SIM-Karten: Mini-SIM, Micro-SIM, Nano-SIM, eSIMDas sind die unterschiedlichen SIM-Karten fürs Handy

vom 24.04.2017, 10:33
Samsung-Speicherkarte, Vodafone SIM-Karte und Nubia Z11
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Ein kleines Stück Plastik mit erstaunlich viel Technik. Viele Jahre lang hatte man sich an die gute alte SIM-Karte in Scheckkarten-Größe gewöhnt. Seitdem werden die Smartphones immer flacher und die Karten auch. Auf die Standard-SIM folgte die bekannte Mini-SIM. Doch es geht noch kleiner. Die Redaktion von inside-handy.de fasst in einem Überblick die verschiedenen Größen zusammen und erklärt, wie sich die Karten zurechtschneiden lassen.

Wofür steht SIM eigentlich?

Im Prinzip funktionieren die kleinen Chipkarten ähnlich wie die bekannten Krankenkassen- und Bankkarten. Mithilfe eines Endgerätes (Handy, Lesegerät, etc.) kann der teils feste sowie teils veränderbare Speicherchip gelesen und notwendige Daten sowie Informationen übermittelt werden. Die vom Benutzer individuell beschriebenen Speicherteile lassen sich beispielsweise für die persönliche PIN oder für Rufnummern verwenden. Darüber hinaus können Verbindungsdaten und weiterer Speicherplatz für SMS, Kontakte und Notizen genutzt werden.

Die SIM-Karte dient demnach als Bindeglied zwischen jedem Teilnehmer und dem jeweiligen Netz des Mobilfunkanbieters. Daher leitet sich auch der Name "SIM-Karte" ab, deren Nomenklatur aus dem Englischen kommt und subscriber identity module, was frei übersetzt so viel wie "Teilnehmer-Identifikationseinheit", bedeutet. Die SIM-Karte, im jeweiligen Gerät eingesteckt, erlaubt es dem Teilnehmer, sich zu identifizieren und in das Funknetz einzuwählen.

Übersicht der Standard-SIM-Karten – Von klein bis groß

Smartphone, Tablet, Internet-Stick oder mobiler WLAN-Router: Jedes Endgerät, mit dem man mobil telefonieren oder im Internet surfen will, möchte eine SIM-Karte sehen. Während es vor einigen Jahren nur einen Standard gab, ist man heute mit mehreren Formaten konfrontiert, sobald ein neues Smartphone oder ähnliches gekauft wird. Besonders die Größe der SIM-Karte hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Es ist daher gut möglich, dass eine ehemals standardisierte SIM nicht mehr in das neueste Gerät passt. Das Format der Karte ist dabei abhängig vom Handy. 

Die Größe des SIM-Karten-Chips hat sich kaum verändert, sondern eher die Dimension des "Rahmens", also der Plastik-Ummantelung. Mit steigender Komplexität moderner Smartphones und Tablets und einem speziellen Anspruch an das Design (je schmaler, desto ansprechender) musste die SIM-Karte nach und nach zugunsten der Technik und Optik kleiner werden. Jeder Millimeter wurde akribisch ausgenutzt. Noch winziger als die Nano-SIM kann die SIM kaum werden – schon jetzt fällt es vielen Kunden schwer, mit der fingernagelgroßen Karte zu hantieren.

Grundsätzlich gibt es heute vier Standardgrößen: Die Full-Size-SIM (der ehemalige Klassiker im Scheckkartenformat), die Mini-, die Micro-, sowie die Nano-SIM.

Full-Size-SIM

In der Anfangszeit des Mobilfunks waren SIM-Karten so groß wie eine Scheckkarte oder die klassische Telefonkarte. Diese Größe ist auch bekannt unter dem Namen "Full-Size-SIM". Später wurden die großen Karten mit einer Stanzung ausgeliefert, sodass das nächstfolgende Mini-SIM-Format aus der gelieferten Vorlage herausgebrochen werden konnte. Heutzutage findet man eine SIM-Karte in diesem Format aber eher im Museum.

SkySIM CX Hercules SIM-Karte
Bildquelle: Giesecke & Devrient

Mini-SIM (als Standard-SIM bekannt)

Im ersten Moment verwirrt der Name Mini-SIM. Schaut man allerdings auf den Vorgänger im Kreditkartenformat, ist die Bezeichnung nachvollziehbar. Die Mini-SIM wurde aufgrund der immer schmaler werdenden Mobiltelefone entwickelt – um Platz zu sparen und Raum für mehr Technik zu schaffen. Die 25 x 15 x 0,76 Millimeter kleine Karte passte nahezu in alle Handys, weshalb sie auch als Standard-SIM bekannt ist. Wenn heute vereinfacht von der SIM-Karte gesprochen wird, ist in der Regel die populäre Mini-SIM gemeint.

