Handy verloren oder geklaut: So findet man es wieder

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Ein verlorenes Handy
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
Uhr, Taschenrechner, Kalender oder Navi – das Smartphone beinhaltet unzählige Funktionen und erleichtert den Alltag in vielerlei Hinsicht. Nicht auszumalen, wenn es verloren geht oder sogar geklaut wird. Die Redaktion von inside handy verrät, wie das Handy vor Fremdzugriffen gesichert wird, was im Ernstfall zu tun ist und wie es ein Wiedersehen mit dem geliebten iPhone, Windows Phone oder Android-Gerät geben kann.

Das Smartphone ist weg! Was tun beim ersten Schrecken?

„Hilfe, ich kann mein Smartphone nicht finden!“ Der Griff ins Leere der Jacken- oder Handtasche und das dabei auftretende Herzstolpern löst eines der unangenehmsten Gefühle aus, das Handybesitzer kennen. Auf einem Platz im Bus ist es in einem unachtsamen Moment aus der Hosentasche gerutscht, mal nutzte ein Dieb die Menschenmenge einer Großveranstaltung und schlug unbemerkt zu.

Die erste Idee: die eigene Nummer anrufen. Es ertönt ein Freizeichen, ein Hauch Erleichterung macht sich breit. Doch was tun, wenn daraufhin die Erkenntnis folgt, dass es gar keine Chance gibt, das Handy zu hören – denn schließlich hat man es zuvor auf lautlos gestellt!

Wie finde ich mein Handy wieder?

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, den Standort seines Handys abzufragen, allerdings müssen dafür zuvor Einstellungen vorgenommen worden sein.

Kostenlos und schnell das Handy orten

Um herauszufinden, ob das Handy wirklich verloren gegangen ist oder ob es doch nur verlegt wurde, haben sich Hersteller wie Apple, Samsung, HTC und Sony etwas für ihr iOS, Android oder Windows Phone einfallen lassen. Mit den integrierten Ortungsdiensten wurden gleichzeitig Möglichkeiten eingerichtet, die ein Smartphone bei Verlust wieder zum Vorschein bringen können. Über bestimmte Apps können Töne abgespielt oder der Standort eines Smartphones oder Tablets ausfindig gemacht werden.

Prinzipiell ist es erlaubt, sein eigenes Handy zu orten – wenn der Ortung vor dem Verlust auf dem Handy auch zugestimmt wurde. Eine heimliche Ortung ist strafbar und verstößt gegen die Datenschutzrichtlinien.

Handy orten: Apple / iOS

Über die auf dem Smartphone installierte App „Mein iPhone suchen“ kann nicht nur das Gerät genau geortet werden, sondern es ist auch möglich, Meldungen anzuzeigen oder alle Daten zu löschen. Auch ein Ton kann abgespielt werden. Das Gute an dieser Funktion: Der Ton erklingt auch dann, wenn das Smartphone auf lautlos gestellt ist. Dass es natürlich auch angeschaltet sein muss, erklärt sich von selbst. Im besten Falle hat sich damit die Suche erledigt und der Puls geht wieder in einen geregelten Rhythmus über.

Zwar ist die App standardmäßig vorinstalliert, doch ist zuvor eine Anmeldung beim iCloud-Dienst notwendig, um von einem anderen Handy oder einem Computer aus zu sehen, wo sich das iPhone, iPad, iPod touch oder Mac versteckt hat. Und im Modus „Verloren“ kann zum Beispiel das iPhone sofort gesperrt, und gleichzeitig weiterhin verfolgt werden. Auch, wo sich das Gerät befunden hat, ist nachvollziehbar. Ehrliche Finder können die eigenen Kontaktinformationen auf dem Sperrbildschirm sehen, sofern diese im Vorhinein ans Handy gesendet wurden. Auch ein Anruf vom gesperrten Bildschirm aus an die angegebene Kontaktnummer ist möglich, ohne auf die anderen Daten des Geräts zugreifen zu können. Die Funktion ist auch für das iPad, Mac-Rechner, AirPods und iPod verfügbar.

Mein Gerät finden von Apple im Einsatz
Bildquelle: inside handy

Handy orten: Hersteller wie Huawei, LG, Samsung, Sony und Xiaomi mit Android

Android Nutzer haben die gleichen Möglichkeiten über das Internet den Standort abzufragen, das Handy sperren oder alle Daten löschen zu lassen. Der Android Geräte-Manager ist in diesem Fall die richtige Anlaufstelle. Auf den meisten Android-Handys ist dieser schon vorinstalliert und erfordert lediglich eine Aktivierung in den Systemeinstellungen. Bei älteren Android-Versionen ist es möglich, diesen nach Anmeldung mit seinem Google-Account bei Google Play herunterzuladen (Find my Device). Ist die Anwendung dann installiert, kann die Funktion Handy orten dazu genutzt werden, um das eigene Gerät auf einer Landkarte zu finden. Eine recht große Einschränkung gibt es dennoch. So müssen auf dem Smartphone die Standortdaten (GPS) eingeschaltet sein. Ist dies nicht der Fall, kann das Handy nicht geortet werden.

Mit der Funktion „Daten aus der Ferne löschen“ werden alle Inhalte und Einstellungen vollständig entfernt. Eine Ortung des Handys ist im Anschluss nicht mehr möglich. Zuvor ist es möglich, die Inhalte über die Find-my-Device-Anwendung zu sichern. Das Praktische an dieser App ist, dass der aktuelle Akkuzustand des Smartphones einsehbar ist – demnach erhält man gleichzeitig Aufschluss darüber, wie viel Zeit für eine Entscheidung des nächsten Schrittes verbleibt.

Android Geräte-Manager im Einsatz
Bildquelle: inside handy

Handy orten: Microsoft / Windows Phone

Bei Windows-Smartphones sieht es genauso aus. Der Nutzer muss sich über das Microsoft-Konto anmelden und wird dann mit dem Microsoft-Konto auf dem Handy verbunden.

Alternative App zum Sperren und Orten – auch fürs iPhone

Wer bei Verlust doppelt auf Nummer sicher gehen möchte, für den dürfte „Avast! Mobile Security & Antivirus“ eine gute Wahl sein. Diese App ortet und sperrt nicht nur das Handy, gleichzeitig wird es auch noch vor Viren geschützt. Hier hat man die Wahl zwischen einer kostenlosen und einer Premium-Version, die vor allem im Bereich Handyortung und Diebstahl-Schutz punktet.

Um sich vor fiesen und zum Teil auch gefährlichen Trojanern zu schützen, gibt es eine Reihe weiterer schützender Apps. Empfohlen wird die Installation über den jeweiligen App-Account und nicht über verschiedene Online-Seiten – stellen diese doch eine größerer Gefahr dar, sich einen Virus einzufangen.

Für einen guten Allroundschutz sorgt die „Norton Mobile Security“. Die Premium-Version (Bezahl-Version) bietet neben der Fernsteuerungsfunktion ebenfalls einen Viren-Scanner und die Möglichkeit der Erstellung eines Backups vom PC aus. Norton Mobile Security nimmt zudem verschiedene Apps genau unter die Lupe und warnt vor Gefahren, wie beispielsweise Trojanern. Der integrierte Webschutz blockt gefährliche Seiten. Die App ist nicht nur mit Android-, sondern auch mit iOS-Handys kompatibel.

Eine kostenlose Alternative für Android ist die App „Prey Anti-Theft“. Allerdings muss diese Software vor dem Verlust installiert werden. Mit der App kann der Standort des Handys abgefragt oder dieses über die Ferne mit einem Passwort abgesichert werden. Der Standort lässt sich auch bei ausgeschaltetem GPS ermitteln, denn die App greift auf die Einstellungen des Gerätes zu und aktiviert das GPS eigenständig. Alle Daten lassen sich im Übrigen auch löschen.

Mittlerweile gelangen fünf bis zehn Prozent aller E-Mails in die falschen Hände. Die App „Lookout“ verhindert, selbst zu dieser Prozentzahl zu gehören. Sie prüft die E-Mail-Adressen auf Sicherheitsfaktoren – dank eines farbigen Balkens weiß man schnell die mögliche Gefahr einzuschätzen. Nutzer sehen zeitgleich, welche Apps auf den lokalen Standort oder die gespeicherten Kontakte zugreifen. Die App Lookout hat mit den anderen Sicherheits-Apps die Ortungsfunktion gemein: bei Verlust des Handys ist über ein zweites Gerät der Standort ersichtlich. Ist der Akku schwach, sendet Lookout eine E-Mail mit dem letzten erfassten Standort des Handys an den Besitzer.

Die kostenlose App „Baidu Antivirus“ möchte für eine schnelle und effektive Angriffserkennung sorgen und soll es Angreifern nahezu unmöglich machen, an die Daten zu gelangen. Egal für welche App der Nutzer sich entscheidet, eine Sache ist gerade bei Verlust des Gerätes definitiv wichtig: Das Handy und vor allem die Daten vor Unbefugten zu schützen.

Smartphone verloren? – Was zu tun ist…

Telekom, Vodafone und O2 bieten Schutz vor unbefugtem Zugriff

Sobald der Verlust bemerkt worden ist, sollte unverzüglich der jeweilige Mobilfunkanbieter kontaktiert werden. Denn wenn das Smartphone erst einmal in die Hände eines Diebes gelangt ist und dieser sich Zugriff auf private Daten verschafft hat, kann das fatale Auswirkungen haben: Ein Missbrauch könnte nicht nur erheblich das Konto belasten, auch vertrauliche WhatsApp-Nachrichten oder E-Mails wären nicht mehr sicher. Nicht auszudenken, welche Folgen es haben könnte, würden gespeicherte Passwörter verschiedener Accounts und vielleicht sogar der Bank-App genutzt werden.

Ob Telekom, Vodafone, o2 oder ein anderer Anbieter, alle bieten online eine Verlustmeldung und eine Sperrung an. Seit dem 1. Juli 2005 gibt es eine bundesweite Telefonnummer des Sperr-Notrufs, an die sich Verbraucher bei einem Karten-Verlust wenden können, um die Karte zu sperren. Neben EC-Karten, können auch einige SIM-Karten mit dem Dienst gesperrt werden. Die Wunder-Nummer lautet: 116 116.

Sollte eine Software, die Daten aus der Ferne löscht, nicht installiert sein, sollten Nutzer Passwörter für Apps wie zum Beispiel Facebook oder Amazon ändern. Somit kann der Dieb ihre Daten nicht sehen, da er zuerst das neue Passwort eingeben muss. Außerdem sollten auch E-Mail-Passwörter und das Passwort der Cloud abgeändert werden.

Trotz verlorenen Handys die Nummer behalten?

Der größte Schaden ist vermieden, wenn man bei Verlust oder Diebstahl des Handys entweder im Internet, im Handy-Shop oder die Service-Hotline des Anbieters angerufen wurde und die SIM-Karte sperren ließ. Im gleichen Zuge bietet es sich direkt an, Ersatz für die verloren gegangene SIM-Karte zu ordern, sofern der Anbieter bestehen bleiben soll – nach wenigen Tagen liegt die Karte in der Post. Nur noch eine telefonischen Freischaltung ist nötig und Freunde und Familie erkennen die gewohnte Rufnummer wieder. Der Ersatz der SIM-Karte ist allerdings mit Kosten verbunden. Wie hoch der Betrag ausfällt, ist von dem Tarif abhängig. Bei offen gebliebenen Fragen kann ein Anruf im jeweiligen Kundencenter die erhofften Antworten liefern.

Handy verloren: Rufumleitung einrichten

Obwohl eine Rufumleitung nicht gerade dabei hilft das eigene Handy wiederzufinden, kann diese durchaus dazu beitragen, die Smartphonelose-Zeit möglichst bequem zu überstehen. Ganz so einfach lässt sich dies jedoch nicht einrichten, denn die üblichen Wege – mit Handy-Codes oder über die Einstellungen in der Telefonie-App – lassen sich ohne Handy und SIM-Karte nicht nutzen. Eine alternative Methode gibt es allerdings immer und das trifft auch bei der Rufumleitung zu. So können Betroffene die Anrufweiterleitung manchmal direkt in der Service-Welt (im Browser) des eigenen Mobilfunk-Anbieters ändern. Dafür braucht man lediglich den eigenen Benutzernamen beziehungsweise die eigene Handynummer sowie das dazugehörige Passwort. Falls diese Funktion jedoch nicht zur Verfügung steht, bleibt noch die Möglichkeit sich beim Kundendienst des Mobilfunkproviders zu melden und die Rufumleitung „manuell“ zu beantragen. Authentifizieren muss man sich allerdings auch hier. Zusätzlich sollte man hier auf die möglichen Kosten achten, denn der Anrufer rechnet damit, mit der alten Rufnummer verbunden zu werden. Im Zweifellfall lohnt es sich immer, das Telefonat nicht anzunehmen und den Anrufer im Nachhinein selbst zu kontaktieren.

Handy orten: Die Polizei kann nur bedingt helfen

Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus: „Polizeioberkommissar Matthies, wir müssen eben schnell das Handy des Vermissten orten!“ Nur ganz so einfach wie man sich das vorstellt, funktioniert das im wahren Leben leider nicht. Das Orten des Handys über die Polizei geschieht nur bei Lebensbedrohung einer Person oder im Zuge einer weiteren Straftat. So paradox es klingt, aber für eine Ortung wird die Zustimmung desjenigen benötigt, der „die tatsächliche Gewalt über die Sache“ ausübt und der ist … richtig: der Dieb.

