Die 5 besten Navi Apps – So kommt man ans Ziel

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Ausblick aus der Frontscheibe im Auto mit einem Handy das navigiert und in einer Halterung steckt.
Bildquelle: Pixabay
„Der Weg ist das Ziel.“ Letzteres sollte jedoch mittels Navigation möglichst schnell erreicht werden. Das klassische Navigationsgerät wird immer häufiger von Navi Apps auf dem Smartphone abgelöst. Doch welche Navi Apps sind kostenlos? Welche Navigations-App führt zum Ziel und wo gibt es die meisten Zusatzfunktionen? inside handy zeigt die besten fünf Apps zum Navigieren.

Vorab: Wie funktioniert eigentlich ein Navi?

Navigationsdienste nutzen viele. Sie helfen einem etwa dabei, sich im Großstadtdschungel zurechtzufinden. Doch wie funktioniert das eigentlich? Mehr als zwei Dutzend Satelliten umkreisen die Erde und senden permanent GPS-Signale, die Informationen zur aktuellen Position und der genauen Uhrzeit enthalten. Das Navi empfängt diese Radiosignale über einen speziellen Empfänger und kann aus den Signallaufzeiten, also dem Eintreffen und Versenden eines Signals, die eigene Position und Geschwindigkeit berechnen. Auch das Handy besitzt einen solchen Empfänger, dessen Funktion über die Ortungsdienste ein- und ausgeschaltet werden kann.

In Navigationsgeräten bereits ab Werk aufgespielt lassen sich auf Smartphones Navi Apps  installieren, die ein detailliertes Kartensystem enthalten. Gibt man die Zieladresse ein, wird mithilfe der Satellitenangaben die schnellste Route bestimmt. Und schon kann die Fahrt beginnen.

Im Folgenden zeigt inside handy fünf Apps zum Navigieren mit dem Handy. Alle sind kostenlos und haben jeweils die eine oder andere Besonderheit. Somit ist schlussendlich jede dieser Navi-Apps empfehlenswert.

Platz 1: Google Maps

Die beste Navigations-App ist Google Maps. Das zeigen auch die Nutzerbewertungen in den App-Stores. Weltweit navigieren Zielsuchende täglich rund eine Milliarde Kilometer mit Google Maps auf dem Handy navigiert. Die App ist auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert. Nutzer eines Apple-Geräts können die iOS-Version für ihr iPhone oder iPad im App Store herunterladen. Doch warum ist Maps so beliebt?

Google setzt bei der Navigation auf Übersichtlichkeit. Die Ansicht der Navi App ist realistisch gestaltet und kann auf Satellitenbilder umgeschaltet werden. Zudem zeigt Google Maps während der Fahrt die aktuelle Verkehrslage an, wenn das Smartphone über die mobile Datenverbindung ans Internet angebunden ist. Der Stau wird erkannt und Maps schlägt eine alternative Route vor. Auch die ideale Fahrspur zeigt die Navi App an. So wird keine Ausfahrt verpasst. Zudem lässt sich Google Maps auch ohne Internetverbindung lässt nutzen. Karten können vor Antritt einer Fahrt im Menüpunkt „Offlinekarten“ auf das Smartphone heruntergeladen und anschließend ohne Netz genutzt werden. Die Echtzeit-Verkehrslage entfällt dadurch jedoch.

Google Maps ist nicht nur etwas für Autofahrer

Google Maps bietet Navigation für Autorouten, Fußgänger, öffentliche Verkehrsmittel, Radfahrer und sogar Taxidienste mit mytaxi an. Gerade Fahrradfahrer erleben in Google Maps ein ganz besonderes Fahrerlebnis. Google macht sich die Mühe, die Befahrbarkeit von Wegen in unterschiedlichen Farben darzustellen. Der Planung einer Radtour steht also nichts mehr im Weg. Zudem arbeitet Google mit zahlreichen Verkehrsunternehmen zusammen und kann Verspätungen oder Ausfälle von Bussen, Bahnen und Co. in der App anzeigen.

