Pie, Pancake, Peanut Butter Android 9 auf der Zielgeraden: Neues Design soll iOS-Fans bekehren

vom 14.02.2018, 14:51
Android Pancake
Bildquelle: inside-handy.de / Tabeajaichhalt / Pixabay

Mitte des noch frischen Jahres wird Google wie üblich die neueste Version seines mobilen Betriebssystems Android vorstellen. Wie groß oder klein die Änderungen zur Vorgänger-Version Oreo ausfallen wird sich in den Monaten davor zeigen, wenn die Entwickler die verschiedenen Entwicklungsstufen in den Developer Previews zeigen. Die erste Vorschau soll bald erscheinen und möglicherweise Einblicke in ein neues Design bieten.

Google will seinem Android-System in der 2018er-Version wohl ein neues Design spendieren. Der Nachrichtendienst Bloomberg will aus Insider-Kreisen erfahren haben, dass die Google-Entwickler mit Android 9.0 das Design der Oberfläche so anpassen wollen, dass iPhone-Nutzer einen Wechsel zu Android erwägen könnten. Das Design soll nicht nur optisch, sondern auch funktional etwas hermachen.

Zuletzt hatte Google beim Wechsel von Android 6.0 auf Android 7.0 eine Art Redesign eingeführt. Mit Android 9.0 soll der Fokus weiter auf Performance und vor allen Dingen Sicherheit gesetzt werden. Die Entwickler erhoffen sich von dem Perormance-Schub einerseits eine gute Kompatibilität mit Einsteiger- und Mittelklasse- Geräten (siehe Android One) und andererseits eine Annäherung an Apple-Standards. Die iPhone-Performance ist mit weniger Prozessorleistung und Arbeitsspeicher seit jeher mindestens auf einem Level mit der von Android-Smartphone, die ungleich höhere Datenblatt-Werte bieten.

Eine weitere Parallele zu Apple ziehen die Google-Entwickler wohl beim Formfaktor. Demnach soll Android P besser mit Display-Formen interagieren, die eine "Notch" bieten. Die Brücke zum iPhone X von Apple ist hier zwar schnell geschlagen. Allerdings bietet auch das Android-Smartphone Essential Phone eine solche Einbuchtung.

Weitere Informationen von Bloomberg behandeln den Google Asisstant, der - wenig überraschend - noch stärker eingebunden werden und unter anderem besser mit Drittanbieter-Apps kommunizieren sowie interagieren können soll. Zudem hat Bloomberg den internen Entwicklungsnamen von Android P erfahren. Demnach kursiert das System auf dem Google-Campus unter dem Namen "Pistachio Ice Cream".

Pie, Pancake, Peanuts: Die Frage nach dem Android-Namen

Eine Frage, die die Community stets bewegt, ist die des Namens, den die neue Android-Version tragen wird. Wie üblich soll es eine Süßspeise werden. Mitte Januar hatte Mishall Rahman von den XDA-Developers bereits einen Quellcode gefunden und hier den Projektnamen "PI" ausfindig machen können. Von der mathematischen Kreiszahl abgeleitet, wurde gemutmaßt, dass die fertige Version womöglich auf den Namen Pie hören würde, englisch für eine Art "Kuchen".

Dieses Geheimnis wird Google vermutlich jedoch sehr lange für sich behalten. Der Süßspeisen-Name wird dementsprechend auch nicht in den Entwickler-Vorschau-Versionen auftauchen und auch nicht auf der Entwicklerkonferenz I/O verkündet.

Google-intern lautet der Name offenbar "Pistachio Ice Cream".

Developer Previews: Google bleibt den Nerds treu

Seit geraumer Zeit hat sich das Vorgehen bewährt und ist ein Stück weit Google-Tradition geworden. In den Monaten vor einem finalen Release einer Android-Version zeigt Google in Abständen Einblicke in aktuelle Entwicklungsstufen und testet neue Funktionen gemeinsam mit der teilnehmenden Community.

