Im Magazin Tanken, parken, mieten und mitfahren Die besten Apps rund ums Auto

vom 13.06.2018, 11:40
Smartphone im Auto
Bildquelle: Adobe Stock

Geblitzt, zu teuer getankt, einen Umweg gefahren und nun kein Parkplatz in Sicht. Die besten Apps für Autofahrer schaffen bei diesen Alltagsproblemen Abhilfe: Navigieren, Tanken, Parken, Mieten und vieles mehr mit der Unterstützung des Handys. Der folgende Ratgeberartikel beinhaltet zudem wichtige rechtliche Hinweise zur Nutzung von Smartphones am Steuer und der Auswahl von sicheren Apps.

Der erste Tag der Ferien ist angebrochen, auf geht es in den Familienurlaub. Die Strecke von rund 500 Kilometern wird mit dem Auto zurückgelegt. Das Gepäck ist im Kofferraum verstaut und das Kind sicher im Kindersitz auf der Rückbank angeschnallt. Mann am Steuer, Frau auf dem Beifahrersitz und schon kann die Fahrt in den Erholungsurlaub starten. Kaum auf die Autobahn gefahren, startet jedoch erstmal der Stau. Nach stundenlangem Stehen kann endlich wieder auf das Gaspedal gedrückt werden und Zack: geblitzt. Doch welches Bußgeld ist nun zu erwarten? Jetzt leuchtet auch noch die Tankanzeige auf. Die Autobahntankstelle verlangt zu allem Überfluss in der Ferienzeit horrende Preise. Doch wer weiß schon, ob es woanders günstiger wäre?

Der nächste Stillstand im Stau soll durch das Verlassen der Autobahn verhindert werden. Die geglaubte Orientierungssicherheit geht jedoch verloren, wo lang jetzt? Die Stimmung im Auto kippt, die Stimmen der Eltern werden lauter. Das Kind wacht auf und kündigt prompt an auf die Toilette zu müssen. Die Autobahnraststätten hat die Familie gerade erst hinter sich gelassen und wo sind nun die nächsten öffentlichen Hygieneräume zu finden? Der Mann zückt sein Handy, doch die Frau erinnert ihn lautstark daran, dass das Smartphone am Steuer verboten ist und es entsteht ein Streit. Die gewünschte Erholung ist dahin, die Fahrt wird zum Supergau.

Damit eine solche Situation allen erspart bleibt und die Urlaubszeit wirklich zur Erholung führt, hat die Redaktion von inside handy die besten Apps rund um das Thema Auto übersichtlich zusammengefasst. Zudem wird die Rechtslage zum Smartphone am Steuer ausführlich erklärt. Und auch beim Thema App-Auswahl, gibt die Redaktion Tipps und Tricks. Denn der Markt ist geradezu überschwemmt von Anwendungen, doch nicht jeder Anbieter ist seriös.

Autofahrer-Apps für alle Fälle

Bußgeld und Blitzer

Die App "Bußgeldrechner 2018 " beinhaltet den aktuellen deutschen Bußgeldkatalog und berechnet anhand individueller Daten etwaige Bußgelder, die aufgrund von zu schnellem Fahren oder anderen Verstößen im Straßenverkehr auf den Fahrer zukommen können. Dabei soll die App über 200 Verstöße und deren Strafen kennen. Ebenfalls enthalten sind alle Neuerungen der Punktereform. Wer kennt das nicht? Der Blitzer hat ausgelöst und das Bangen geht los. Denn nach dem Vergehen dauert es oft einige Wochen, bis die Gewissheit über die festgesetzte Strafe und mögliche Bußgelder da ist. Mit der App, die für iOS und Android verfügbar ist, können die Konsequenzen eines Vergehens sofort berechnet werden. Doch während die iOS-Anwendung im App Store für das Jahr 2018 aktualisiert wurde, läuft die Android-Version noch unter dem Namen Bußgeldrechner 2017 Pro und wartet derzeit noch auf ein Update.