  • Auto
  • Zu Fuß
  • ÖPNV
  • Fahrrad
  • Fahrdienste

Google Maps mehr als nur eine Navi App

Google Maps bietet zahlreiche Optionen bei der Anzeige von Geschäften, Tankstellen, öffentliche Toiletten, Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Das liegt besonders an Googles engagierter Datensammlung. Hier ist vor allem das „Local Guides Program“ zu erwähnen, das unter anderem Bewertungen, Öffnungszeiten, Fotos und Beschreibungen von Orten gesammelt hat. Nutzer sehen auf dem Smartphone schnell, wie kostspielig eine Attraktion ist und wie gut sie zu einer bestimmten Uhrzeit besucht wird.

  • Öffentliche Toiletten finden
  • Zwischenstopps einlegen
  • Inkognito-Modus

Obwohl sich Google Maps mit seiner Vielzahl von Nutzern, Funktionen und gespeicherten Daten den ersten Platz sichern konnte, lohnt sich ein Blick auf weitere Apps. Auf Platz zwei befindet sich die Anwendung Here WeGo. Sie gilt als große Konkurrenz für Google-Maps.

Google Maps - Transit & Essen
Google Maps - Transit & Essen
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
Maps – Navigation und Nahverkehr
Maps – Navigation und Nahverkehr
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Platz 2: Here WeGo

Wer mit Google konkurrieren will, braucht starke Partner. Here WeGo arbeitet daher mit Firmen wie Wikipedia, TripAdvisor und Bla Bla Car zusammen. Die Inhalte der Unternehmen werden dann direkt in der App angezeigt. Das Konzept geht auf. 2017 verlieh die Stiftung Warentest der Navi App den Titel: „Die beste iPhone-App zum Navigieren“.

Here WeGo Navigations App fürs HandyQuelle: Screenshot: inside handy

Auch optisch ist Here WeGo sehr ansprechend. Die App für das Handy ist sehr übersichtlich, klar und intuitiv gestaltet. Ähnlich wie Google Maps bietet Here WeGo nicht nur die Handynavigation für Autofahrer, sondern auch für Fußgänger, öffentliche Verkehrsmittel, Mitfahrgelegenheiten und Radfahrer. Natürlich mitsamt Echtzeit-Verkehrslage.

  • Auto
  • Zu Fuß
  • ÖPNV
  • Fahrrad
  • Fahrdienste

Here WeGo kann auch offline navigieren

Wer Datenvolumen sparen will, kann die Offline-Option nutzen. Dazu einfach die Karten im WLAN-Netz herunterzuladen und es kann losgehen. Das Kartenmaterial der Navigations-App Here WeGo ist sehr umfangreich. Für ganz Europa stellt Here WeGo satte 10 GB zur Verfügung. Um Speicherplatz zu sparen, empfiehlt es sich nur die Karten herunterzuladen, die akut benötigt werden. Hierbei ist es in Here WeGo auch möglich, nur Karten von einzelnen Städten herunterzuladen, was wiederum viel wertvollen Speicherplatz einspart. Die von Stiftung Warentest ausgezeichnete App ist kostenfrei und für iOS, sowie Android verfügbar. Die App spielt allerdings vor dem Start Werbung ab.

HERE WeGo – Stadt-Navigation
HERE WeGo – Stadt-Navigation
Entwickler: HERE Apps LLC
Preis: Kostenlos
HERE WeGo - Routenplaner & GPS
HERE WeGo - Routenplaner & GPS
Entwickler: HERE Apps LLC
Preis: Kostenlos

Platz 3: Waze

Waze ist das soziale Netzwerk unter den Navigations-Apps. Nutzer können in Echtzeit Informationen mit anderen Nutzern teilen. Dazu zählen nicht nur Staus und Unfälle, sondern auch Blitzer, Tankstellenpreise und Polizeikontrollen. Die Anwender erhalten bei einer bestehenden Internetverbindung aktuelle Push-Nachrichten mit Informationen zu den genannten Bereichen. Die Community ist riesig. Im Jahr 2013 übernahm Google die GPS-Navi-App des israelischen Start-Up Waze mobile. Waze liefert zudem die Daten für Google Maps und nicht umgekehrt.

Waze – das soziale Netzwerk unter den Navi Apps

Neben der Navigation bietet Waze zahlreiche weitere Funktionen eines sozialen Netzwerkes an. Nutzer können im Hauptmenü beispielsweise eine Freundesliste aufrufen. Diese ist auf Wunsch mit Facebook und Twitter verbunden. Hier lassen sich dann Ankunftszeiten und Standorte über Waze mitteilen. Wer das aus Datenschutzgründen nicht möchte, kann in Waze auch den Schalter umlegen und „unsichtbar“ werden. Ein Punktesystem für aktive Nutzer soll diese motivieren und belohnen.

  • Echtzeit Informationen zum Verkehr
  • Warnung vor Blitzern und Polizeikontrollen
  • Informationen zu Spritpreisen
  • Geschwindigkeitswarner
  • Zwischenstopps
  • Kind-Erinnerung
  • Inkognito-Modus
Waze Navigations-AppQuelle: Screenshot: inside handy

Dank der großen Community zeigt die Navi App Waze zudem Tankstellen und die aktuellen Spritpreise sehr genau an. Auch ein Geschwindigkeitswarner ist mit an Bord. Hier lässt sich einstellen, ob und wann ein akustisches Signal erklingen soll, sobald die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird.

Die Funktion „Kind-Erinnerung“ erinnert daran „Nichts“ im Auto zu vergessen. Ein großes Manko ist allerdings der Umstand, dass Waze Fahrer extrem vom Straßenverkehr ablenken kann. Die Motivation einen Beitrag zur Community zu leisten, kann dazu führen, dass während der Fahrt auf dem Smartphone Eingaben zu Kontrollen, Unfällen oder dem Wetter gemacht werden. Das lenkt den Fahrer ab und sollte daher lieber vom Beifahrer erledigt werden.

Waze Navigation und Verkehr
Waze Navigation und Verkehr
Entwickler: Waze Inc.
Preis: Kostenlos
Waze - GPS, Echtzeit-Navigation, Karten & Verkehr
Waze - GPS, Echtzeit-Navigation, Karten & Verkehr

Platz 4: MapFactor

MapFactor ist den anderen Navi Apps sehr ähnlich. Allerdings legt der Anbieter seinen Fokus nicht nur auf die klassische Routenplanung. Dabei gibt es über die mobile Datenverbindung Echtzeit-Informationen zum Verkehr, dem Tempolimit und Blitzern. Viel mehr will die Navigations-App vor allem mit Offline-Karten punkten. Der Nutzer kann für mehr als 200 Länder Karten in der App herunterladen. Das nagt natürlich am internen Speicher. Monatlich steht ein kostenloses Update bereit, sodass die Karten auch aktuell bleiben. Die Navi App ist kostenlos für iOS und Android erhältlich und finanziert sich mit Werbeeinblendungen. Auch In-App-Käufe und eine kostenpflichtige Premium-Version sind optional möglich. Gesteuert werden kann die App per Sprache. Ein 2D- und ein 3D-, sowie ein Tag- und ein Nachtmodus stehen als Ansicht zur Verfügung.

Kostenpflichtige Zusatzfunktionen

  • professionelle TomTom-Karten (Fahrspurassistent, blaue Autobahnschilder, erweiterte Suchfunktionen und genauere Routenberechnung)
  • Premium Funktionen: Alternativrouten, Head-Up Display, Keine Werbung
  • Live HD Traffic Verkehrsinformationen (für ausgewählte Länder)
MapFactor GPS Navigation Maps
MapFactor GPS Navigation Maps
Entwickler: MapFactor
Preis: Kostenlos+
MapFactor GPS Navigation Maps
MapFactor GPS Navigation Maps
Entwickler: MapFactor
Preis: Kostenlos+

Platz 5: Apple Karten

Den letzten Platz belegt die Navi App von Apple. Der Hauptgrund für die Platzierung von Apple Karten: Die App ist ausschließlich für iPhone- und iPad-Nutzer verfügbar. Der Krieg zwischen Android-Verfechtern und iOS-Jüngern macht also auch vor Software keinen Halt – und Apple hat davon sehr viel weniger Nutzer als Google. Das liegt wohl vor allem daran, dass mehr Android-Geräte als Apple-Smartphones im Umlauf sind. Zudem lässt sich Googles Navigations-Anwendung auch auf iPhones und iPads installieren, Apple Karten ist jedoch nur für das iOS-Betriebssystem verfügbar.

