Sind wir bald daaa? 5 Apps für Kinder auf langen Autofahrten

vom 02.08.2017, 12:00
Kind mit Tablet
Bildquelle: Nadine Doerlé / Pixabay

Sommerferien, Urlaubszeit, Reisezeit. Und da nicht jeder den Weg in die interkontinetnale Ferne sucht, sondern auch gerne die Nachbarländer erkundet werden, sind lange Autofahrten oft nicht vermeidbar. Insbesondere der Nachwuchs tut sich schwer mit stundenlangem Rückbanksitzen und möchte beschäftigt werden. Wer nach "Ich sehe was, was du nicht siehst" und "Stadt, Land, Fluss" etwas Abwechslung haben möchte, der kann in der digitalen Welt fündig werden.

Vorneweg ein kleiner Hinweis: An dieser Stelle soll keinesfalls die Empfehlung ausgesprochen werden, die Kinder während der Autofahrt mit einem Smartphone oder Tablet und einigen Kinder-Apps "ruhigzustellen". Auf besonders langen Fahrten – ob im Zug oder mit dem Auto – kann ein wenig Abwechslung aber auch mal gut tun und die bietet das Smartphone nun mal dank seiner heutzutage vielfältigen Möglichkeiten; Lerneffekt oftmals inklusive.

Dazu muss Beschäftigung mit dem Smartphone auch nicht bedeuten, dass die Kinderaugen gebannt auf das kleine Display schauen und sprichwörtlich viereckig werden. Das Handy kann auch als Interaktionsplattform dienen und quasi das Spielfeld darstellen. Andere Apps bieten Spielerei mit Lerneffekt. Die Redaktion stellt die fünf besten Apps für iOS und Android vor.

"Die MausApp": Lach- und Sachgeschichten To Go

Die "Sendung mit der Maus" kennen viele Eltern sogar noch aus ihrer Kindheit. Die orangefarbene Maus, die größer als ihr Freund, der blaue Elefant, ist, gibt es auch als App. Der WDR bietet die MausApp für iOS-, Android- und die Amazon-Geräte an.

Inhaltlich richtet sich die App vor allem an Vorschulkinder. Spielerisch wird eine Welt erkundet, hinter jeder Ecke können Überraschungen für Kinder auern. Zum Beispiel Spiele oder kleine Aufgaben. Wer die "Sendung mit der Maus" kennt, der weiß: Nach nur einer kurzen Auszeit mit der Maus, ist man in der Regel schlauer als zuvor - der Grundsatz sollte auch für die App gelten.

Diese App ist kostenlos beziehungsweise wird durch den Rundfunkbeitrag querfinanziert.

Die MausApp
Bildquelle: Westdeutscher Rundfunk

"Wo liegt das?" - Geographie lernen im Taschenformat

Die nächste App mit Lerneffekt. Ganz simpel strukturiert, findet man bei "Wo liegt das?" eine Karte vor. Nun wird abgefragt, wo etwa eine Sehenswürdigkeit, Stadt oder ein Land liegt und der entsprechende Punkt muss auf der Karte markiert werden. Je nach Entfernung des markierten Punktes von seinem tatsächlichen Standort auf der Karte, gibt es Punkte – je näher, umso mehr.

Insgesamt gibt es 15 Kategorien und 1.500 zu lokalisierende Elemente. Man kann ganz klein bei der Deutschlandkarte anfangen und beispielsweise die Hauptstädte der deutschen Bundesländer suchen oder man sucht die Herausforderung und versucht sich auf der großen Weltkarte zurechtzufinden.

Für die ganz Kleinen ist diese App eher noch nichts, allerdings macht es durchaus Spaß, die Herausforderungen auch gemeinsam zu lösen und gemeinsam vor dem Bildschirm zu hocken oder gar nacheinander gegeneinander zu spielen und so der Wettbewerb anzustacheln.

"Wo liegt das?" ist für iOS und Android grundlegend werbefinanziert, der Download ist daher kostenlos und der Spielspaß kann durch Werbeeinblendungen unterbrochen werden. Es existiert allerdings eine Premium-Option der App, die kostenpflichtig ist und dafür ohne Werbung auskommt.

Wo liegt das? App
Bildquelle: Jaysquared

"Mensch ärgere dich nicht" – Klassiker ohne herumfliegende Spielfiguren

Der Gesellschaftsspiele-Klassiker "Mensch ärgere dich nicht" darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen und steht stellvertretend für viele Brettspiele, die den Weg in die App-Marktplätze gefunden haben. Hier wird gegeneinander gespielt, ob lokal oder mit der Online-Community wird rausgeschmissen und das Häuschen vollgemacht. Natürlich macht die App auf dem Tablet am meisten Spaß, wenn das Spielbrett größtmöglich dargestellt werden kann.

Wie im echten Leben bietet das Gesellschaftsspiel Spielspaß für Groß und Klein, hier kann das Handy oder Tablet von der Rückbank zum Beifahrersitz herumgereicht werden, sodass jeder zum Zug kommt. Der Fahrer muss natürlich immer aussetzen.