Auto-Apps: Bußgeld und Blitzer

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    Auto-Apps: Blitzer.de
    Auto-Apps: Bußgeld und Blitzer
    Bildquelle: Google Play Store
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    Auto-Apps: Bußgeld und Blitzer
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Wer jedoch gar nicht geblitzt werden will für den ist die folgende Anwendung möglicherweise interessant. Blitzer.de ist eine App, die in Echtzeit beim Fahren vor mobilen und festen Geschwindigkeitskontrollen warnt. Auch hier steht eine Community hinter den Meldungen, die gesichtete Blitzer und Kontrollen über die App meldet. Vorsicht bei solchen Apps: In Deutschland ist es nach §23 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung verboten, sich als Fahrer live über das Smartphone vor Blitzern warnen zulassen. Der Beifahrer hingegen darf Blitzer-Apps während der Fahrt nutzen und den Fahrer auf dem Laufenden halten. Hintergrund ist, dass der Fahrer durch die App abgelenkt wird und bei plötzlicher Sichtung eines Blitzers durch starkes Abbremsen den Straßenverkehr gefährden kann. Die App Blitzer.de ist für iOS sowie Android verfügbar und kostenlos.

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Bildquelle: Google Play Store

Um jedoch gänzlich Bußgelder und Blitzer-Fotos zu vermeiden, empfiehlt es sich die Verkehrsvorschriften zu beachten. Auch hier können Apps das eigene Wissen auffrischen, wie zum Beispiel "Fahren lernen" und "Schilder". Denn so manches Verkehrsschild ist eventuell nicht direkt deutbar und auch die allgemeinen Verkehrsregeln sollten hin und wieder aufgefrischt werden.

Navigation ist ein riesen Thema, dass mittlerweile tagtäglich per App behandelt wird. Mit den Klassikern Apples Karten und dem Konkurrent Google Maps lässt sich eine Route mit entsprechendem Zeitaufwand ermitteln. Dabei geht das Ganze längst über die Autofahrt hinaus, hin zur Bahnverbindungen, Fahrrad- und Fußgängerrouten. Neben den beiden Platzhirschen ist die App Waze mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Die Verkehrs-App wird von einer großen Community, die in Echtzeit über Verkehrslage, Blitzer, Baustellen und Unfälle aufmerksam macht, mit Daten gefüttert. Waze fungiert als Navigationssystem, basierend auf Google Maps. Neben gewöhnlicher Routenplanung zeigt Waze außerdem die günstigsten Tankstellen in der Nähe an und navigiert bei Aktivierung auch zu Facebook-Events und Kalendereinträgen. Die App ist für iOS und Android-Geräte kostenlos in den App Stores erhältlich. Ähnlich verhält es sich mit der Anwendung Here WeGo. Die Redaktion von inside handy hat die besten Navi-Apps für Android und iOS getestet.

Die besten Navi-Apps für iOS und Android im Test
Bildquelle: Julia Froolyks / inside handy


• Apple Karten im App Store
• Google Maps im App Store
• Google Maps im Play Store
• Waze im App Store
• Waze im Play Store
• Here WeGo im App Store
• Here WeGo im Play Store

Tanken

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Bildquelle: Google Play Store

Sprit ist teuer, vor allem zu bestimmten Zeiten, sei es der Berufsverkehr oder die Urlaubssession. Da bietet sich eine App, die die Benzinpreise vergleicht gerade zu an. Der Platzhirsch unter den Apps ist hier clever-tanken.de. Zahlreiche weitere App versuchen es mit demselben System am Markt, zum Beispiel enerQuick, Spritradar, ADAC Spritpreise.  Rund um das Thema tanken, gibt es jedoch auch andere Herangehensweisen. So versuchen die Apps "Fuelio", die allerdings nur für Android verfügbar ist und "Drivo" für weniger Spritverbrauch beim Fahren zu sorgen, so dass gar nicht so häufig getankt werden muss.

Parken

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Parken ist gerade in Ballungszentren häufig ein großes Problem. Die Suche nach einem freien Platz kann sich in die Länge ziehen und an den Nerven zerren. Endlich ein Parkplatz gefunden, schnell zum Termin oder der Verabredung gelaufen und sich nicht die Position des Parkplatzes gemerkt. Schon lange gibt es App-Modelle wie zum Beispiel One Touch Parking für Android, die dazu gedacht sind das geparkte Auto wiederzufinden. Zudem beinhalten diese Apps meist eine Alarm-Funktion. Damit kann sich der Autobesitzer informieren lassen, sobald der Parkschein abgelaufen ist, denn Knöllchen sollten schließlich auch vermieden werden. Doch in den Großstädten Deutschlands: Berlin, Hamburg, München, Köln, Bonn, Düsseldorf und Frankfurt  gibt es nun eine App-Neuheit namens ParkTag. ParkTag zeigt öffentliche freie Parkplätze an und funktioniert wie viele andere Apps über die Community. Bei den angezeigten Parkplätzen handelt es sich jedoch nicht um kostenlose Parkmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz kann die App eine Zeitersparnis darstellen.

