Apple iPhone: Die geheime Karte

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Bildquelle: inside handy / Marina Ebert
Das Smartphone weiß mehr über den Nutzer, als vielen bewusst ist. So speichert etwa das iPhone von Apple permanent den Standort und damit besuchte Ortschaften ab. Die geheime Karte zeigt an, wann der Nutzer sich wo, wie oft und und wie lange aufgehalten hat. Wer nach der geheimen Karte sucht, wird in den Einstellungen fündig. Doch ist es eine praktische Funktion oder sollte sie lieber für mehr Privatsphäre deaktiviert werden?

„Schatz, weißt du noch als wir uns Trier angeschaut haben? Wann war das nochmal und wie hieß dieses schöne, dunkle römische Tor, dass auch UNESCO-Welterbe ist?“ Diese und ähnliche Szenarien sind durchaus vorstellbar, doch statt auf der Suche nach Antworten Google zu durchforsten, kann auch das eigene Smartphone Aufschluss geben. Das Handy ist zum alltäglichen Begleiter geworden und durch die aktivierte Ortungsfunktion, werden zahlreiche Informationen im Speicher des Handys hinterlegt. So versteckt sich zum Beispiel beim iPhone von Apple in den Einstellungen eine geheime Karte, die eben diese Fragen mit konkreten Daten beantworten kann.

Jeder Nutzer kann den Verlauf der vergangenen 18 Monate einsehen. Die technische Grundlage für das Standort-Tracking stellt GPS dar. Die Redaktion von inside handy erklärt, was sich hinter der geheimen iPhone-Karte verbirgt, leitet mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung durch die Smartphone-Einstellungen und betrachtet die aktivierten Ortungsdienste in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre.

Was verbirgt sich hinter der geheimen iPhone-Karte?

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Bildquelle: inside handy / Marina Ebert 

Apple speichert in seinem iPhone Orte und Zeiten des individuellen Besuches ab. Neben dem eigentlichen Ort, also zum Beispiel der Stadt Trier, sichert das Betriebssystem iOS zusätzliche Informationen wie zum Beispiel betrachtete Sehenswürdigkeiten und besuchte Restaurants ab. Dabei wird nicht nur das Datum angezeigt, sondern auch die exakten Uhrzeiten. Die daraus entstehende Karte, zeigt die Besuche der vergangenen 18 Monate an. Die geheime iPhone-Karte ist faktisch gesehen kein Geheimnis. Doch die Auffindbarkeit der Karte ist so tief in den Einstellungen versteckt, dass ein zufälliges Auffinden geradezu unwahrscheinlich ist.

Doch ist einmal das Geheimnis um die Karte gelüftet, kann jeder Nutzer die besuchte Standort-Übersicht jeder Zeit aufrufen. Die Redaktion von inside handy navigiert im Folgenden durch die Einstellungen bis hin zur geheimen Karte.

Schritt für Schritt Anleitung durch die iPhone-Einstellungen

Die gespeicherten Standorte lassen sich in den Einstellungen der iPhones von Apple nicht so einfach finden. Das Betriebssystem iOS von Apple bietet nämlich zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, die an einen Dschungel erinnern. Das der Einstellungspfad zum Erfolg recht kompliziert ist, wird auch dadurch offensichtlicher, dass satte fünf Schritte bis zum Ziel nötig sind. Damit aber jeder Nutzer bei seinem iPhone-Modell den Weg zur geheimen Ortungskarte findet, hat die Redaktion von inside handy eine kinderleichte Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt.

Apple iPhone: Die geheime Karte

Schritt 1: Die Einstellungen öffnen

Zunächst geht es in die iPhone-Einstellungen, die sich hinter dem Zahnrad-Icon verbergen. Für iPhone-Neulinge: Der Shortcut, oder auch App, zu den Einstellungen, befindet sich auf dem Homescreen.

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Schritt 2: Datenschutz auswählen

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Die Einstellungen machen die Personalisierungen und damit auch das Herzstück eines Smartphones aus, unabhängig davon ob es sich um Android, iOS oder ein alternatives Betriebssystem handelt. Daher stehen viele weitere Punkte zur Auswahl. Apple sortiert in iOS die Auswahlmöglichkeiten dahingehend, dass mehrere Punkte optisch durch einen grauen Balken in Kategorien sortiert und damit übersichtlicher angezeigt werden.

In der ersten Kategorie unter den Daten des Nutzers befinden sich zum Beispiel die Punkte: „Flugmodus“, „WLAN“, „Bluetooth“, „Mobiles Netz“, „Persönlicher Hotspot“ und „Netzbetreiber“. Um den Punkt „Datenschutz“ auszuwählen, muss runter in die dritte Kategorie gescrollt werden. Dort ist der „Datenschutz“ der letzte Punkt der Apple-Sortierung.

Schritt 3: Ortungsdienste antippen

Unter dem Punkt „Datenschutz“ zeigt Apple seine eigenen Anwendungen an, die anderen Apps den Zugriff auf Funktionen wie die Kamera, Kontakte oder den Kalender gewähren. Es kann interessant sein, sich durch die einzelnen Punkte zu klicken und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen. Hier ist es einfach, den nächsten Schritt auf dem Weg zur geheimen Karte des iPhones zu finden. Der Punkt „Ortungsdienste“ ist in der Anzeige direkt ganz oben. Einfach darauf getippt und schon ist ein weiterer Schritt getan.