Rufnummermitnahme
Bildquelle: inside-handy.de

Bekannte Handys, die Mini SIM nutzen:

Micro-SIM

Die seit 2010 im Einsatz befindliche Micro-SIM ist eine kleinere Variante der bisher verwendeten Mini-SIM-Karte. Apple war mit seinem iPhone 4 und dem iPad Vorreiter für das neue SIM-Karten-Format. Mit einem Maß von 15 x 12 x 0,76 Millimetern belegt sie noch einmal weit weniger Platz. Der Unterschied zwischen der Micro-SIM und Mini-SIM liegt in den meisten Fällen einzig in der Größe der Plastik-Ummantelung, nicht aber in dem enthaltenen Chip, welcher die relevanten Informationen für die Mobilfunknutzung enthält. Wurden ältere Mini- und Micro-SIM-Karten noch mit acht Kontaktflächen verwendet, verringerte sich mit der Zeit die Anzahl der Kontakte auf sechs.

Seit der Einführung der Micro-Variante ist jede SIM abwärts kompatibel – der Nutzung von Micro- oder Nano-Karten in älteren Geräten steht nichts im Wege. In den letzten Jahren entwickelten sich die Micro-SIMs für aktuelle Tablets und Smartphones immer mehr zum Standard.

Micro-SIM-Karte
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Micro-SIMs werden unter anderem in folgenden Geräten eingesetzt:

Nano SIM

Zwei Jahre nach Erscheinen der Micro-SIM erblickte die Nano-SIM das Licht der Welt. Fast vollständig wurde auf die Plastikumrandung des Chips an den Seiten verzichtet. Nur noch der Chip selbst ist übrig geblieben. Die Nano-Sim ist 60 Prozent kleiner als die Micro-SIM und damit kleiner als der Fingernagel des kleinen Fingers. 12,3 x 8,8 x 0,76 Millimeter misst sie gerade einmal.

Wieder einmal hatte Apple die Nase vorn im Bezug auf die Miniaturisierung - erstmals wurde die Nano-SIM 2012 im neuen iPhone 5 eingesetzt.

Auch wenn die Nano-SIMs insgesamt noch nicht am häufigsten verbreitet sind, setzen viele moderne Smartphones schon auf die Größe: Tendenz steigend.

Nano-SIM aus einer Micro-SIM-Karte gestanzt
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de

Bekannte Handys, die die Nano-SIM nutzen:

Schon mal von der eSIM gehört?

Kleiner können die SIM-Karten nicht mehr werden. Wie sieht also die nächste Generation aus? Alles soll einfach, flexibler und mobiler werden. Verschiedene SIM-Karten-Formate sind dann nicht mehr notwendig. Wie das funktioniert? Die sogenannten eSIM-Karten stellen die neuste Klasse von SIM-Karten dar und setzen auf ein komplett neues Konzept: die elektronische Übertragung. Alle relevanten Infos, die den Nutzer für den Zugang zum Mobilfunknetz identifizieren, befinden sich dann nicht mehr auf einer physischen Karte – das Wechseln und Einlegen entfällt. Ein integrierter Chip, also die eSIM, wird fortan von außen programmiert. Und genau für diese Technik wurde das "e" in eSIM verwendet – "embedded" steht für die bereits integrierte SIM-Karte im Gerät.

Carsten Ahrens vom eSIM-Hersteller Giesecke & Devrient stellt auch heraus, dass die Sicherheit bei der eSIM-Karte einen hohen Stellenwert hat: "Die eSIM funktioniert wie ein sicherer Kleinstcomputer, der sensible Daten verschlüsselt in seinem SIM-Speicher aufbewahrt, auf den wiederum nur über die entsprechenden Schlüssel zugegriffen werden kann. Dadurch sind alle Daten wirkungsvoll vor Manipulations- und Kopierversuchen geschützt."

Dank der eSIM können nicht nur Smartphones ausgestattet werden, sondern auch kleine Geräte wie ein Fitnessband oder eine Smartwatch – die Verbindung in das mobile Netz ist jederzeit möglich. Vodafone ging im März 2016 als erster Betreiber mit den SIM-Karten an den Start. Zur gleichen Zeit begann der Verkaufsstart der Samsung Gear S2 classic 3G, die ebenfalls die Technologie unterstützt.

Vodafone eSIM
Bildquelle: Vodafone

In den neuesten Apple-Geräten, wie dem iPad Air 2 und iPad Mini 3 und 4 ist neben dem Fach für eine SIM-Karte aus Plastik auch Platz für eine eSIM. Auch das iPad Pro 9,7 Zoll LTE verfügt über die Möglichkeit, sowohl die bekannte SIM-Karte als auch die fest integrierte Apple-SIM zu nutzen.

Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis sich die eSIM etabliert und eine Ergänzung zu den bestehenden Karten darstellt.

Übersicht: Die Daten der verschiedenen SIM-Kartenformate

BezeichnungMaße (HxBxT)FormfaktorStandardErschienen
Standard SIM 85 mm x 54 mm
x 0,76 mm
(1)FF ISO/IEC 7810:2003,ID-1 1991
Mini SIM 25 mm x 15 mm
0,76 mm
2FF ISO/IEC 7810:2003,ID-000 1996
Micro SIM 15 mm x 12 mm
0,76 mm
3FF ETSI TS 102 221 VP.0.0,
Mini UICC
2003
Nano SIM 12,3 mm x 8,8 mm
0,67 mm
4FF ETSI TS 102 221, TS 102 221
V11.0.0
2012
Embedded SIM Embedded SIM Kompatibel mit 2FF-
und 3FF-Karten
JEDEC Design Guide 4.8, SON-8 2016

Der Formfaktor stellt das Format der SIM-Karte und die Nummer 2FF, 3FF, etc. die jeweilige Generation des Formfaktors dar. Beispiel: 2FF = "Second Form Factor" (2. Formfaktor = Mini SIM).