Die Polizei, dein Freund und Helfer? Es gibt eine andere Möglichkeit, bei der die Polizei beim Verlust des Mobiltelefons helfen kann: Eine Anzeige gegen Unbekannt! Gibt nun ein ehrlicher Finder das Smartphone in einem Fundbüro oder einer Polizeidienststelle ab, kann der Besitzer über die Seriennummer (siehe unten) ermittelt werden. Die Chancen mit der polizeilichen Registrierung einen potentiellen Diebstahl aufzuklären, gehen aber leider gegen Null. Denn wer ein teures Handy verliert, darf in der Regel nicht darauf hoffen, dass es wieder abgegeben wird.

Wo finde ich die IMEI- oder Seriennummer?

Neben den Rachegelüsten an den Missetätern wollen viele Besitzer ihr Handy einfach nur wieder haben. Die Seriennummer hilft dabei, das Handy wieder zu finden – umso wichtiger, dass man weiß, wie man an sie kommt. Die IMEI (International Mobile Equipment Identity) dient dazu, den Täter zu überführen und mit ihm das Handy aus der Versenkung auftauchen zu lassen. Die IMEI eines Mobiltelefons kann durch die Eingabe *#06# im Telefonnummernfeld abgefragt werden. Bei vielen Handys findet man die IMEI-Nummer auch auf dem Typenschild, das meistens unter dem Akku ist. Mehr zum Thema IMEI hat die Redaktion von inside handy in einem separaten Magazin-Artikel ausführlich zusammengestellt:

Sollte der Dieb oder ein unehrlicher Finder nun die SIM-Karte austauschen, schicken je nach Hersteller (Samsung: „Find my Mobile“ oder Apple „Mein iPhone suchen“) das Betriebssystem oder eine vorab installierte App automatisch eine Benachrichtigung mit der neuen Handynummer des Diebes an eine durch den Besitzer vorher festgelegte andere Nummer. Alle Einstellungen müssen dafür vor dem Verlust getätigt und der Fernzugriff aktiviert worden sein. Dann kann die Polizei den Dieb im besten Falle schnell überführen.

Handy verloren – was passiert mit den WhatsApp-Chats?

WhatsApp gehört zu den beliebtesten Messengern für Android, iOS oder Windows. Wichtige Nachrichten werden heutzutage nicht mehr nur per E-Mail ausgetauscht, sondern auch über WhatsApp. Wenn nun aber der Super-GAU passiert ist und das Handy geklaut wurde – oder einfach nicht mehr aufzuspüren ist – muss schnell gehandelt werden. Denn die möglichen Folgen eines Handy-Verlusts sind vielfältig, dazu zählt auch die unrechtmäßige Nutzung des WhatsApp-Accounts.

Der erste und wichtigste Schritt ist die SIM-Kartensperrung beim Mobilfunk-Anbieter – diese bewirkt, dass der Dieb mit dem fremden Handy keine SMS oder Telefonanrufe mehr empfangen kann. Da der Empfang notwendig ist, um WhatsApp zu nutzen, ist eine Verifizierung dann nicht mehr möglich. Dies deaktiviert jedoch noch nicht den WhatsApp-Account auf dem verlorenen Smartphone. Mit einer neuen SIM-Karte und identischer Telefonnummer, die bei dem jeweiligen Mobilfunkanbieter beantragt wird, kann WhatsApp wieder aktiviert werden. Chats werden auf Basis des zuletzt erstellten Chat-Backups angezeigt, das WhatsApp in der Cloud des jeweiligen Betriebssystem-Herstellers (Google: Google Drive; Apple: iCloud; Microsoft: OneDrive) anlegt. Das ist die schnellste Möglichkeit, den WhatsApp-Account auf dem gestohlenen Handy zu sperren – der Grund dafür ist, dass der Messenger nur auf einem Telefon mit einer Nummer aktiv sein kann.

Falls es nicht möglich ist, WhatsApp unter der alten Handynummer auf einem neuen Gerät zu aktivieren, sollte direkt das Support-Team von WhatsApp kontaktiert werden. Der Dieb hat jetzt zwar keinen Zugriff mehr über die mobilen Daten, jedoch kann er sich bei vorhandenem WLAN „einwählen“. Um genau das zu verhindern, steht das Support-Team 24 Stunden parat, und schon innerhalb von zwei Stunden ist der Account gesperrt.

Deaktiviert bedeutet allerdings noch nicht, dass der Zugang komplett gelöscht ist – das dauert 30 Tage. In dieser Zeit werden weiterhin Nachrichten von Freunden oder Kollegen empfangen. Möchte man die Chats konservieren, hat man nur noch in der Zeit die Chance diese beispielsweise via Google Drive abzusichern. Nach der 30-Tage-Frist kann WhatsApp die Chat-Verläufe des gestohlenen Smartphones nicht mehr speichern oder wiederherstellen.

