Nachtmodus ein- und ausschalten: Der Sandmann des Handys

4 Minuten
Nacht, Straße, Dunkel, Licht
Bildquelle: Pixabay
Für Kinder ist es leicht, der Sandmann kommt, die Schlafenszeit wird meist noch mit einer Gute-Nacht-Geschichte eingeleitet und das Träumen von Prinzessinnen und Abenteuern kann beginnen. Erwachsenen fällt es dagegen schwerer ins Reich der Träume überzugehen und daran ist das Handy meist nicht unschuldig. Der Nachtmodus soll Abhilfe schaffen, doch was versteckt sich hinter dem Begriff, wie wird er eingeschaltet und sollte man ihn überhaupt aktivieren?

„Vom Fernsehgucken bekommt man eckige Augen.“ Diesen Satz hat wahrscheinlich jeder als Kind schon einmal von den Eltern oder den Großeltern gehört. Natürlich werden die Augen nicht eckig, aber dennoch ist die klassische Mattscheibe eine Belastung für das Sehvermögen. Heute strengen sich jedoch unsere beiden Spiegel der Seele vor allem bei einem kleineren Viereck an – dem Smartphone. Tag und Nacht starren wir teils mehrere Minuten am Stück auf den kleinen Bildschirm; kommunizieren, schauen Videos, scrollen durch die sozialen Netzwerke, lesen E-Mails und vieles mehr. Gar nicht so einfach, dann den täglichen Begleiter abends beiseite zu legen. Schnell noch ein Blick darauf und zack: der Nutzer ist wieder hellwach. Das soll vor allem an einem liegen, nämlich der Helligkeit und Farbe des Displays. Um diesen Effekt zu umgehen kommt der sogenannte Nachtmodus zum Einsatz, doch was steht hinter dem Begriff?

Was ist der Nachtmodus?

Kurz gesagt: Der Nachtmodus passt die Helligkeit und Farbe des Smartphone-Displays an. Die Idee orientiert sich an der Natur, denn dort ist es in der Mittagssonne strahlend hell und zur Abenddämmerung dunkler. Das Smartphone hingegen passt die Helligkeit je nach Umgebung an. So blendet es zum Beispiel schon fast, wenn nur kurz die Uhrzeit nachts im Dunkeln nachgeschaut wird. Dieser Effekt tritt deshalb ein, weil die Displaybeleuchtung sehr viel blaues Licht enthält, ebenso wie die Sonnenstrahlen. Ein Blick auf den Smartphone-Bildschirm im Dunkeln suggeriert also Tageslicht und das Gehirn reagiert darauf mit Aktivität. Der Nachtmodus, der auch häufig als Blaufilter bezeichnet wird, soll dagegen vorbeugen. Viele Smartphone-Hersteller wie zum Beispiel Apple oder Samsung haben deshalb eben diese Funktion in ihren Einstellungen eingebettet. Dort lassen sich dann bestimmt Zeiten einstellen, so dass der Nachtmodus nicht jeden Abend erneut aktiviert werden muss.

Den Nachtmodus beim iPhone ein- und ausschalten

Apple stattet seine iPhones und iPads mit dem Betriebssystem iOS aus. Dabei ist schon lange der Nachtmodus, den Apple Night Shift nennt, eine der Standardfunktionen. „Night Shift“ kann aktiviert, beziehungsweise ausgeschaltet, individuell angepasst und auf bestimmte Zeiträume eingestellt werden. Dafür einfach die „Einstellungen“ öffnen, „Anzeige & Helligkeit“ auswählen und auf „Night Shift“ tippen.

Apples Night Shift

Der Nachtmodus lässt sich über den Geplant-Wischer komplett deaktivieren und darunter lassen sich dann die Uhrzeiten festlegen, sowie die Farbtemperatur anpassen. Genauso wie auf dem iPhone, wird diese Funktion beim iPad eingestellt. Apple aktiviert ab Werk Night Shift auf seinen Geräten, wer also darauf verzichten will, muss eine Deaktivierung manuell in die Wege leiten.

Den Nachtmodus bei Android-Smartphones ein- und ausschalten

Auf den meisten Smartphones ist Android als Betriebssystem installiert, jedoch in den unterschiedlichsten Versionen. Nicht alle Hersteller ermöglichen den Nachtmodus in ihren Geräten, doch auch dafür gibt es Alternativen mit passenden Apps. Wer jetzt auf seinem Android-Gerät nach dem Nachtmodus suchen will, wird ebenso wie bei Apple in den „Einstellungen“ unter „Anzeige“ fündig. Sollte dort kein Nachtmodus oder Blaufilter angezeigt werden, kann optional auf separate Apps zurückgegriffen werden. Eine dieser Apps ist zum Beispiel Twilight, die im Google Play Store kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Es gibt zudem noch eine kostenpflichtige Twilight Pro-Version. Die vom Betriebssystem losgelösten Apps haben jedoch einen großen Nachteil: Sie funktionieren indem sie einen farblichen Schleier über das Display legen, der bei einem über da Smartphone angefertigten Screenshot zu sehen ist. Also muss der Nutzer bei Screenshots den Nachtmodus wieder manuell deaktivieren.

Fazit: Nachtmodus – An oder Aus?

Doch wie sinnvoll ist das Sandmännchen fürs Smartphone wirklich? Das Thema Nachtmodus oder auch Blaufilter ist sehr umstritten. Auf den ersten Blick nach der Aktivierung wirkt die Funktion sehr ungewohnt und die Augen brauchen etwas Zeit, um sich mit dem Nachtmodus wohlzufühlen. Viele andere Nutzer hingegen schwören auf die Funktion des Wohlfühllichtes und wollen gar nicht mehr darauf verzichten. Jeder sollte also individuell für sich ausprobieren, welche Einstellungen den Schlafkomfort erhöhen. Und schlussendlich schläft sowieso jeder am besten ganz ohne Smartphone-Nutzung.

Test: Die fünf besten Bluetooth Lautsprecher 2018

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein