Tipps & Tricks iOS- oder Android-Smartphone verkaufen Handydaten sicher und endgültig löschen - so geht's

vom 15.01.2018, 08:28
Handy sicher löschen

Das Smartphone ist in den letzten Jahren zum wichtigsten Begleiter des Alltags avanciert. Erwägt man den Verkauf seines Smartphones, sollten alle Daten gelöscht werden. Wer annimmt, diese würden nach dem Löschen ins Nirvana verschwinden, der irrt leider. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt, wie Handydaten mit Android und iOS sicher gelöscht werden können – auch wenn das Display kaputt ist.

Wenn Daten in die falschen Hände gelangen

Man meinte es gut, wollte mit dem Verkauf des alten Smartphones oder Tablets im Internet sowohl der Umwelt als auch dem Geldbeutel etwas Gutes tun und der Wegwerfmentalität ein wenig entgegensteuern. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche bösen Überraschungen ein leichtfertiges Vorgehen beim Wiederverkauf des Smartphones mit sich bringen kann. Da landen auf einmal die privaten Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken, Bankdaten werden missbraucht, Passwörter gehackt, Bestellungen über das Amazon-Konto getätigt und allen E-Mail- und SMS-Kontakten beleidigende Nachrichten geschrieben. Die Vorstellungskraft der meisten Menschen reicht selten aus, die wahren, teilweise unglaublichen Szenarien nachzustellen. Dabei sind solche Ereignisse gar nicht so abwegig, denn einzig das System auf Werkeinstellung zurückzusetzen reicht oft nicht. Deshalb sollte vor dem Verkauf von Smartphone und Tablet etwas Zeit genommen und die Daten sicher gelöscht werden. Denn kaum ein Gerät weiß so viel über den Besitzer, wie sein Handy.

Datendieben keine Chance geben

Die heutigen Betriebssysteme sind clever. Um keine Ressourcen zu verschwenden, werden die Bereiche auf denen sich bereits gespeicherte Daten befinden beim Löschen zur erneuten Nutzung, das heißt zum Wiederbeschreiben freigegeben. Die bekannte Systemfunktion "Auf Werkseinstellungen zurücksetzen", die über die Menüsteuerung eines Smartphones oder Tablets zu finden ist, löscht gleichzeitig alle privaten Daten im Gerätespeicher - etwa die Verknüpfung zum Apple- oder Google-Konto, Fotos, Adressen und die heruntergeladenen Apps. Nichts davon muss einzeln entfernt werden. Das große ABER folgt allerdings auf dem Fuße. Ganz gleich ob Smartphones, Tablets, Festplatten oder Speicherchips, die Funktion löscht hierbei zwar das Inhaltsverzeichnis, also die Verweise und Namen der Daten im Betriebssystem sehr zügig, nicht aber die eigentlichen Daten.

Das Löschen wird nur sehr oberflächlich durchgeführt. Solange diese "theoretisch gelöschten" Daten nicht überschrieben werden, bleiben die Daten erhalten – eine zeitliche Befristung gibt es nicht. Noch Jahre danach kann durch diese Mechanik oberflächlich gelöschtes Material, wie der Browserverlauf, Familienvideos, Kontakte, Bankdaten, Logins und dergleichen von Dritten aus dem digitalen Reich der Toten zurückgeholt werden. Ein Anwender, der sich dafür interessiert, kann die Informationen von einem so oberflächlich gelöschten Gerät problemlos wiederherstellen. Obwohl Tools wie "Mobikin Doctor" für Android oder "iPhone Data Recovery" mit der Absicht entwickelt wurden Nutzerdaten bei Datenverlust wiederherzustellen, besteht die Möglichkeit der Zweckentfremdung. Je höher dabei die Datenwiederherstellungsrate, also der Erfolg ist, desto größer ist die Chance das solche Anwendungen missbräuchlich verwendet werden. Diesem Sachverhalt kann vorgebeugt werden. Mit folgenden Möglichkeiten kann der Nutzer aktiv dazu beitragen, dass Datendiebe mit dem eigenen Smartphone oder Tablet keinen ganz dicken (Daten-)Fisch an Land ziehen

Daten richtig schützen: So geht's bei iOS und Android

Für ein tiefgründiges Löschen, müssen alle Bits und Bytes der gelöschten Datei neu beschrieben werden. Dieses "physikalische Löschen" garantiert, dass Daten nicht wiederhergestellt werden können. Wurde der Prozess des Zurücksetzens erst einmal abgeschlossen, verschwinden die Daten bekanntermaßen auf dem aktuellen Gerät auf jeden Fall unwiderruflich.

