Mobilfunkausbau Telefónica baut LTE-Netz aus: Hier gibt es jetzt schnellere Mobilfunknetze

vom 18.05.2018, 14:31
LTE-Antennen vor dem O2 Tower in München
Bildquelle: Telefónica

Es ist der größte Netzzusammenschluss Europas: Telefónica Deutschland legt nach einer Übernahme die Netze von E-Plus und O2 zusammen. Das ist aber nicht von heute auf morgen gemacht. Die Redaktion von inside handy gibt einen Überblick, was bei dem Netzumbau passiert und wo er schon abgeschlossen ist.

Nach der Übernahme der Düsseldorfer E-Plus hatte Telefónica 2014 neben O2 ein zweites Netz. Zwei bis dato getrennte Netze heißt neben doppelten Sendemasten auch doppelte Antennen, doppelte Zuführungen, doppelte Vermittlungstechnik, doppelte Verträge für Netzübergänge und Standorte und mehr. Kein Wunder also, dass Telefónica die beiden Netze zu einem zusammenführen möchte. Doch unterschiedliche Technik, verschiedene Frequenzen, Tarife und vieles mehr machten den Umbau offenbar schwerer als erwartet, weswegen er bis heute nicht abgeschlossen ist.

Rückblick: National Roaming & Netzüberlastung

Die beiden Netze von O2 und E-Plus zeichneten sich durch eine unterschiedliche Netzabdeckung aus. Beide hatten eine gute GSM-Abdeckung, doch während E-Plus eine bessere UMTS-Abdeckung aufweisen konnte, hatte O2 im Vergleich eine bessere LTE-Versorgung. Um den Kunden der beiden Netze, die nun beide Telefónica-Deutschland-Kunden waren, erste Verbesserungen durch die Fusion spüren zu lassen und auch erste Sendemasten abschalten zu können, entschied sich Telefónica zu einem National Roaming. So konnten E-Plus-Kunden das O2-Netz nutzen und umgekehrt.
Allerdings hielten die Netze dem oft nicht stand, wenn nun die doppelte Nutzerzahl Daten übertragen oder telefonieren wollte. Insbesondere dort, wo nur ein Netz UMTS oder LTE ausgebaut hatte.

Perfekte Netzzusammenlegung erst mit echter Integration

Das National Roaming ist inzwischen Geschichte, es gibt nur noch ein Telefónica-Netz in Deutschland. Jedoch ist das noch nicht optimal, da es vereinfacht gesprochen nur ein "Best of" der beiden Netze ist, aber kein Netz, das das volle zur Verfügung stehende Frequenzspektrum der Telefónica ausnutzt und entsprechend immer noch zu Überlastungen neigt. Der Endausbau erfordert umfangreiche Arbeiten vor Ort, bei denen Telefónica mehr als nur "einmal feucht durchwischt". Im Prinzip errichten die Ableger der Spanier ein komplett neues Netz auf Basis der beiden alten Netze. Das erfolgt Schritt für Schritt um ein neues O2-Netz zu bekommen. Insgesamt müssen dafür mehrere zehntausend Stationen bearbeitet werden. Was genau dabei passiert, hat Telefónica nach dem erfolgten Umbau in Potsdam gezeigt.

Aktuelle Netzausbau-Meldungen von O2

18. Mai 2018: München

Die bayerische Landeshauptstadt München hat nun den finalen Ausbaustand erreicht. 750 Mobilfunkstandorte wurden umgebaut, 249 neue LTE-Stationen errichtet teilte Telefónica mit. Zum Einsatz kommen LTE 800, 1800 und 2600. Bis zu 225 Mbit/s lassen sich damit derzeit für die Kunden erreichen. Verbesserungen soll es auch an Teilen der S-Bahn-Stammstrecke geben

14. Mai 2018: Rheine, Gronau, Steinfurt

Mit einem Tweet verkündete Telefónica Deutschland, dass die Netzintegration in Rheine, Gronau und Steinfurt erfolgreich abgeschlossen wurde. Hierfür wurden mehr als 120 Standorte umgebaut und moderner Technik ausgestattet sowie 60 neue LTE-Stationen errichtet. Die Netzintegration soll deutlich bessere Breitbandversorgung und optimierte Sprachqualität bei Telefonaten (VoLTE/HD Voice) mit sich bringen. HD Voice wurde bereits im Februar für fast alle Telefónica-Kunden freigeschaltet. Neben Rheine, Gronau und Steinfurt profitieren auch die Städte Ahaus, Hörstel, Heek und Ochtrup vom verbessertem Telefónica-Netz. Wie üblich stehen hierzulande weiterhin die LTE-Frequenzbänder 800, 1.800 und 2.600 MHz zur Verfügung.

Der 5G-Ausbau steht schon vor der Tür

Noch während O2 ein passables LTE- und UMTS-Netz in Deutschland zu errichtet, um bei Tests nicht weiterhin die rote Laterne zu tragen, müssen sich die Münchner schon mit der nächsten Baustelle beschäftigen. Denn schon bald wird der Ausbau von 5G beginnen. Dafür werden die Mobilfunkanbieter noch mehr Standorte benötigen. Die jetzt von O2 umgebauten Standorte dürften sich jedoch relativ leicht auch für 5G verwenden lassen. Was mit 5G möglich ist, zeigt das 5G Lab von Vodafone.



Bildquelle kleines Bild: Telefónica | Autor: Thorsten Neuhetzki
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, LTE, Mobilfunktechnik, O2 / Base (Telefónica), Unternehmen und Märkte

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