Pie, Pancake, Peanut Butter Android P vorgestellt: Neue Bedienelemente und viele KI-Features

vom 08.05.2018, 22:05
Android Pancake
Bildquelle: inside-handy.de / Tabeajaichhalt / Pixabay

Android Oreo bekommt seinen Nachfolger, obwohl es immer noch nicht auf den meisten Smartphones Zuhause ist. Auf der aktuellen Entwicklerkonferenz, die auf dem Google-Gelände in Kalifornien stattfindet, hat das Unternehmen viele neue Funktionen des kommenden Betriebssystems Android P vorgestellt und eine Beta-Version angekündigt. Der Name blieb allerdings weiterhin geheim.

Auf Googles diesjähriger Entwicklerkonferenz, der Google I/O 2018, hat der Elektronikriese zahlreiche neue Features vorgestellt, die in den nächsten Wochen und Monaten verbreitet werden sollen. Zu den veränderten Programmen gehören Google News, Google Maps und Google Lens. Besonders interessant dürfte für viele Smartphone-Nutzer jedoch die Präsentation zahlreicher Neuerungen sein, die dank des kommenden Betriebssystems Android 9 P auf die eigenen Geräte kommen sollen.

Das Event stand ganz im Zeichen unterschiedlicher KI-Technologien und auch Android P stellte dabei keine Ausnahme dar. Unter andrem kommt die Künstliche Intelligenz bei der Akkulaufzeit zum Einsatz. So analysiert die neue Funktion Adaptive Battery das Verhalten des Nutzers und verteilt die Energie möglichst nach dessen Vorlieben. Das Feature Adaptive Brightness erkennt ebenfalls die Vorlieben des Smartphone-Besitzers und nutzt diese um die Helligkeit des Displays automatisch anzupassen. Ganz anders werden die Verhaltens-Informationen hingegen von der Funktion App Actions genutzt werden. Hier werden dem Nutzer schnelle Aktionen wie das Anrufen einer Person angezeigt. Diese können sich wiederum automatisch ändern und an eine Situation anpassen. Verbindet man beispielsweise Kopfhörer mit dem Handy, wird eine bestehende schnelle Aktion mit einer Musik-App oder dem Musikplayer ersetzt.

Neue Bedienelemente

Weniger kompliziert jedoch nicht weniger interessant lassen sich die neuen Bedienelemente nutzen, die das neue Android-P-Betriebssystem mit sich bringt. Den Auftakt macht dabei eine bereits jetzt verfügbare Wisch-Gäste, die jedoch in ihrer Funktion abgeändert wird. Wischt der Nutzer auf dem Home-Bildschirm von unten nach oben, öffnet sich ein Fenster mit den geöffneten Programmen. Im Gegensatz zu früheren Android-Versionen wird hier allerdings nicht nur ein Bild des Programms, sondern das Programm selbst angezeigt. Entsprechend können die Inhalte beispielsweise direkt markiert werden, ohne die Anwendung zunächst aufrufen zu müssen. Wischt man erneut in dieselbe Richtung, öffnet sich zudem der App-Drawer. Eine weitere Neuerung betrifft die Lautstärkeregelung. Diese kann künftig direkt am rechten Rand des Displays eingeblendet und ohne die mechanischen Tasten bedient werden. Ebenso wird künftig ein Button angezeigt, mit dem man das Display bei Bedarf drehen kann – die automatische Drehfunktion kann dabei ausgeschaltet werden.

Digital Wellbeing

Digital Wellbeing, hinter dieser Bezeichnung versteckt sich eine Reihe von neuen Funktionen, die das Digitale Erlebnis nicht nur verbessern, sondern auch mit dem echten Leben abstimmen sollen. So zeigt die Funktion "Dashboard" Informationen wie die Nutzungsdauer einzelner Apps, während man mit dem "App timer" die tägliche Nutzungsdauer von Anwendungen gezielt beschränken kann. Ist die Zeit verstrichen, wird das App-Icon ausgegraut. Dasselbe geschieht auch in dem aktualisierten "Not-Disturb-Modus". Will der Nutzer das Smartphone ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr nutzen, werden ab diesem Zeitpunkt nicht nur äußere Störfaktoren wie eingehende Anrufe ausgeblendet, sondern das gesamte Display wird ausgegraut. Dies soll den Nutzer vor sich selbst schützen und ihm dabei helfen das Smartphone wegzustecken. Besonders interessant ist zudem, dass der Not-Disturb-Modus eingeschaltet werden kann, indem man das Smartphone mit dem Display nach unten auf den Tisch legt.