Kompatibilität der SIM-Karten

Erhält heute ein Kunde beim Abschluss eines neuen Vertrages vom Netzbetreiber eine Mini-SIM-Karte, so hat diese meist eine Stanzung - je nach Bedarf kann so die SIM-Karte im gewünschten Format an der vorgefertigten Linie vorsichtig herausgebrochen werden. Das Ergebnis: Der Kunde hält nun eine Micro-SIM-Karte in den Händen. Diese Art der SIM-Karte ist auch als Kombi-SIM, Multi-SIM, Hybrid-SIM-Karte oder auch als 2-in-1-SIM bekannt.

3-in-1-SIM-Karte von O2
Bildquelle: O2 Blog

Handybesitzer, die für ihr neues Smartphone eine kleinere Variante der SIM-Karte benötigen und keine gestanzte Karte vorliegen haben, können sich in der Regel direkt an ihren Mobilfunkprovider wenden. Diese übernehmen, meist kostenlos, den Tausch einer normalen Mini-SIM in eine Micro-SIM oder eine Nano-SIM. Die Telefonnummer bleibt unverändert.

Wer den Umtausch auf diesem sichersten Weg nicht wahrnehmen möchte, weil es eilt – es können einige Tage vergehen, bis der Anbieter die neue SIM verschickt und sie beim Kunden eintrifft – kann mithilfe einer Schablone einen Zuschnitt vornehmen. Wie man genau eine SIM zuschneiden kann, ist im Folgenden erläutert.

Micro-SIM-Karte selber zurechtschneiden: Soll ich wirklich?

Bevor man sich an das Zurechtschneiden auf eigene Faust wagt, sei noch erwähnt, dass auch Technik-Shops, Technik-Warenhäusern und Telefon-Shops meist in der Lage sind, die SIM-Karte in die gewünschte Größe zu bringen. Sobald allerdings die seitens der Hersteller oder Mobilfunk-Anbieter original übermittelte SIM-Karte in ihrem ursprünglichen Zustand verändert wird, erlöscht die Garantie. Zudem besteht auch immer ein gewisses Risiko beim Zuschneiden. Es kann passieren, dass die Karte beschädigt wird und sie im Anschluss nicht mehr einwandfrei funktioniert. Vorsicht ist geboten.

Wer unbedingt ein Schneidwerkzeug in die Hand nehmen will, kann zur Schere greifen – obwohl diese sehr wahrscheinlich zu einem unsauberen Ergebnis führt. Mit einem Micro-SIM-Locher (auch SIM-Stanze oder SIM-Cutter genannt) gelingt der Zuschnitt noch am sichersten. In Online-Shops sind die SIM-Locher bereits für unter 10 Euro zu bekommen. Die Schnittreste sollte man nicht unbedacht wegschmeißen und lieber aufbewahren – wer weiß, eventuell benötigt man zu einem späteren Zeitpunkt wieder seine klassische SIM-Karte. Die "Rück-Verwandlung" lässt sich dann relativ unproblematisch ausführen.

SIM-Karten stanzen - so sieht es aus

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    SIM-Karten stanzen - so sieht es aus
    Ein SIM-Karten-Stanzer
    Bildquelle: David Gillengerten / inside-intermedia.de
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    SIM-Karten stanzen - so sieht es aus
    Die Stanzer finden sich vor allem bei Fachhändlern
    Bildquelle: David Gillengerten / inside-intermedia.de

Micro-SIM-Karten sind bereits ziemlich klein. Wer über das nötige Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand verfügt, der kann, ausgestattet mit einem Cutter-Messer und einer Schablone als Hilfsmittel, das erwünschte Ergebnis realisieren. Eine Vielzahl an Anleitungen für Bastler zum Selbstbau finden sich im Internet. Von dieser Methode rät inside-handy.de jedoch wegen der hohen Fehlerqoute insbesondere ungeübten Bastlern ab.

Natürlich gibt es auch durchaus den Fall, dass die vorliegende SIM-Karte zu klein ist und diese wieder auf ein größeres Format gebracht werden muss. Ein sogenannter SIM-Karten-Adapter, erhältlich in diversen Online-Shops und stationären Multimediageschäften, hilft, eine Nano-SIM in eine Micro-SIM oder eine Micro-SIM in eine Mini-SIM zu verwandeln oder sogar aus einer Nano-SIM wieder eine Mini-SIM herzustellen.

SIM-Karten Schablonen
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de
Neues Handy sofort nutzen dank gestanzten SIM-Karten ›


Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Mobilfunktechnik, Handys, Mobiles Internet, Smartphones, Tablets, Technik, Wearables

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