Tipps & Tricks Smartphone nach Zurücksetzen gesperrt Android Geräteschutz deaktivieren: Diese Möglichkeiten gibt es beim Werksreset

vom 11.05.2017, 10:50
Hinweis des Android-Geräteschutzes
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Einige werden das Dilemma kennen: Das Handy mal eben auf den Werkszustand zurückgesetzt oder ein Gebraucht-Handy wird zum ersten Mal in Betrieb genommen und da erscheint schon der Hinweis: Es soll das Passwort des Google-Kontos eingegeben werden, das zuletzt auf dem Smartphone synchronisiert war. Blöd nur, wenn das Passwort vergessen wurde oder nie bekannt war. inside-handy.de zeigt, wie man das Handy jetzt doch starten kann.

In diesem Artikel wird erklärt, wie umgangen werden kann, dass nach einem Werksreset eines Smartphones die Zugangsdaten eines früher auf dem Smartphone befindelichen Accounts eingegeben werden müssen. Hinter dem Umstand steckt der automatische Geräteschutz "Android Device Protection". Dieser Artikel beinhaltet:

  • Tipps und Anweisungen zur Vermeidung der Aktivierung des Geräteschutzes
  • Anschauliche Erklärungen, wie ein Google-Konto von einem Smartphone entfernt werden kann
  • Hilfe zur Wiederhersellung und Passwortrücksetzung des Google-Accounts
  • Vorgehensweisen bei Erhalt eines gesperrten Gebrauchthandys

Seit 2015 schon, seit der Einführung von Android 5.1 Lollipop, hat Google in seinem Betriebssystem die sogenannte Android Device Protection versteckt. Diese greift als Diebstahlschutz und wird aktiv, wenn das Handy manuell auf den Werkszustand zurückgesetzt wird. Beim nächsten Neustart verlangt das System nun die Eingabe der Anmeldedaten des Google-Kontos, das sich vor dem Werksreset auf dem Gerät befunden hat.

"Konto bestätigen:
Das Gerät wurde zurückgesetzt. Melden Sie sich zum Fortfahren mit einem Google-Konto an, das zuvor auf diesem Gerät synchronisiert wurde."

Die Funktion mag im Extremfall zwar höchst nervig sein, ist aber im Grunde sinnvoll, stellt sie doch einen Diebstahlschutz dar. Ein geklautes Handy soll von dem Verbrecher somit nicht einfach zurückgesetzt werden können – beispielsweise per Hard-Reset – um es fortan wie ein Neugerät nutzen zu können.

Was aber, wenn man vor einer Neuaufsetzung des Geräts steht und nun nicht weiter weiß, wie das Smartphone wieder funktioniert? Die Redaktion gibt Tipps wie man den Geräteschutz präventiv umgehen kann und welche sicheren Maßnahmen Google anbietet, um das Handy wieder ans Laufen zu bringen.

Hinweis des Android-Geräteschutzes
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Smartphone auf Werkszustand zurückgesetzt - nun ist es gesperrt.

Tipp 1: Bei bewusstem Factory-Reset: Vorher Google-Konto entfernen

Wird geplant, das Handy auf den Werkszustand zurückzusetzen, ist es eigentlich ganz einfach. Bei der ersten Aktivierung wird in der Regel ein Sicherungskonto eingerichtet, das Google-Konto. Selbst wenn E-Mail oder Apps aus dem Google Play Store keine Rolle spielen sollten, ist in den allermeisten Fällen ein Google-Konto mit dem Handy synchronisiert.

Um die automatische Geräte-Sperre nach dem geplanten Reset zu umgehen, muss das Google-Konto von dem Gerät entfernt werden. Wie das geht, wird in der folgenden Galerie erläutert.

Google-Konto von einem Smartpone entfernen

  • 1/4
    In den Einstellungen des Geräts sucht man den Menüpunkt "Konten"
  • 2/4
    Hier erscheint das Google-Konto, gegebenenfalls werden darunter auch WhatsApp, Facebook und Co. geführt. Diese müssen allerdings nicht extra gelöscht werden.

Nun ist auf dem Gerät gar kein Konto mehr gespeichert, dessen Passwort eingegeben werden kann. Wird nun der Factory-Reset durchgeführt, ist das Gerät ungeschützt und kann beim Neustart wie ein Neugerät eingerichtet werden. Dieses Vorgehen empfiehlt sich insbesondere bei einem Verkauf des Geräts, zum Beispiel über eBay, Social Media oder im Bekanntenkreis.

Tipp 2: Google-Passwort vergessen: Die Google Account-Wiederherstellung

Oft behält man sein Handy mehrere Jahre, in dieser Zeit wird sich um den – anfangs vielleicht in der Hast angelegten – Google-Account nicht gekümmert. Nun soll das Gerät neu aufgesetzt werden, ein paar Menüpunkte später wird auf den Werkszustand zurückgesetzt. Und nun greift wieder die Android Device Protection – nur das Passwort wurde im Laufe der Zeit vergessen.