Diese Developer Previews – zu Deutsch "Entwickler-Vorschau" – sollen sehr bald auch für Android 9 alias Android P starten. Diesen Schluss lässt der jüngste Eintrag im Android Open Source Project zu. Mehr oder weniger wird dabei auch die Versionsnummer 9.0 bestätigt. Je nach Umfang der Änderungen hatte Google neue Versionen auch nur als Teilversion veröffentlicht. So geschehen zum Beispiel beim Sprung von Jelly Bean (bis Android 4.3) auf KitKat (Android 4.4). Android P soll den Informationen aus den Entwicklerstuben zufolge allerdings wirklich Android 9.0 heißen und nicht etwa Android 8.2 oder 8.3.

Die erste Developer Preview für Android P soll in Kürze erscheinen, heißt es Anfang Februar. Wann genau, ist allerdings noch offen. Die Anzeichen verdichten sich jedoch, dass es die ersten Einblicke in Android P am 14. März geben wird. In amerikanischer Schreibweise lautet dieses Datum 3.14 – die ersten Stellen der Zahl Pi, die im Entwicklungszeitraum namensstiftend ist, wie von Rahman enttarnt wurde.

Den nächsten großen Einblick wird es dann zur Google I/O Entwicklerkonferenz im Mai geben, bei der Android P dann auch offiziell vorgestellt werden wird. Wirklich fertig und zum Rollout freigegeben wird Android 9.0 dann vermutlich im Laufe des dritten Quartals.

Die Entwickler-Versionen von Android P werden vermutlich erst einmal nur für Nutzer der neuesten Google-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL freigegeben. Im weiteren Verlauf dürften auch Besitzer der letzten Nexus-Handys 5X und 6P in den Genuss kommen.

Neue Funktionen in Android 9.0 P

Welche neuen Funktionen Android P bieten soll, ist selbstverständlich noch gänzlich unbekannt. Der Werdegang der vergangenen Android-Versionen lässt den Schluss zu, dass Android P verstärkt auf Sicherheit und Verschlankung setzt. Demnach wird auch die Plattform Android Go vermutlich stärker eingebunden. Dahinter verbirgt sich eine Android-Oberfläche, die deutlich weniger Arbeitsspeicher verbraucht und vor allem für ältere und Einsteiger-Smartphones geeignet ist. Google unterhält mittlerweile eine Reihe von angepassten Apps, die eine optimierte Funktion unter Android Go versprechen.

Auch das Strategie-Programm Android One dürfte Teil der Android-P-Entwicklung sein, auch wenn es sich dabei streng genommen um Partnerschaften zwischen Google und Drittherstellern handelt. Bekannte Android-One-Geräte sind zum Beispiel das HTC U11 Life oder das Xiaomi Mi A1.

Nicht zuletzt liegt Google im schier ewigen Clinch mit Hardware-Herstellern, die sich bei den monatlichen Sicherheitsupdates und auch bei den Versions-Updates sichtlich Zeit lassen. Die Abwärtskompatibilität und jene mit Benutzeroberflächen anderer Hersteller dürfte insofern auch mit Android 9 verbessert werden, damit neue Android-Versionen die Kunden schneller als bisher erreichen. Auch dieser Ansatz ist Teil von Android One.
Last but not Least dürfte auch eine stärkere Einbindung von Peripherie-Geräten in Android P erfolgen. So soll das Android-System besser und eigenständiger mit Internet-of-Things-Geräten kommunizieren können. Für diese Plattform geistert bereits der Name "Android Things" durch die Google-Entwickler-Seiten.

inside-handy-Leser wollen lieber Android Pancake ›


Quellen: Android Review Googlesource, Google Open Source Program | Bildquelle kleines Bild: Google | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Android, Android Nougat, Android Updates, Apps & Software, Google, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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