Bestenliste: Smartphones mit langer Akkulaufzeit

6 Minuten
Smartphone-Akkulaufzeit
Bildquelle: Artem Sandler / inside handy
Beim Kauf eines neuen Smartphones spielt die Akkulaufzeit eine wichtige Rolle - für viele Käufer sogar die Hauptrolle. Denn was bringen ein schneller Prozessor, ein hochauflösendes Display oder tolle Multimedia-Funktionen, wenn die Batterie nach einem halben Tag schlapp macht? Die Redaktion von inside handy zeigt die Smartphones der Jahre 2017, 2018 und 2019 mit den besten Akkulaufzeiten. Dabei gibt es die eine oder andere große Überraschung.

Schon 2017 wünschten sich mehr als die Hälfte aller Smartphone-Nutzer eine deutlich längere Akkulaufzeit. Das zeigte die Trendstudie „Consumer Technology 2017“, die der Digitalverband Bitkom und das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte vorgestellt haben. Auch in den Folgejahren ist die Akkulaufzeit ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Smartphones aus der Produktpalette auf dem Markt.

Zwar werden die Akku-Kapazitäten der verbauten Lithium-Ionen-Modelle immer größer, dennoch erreichen die Smartphones keine deutlich längeren Laufzeiten. Der Grund dafür sind zahlreiche Stromfresser: größere und höher auflösende Displays, schnellere Prozessoren und anspruchsvollere Apps und Funktionen. Für Hersteller ist und bleibt somit die Verbesserung der Akkulaufzeit eine der größten Herausforderungen.

In den ersten Monaten des Jahres 2018 durchliefen zwölf Smartphones das Testlabor von inside handy. Dabei wurden sie nicht nur auf Herz und Nieren geprüft. In einem anspruchsvollen Testparcours mussten die Geräte auch hinsichtlich ihrer Akkulaufzeit unter Beweis stellen, dass sie einen möglichst langen Atem beziehungsweise ausdauernden Akku haben. Einige davon haben es auch in die Auswahl der hier aufgelisteten 20 Smartphones mit den besten Akkulaufzeiten geschafft.

Akkulaufzeit-Bestenliste: Top-20-Handys

SmartphoneAkku-Kapazität (in mAh)Akkustand nach 24 StundenTestwertung
Motorola Moto G7 Power
Motorola Moto G7 TabelleQuelle: Motorola
5.000844
LG X Power 2
LG X Power 2Quelle: LG
4.500744,5
Huawei Mate 20
Huawei Mate 20 TabelleQuelle: Huawei
4.000694,5
Huawei Mate 10 Pro
Huawei Mate 10 ProQuelle: Huawei
4.000694,5
Huawei Y7
Huawei Y7 TabelleQuelle: Huawei
4.000693,5
Sony Xperia XA2
Sony Xperia XA2Quelle: Sony
3.300694
Honor View 20
Honor View 20 TabelleQuelle: Honor
4.000684,5
HTC U11+
HTC U11+ TabelleQuelle: HTC
3.930684,5
Sony Xperia L3
Sony Xperia L3 TabelleQuelle: Sony
3.300683,5
Motorola Moto Z2 Play
Motorola Moto Z2 PlayQuelle: Motorola
3.000684
Samsung Galaxy S10+
Samsung Galaxy S10+ TabelleQuelle: Samsung
4.100675
Sony Xperia XA2 Ultra
Sony Xperia XA2 Ultra TabelleQuelle: Sony
3.580674
Nokia 8.1
Nokia 8.1 TabelleQuelle: Nokia
3.500664
LG V30
LG V30Quelle: LG
3.300654,5
Nokia 8
Nokia 8Quelle: Nokia
3.090654,5
Huawei Mate 20 Lite
Huawei Mate 20 LiteQuelle: Huawei
3.750644
Huawei P30
Huawei P30 TabelleQuelle: Huawei
3.650644,5
LG V40 ThinQ
LG V40 ThinQ TabelleQuelle: LG
3.300644,5
Motorola One
Motorola One TabelleQuelle: Motorola
3.000644
Apple iPhone 8 plus
iPhone 8 PlusQuelle: Apple
2.800644,5

Einordnung der Testergebnisse

Die Angaben der Tabelle beziehen sich auf einen ganzen Testtag. Wie dieser im Detail aussieht, wird weiter unten erläutert. Während sich die ersten Tabellenangaben ausschließlich auf den Akku beziehen, vergibt die letzte Spalte eine Gesamtnote für jedes Smartphone in Form von Sternen (maximal fünf). Nur das festgelegte und unveränderte Test-Schema ermöglicht den Akkulaufzeit-Vergleich der Smartphones untereinander, unabhängig von ihrem Erscheinungsjahr.