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Schritt 4: Systemdienste öffnen

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Einmal in den Ortungsdiensten angekommen, besteht oben die Möglichkeit, die Ortungsdienste zu deaktivieren. Ist die Einstellung hingegen aktiv, kann zum Beispiel der eigene Standort geteilt werden. Darunter werden alle Apps angezeigt, die auf den Standort zugreifen, wie zum Beispiel die Wetter-App, die ab Werk von Apple vorinstalliert ist. Neben den Anwendungen steht, wann die Anwendung auf den Standort zugreift. Die Möglichkeiten umfassen „Immer“, „Beim Verwenden“ und „Nie“.

Dort kann bei jeder Anwendung durch Antippen die Einstellung angepasst werden. Zudem wird teilweise ein Pfeil neben der Anwendung angezeigt, der grau, lila umrandet oder komplett lila sein kann. Die Pfeile mit der entsprechenden Farbgebung zeigen grob an, wann die Apps und Anwendungen zuletzt den Standort abgefragt haben. Hier lohnt es sich mit etwas Zeit einmal einen prüfenden Blick auf die Standort-Datennutzung der installierten Apps zu werfen.

Der Weg zu der geheimen Karte des iPhones führt hingegen über den letzten Punkt der Ortungsdienste namens „Systemdienste“. Dieser Unterpunkt muss geöffnet werden und schon rückt die geheime Karte in greifbarer Nähe.

Schritt 5: Wichtige Orte auswählen

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Nach dem Anklicken der „Systemdienste“ erscheinen wieder zahlreiche Funktionen, die sich einschalten und deaktivieren lassen. Daneben befindet sich häufig wieder das Pfeilsymbol, was bereits von den Ortungsdiensten bekannt ist. Etwas nach unten gescrollt erscheint der Punkt „Wichtige Orte“. Wird dieser Unterpunkt angeklickt, erfolgt die Aufforderung sich als iPhone-Nutzer zu identifizieren. Hier wird bei den meisten iPhone-Modellen der Fingerabdruck oder auch die Eingabe des Codes verlangt. Das iPhone X besitzt jedoch keinen Fingerabdrucksensor und setzt hingegen zusätzlich auch auf Gesichtserkennung. Dadurch wird auch die Nutzung des Modelles verändert, die Redaktion von inside handy hat die besten Tipps und Tricks zum iPhone X zusammenfasst und hier geht es zum ausführlichen Test des iPhone X. So oder so ist ein Sicherheitsschritt nötig, bevor sich die gespeicherte Standortübersicht öffnet. Im Anschluss erscheint die geheime Karte, das Ziel ist erreicht und das Stöbern durch die besuchten Orte der vergangenen 18 Monate kann beginnen.

Datenschutz

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Nun kann jeder iPhone-Nutzer individuell die besuchten Standorte einsehen. Doch die Kategorisierung in dem Einstellungspunkt „Datenschutz“ macht schon deutlich, dass es hier darum geht, Daten zu sammeln und zu speichern. Was für die einen eine praktische Funktion darstellt, wird von anderen sehr kritisch in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre betrachtet. Wer nicht möchte, dass Apple permanent den eigenen Standort und besuchte Ortschaften mit dem eigenen iPhone sammelt und abspeichert, der kann den Dienst in den Einstellungen deaktivieren. 

Das hat jedoch zur Folge, dass einige Apps und Anwendungen nicht funktionieren. Beispiele für diese Anwendungen sind Navigations-Apps, wie Apples Karten oder Google Maps. Passend zum Thema hat die Redaktion von inside handy die besten Navigations-Anwendungen ausführlich getestet und die besten Apps rund ums Auto zusammengefasst.

Auch die Kategorie Orte bei der Anwendung Fotos im Apple iPhone, bei der die eigenen Aufnahmen auf einer Karte Orten zugewiesen werden, entfällt durch die Deaktivierung. Ähnlich ist dies übrigens bei Android-Geräten, dann auch hier greifen viele Apps von Google und Drittanbietern auf den Standort zu. Wer also möglichst viel Privatsphäre und wenig persönlich gespeicherte Daten bevorzugt, sollte die Ortungsdienste unabhängig vom Betriebssystem deaktivieren und dafür das Risiko von Fehlfunktionen in Kauf nehmen.

Fazit

„Du, ich habe gerade in meinem iPhone nachgeschaut. Wir waren Ende März, genauer gesagt am 30. März in Trier und das Tor aus der Römerzeit heißt Porta Nigra. Mein Handy zeigt auch an, dass wir nur einen kurzen Aufenthalt vor Ort hatten und wenn ich mir die Bilder von dem Tag so anschaue, sollten wir dort unbedingt noch einmal hinfahren! Was meinst du?“

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Bildquelle: inside handy / Marina Ebert

Die sehr versteckte Karte in jedem iPhone kann eine nützliche Funktion sein. Sie gibt einen Überblick darüber, welche Orte, Städte und Sehenswürdigkeiten der Nutzer wie oft innerhalb der vergangenen 18 Monate besucht hat. Zudem stellt die geheime iPhone-Karte die Grundlage für das Foto-Album Orte, indem die aufgenommenen Schnappschüsse nach dem Standort der Aufnahme sortiert werden. Auch dort entsteht eine solche Kartenansicht. Gleichzeitig hingegen speichert das iPhone, häufig für den Nutzer unbewusst, viele Standorte ab. Um an die Daten zu gelangen, kommt hier zwar eine Identifikation als Besitzer des iPhones zum Einsatz. Dennoch ist es verständlich, wenn nicht jeder die Speicherung so stark personenbezogener Daten befürwortet. Eine Deaktivierung der Ortungsfunktion hat hingegen als Konsequenz, dass einige Anwendungen nicht mehr funktionieren.

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