlechte Aufbewahrungsorte im Winter sind die Handtasche oder Außentaschen an Rucksäcken oder Jacken.

Extreme Temperaturschwankungen vermeiden

Doch nicht nur in der Kälte lauert die Gefahr. Auch Temperaturunterschiede sind Gift für die Elektronik in Smartphones oder Tablets. Die meisten Hersteller geben eine Nutzungstemperatur von 0 bis 35 Grad an. An kalten Wintertagen und auf der Heizung schießt man weit über die genannten Temperaturen hinaus – ob nun im Minus- oder im Plus-Bereich. Sie erzeugen unter anderem Druckunterschiede zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Handys. Dadurch kann Feuchtigkeit in das Smartphone gesaugt werden was zu Korrosion der Elektronik führen kann. Ärgerlich und sofort sichtbar sind solche Feuchtigkeitseintritte unter dem Kamera-Schutzglas. Dort setzt sich das Wasser gern ab und verhindert klare Bilder und schöne Videos vom Christkindlmarkt.

Bedienungs-Hemmer Handschuh

Nicht nur dem Smartphone, sondern auch den Händen ist im Winter kalt. Deshalb sind Handyschuhe eines der beliebtesten Accessoires in der kalten Jahreszeit. Doch einen Nachteil haben die wärmenden Helfer: Mit herkömmlichen Handschuhen ist das Tippen und Wischen auf dem Smartphone-Display unmöglich. Grund dafür ist die nicht leitende Oberfläche von Woll- oder Lederhandschuhen. Wer die Hände warm haben möchte und trotzdem auf das Smartphone nicht verzichten will oder kann, wird im Zubehörhandel fündig. Solche Touchscreen-Handschuhe sind ab wenigen Euro beispielsweise bei Amazon zu haben.

Winterzeit ist Fotozeit

Die Kälte, der Schnee und die Dunkelheit haben auch ihr gutes: Die Winter- und die Weihnachtszeit bieten eine Fülle an tollen Motiven und neuen Möglichkeiten interessante Bilder mit dem Smartphone zu schießen. Wie das gelingen kann, zeigen die Tipps für perfekte Fotos mit dem Apple iPhone und das Spezial über Langzeitbelichtungen mit dem Smartphone.

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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