Die Testergebnisse nach 24 Stunden im Verhältnis zur Akkukapazität zeigen deutlich, dass mehr Akku-Kapazität nicht mehr Atem bedeutet. Außerdem sticht geradezu ins Auge, dass es nur wenige Flaggschiffe in die Akku-Bestenliste geschafft haben, wohingegen das günstige Motorola Moto G7 Power ungeschlagen den ersten Platz für sich beansprucht.

Gutes Handy bedeutet nicht lange Akkulaufzeit

Häufig erscheinen beim Gedanken an Smartphones direkt die Marken Samsung und Apple vor dem geistigen Auge. Doch beide Hersteller schaffen es nur ein Modell in die Top 20 zu bringen. Dagegen positioniert sich Huawei mit gleich sechs Smartphones als Akku-König. Wird die Tochter-Marke Honor zu Huawei addiert, besitzt der chinesische Hersteller ganze sieben Geräte mit ausgezeichneter Akkulaufzeit. Damit ist rund ein Drittel der Akku-Tabelle abgedeckt.

Insgesamt zeigt sich also wieder, dass die Flaggschiffe der Hersteller zwar die schnellsten im Sprint sind, doch ihnen beim Dauerlauf schnell die Akku-Puste ausgeht. Beim Apple iPhone setzt man zudem auf eine geringe Kapazität (angegeben in Milliamperestunden beziehungsweise mAh). Selbst das Ende 2018 erschienene Flaggschiff-Smartphone verfügt lediglich über 3.174 mAh. Im Samsung Galaxy S10+ steckt hingegen eine Akku-Kapazität von 4.100 mAh.

Akkulaufzeit über die Jahre

Aktuell (April 2019) sind rund sieben Monate vergangen, seit die Akku-Bestenliste zuletzt aktualisiert wurde. Damals befanden sich gleich vier Smartphones am unteren Tabellen-Ende, die nach dem eintägigen Akku-Test „lediglich“ 58 Prozent im Tank hatten. Seither hat sich allerdings einiges getan. Zum einen stieg die Kapazität, wie in den Jahren davor, leicht an – und ein großer Akku bedeutet im Durchschnitt auch eine längere Laufzeit. Weiterhin bietet das neueste Google-Betriebssystem Android 9 Pie einige Energiespar-Features, die den Strom-Hunger der Handys reduzieren. Das resultiert ebenfalls in einer längeren Laufzeit, wie die überarbeitete Bestenliste beweist. Der schlechteste Wert liegt hier derzeit nämlich bei 64 Prozent und ist somit deutlich über dem Minimum der vorangegangenen Akku-Tabelle.

Dabei darf man allerdings auch nicht vergessen, dass es sich bei den aufgelisteten Android- und iOS-Geräten um die Akku-Crème de la Crème handelt. Die Aussage, dass die Laufzeit der (Android-) Handys steigt, trifft also nicht unbedingt pauschal auf alle Mobiltelefone zu.

Akku-Monster

Bei den in der Tabelle aufgelisteten besten Smartphones handelt es sich um alltägliche Modelle. Das bedeutet, dass die Geräte nicht mit einer besonders guten Laufzeit als Ziel konzipiert wurden – zumindest stellt diese nicht die einzige Daseinsberechtigung dar. Mit manchen anderen Android-Smartphones, die meist aus China stammen, verhält es sich hingegen anders. So haben einige Hersteller die Bezeichnung „großer Akku“ weit übertroffen und regelrechte Akku-Giganten in das eigene Portfolio aufgenommen. Dazu zählt beispielsweise das 2018 vorgestellte Ulefone Power 5. Hier verbaute der Hersteller einen 13.000 mAh großen Akku, mit dem man laut Angaben des chinesischen Unternehmens bis zu 52 Stunden lang unterbrechungsfrei telefonieren kann.