Schritt 1: Daten sichern

Bei allem Enthusiasmus sollte vor dem Löschen der Handydaten nicht vergessen werden, ein Backup, also eine Sicherung der wertvollen Inhalte auf dem Telefon, durchzuführen. Um beim Wechsel auf ein anderes Smartphone oder Tablet nicht den Zugriff auf wichtige Adressen und SMS-Nachrichten zu verlieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können die privaten Daten mithilfe von Apps wie "SMS Backup+" oder "SyncDroid" auch lokal gesichert werden. Es genügt im Anschluss eine E-Mail, in der man die eigenen im Cloud-Speicher abgelegten Daten beifügt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, ein Backup in den Einstellungen unter “Sichern und Zurücksetzen” oder unter "System" und "Sicherung" zu erstellen. Dafür wird entweder ein Konto des Herstellers (etwa Samsung oder Nokia) oder das Google-Konto genutzt, welches zu diesem Zweck eingerichtet worden sein sollte.

An dieser Stelle sei noch ein wichtiger Hinweis gegeben: Heutzutage ist es üblich, Daten nicht mehr lokal, sondern extern in einer Cloud abzuspeichern. Das Praktische dabei ist, dass Nutzer unabhängig vom Ort und Gerät auf ihre Inhalte zugreifen können. Werden alte Smartphones oder Tablets allerdings ausgetauscht oder ausgemustert, geraten die in der Cloud und auf dem Gerät selbst hinterlegten Daten schnell in Vergessenheit. Die Folge könnte ein regelrechtes "Daten-Desaster" sein, regt der eco-Verband zum Nachdenken an. Die sicherste Variante ist es, den Zugriff auf die Cloud zu sperren, indem das Smartphone oder Tablet auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wird.  Mehr Informationen zum Thema Cloud-Einstellungen sind hier zu finden. Auch Backups sollten entfernt werden, nachdem eine aktuelle Sicherung erstellt wurde. In der Regel ist die alte Sicherungskopie hinfällig und wird nicht mehr benötigt. Das schont den Speicherplatz und sorgt für bessere Übersichtlichkeit.

Schritt 2: Geräte-Daten verschlüsseln

Auf die Sicherung der Daten folgt noch vor dem Löschen deren Verschlüsselung. Nutzer von Apple Smartphones und Tablets haben es hierbei am einfachsten. Sie gelten unter Experten als so sicher, dass selbst das FBI Probleme hat, an verschlüsselte Daten zu gelangen. Möglich macht das AES-256, ein Verschlüsselungsstandard, der nur sehr schwer zu knacken ist und somit einen hohen Schutz vor Datenspionage bietet. Die Kalifornier lieferen ihre Produkte standardmäßig mit verschlüsseltem Speicher aus. Dieser sorgt dafür, dass die Daten auf dem iPad und ab dem iPhone 3GS automatisch bis zum Rand mit Zufallsdaten gefüllt und chiffriert werden. Zwar ist beim ersten iPhone und dem iPhone 3G die automatische Verschlüsselung noch nicht vorhanden, doch auch hier überschreibt das Betriebssystem den Speicher nach dem Löschen mit Nullen. In jedem Fall muss das Gerät mindestens über iOS 7 verfügen, um die Verschlüsselung nutzen zu können. Eine Kleinigkeit müssen allerdings auch Apple-Nutzer an dieser Stelle berücksichtigen: Die Funktion ist an die Codesperre des Smartphones gebunden und nur dann aktiv, wenn diese auch eingerichtet ist.