Apple setzt bei seiner Karten-App optisch auf Pastell-Farben. Die Karten-App zeigt in den unterschiedlichen Zoom-Stufen sehr viele Städtenamen an. Vor allem im Vergleich zu Google Maps. Konkret liefert Apple bei einer Zoom-Stärke von acht 44 Städtenamen, während Google lediglich zehn Ortschaften zeigt.

Apple Karten: Ein Stromspar- aber kein Offline-Modus

Um Strom zu sparen, lässt sich der Bildschirm des iPhones oder iPads während der Navigation ausschalten. Das Display des iPhones schaltet sich wieder ein, sobald der Fahrer neue Anweisungen von Siri erhält und geht danach wieder in den Ruhemodus. Allerdings ist Apple Karten nur mit einer bestehenden Internetverbindung nutzbar. Eine Offline-Option bietet der Hersteller bisher nicht an. Die Informationen auf dem iPhone zu Geschäften und Sehenswürdigkeiten in Apples Karten stammen von „Yelp“ und „TripAdvisor“. Informationen zu Stoßzeiten, Preisen oder Speisekarten suchen Nutzer in Karten jedoch vergebens. Auch bei den Angaben zu öffentlichen Verkehrsmitteln hinkt Apple hinterher. Einzig die bessere Kompatibilität mit Apples anderen Apps wie Siri, Kontakte oder Nachrichten könnte Apple-Nutzer von der Karten-Nutzung auf dem iPhone profitieren lassen.

Rechtslage: Das darf man und das nicht!

Vorsicht bei Navi Apps: In Deutschland ist das Bedienen eines Handys oder Smartphones hinterm Steuer gänzlich verboten. Selbst mit Handyhalterung als Navigationsgerät darf das Smartphone eigentlich nicht verwendet werden, sagt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei WBS Rechtsanwälte in Köln auf Nachfrage von inside handy. „Die Benutzung des Smartphones im Auto ist verboten. Dazu zählt das Telefonieren, sowie das SMS schreiben oder das Ablesen der Uhrzeit. Es spielt keine Rolle, ob sich das Handy an einer Halterung befindet oder nicht. Das Bedienen des Smartphones mit all seinen Funktionen ist schlichtweg verboten.“

Handy nutzen im Auto
Das Handy im Auto zu benutzen ist gänzlich verboten. Mit einer Ausnahme.Quelle: Pixabay

Es gibt nur eine Ausnahme

Sobald der Motor des Autos aus ist, darf das Smartphone bedient werden. Dies gilt übrigens auch in der Stopp-Phase bei Autos mit Start-Stopp-Automatik. Wer gegen die Gesetze verstößt, handelt sich eine Menge Ärger mit dem Gesetz ein, weiß Solmecke: „Wer gegen §23 StVO verstößt, muss mit einem Bußgeld zwischen 60-75 Euro rechnen. Passiert in Folge der Handynutzung oder beim Hantieren mit einer Blitzer App ein Unfall, ist die Strafe natürlich sehr viel höher.“

Die Gesetzeslage soll sich in Deutschland zudem noch verschärfen. Der Bußgeld-Katalog für die Nutzung des Handys hinterm Steuer soll überarbeitet werden. Auch soll eine härtere Regelung bei der Gefährdung anderer eingeführt werden. Künftig droht nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch ein Fahrverbot.

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2 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrte Damen und Herren, mit großem Interesse lese ich Ihre Beiträge. Hinsichtlich der Vorstellung von Navi Apps vermisse ich „Magic Earth“.
    Hatte ich früher mit meinem Windows Phone sehr gern Here genutzt konnte ich diese App mit meinem Android Gerät nicht mehr nutzen, weil die GPS-Verbindung ständig unterbrochen war. Seitdem nutze ich die oben genannte App, mit der ich sehr, sehr zufrieden bin. Zumal man beim Laden von Kartenmaterial nicht immer gleich das gesamte Land sondern auch einzelne Gebiete aufrufen kann. Das Angebot im Offlinebereich ist für meine Begriffe sehr gut.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Bauer

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