Ein weiterer Tipp: Eine Bildschirmsperre kann Diebe davon abhalten, auf die Daten des Smartphones zu zugreifen. Außerdem erschwert die Sperre dem Dieb, das Gerät in den Werkzustand zurückzusetzen.

Handy verloren – kommt die Versicherung dafür auf?

Smartphones können mittlerweile mehr als ein Kurzurlaub kosten. Um so ärgerlicher, wenn es abhanden kommt. Beim Kauf wird gerne eine Versicherung zu dem Mobiltelefon angeboten – nicht immer schließt man diese ab, in der Regel um Kosten einzusparen. Insbesondere bei neuen Smartphones lohnt sich aber eine Handyversicherung. Aber haftet eigentlich die Versicherung, wenn das Smartphone einfach aus der Tasche rutscht oder durch die Vibration vom Wandregal ins Waschbecken fällt? Wichtig zu wissen: Versicherungen zahlen nur, wenn der Nutzer nicht grob fahrlässig handelt.

Hilfreich ist in jedem Falle, bei einem Diebstahl Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Mithilfe der Anzeigenbescheinigung oder hilfsweise der sogenannten Tagebuchnummer kann der Schaden geltend gemacht werden – sofern eine Versicherung vorab abgeschlossen wurde und entsprechende Kriterien erfüllt sind. Wird mithilfe des Handys Schindluder getrieben, kann mit einer Anzeige nachgewiesen werden, dass das Gerät zum fraglichen Zeitpunkt bereits gestohlen gemeldet war.

Übrigens: Nicht immer ist die Handyversicherung die richtige Anlaufstelle. Je nach Art sollte man sich an die Hausratversicherung (zum Beispiel Wohnungseinbruch) oder Reisegepäckversicherung wenden. Die Schadensmeldung des gestohlenen Handys muss innerhalb von drei Werktagen bei der Versicherung vorliegen.

Der beste Tipp kommt zum Schluss: Nur die Hälfte der abgegebenen Handys im Fundbüro der Deutsche Bahn werden abgeholt. Bedeutet: Je nachdem, welche Orte in der Zeit aufgesucht wurden, in der das Handy abhandenkam, kann ein Anruf im Fundbüro wahre Wunder bewirken.

Zusammenfassung: Liste zum schnellen Reagieren

Falls man das eigene Handy verloren hat oder es geklaut wurde, zählt unter Umständen jede Minute. Damit der Nutzer in einer solchen Situation nicht lange überlegen muss, was zu tun ist, hat die Redaktion von inside handy Erste-Hilfe-Liste erstellt:

1. Handy anrufen

Der schnellste Weg zur Lösung des Problems ist gleichzeitig der einfachste. Zunächst sollte man schlicht eine Person in der Nähe darum bitten, die eigene Nummer anzurufen und das Smartphone so zu lokalisieren. Falls dies nicht klappt – weil das Mobiltelefon beispielsweise auf Lautlos gestellt wurde – folgt Schritt zwei.

2. Handy orten

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten das eigene Handy orten zu können. Meist über eine offizielle Hersteller-Anwendung oder über die Apps von Drittanbietern. Falls sich das Smartphone in der Nähe befindet, kann dieses oftmals über dieselbe App angewählt werden. In diesem Fall klingelt das Handy unabhängig davon, ob es auf Stumm geschaltet wurde oder nicht.

3. Eigene Daten sichern

Das Problem bei den meisten Ortungs-Apps ist, dass diese meist noch vor dem Verlust des Smartphones eingerichtet werden müssen. Falls man dies nicht gemacht hat, muss man also zunächst den Schaden begrenzen. Die einfachste Methode dies zu tun ist der Sperr-Notruf (116 116) oder der Kundendienst des eigenen Mobilfunk-Providers. So kann die Mobilfunkkarte schnell gesperrt und den Nutzer vor möglichen Kosten geschützt werden.

4. Polizei kontaktieren

Zwar ist es für die Polizei nur bedingt möglich, das gestohlene oder verlorene Smartphone wiederzufinden, trotzdem sollte man eine Anzeige gegen Unbekannt stellen. Zum einen kann das Handy so schnell zum Besitzer zurückkehren, falls ein ehrlicher Finder das Gerät bei der Polizei abgibt. Zum anderen kann eine solche Strafanzeige bei den Gesprächen mit der Versicherung helfen.

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