"Mensch ärgere dich nicht" wird offiziell von Schmidt Spiele lizenziert als App angeboten. Der Download kostet für Android-Smartphones und Tablets 3,99 Euro. Wer die App für das iPad oder iPhone herunterladen möchte, muss für die iOS-Version sogar 5,49 Euro bezahlen. Zum testen kann eine kostenlose Light-Version mit dem Namenszusatz "Free" ausprobiert werden - je nachdem reicht diese auch aus.

Mensch ärgere dich nicht App
Bildquelle: b-interactive

Die HiPP Kinder App - Spielerisches Lernen ohne Gläschen

Eine App für die Kleinsten. Diese wahrhafte Kinder-App von Hipp verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie die MausApp und verbindet Geschichten, Aufgaben und kleine Spiele innerhalb einer Abenteuerwelt. Auf dem Smartphone müssen dabei beispielsweise Tierstimmen erkannt werden (Kopfhörer anschließen erlaubt). Der Lerneffekt soll aber auch durch Spiele zum Zahlenlernen oder Bilder merken á la Memory angeregt werden. Ob HiPP-Erbe Claus Hipp für den versprochenen Erfolg auch mit seinem Namen steht, ist nicht übermittelt. Die App ist aber schick und auf den Fortschritt bedacht. Der Anbieter empfiehlt jedoch, Kleinkinder nicht mit der App alleine zu lassen. 

Die HiPP Kinder App ist aktuell kostenlos für iOS und Android. Die App ist noch recht neu auf dem Markt und der Hinweis "Kennenlern-Aktion" weist darauf hin, dass zu einem späteren Zeitpunkt womöglich Kosten für weitere Spielinhalte entstehen können.

HiPP Kinder App
Bildquelle: HiPP Deutschland

"Kids Paint" – Der Kreativität freien Lauf gelassen

Es wird oft unterschätzt, wie wichtig einfaches Malen und Kritzeln für die Entwicklung des Filius ist. Aber hier soll keine pädagogische Grundsatzdiskussion geführt werden. Malen und Zeichnen im Auto ist eine heikle Sache: Der Filzstift vermindert nämlich schnell mal den Gebrauchtwagenwert des Fahrzeugs. Mit der App "Kids Paint" können Kinder ihrer künstlerischen Ader auf dem Touchscreen freien Lauf lassen. Neben einfacher Malerei, können auch Fotos als Grundlage genommen werden und dem Papa wird schnell ein stolzer Schnurrbart verpasst – gerne auch mal in grün.

Die App ist einfach gestrickt und auch für kleinste Kinderhände einfach zu bedienen. Was sich gegebenenfalls in Grenzen hält, ist die Länge des Spielspaßes. Abwechslungsreichen Zeitvertreib für mehrere Stunden bietet "Kids Paint" eher nicht.

Die App kostet im jeweiligen App-Store einmalig 99 Cent für den Download. Für Android-Nutzer steht allerdings auch die Varainte "Kids Paint Free" zur Verfügung, die gratis ist.

Kids Paint App
Bildquelle: Virtual GS

Hörspiele, Rätselspaß und Videostreaming - Apps für die On-Board-Unterhaltung

Soll das Handy nur als Medium dienen, um die ganze Besatzung der Familienkutsche zu unterhalten, gibt es ebenfalls vielfältige Möglichkeiten. Mit Streaming-Diensten wie Spotify, Deezer oder auch Google Play Music, Amazon Prime Music und natürlich Apple Music können beispielsweise Hörspiele aller Coleur vom Handy über das Autoradio abgespielt werden. Der Spezialist für vorgelesene Geschichten aller Art ist allerdings die App der Amazon-Tochter Audible.

Interaktiver und etwas wo vielleicht auch der Fahrer mitraten kann, ist ein bisschen Rätselspaß. Gern gesehen, für die Kleinsten aber nicht empfohlen sind die teils schaurigen Kurzgeschichten der Blackstories, bei denen Raffinesse beim Lösen verschiedener Fälle gefragt ist. Das Spiel gibt es selbstverständlich auch als App.

Wenn es gar nicht anders geht, dürfen hier natürlich auch Video-Streaming-Apps der Vollständigkeit halber nicht fehlen. Anbieter wie Netflix, Sky mit Sky Go oder Amazon Prime Video bieten in ihren Apps auch an, Filme oder Serien offline verfügbar zu machen. Auf einem Tablet können die Videos dann abgespielt werden und das Datenvolumen bleibt unangetastet. Zum Teil stehen exklusive Kinder-Bereiche in den Video-Apps zur Verfügung, in denen nur auf die Kleinsten zugeschnittene Inhalte abgerufen werden können. Zum Beispiel können bei Sky Go dann andere Inhalte, die mitunter nicht kindgerecht sind, auch nicht abgerufen werden.

Hörspiele inklusive: Die besten Musik-Streaming-Flats ›


Bildquelle kleines Bild: 4547 / Pixabay | Autor: Michael Stupp
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