Wird das iPhone auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, geht der Schlüssel und damit der Zugriff auf die Daten im Anschluss verloren. Alle mit diesem Schlüssel chiffrierten, gespeicherten Daten sind danach nutzlos. Dritte werden sehr große Schwierigkeiten haben, unerlaubt auf die Nutzerdaten zugreifen zu können.

Anders sieht es bei Nutzern von Android-Smartphones und Tablets aus: Sie haben es nicht ganz so einfach wie Apple-User. Dementsprechend ist eine Verschlüsselung kein standardmäßig aktivierter Bestandteil von Android und bei Geräten vor 2014 oder günstigen Smartphones eher unwahrscheinlich. Ein Grund: Der Vorgang ist sehr rechenintensiv. Ein weiterer: Der Prozessor muss den sogenannten AES (Advanced Encryption Standard) Verschlüsselungsstandard unterstützen. Auch bei Topmodellen muss eine Speicherverschlüsselung nicht zwingend implementiert sein. Durch diesen Umstand lassen sich vertrauliche Informationen leicht mit speziellen Tools, auch nach mehrfacher Zurücksetzung der Werkseinstellungen wiederherstellen.

In den Einstellungen eines Android-Gerätes kann überprüft werden, ob das Gerät eine Verschlüsselung zulässt und die systemeigene Löschfunktion somit sicher ist oder nicht. Ist dies der Fall, kann man etwas tun, um Datendieben das Handwerk zu legen: Das manuelle Einschalten der Verschlüsselung. Grundsätzlich findet die Unterstützung ab der Betriebssystemversion 3.0 statt. Ab Android 6.0 unterliegen die meisten Geräte, mit ein paar Ausnahmen einer Zwangsverschlüsselung. Dieser Umstand kann bei manchen Geräten, wie zum Beispiel dem Nexus 5 von LG zu deutlichen Performanceeinbußen führen. Hinweis: Die Vorgehensweise kann in Abhängigkeit vom Bedienansatz der Android-Version variieren. Im Klartest heißt das, der Aufbau des Menüs und die Benennung einzelner Menüpunkte kann anders bezeichnet sein, als beschrieben.

Einstellungen → Sicherheit  → Gerät verschlüsseln (oder Tablet verschlüsseln)

Daten auf dem Android-Handy sicher verschlüsseln

  • 1/3
    In den Telefoneinstellungen zur Sicherheit navigieren
    Bildquelle: inside-handy
  • 2/3
    Den Unterpunkt "Verschlüsselung" aufrufen
    Bildquelle: inside-handy

Theoretisch kann der Vorgang einige Stunden in Anspruch nehmen. Gerade bei einem größeren Speicher sollte auf jeden Fall das Ladekabel angeschlossen werden. Diese Option findet sich je nach Gerät an leicht unterschiedlicher Stelle. Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht die Option ausgewählt wird, in der nur der belegte Speicher verschlüsselt wird. Diese würde nicht das Löschen des freien Speichers implizieren. Nach Festlegung eines sicheren Kennworts, kann die Verschlüsselung gestartet werden. Nutzer sollten hierbei möglichst komplexe Wort- und Zahlenkombinationen finden, da diese direkten Einfluss auf das Sicherheitsmaß der Schlüssel nehmen. Der Inhalt von Speicherkarten wird übrigens nicht mit verschlüsselt.

Datensicherheit und deren Bedeutung steht immer mehr im Fokus von Herstellern, die auf Android setzten. So stellt Samsung ein sicheres Verschlüsselungssystem namens Knox bereit. Das richtet sich vor allem an Unternehmen und wirbt mit behördenähnlicher Sicherheit. Damit können Ordner und Apps unter anderem mit biometrischen Mustern wie dem Fingerabdruck gesperrt und nur mit diesen geöffnet und genutzt werden.  