Ulefone Power 5Quelle: Ulefone

Ein weiteres Akku-Monster hört auf den Namen P18K Pop und stammt aus dem Hause Energizer. Das Android-Mobiltelefon kommt getreu dem Namen mit sage und schreibe 18.000 mAh daher und erinnert optisch eher an eine Powerbank mit eingebautem Display als an ein modernes Smartphone. Ob es viele Nutzer gibt, die ein solches Gerät trotz der höchstwahrscheinlich extrem langen Laufzeit ihr Eigen nennen wollen, bleibt fraglich.

So testet inside handy Smartphone-Akkus

Die Akkulaufzeit wird im Test in zwei Zyklen ermittelt. Zunächst wird ein acht Stunden andauernder Test unter Alltagsbedingungen durchgeführt. Im gesamten Testzeitraum bleibt das Display im automatischen Helligkeitsmodus und das Smartphone selbst ohne einen gesonderten Akkusparmodus im Betrieb. Das Display schaltet sich in dieser Zeit nach 30 Sekunden von selbst ab. Während dieser acht Stunden sind einige Standards 30 Minuten lange zu erledigen:

  • Spielen (Asphalt 9: Legends)
  • Telefonieren mit einem Festnetztelefon mit und ohne Freisprechmodus
  • Radio hören / Musik streamen
  • Video in Full-HD streamen (YouTube)

Nach acht Stunden wird das Smartphone nicht mehr genutzt und die 16-stündige Standby-Zeit beginnt. Hierbei bleibt das Gerät in einem stabilen WLAN-Netz und bekommt so alle Push-Nachrichten, sowie E-Mails und ähnliches. Noch während der ersten Akku-Testphase werden Fotos mit der Haupt- und der Selfie-Kamera geschossen (circa 20 bis 25 Stück) und ein kurzes Testvideo erstellt. Sie werden zusammen mit etwa 30 Screenshots der Software (Homescreens, Kamera-App, Musik-App, Einstellungen, Besonderheiten) in einen Cloud-Speicher hochgeladen.

Deine Technik. Deine Meinung.

3 KOMMENTARE

  1. Danke für den Artikel. Hattet Ihr Bluetooth an?
    Zwei Aspekte wären noch interessant, vielleicht beim nächsten Mal:
    Zum einen: Wie entwickelt sich die Akkulaufzeit mit den Nutzungsjahren. Die wenigsten von uns haben gerade ein nagelneues Handy im Einsatz. Während man die Auslastung durch Apps nur schwer allgemeingültig einschätzen kann, wäre aber interessant, wie viel Prozent ihrer Kapazität die Akkus nach ein bis drei Jahren Nutzungszeit noch haben. Nicht jeder wird sich jährlich das neuest Modell kaufen wollen.
    Zweitens sollte man die Hersteller immer mal wieder daran erinnern, dass es auch mal Handys mit Wechselakku gab, wo viele Akkufragen deutlich entspannter angegangen werden konnten.

    • Hallo Halweg,

      danke für das Lob und den Input. Zum Thema Lebensdauer von Akkus können wir auf jeden Fall noch etwas machen, da stimme ich dir zu. Zum Thema Wechselakku haben die Hersteller eine recht einheitliche Argumentationslinie: Sie sagen, dass IP-Zertifizierung und große Kapazitäten nur dann möglich sind, wenn die Akkus fest verbaut werden.

      Und zu deiner Frage: Ja, wir haben bei unseren Akku-Tests Bluetooth an. 🙂

      Viele Grüße aus der Redaktion

      • Danke für die Rückmeldung, leider jetzt erst gesehen.
        Lebensdaueranalysen wären wirklich schön, vielleicht auch mit ein paar Hintergründen, denn die Batterie-Technologie entwickelt sich ja weiter.
        Zur „Argumentation“ der Hersteller: Samsung hat schon vor Jahren vorgemacht, dass auch wasserdichte Outdoor-Handys einen Wechselakku haben dürfen. Und die Kapazität dürfte das schlechteste Argument gegen einen Wechselakku sein.
        Noch eher könnte der Hersteller an der dauerhaften Stromquelle interessiert sein, die im Bereich des Bootmanagements einiges besser kontrollierbar macht…

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen