Fahren, reparieren, fit bleiben Apps für Fahrradfahrer: 12 nützliche Helfer für Radler

vom 12.05.2018, 12:00
Fahrrad-Apps Symbolbild
Bildquelle: David Gillengerten/inside handy

Die gute alte Land- oder Stadtkarte im riesigen Format hat schon längst ausgedient und ist nur noch in den seltensten Fällen auf den Straßen zu finden. Nützliche Apps für Autofahrer sind bereits bekannt – doch auch für Zweiräder finden sich zahlreiche Anwendungen, die das Radfahren erleichtern und ergänzen - nicht nur bei der Navigation. Die Redaktion von inside handy hat die besten Fahrrad-Apps zusammengestellt.

Einige dürften sich noch daran erinnern, wie es war, mit überdimensional großen Karten aus Papier in der Hand und dem Fahrrad unter den Füßen über die Straßen zu balancieren. Geriet man dabei unter einen Schwall Regen, war die Karte sowieso hinüber. Das Handy im Auto ist schon längst nicht mehr wegzudenken, doch auch auf dem Fahrrad ist es ein nützlicher Begleiter.

Einmal in eine Halterung am Lenker eingespannt, lassen sich dort bequem Navigations-Apps und Ähnliches zur Orientierung oder für den Trainings-Fortschritt starten. Welche Android- und iOS-Apps für Fahrradfahrer am nützlichsten sind, zeigt die Redaktion von inside handy.

Die besten Navigations-Apps zum Fahrrad fahren

Fahrradfahrer, die lange Touren radeln wollen, brauchen in der Regel Orientierung. Diese kann eine Navigations-App bieten. Die besten Fahrrad-Navi-Apps auf einen Blick.

Google Maps

Jedem Nutzer wird höchstwahrscheinlich auf Anhieb Google Maps zum navigieren einfallen. Ein bequemer Weg, da die Google-App auf jedem Android-Gerät vorinstalliert ist. Die App ist simpel aufgebaut, sodass die Bedienung schnell vonstatten geht. Gibt man eine Route ein, kann man auswählen, ob man diese zu Fuß, mit dem Auto oder Rad hinter sich bringen will.

Google Maps
Bildquelle: Google Play Store

Neben der Route stellt Google auch Informationen zur Verfügung, die weitere Ausflugsziele oder Freizeittipps umfassen. So kann die Tour mit mehreren Stopps ausgebaut und erweitert werden. Teilweise bietet Google Maps auch Streetview – je nachdem, ob das jeweilige Gebiet erfasst ist oder nicht – und Informationen zum Gelände. Weiterer Pluspunkt ist die Offline-Nutzung, die Google ermöglicht. Denn je nachdem wo man hinfährt, ist nicht zwingend eine gute Internetverbindung gegeben. Negativ ist hingegen, dass die App teilweise auch über stark befahrene Straßen leitet.

Google Maps ist sowohl für Android als auch iOS kostenlos und werbefrei verfügbar.

Komoot

Komoot ist eine Navigations-App, die speziell für Fahrradfahrer entwickelt wurde. Dementsprechend ist sie in diesem Bereich auch eine der beliebtesten und bekanntesten Anwendungen. Die Fahrrad-App gibt es bereits seit vier Jahren und wie die dahinter stehende Firma verspricht, werden Erfahrungen von Nutzern in die Weiterentwicklung eingearbeitet. So werden entlang der festgelegten Strecken allerhand Freizeitziele aufgelistet, wie beispielsweise Biergärten, Aussichtspunkte oder Sehenswürdigkeiten. Auch spezifische Fahrradstrecken werden angegeben.

Mit Komoot können Fahrradfahrer nicht nur am Smartphone, sondern auch über den PC ihre Route festlegen und planen. Möglich ist, anhand der eigenen Kondition die Dauer der jeweiligen Tour zu berechnen und die Strecke auch aufzuzeichnen. Diese kann online nachgesehen werden. Die Karten sind bei Komoot ebenfalls offline nutzbar.

Komoot
Bildquelle: Google Play Store

Nutzer erhalten ein Gebiet kostenfrei beim Download der App zur Verfügung gestellt, alle weiteren Regionen auf der ganzen Welt können für 30 Euro erworben werden. Komoot ist mit Android- und iOS-Geräten kompatibel. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden, für die meisten Regionen muss hingegen mindestens 8,99 Euro bezahlt werden.

Eine weitere extra fürs Fahrrad entworfene Radtouren-App ist Naviki. Ähnlich wie auch bei Komoot können Routen erstellt werden, die mit verschiedenen Zwischenzielen bestückt werden können. Die App berücksichtigt dabei verschiedene Fahrradtypen und geht auf dessen Ansprüche ein. Alternativ kann auch die Community helfen: Über die Stichwortsuche können Touren von anderen Nutzern gesucht und in die eigene Route mit eingebastelt werden. Daneben stellt Naviki auch vorgegebene Touren bereit.

Online wie offline lassen sich die von Naviki bereitgestellt Karten nutzen, aufzeichnen und dokumentieren. Vor der nächsten Tour lässt sich der Weg online planen und anschließend mit dem Smartphone synchronisieren.

Naviki
Bildquelle: Google Play Store

Naviki ist kostenlos für Android und iOS - allerdings werden für einige Funktionen Kosten erhoben. Darunter fällt auch die Tourenplanung mit Berücksichtigung der verschiedenen Fahrradtypen oder die Sprachansage bei der Navigation. Auch die Radsensoren oder der Puls des Fahrradfahrers können gegen einen Aufpreis erfasst und ausgelesen werden.

Road ID

Diese App dient nicht unbedingt als Navi, sondern ist interessant für Radfahrer, die andere an ihrer Route respektive Standort teilhaben lassen wollen. Egal ob querfeldein mit dem Mountain Bike oder mit dem Fahrrad durch die Stadt – Road ID erlaubt es nutzern, ihren Weg aufzuzeichnen und die Route anschließend mit bis zu fünf anderen Kontakten zu teilen. Außerdem lässt sich über die App ein Alarm absetzen, sofern der Fahrer in eine Notsituation gerät.

Road ID ist kostenfrei und ist mit Android wie auch iOS kompatibel.

Road ID
Bildquelle: Google Play Store

Bike Citizens

Der Name lässt es bereits erahnen: Diese App richtet sich an Radfahrer, die große Städte wie Berlin, London oder Amsterdam durchqueren wollen. Dazu gehört auch das Umland, dass ebenfalls in die Karten aufgenommen werden. Radfahrer können entweder eine spezifische Route auswählen oder eine suchen lassen. Je nachdem können Fahrradfahrer bestimmen, dass zum Beispiel Hautverkehrsstraßen vermieden werden. Auch im Ausland können Stadtkarten heruntergeladen und anschließend offline verwendet werden, damit die mobilen Daten nicht all zu sehr belastet werden.

Der Download von Bike Citizens ist kostenlos, die Karten an sich kosten allerdings. Der Preis variiert je nach Stadt, für Berlin wird beispielsweise 4,49 Euro verlangt, während die Karte für München 5,49 Euro kostet. Das Paket für alle Städte kostet 19,99 Euro. Bike Citizens ist für Nutzer von Android und iOS bestimmt.

Bike Citizens
Bildquelle: Google Play Store

Die effektivsten Trainings-Apps fürs Fahrrad

Mit dem Fahrrad kann man nicht nur lange Strecken schnell und unkompliziert zurücklegen. Auch ein Fitness- und Trainingseffekt lässt sich mit den Zweirädern einstellen. Zu diesem Zweck stehen ebenfalls einige Apps im Play Store und App Store bereit, von denen inside handy die effektvollsten zusammengefasst hat.

Endemondo

Diese App wird nicht nur als Navigation beworben, sondern auch als Fitness-Coach. Neben Karten bietet Endemondo also auch Trainingseinheiten, die über das Fahrradfahren hinaus gehen – unter anderem werden auch Übungen für Aerobic oder Zirkeltraining geboten. Nutzer können ein eigenes Trainingsprogramm zusammenzustellen, während Endemondo die Leistung seiner Sportler erfasst und die Fortschritte protokolliert. Dabei steht auf den Fahnen der App, seine Nutzer auch bei der Erreichung der gesteckten Ziele zu motivieren.

Speziell beim Radfahren können Nutzer ihre Strecken auch anderen Radsportlern zur Verfügung stellen und anders herum, sodass alle Nutzer von den (Geheim-) Tipps der anderen profitieren. Endemondo fördert hier auch die Konkurrenz unterhalb der Fahrradfahrer und ermöglicht es, dass Nutzer die Zeiten der jeweils anderen unterbieten. Auf Wunsch lässt sich die App auch mit einem Pulsmesser koppeln.

Endemondo
Bildquelle: Google Play Store

Die Basis-Version von Endemondo ist kostenfrei für Android- und iOS-Geräte. Um die App nutzen zu können, müssen sich Nutzer allerdings anmelden. Alternativ gibt es auch eine Pro-Version, für dessen Abonnement allerdings 5,99 Euro im Monat fällig werden.

Runtastic Mountain Bike GPS

Diese Anwendung richtet sich primär an diejenigen, die gern Mountainbike fahren. Die in Runtastic Mountain Bike GPS sind die Fahrten speziell an Berge und Täler angepasst, sodass die Biker einen Anreiz für schwierige Touren erhalten. Auch der Nervenkitzel bei Routen über steile Hänge oder Ähnliches wird nicht vergessen.

Alle Strecken werden per GPS aufgezeichnet und Steigungen oder Gefälle in Prozent in der App angezeigt. Nach einer zurückgelegten Strecke wertet die App die Tour aus und achtet dabei genauestens darauf, wie viele Steigungen enthalten waren und ob der Sportler Fortschritte gemacht hat. Der Trainingsverlauf wird stets protokolliert.