Android P Beta

Laut Google soll die fertige Firmware noch viele weitere Features beinhalten, die allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Zuvor können sich interessierte Nutzer demnächst die aktuelle Beta-Version der Software herunterladen, die dieses Mal nicht nur Pixel-Nutzern, sondern auch Besitzern von Nokia-, Vivo-, OnePlus-, Xiaomi-, Sony-, Essential-, und Oppo-Smartphones zugänglich gemacht wird.

Google rollt erste Testversion für Pixel-Smartphones aus

Die erste Testversion von Android P ist vorerst nur für die erste und zweite Generation der Google Pixel-Smartphones erhältlich. Nutzer dieser Smartphones, die die neueste Testversion ausprobieren wollen, müssen diese vorerst manuell herunterladen. Eine Beta-Version wird erst zu einem bisher unbekannten späteren Zeitpunkt als Update zur Verfügung stehen. Außerdem stehen auf der Agenda von Google scheinbar noch fünf weitere Testvarianten, bevor die finale Version von Android P vom Band rollt. Doch die Testversion zeigt erste Neuheiten und die Richtung, die Google einschlagen möchten. Das Developer Preview 1 verrät, dass sich im Bereich der Messaging-Apps einiges ändern soll. Mehr Bilder und Sticker sollen angezeigt und somit auch versendet werden. Auch die allgemeine Darstellung unterstützt nun scheinbar neue Display-Ausschnitte, die zum Beispiel vom iPhone X bekannt sind. Die APIs für App-Entwickler ermöglichen die In-Door-Positionierung und verändern einiges im Kamera-Bereich, zum einen die Unterstützung von Dual-Kameras, zum anderen die beschränkte Nutzung des Mikrofons.

Pie, Pancake, Peanuts: Die Frage nach dem Android-Namen

Eine Frage, die die Community stets bewegt, ist die des Namens, den die neue Android-Version tragen wird. Wie üblich soll es eine Süßspeise werden. Mitte Januar hatte Mishall Rahman von den XDA-Developers bereits einen Quellcode gefunden und hier den Projektnamen "PI" ausfindig machen können. Von der mathematischen Kreiszahl abgeleitet, wurde gemutmaßt, dass die fertige Version womöglich auf den Namen Pie hören würde, englisch für eine Art "Kuchen".

Dieses Geheimnis wird Google vermutlich jedoch sehr lange für sich behalten. Der Süßspeisen-Name wird dementsprechend auch nicht in den Entwickler-Vorschau-Versionen auftauchen und wurde auch nicht auf der Entwicklerkonferenz I/O verkündet.

Google-intern lautet der Name offenbar "Pistachio Ice Cream".

Developer Previews: Google bleibt den Nerds treu

Seit geraumer Zeit hat sich das Vorgehen bewährt und ist ein Stück weit Google-Tradition geworden. In den Monaten vor einem finalen Release einer Android-Version zeigt Google in Abständen Einblicke in aktuelle Entwicklungsstufen und testet neue Funktionen gemeinsam mit der teilnehmenden Community.

Diese Developer Previews – zu Deutsch "Entwickler-Vorschau" – sollen sehr bald auch für Android 9 alias Android P starten. Diesen Schluss lässt dim Februar erschienener Eintrag im Android Open Source Project zu. Mehr oder weniger wird dabei auch die Versionsnummer 9.0 bestätigt. Je nach Umfang der Änderungen hatte Google neue Versionen auch nur als Teilversion veröffentlicht. So geschehen zum Beispiel beim Sprung von Jelly Bean (bis Android 4.3) auf KitKat (Android 4.4). Android P soll den Informationen aus den Entwicklerstuben zufolge allerdings wirklich Android 9.0 heißen und nicht etwa Android 8.2 oder 8.3.

Den nächsten großen Einblick wird es dann zur Google I/O Entwicklerkonferenz im Mai geben, bei der Android P dann auch offiziell vorgestellt werden wird. Wirklich fertig und zum Rollout freigegeben wird Android 9.0 dann vermutlich im Laufe des dritten Quartals.

Die Entwickler-Versionen von Android P werden vermutlich erst einmal nur für Nutzer der neuesten Google-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL freigegeben. Im weiteren Verlauf dürften auch Besitzer der letzten Nexus-Handys 5X und 6P in den Genuss kommen.



Quellen: Android Review Googlesource, XDA Developers, Googleblog, Android Developer | Bildquelle kleines Bild: Google | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Android, Android Nougat, Android Updates, Apps & Software, Google, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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