Googles Diebstahlschutz ist engmaschig und will immer sicher gehen. Umgehen lässt sich die Geräte-Sperre ohne hohe Wissenschaft also nicht. Für den Normalnutzer bleibt also nur noch der Weg durch die unbequeme Account-Wiederherstellung, die Google anbietet. Hier wird durch ein Geflecht von Fragen verifiziert, dass vor dem Handy auch der rechtmäßige Konto-Eigentümer sitzt. Ist eine Handynummer hinterlegt worden, ist das Ganze einfacher – vorausgesetzt, man hat Zugriff auf ein Handy, das nicht das zwischenzeitlich gesperrte Gerät ist.

Achtung: Erneute Rücksetzung nach Passwort-Rücksetzung erst einmal gesperrt

Hat man das Passwort seines Google-Kontos wiederhergestellt, sollte beachtet werden, dass nun ein weiterer Sicherheitsmechanismus von Google greift. Nach erfolgreicher Änderung des Google-Passwortes – zum Beispiel durch die Account-Wiederherstellung und –Verifizierung – kann ein Handy mit diesem Google-Account 72 Stunden lang nicht noch einmal zurückgesetzt werden.

Tipp 3: Gesperrtes Gebrauchthandy wieder herstellen

Bei einem Gebrauchthandy, auf dem der Vorbesitzer sein Konto nicht gelöscht hat, gibt es allerdings keinen Weg, das Gerät alleine wieder instand zu setzen. Hier sollte der Vorbesitzer konsultiert werden, um das Problem gemeinsam zu lösen. Danach sollte sichergestellt werden, dass das Vorbesitzer-Konto vollends entfernt und ein eigenes Sicherungskonto auf dem Gerät eingerichtet wird. Der Vorbesitzer tut dann natürlich gut daran, seine Zugangsdaten aus Sicherheitsgründen zu ändern.

Ist der Vorbesitzer aus unerfindlichen Gründen nicht erreichbar, bleibt nur noch der Weg zum Hersteller. Hier ist allerdings nicht Google als Bereitsteller des Betriebssystems samt Geräteschutz-Funktion gemeint, sondern der tatsächliche Hersteller des Smartphones. Zum Beispiel Samsung, LG, Huawei oder HTC. Dabei kann eine Freischaltung beziehungsweise Rücksetzung veranlasst werden. Das heißt, der Hersteller spielt das von ihm modifizierte Android-Betriebssystem aus den eigenen Ressourcen flammneu auf das Handy, der Geräteschutz erlischt. Unter Umständen kann dies jedoch als Dienstleistung Kosten verursachen, denn die Hersteller-Garantie ist bei Gebrauchthandys meist ausgelaufen.

Weitere Tipps: Geräteschutz "OEM-Unlock" vor dem Werksreset aktivieren

Die Android Device Protection ist eine eher unbekannte Sicherheitseinstellung auf Google-Smartphones. Viele nutzer stoßen erst gar nicht auf die aktivierte Funktion. Auf herkömmlichen Wege kann sie nicht aufgerufen, modifiziert oder gar deaktiviert werden.

OEM-Unlock in den Android-Entwickler-Option
Bildquelle: inside-handy.de

Um hier Hand anzulegen, muss man die Option "Enable OEM Lock" auswählen. Diese findet man allerdings erst, wenn man das Handy zum Entwickler-Handy macht. Dies geht, indem man in den Geräteinformationen (Auch: "Über das Telefon") sieben Mal auf die Fläche "Build-Nummer" tippt. Es erscheint ein Hinweisfeld "Du bist jetzt Entwickler". In den nun freigeschalteten Entwickler-Optionen kann die Funktion "Enable OEM Unlock" angewählt werden, nach einem Warnhinweis, ist der Geräteschutz nun deaktiviert und der Werksreset kann vollzogen werden. Aber auch dieser Weg ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn der Vorgang vor der Rücksetzung vonstattengeht, nachträglich kann der Geräteschutz nicht deaktiviert werden.

Es ist offensichtlich: der automatische Google-Geräteschutz ist mitunter nervig, bringt Umstände und teils Verzögerungen mit sich. Allerdings hat Google hier, wenn auch nicht prominent kommuniziert, eine wirksame Datenschutz-Methode eingeführt, die einen Handy-Diebstahl weitgehend sinnlos macht. Der Dieb kann ein gestohlenes Handy mit Geräteschutz nämlich weder selbst benutzen noch vollwertig weiterverkaufen. Umso sorgsamer sollten die eigenen Daten also behandelt werden, vor allem sollte bewusst sein, dass das Google-Konto im Hintergrund weit mehr Funktionen erfüllt, als sämtliche Daten auszuspähen und an den Großkonzern zu vermitteln.

Handyschutz: Diese Schutzhüllen sind am besten ›


Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Tipps & Tricks, Android, Android Nougat, Apps & Software, Google, Mobilfunk-News

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