Runtastic Mountain Bike GPS
Bildquelle: Google Play Store

Mit der Basis-Version können die Karten nicht offline genutzt werden, dafür müssen Radfahrer die Pro-Version erwerben. Zu finden ist Runtastic Mountain Bike GPS im Google Play Store und auch in Apples App Store.

Fit fürs Rad

"Fit fürs Rad" will die Köperhaltung des Radfahrers auf seinem fahrbaren Untersatz verbessern. Die Fitness-App verspricht Übungen, die sich speziell an die Bedürfnisse eines Fahrradfahrers richten – soll heißen, dass die kreierten Workouts die Rumpfstabilität, Flexibilität und Dynamik verbessern sollen. Vor den jeweiligen Übungen wird eine Aufwärmphase absolviert.

Die App beobachtet dabei den Trainingseffekt und schlägt nach Fortschritten immer schwerere Workouts vor. Darüber hinaus wird beachtet, an welchen Tag Rad gefahren wurde und an welchen nicht, sodass die Übungen je leichter oder schwerer ausfallen. Die Workouts sollen gut in den Alltag integriert werden können und dauern maximal 20 Minuten.

Fit fürs Rad steht Android- und iOS-Nutzern gratis zur Verfügung.

Fit fürs Rad
Bildquelle: Google Play Store

Die nützlichsten Apps rund zum Fahrrad

In den Tiefen der App-Welt finden sich auch Anwendungen, die das Leben mit dem Fahrrad erleichtern. Die sportliche Betätigung steht bei den folgenden Apps nicht im Vordergrund.

Montainbike Werkstatt App

Ist ein Bauteil am Fahrrad defekt, ist ein Besuch in der Fahrrad-Werkstatt meistens recht teuer. Handwerklich begabte Radler und Tüftler können sich auch selbst an ihr Rad wagen. Die App Mountainbike Werkstatt hilft dabei und stellt für jeden Notfall Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereit. Diese sind teils mit Videos oder mit Bildern versehen. Außerdem wird eine Check-Liste mit dem benötigten Material gereicht.

Die mobile Werkstatt kann von Android- und iOS-Fans kostenlos genutzt werden.

Fahrrad Werkstatt
Bildquelle: Google Play Store

Saddle adjust und Size my Bike

Ergänzend dazu gibt es unter anderem Saddle adjust. Diese verhilft dazu, den Sattel exakt auf den eigenen Körperbau einzustellen. Das bedeutet, dass man das Smartphone auf den Sattel legt, diesen dann ausmisst und die richtige Neigung ermittelt. Einmal gefunden, speichert die App den richtigen Winkel.

Alternativ dazu kann mit der App "Size my Bike" das komplette Fahrrad an die körperlichen Gegebenheiten angepasst und eingestellt werden. Ist der Lenker oder Sattel zu tief und es entstehen dadurch Schmerzen im Knie, hilft die App bei der richtigen Einstellung. Saddle adjust und Size my Bike sind mit Android und iOS kompatibel und können kostenlos installiert werden.

Saddle adjust
Bildquelle: Google Play Store

Apps für Leih-Fahrräder

Im Urlaub hat man nicht immer sein eigenes Fahrrad im Gepäck, manche mögen erst gar kein eigenes Zweirad besitzen. Für diesen Fall gibt es Apps, die die nächstgelegenen Leihstellen für Fahrräder anzeigen. "Call a bike" von der Deutschen Bahn, "nextbike" oder "Bikein" sind solche Anwendungen, die Nutzern das nächstgelegene Fahrrad anzeigen.

Die Apps bieten teils Übersichtskarten samt Entfernungsangaben sowie eine Navigation zur Fahrrad-Station. Um die Fahrräder leihen zu können, müssen Nutzer in der Regel ein Konto einrichten, um die Gebühr anschließend zahlen zu können.

Nextbike
Bildquelle: Google Play Store

Alle drei Apps sind mit Android und iOS kompatibel und zudem kostenfrei.

Erste-Hilfe-Apps

Legt man mit dem Fahrrad oder Mountain Bike komplizierte Wege zurück und verunglückt, ist es für Rettungskräfte oft schwer, schnell an den Unfallort zu gelangen. Eine frühe Erste Hilfe können Fahrradfahrer aber in den meisten Fällen auch selbst schon leisten.

Die Apps vom Malteser Hilfsdienst oder auch die Anwendung ASB des Samariter-Bundes Bonn/Rhein-Sieg/Eifel frischt die Erste-Hilfe-Kenntnisse noch einmal auf. Die Apps enthalten für einige Notfallsituationen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Sofortmaßnahmen. Die Malteser- und ASB-App ist im Play Store sowie auch App Store auffindbar; weitere Kosten entstehen nicht.

ABS Erste Hilfe App
Bildquelle: Google Play Store


Bildquelle kleines Bild: David Gillengerten/inside handy | Autor: Simone Warnke
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