Schritt 3: Handydaten löschen

Der letzte Schritt sorgt schlussendlich dafür, dass sensible Daten auf einem Smartphone und Tablet mit Android- sowie iOS-Handys sicher, gründlich und zuverlässig gelöscht werden. Wie erwähnt können Apple-Nutzer dank der eingebauten und standardmäßig aktivierten Verschlüsselung auf iOS-Endgeräten ihre Daten bequem und sicher löschen. Ein Zurücksetzen des Gerätes ist schon ausreichend und ist in wenigen Schritten getan: 

Einstellungen → Allgemein → Zurücksetzen → Inhalte & Einstellungen löschen

Mit den vorangegangenen zwei abgeschlossenen Phasen, führt nun bei Android ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen durch das Löschen des Schlüssels zu einem sicheren und nachhaltigen Löschen der Daten. In Abhängigkeit von der Android-Version wird unter Einstellungen, “Sichern und Zurücksetzen”, "System" oder Erweiterte Einstellungen die entsprechende Funktion aufgerufen. Folgende Schritte sind notwendig:

Einstellungen → Sichern & zurücksetzen / System / Erweiterte Einstellungen → Zurücksetzen auf Werkseinstellungen / Optionen zurücksetzen und alle Daten löschen

Alle persönlichen Daten sind nun entfernt. Eine Wiederherstellung ist kaum möglich. Wer ganz auf Nummer sicher gehen und auch diese verschlüsselten Daten entfernen möchte, überschreibt den Speicher mit anderen belanglosen Daten. Das kann mithilfe einer passenden App passieren oder mit einem selbst erstellten Video, das etwa den Fußboden oder den Küchenschrank aufzeichnet – so lange, bis der Speicher voll ist. Anschließend löscht man das Gerät wieder und wiederholt den Vorgang noch zweimal.

So lässt sich das iPhone löschen

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    Öffnen Sie die Einstellungen Ihres iPhones und gehen Sie auf den Punkt "Allgemein"
  • 2/5
    Scrollen Sie runter bis zu dem Punkt "Zurücksetzen"

Zum Schluss nicht vergessen!

Vor dem Verkauf oder einer allgemeinen Weitergabe des Handys oder Tablets sollten unbedingt ein paar weitere Dinge beachtet werden, die im Eifer des Gefechts schnell übersehen werden könnten. Im Gerät könnte beispielsweise noch eine SIM-Karte stecken, zumindest bei manchen Tablets und wohl bei jedem Handy. Deshalb gilt:

  • SIM-Karte entfernen
  • SD-Karte entfernen oder gesondert löschen
  • Es wird empfohlen, die Karte aus dem Gerät zu nehmen und nicht mit zu verkaufen. Karten mit kleiner Speicherkapazität bringen kaum Geld ein. Bietet die SD-Karte mehr Speicherplatz, kann diese auch weiterhin im neuen Smartphone genutzt werden.
  • Google-Konto manuell löschen. Andernfalls bleibt das Gerät trotz Datenlöschung und Werks-Reset mit dem eigenen Account verknüpft. In einem solchen Fall kann der zukünftige Besitzer dann nur noch mit dem ensprechenden Passwort darauf zugreifen.  
  • Ortung bei Apple-Smartphones abschalten. Unter Einstellungen → Accounts & Passwörter → iCloud → Mein iPhone suchen lässt sich diese Option deaktivieren. Andernfalls hat der neue Besiter keine Möglichkeit das Gerät unter seiner eigenen Apple-ID anzumelden.

Wenn diese Vorgehensweise beherzigt wurde, kann im Anschluss das alte Samsung-, Huawei- oder iPhone-Gerät beruhigt verkauft oder verschenkt werden. Alle privaten und persönlichen Daten, Fotos, Videos und sonstigen Informationen samt Apps wurden entfernt.

Handy Daten löschen – ohne Zugriff auf das Handy

Wer im Notfall in der Lage sein will, auch ohne Zugriff oder nur mit einer eingeschränkten Sicht auf das Androidsmartphone oder iPhone, seine privaten Daten vom Gerät zu löschen, dem zeigen folgende kleine Tutorials wie das funktioniert. Wenn Handydaten aus der Ferne gelöscht werden sollen, liegt meist die Annahme eines Diebstahls dahinter. Wer sein Smartphone versehentlich im Hotel, Schnell-Imbiss, Flugzeug oder Bus vergessen hat oder tatsächlich einem Diebstahl zum Oper gefallen ist, sollte kühlen Kopf bewahren und zügig die richtigen Maßnahmen ergreifen. Wurde das Handy geklaut, sollten nicht nur der Hersteller und der Mobilfunkanbieter informiert werden, sondern auch der Diebstahl direkt bei der Polizei angezeigt werden. Bevor allerdings die SIM-Karte vom Provider gesperrt wird, sollten auf jeden Fall alle Versuche zum Fernlöschen unternommen werden. 

Ist kein Finder auszumachen, müssen im Übrigen nicht zwangsläufig alle Bilder und Kontakte des verschollenen Handys an einen Datendieb verloren gegangen sein. Um im Ernstfall nicht hilflos im Regen zu stehen, und das abhandengekommene Smartphone mit seinen darauf enthaltenen Daten vor fremdem Zugriff zu schützen, müssen allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. In dieser Hinsicht erleichtern die technischen Vorzüge heutiger Handys das Leben.

Ist das verlorene Smartphone noch "ansprechbar", also eingeschaltet, noch ausreichend Akku vorhanden, per WLAN oder mobiler Datenverbindung mit dem Internet verbunden und die Ortungsdienste (GPS) aktiviert, greifen einige Maßnahmen, wie die der Lösch-SMS oder eines speziellen Sperrbefehls. Es haben sich allerdings auch spezielle Zaubertricks bewährt, die - zuvor angewandt - erfolgversprechend sein könnten. Des Rätsels Lösung kann ein Anruf der eigenen Mobilfunknummer oder eine SMS sein. Im günstigsten Fall hört man das Klingeln im Nebenraum oder unter dem Sofa. Mit etwas Glück meldet sich aber auch ein ehrlicher Finder, der das kostbare Fundstück zurückgeben möchte.

Möglichkeit 1: Handy orten per Fernzugriff

Fast alle Sicherheits-Apps ermöglichen im Rahmen ihrer Diebstahlschutzfunktionen einen Fernzugriff auf das Smartphone. Während im Android-Betriebssystem der "Android Geräte Manager" integriert ist und Apple einen Dienst über ihre iCloud anbietet, haben einige Hersteller wie Sony und Samsung bereits ihre eigenen Diebstahlschutz-Pakete vorinstalliert. Sind die oben genannten Voraussetzungen (angeschaltet, genügend Akku, Internetverbindung, GPS) erfüllt, hat der Besitzer die Möglichkeit, den ungefähren Standort des gestohlenen Handys zu ermitteln. Die Standortermittlung setzt allerdings, sowohl bei Apple- als auch bei Android-Geräten, bereits im Vorfeld getroffene Vorbereitungen voraus.

Nutzer eines Apple-Gerätes ab der Betriebssystemversion iOS 5 müssen sich einfach bei der Apple iCloud anmelden (Einstellungen → Accounts & Passwörter), sofern nicht sowieso schon erfolgt, und eine Apple-ID eingeben. Unter diesem Menüpunkt findet sich die kostenlose Funktion "Mein iPhone suchen", die aktiviert werden muss, um das iPhone oder iPad im Anschluss aus der Ferne orten zu können. Ab sofort genügen ein paar Klicks auf der Internetseite "icloud.com/find" und der ungefähre Standort des Smartphones wird auf einer Karte angezeigt. Man sollte beim Orten allerdings beherzigen, dass man sich beispielsweise bei Diebstahl des Smartphones in eine gefährliche Situation bringen kann, wenn man den Dieb auf eigene Faust stellen will. Vorsicht ist hier geboten. In jedem Fall die Polizei informieren. (Nicht über den Notruf!)

Wer im "Android Geräte Manager", welches in den Google-Einstellungen zu finden ist, die beiden Optionen zum Orten und Löschen des Geräts aus der Ferne aktiviert hat, kann diese Aktionen später über die Google-Website veranlassen, falls nötig. Wenn der Android Geräte Manager das Gerät geortet hat, wird auf diesem Gerät entweder eine Benachrichtigung gesendet, angerufen, eine Sperrung durchgeführt, oder Möglichkeit zwei (siehe nächster Punkt) angeboten. Zudem kann herausgefunden werden, wann es das letzte Mal verwendet wurde. Eine Anmeldung in einem Google-Konto ist zwingend notwendig.

Wenn die Ortung auf diesem Wege nicht klappt, ist bei einem Diebstahl die Polizei befugt, ein Handy eindeutig zu identifizieren. Mit der IMEI-Nummer des Geräts, der individuellen Seriennummer, lässt sich das herausfinden. Diese kann entweder auf dem Mobiltelefon mit dem Code *#06# aufgerufen werden, oder, wenn die Nummer vorab nicht notiert wurde, ist diese von der Originalverpackung des Smartphones abzulesen – sofern diese natürlich noch aufzufinden ist. iPhone-Nutzer finden zudem die IMEI nach einem Diebstahl über iTunes. In den Einstellungen auf "Geräte" klicken und den Mauszeiger über ein Backup halten, schon ist die Nummer sichtbar. Die Anzeige der IMEI von Android-Handys über das Google Dashboard steht nicht mehr zur Verfügung.

Möglichkeit 2: Handy Daten löschen per Fernzugriff

Über die Web-Oberfläche des eigenen iCloud-Kontos ist nicht nur die Ortung möglich, bei erfüllten Voraussetzungen (angeschaltet, genügend Akku, Internetverbindung, GPS) erscheinen auf der Internetseite "icloud.com/find" unter dem Punkt "Mein iPhone suchen" weitere Auswahlmöglichkeiten. Nach Eingabe des Passwortes und Auswahl des passenden Gerätes können folgende Aktionen ausgewählt werden: "Ton abspielen" (ähnlich zu einem Klingelton, der verlauten lässt, wo sich das Gerät genau in unmittelbarer Nähe befindet), "Modus verloren" (lässt auf dem Sperrbildschirm eine entsprechende Nachricht mit einer beliebigen Kontaktrufnummer anzeigen) und "iPhone löschen".

Diese Funktion sollte sorgfältig überlegt sein, denn einmal ausgeführt, gibt es kein Zurück mehr. Sollte das iPhone oder das iPad doch irgendwann wieder zum Vorschein kommen, hilft ein frisches Backup das Gerät wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. Besteht der untrügliche Verdacht, dass die eigenen Adressen, Telefonnummern, E-Mails und Fotos in fremde Hände geraten sein könnten, kann den vermeintlichen Dieben mit der Funktion "iPhone löschen" der Spaß am teuren Gadget vermiest werden. Mit einem Klick wird das Apple Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Wie bereits bei Apple Geräten beschrieben, gilt gleiches auch für Googles "Android Geräte Manager". Das ebenfalls unter dem Namen "Find My Device" bekannte Hilfsprogramm ermöglicht neben der Ortung aus der Ferne, das Absetzen eines Klingeltons, die Sperrung des Gerätes von einem Gerät mit Internetzugang aus, sowie das Löschen der Daten auf dem Gerät. Mit der Funktion "Zurücksetzung auf Werkseinstellungen" entfernt das Programm unwiderruflich alle Fotos, Apps und andere persönliche Dinge des Smartphones. Dieser Vorgang gelingt folgendermaßen: 

Anmeldung im eigenen Google-Konto → Android Geräte Manager aufrufen → Oben links in der Liste das passende Gerät auswählen → Auf Sperren & Löschen klicken → Vorgang bestätigen

Beim nächsten Einschalten löscht das Gerät automatisch sämtliche Daten. Gleichzeitig informiert eine Mitteilung im Postfach über die Handlung.

Handy Display defekt – Daten löschen leicht gemacht

Nach einem Sturz des Handys oder Smartphones ist der Schock erst einmal groß. Nicht immer bleibt das Handy unversehrt, und der Nutzer muss auf ein defektes Display blicken. Ob man es nun zur Reparatur gibt oder als Ersatzteil verkauft, es empfiehlt sich, zuvor die darauf liegenden privaten Daten zu retten und zu löschen. Aber wie gelingt ein Zugriff auf die Daten, wenn die Sicht erheblich eingeschränkt ist? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, trotzdem an Bilder und Kontakte zu gelangen und alle Daten eines Smartphones oder Tablets zu retten. Der Vorgang hält nicht lange auf und erfordert zudem kein Fachwissen.

Wenn das Display gebrochen ist, ist die Sicht eingeschränkt. Daten kann man trotzdem löschen.
Bildquelle: inside-handy.de

Bevor die Daten vom Handy gelöscht werden, sollte auch hier "Schritt 1: Daten sichern" berücksichtigt werden und eine Datensicherung vorab durchgeführt werden. Dabei kann auf das Backupprogramm des Herstellers auf einem Computer o. ä. zurückgegriffen oder der Synchronisationsdienst von Google für automatische Backups der Fotos, Telefonnummern, etc. genutzt werden. Bei Android-Geräten kann aber auch einfach das Übertragungskabel angeschlossen werden, die USB-Verbindung aktiviert und alle relevanten Daten aus dem Telefonspeicher und der SD-Karte auf den PC oder Laptop heruntergeladen werden. Der Ordner DCIM enthält beispielsweise Fotos und Videos, der Ordner Downloads alle heruntergeladenen Dateien.

Das Display des Android-Gerätes ist so zersplittert, dass nichts mehr zu erkennen ist? Zum einen können, wie bereits im Punkt "Handydaten löschen – ohne Zugriff auf das Handy" unter "Möglichkeit 2: Handydaten löschen per Fernzugriff" beschrieben, mithilfe des "Google Geräte Managers" Daten gelöscht werden. Die Rücksetzung auf den Werkszustand, der sogenannte Factory Reset, ist eine weitere Methode, Daten sicher vor Fremdzugriffen zu machen. Normalerweise ist der Factory Reset unter Einstellungen → Sichern & Zurücksetzen zu finden. Im Folgenden veranschaulicht eine kleine Anleitung, anhand des Smartphones Samsung Galaxy S3, wie das auch blind funktioniert.

Per Hard Reset Smartphone herunterfahren (ca. 8 Sekunden auf Power) → Power + Home + Lautstärke gleichzeitig drücken, um den Bootloader zu starten. So lange drücken, bis sich das Smartphone meldet → Im Bootloader mithilfe der Lautstärketaste dreimal nach unten navigieren (bis zu Wipe data/factory reset) → Mit Power bestätigen → Mithilfe der Lautstärketaste wieder nach unten drücken - nun sieben Mal → Erneut mit Power bestätigen und die Rücksetzung auf Werkseinstellungen startet. Der nächste Anwender wird bei einem Start (ein einwandfreies Display vorausgesetzt) ein Gerät vorfinden, welches neu eingerichtet werden möchte.

Apple Nutzer gehen prinzipiell wieder ähnlich vor. Nachdem eine Datensicherung durch ein iOS-Backup mittels iTunes oder iCloud erfolgt ist - ebenfalls unter "Möglichkeit 2: Handy Daten löschen per Fernzugriff" erklärt - kann an selber Stelle die Funktion "iPhone löschen" oder "iPad löschen" ausgewählt werden.

Alternative Programme zum Daten Löschen

Die bisher beschriebenen Vorgehensweisen stellen die ersten, sozusagen werkseigenen Maßnahmen dar, die Anwender von iOS und Android-Geräten nutzen können. Wer lieber Drittanbieter-Apps aufgrund von schlechten Erfahrungen mit diesen Methoden den Vortritt lässt oder über eine werkseitige Verschlüsselungs- und Löschebene hinaus möchte, für den stehen noch einige weitere Optionen im Sinne von speziellen Löschapps zur Auswahl.

Einen Blick währt, sind dabei die kostenlosen Softwareangebote "KSherd", "SecureEraser" und "SecureWipe". Wer kostenpflichtige Software möchte, sollte es mit "DFS Schredder“ vom indischen Anbieter SAR Inventions oder der Android-Version von “iShredder“ (ab 4,19 Euro) vom US-Unternehmen ProtectStar probieren. Beide Apps kommen ohne Rooting aus. Eine Rechtevergabe ist damit nicht notwendig. Sorge um etwaige Hintertürchen, die mitinstalliert werden oder Daten die an den Anbieter gesendet werden, sind nach bisherigem Kenntnisstand unbegründet.

Data Shredder, Handy verschlüsseln, Handy löschen
Bildquelle: Protectstar

Tools die eine Verbindung von außen, also Kabelgebunden aufbauen, um auf den internen Speicher zuzugreifen, sind die Freeware “Eraser“ für Windows und das kostenpflichtige Programm “ExtFS for Mac“ (40 Euro) für Apple-Nutzer, die eine Verbindung zu einem Android-Phone aufbauen wollen. Darüber hinaus gibt es für Apple-Nutzer ebenfalls das Tools "iShredder" und zwei weitere Programme chinesischer Hersteller, namentlich "SafeEraser" und "Umate Pro iPhone Data Eraser" (30-50 Euro je nach Lizenz). Untersuchungen von Datensicherheitsexperten der beiden Anwendungen aus China, geben momentan auch hier keinen Grund zur Besorgnis und Stufen die Hilfsprogramme als vertrauenswürdig ein.

Kann ein Magnet Handy-Daten löschen?

Am Ende dieses Artikels nimmt sich die Redaktion von inside-handy.de der Aufklärung des weit verbreiteten Mythos an, dass Magneten Daten von diversen Festplatten und anderen Speichermedien zerstören. Immerhin hört man immer wieder, dass digitale Datenträger wie ein USB-Stick oder ein Handy in Mitleidenschaft gezogen werden, sobald diese einem Magnetfeld ausgesetzt werden. Da muss doch etwas Wahres dran sein, oder etwa nicht?

Die Aussage, dass Magneten rasch zu einem Datenverlust führen, ist bei den modernen Datenträgern nicht richtig. USB-Sticks und Speicherkarten enthalten keine magnetischen Komponenten und nehmen deshalb keinen Schaden, wenn sie in die Nähe von magnetischen Magnetfeldern gelangen. Auch Kameras, Handys und Smartphones enthalten alle nicht-magnetische Speichermedien. Haushaltsübliche statische Magnetfelder haben keinen Einfluss auf den Zustand der Daten.

Ein durchschnittlicher Haushaltsmagnet kann die Daten nicht ohne Weiteres beschädigen. Dennoch hat auch dieser Mythos einen wahren Kern: Sehr starke Magnetfelder sind in der Lage, die mechanischen Teile der Geräte im technischen Ablauf im Inneren zu stören, indem sie diese magnetisieren. Das kann unter Umständen zu einem Datenverlust führen oder die Festplatte im schlimmsten Fall dauerhaft schädigen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich alle technischen Geräte im laufenden Betrieb, von starken Magneten entfernt halten.

Regelmäßige Backups beruhigen ungemein

Privatanwender sind für die Sicherheit ihres Handys selbst verantwortlich. Das beginnt bei einem sicheren Passwort und endet bei der konsequenten Anwendung von Sicherheitsstandards. Besteht die Möglichkeit, die Daten im Smartphone oder auf einem anderen Gerät zu verschlüsseln und so vor fremdem Zugriff zu sichern, sollte das getan werden. Grundsätzlich zu empfehlen sind regelmäßige Backups der Daten. Ist der Weiterverkauf eines Handys geplant, ist mithilfe der regelmäßigen Datensicherung die halbe Miete bereits getan. Noch fix alle Daten löschen, und einem Verkauf steht nichts mehr im Wege.



Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside handy
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