Toiletten-Suche

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Bildquelle: Google Play Store

Wer kennt es nicht, gerade auf langen Strecken drückt irgendwann die Blase und genau dann ist natürlich weit und breit kein Rastplatz oder Ähnliches in Sicht. Der Problematik geht nun die App Toiletten Scout an den Kragen, denn laut der Beschreibung zeigt sie Toiletten in 1.800.000 Standorten an. Dabei handelt es sich sowohl um öffentliche Toiletten, wie auch die Toiletten von Restaurants, Tankstellen und anderen Einrichtungen. Die Benutzung ist jedoch nicht immer kostenlos. Die iOS-Version von Toiletten-Scout ist zudem bisher nur auf Englisch verfügbar. Und wer auch um die Hygiene seines Autos besorgt ist, dem zeigt die wash-app die nächstgelegene Waschstraße an. Zudem bietet die Anwendung Rabatte an, wenn der Nutzer mit Kreditkarte zahlt.

Kaufen

Autos leiden jedoch auch unter dem Verschleiß des vielen Fahrens. Sie gehen kaputt und ein neues Modell muss her. Auch die Suche und der Kauf eines neuen fahrenden Untersatzes mit vier Rändern kann nun per App erledigt werden. Zahlreiche Portale bieten gebrauchte Modelle im Netz an und manche dieser Anbieter setzten auch auf eine ergänzende mobile App. So zum Beispiel Autoscout24 und mobile.de. In der Anwendung kann dann auf dem Smartphone nach einem neuen Auto geschaut werden und Filter erleichtern die Suche nach dem richtigen Modell. Oder wie wäre es mit mieten statt kaufen?

Mitfahren und Mieten

In Zeiten, in denen fast alles teurer wird, sind immer mehr Menschen auf der Suche nach Möglichkeiten, um Geld sparen zu können. Ein Modell, das Sparpotenzial bietet, ist das Carsharing. Anbieter sind unteranderem CartoGoDrive Now von BMW und Flinkster von der Deutschen Bahn. Doch statt selber zu fahren, wird auch das Mitfahren immer beliebter. Ein solches Modell ist zum Beispiel mytaxi, was jetzt sogar in Google Maps einen eigenen Reiter bekommen hat. Über die App lässt sich ein reguläres Taxi rufen und bezahlen. Zudem gibt es auch Fahren, die andere für einen Beitrag zu den Spritkosten mitnehmen. Solche Modelle sind zum Beispiel Blablacar und der ADAC Mitfahrerclub. Doch woher kann man eigentlich wissen, ob eine App seriös ist oder nicht? Die Redaktion von inside handy klärt auf.

Tipps und Tricks zur sicheren App-Auswahl

Generell gilt, dass Anwendungen in Apples App Store sicherer sind als Android-Apps, weil Apple jede App erst prüft, bevor sie im App-Store zum Download bereit steht. Android ist hingegen ein offenes Betriebssystem. Der Vorteil der größeren Vielfalt, bietet natürlich den Hackern mit negativen Absichten eine breite Spielwiese. So können scheinbar nützliche Apps mit Viren und Malware verseucht werden. Einmal heruntergeladen können damit Daten ausspioniert werden, doch häufig merken es die Nutzer nicht einmal. Der Android Safe Mode kann hier hilfreich sein, doch bestmöglich sollten die Nutzer auf möglichst sichere Anwendungen zurückgreifen. Die Redaktion von inside handy zeigt, wie man diese erkennt.

Gefahren hinter Sicherheits-Apps
Bildquelle: Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie

Eine sichere App lässt sich oft schon an den Bewertungen erkennen. Schlechte Bewertungen deuten darauf hin, dass die App nicht korrekt funktioniert oder ihre in der Beschreibung versprochene Funktionalität nicht einhält. Hierbei kann es sich um verseuchte Software handeln. Außerdem sollte eine App nur auf die nötigsten Smartphone-Funktionen zugreifen: Eine Kamera-App will in der Regel auf die Kamera und die Smartphone-Galerie zugreifen; Der Zugriff auf Standort, Kontakte, Mikrofon und Co. sollte stets hinterfragt werden. Die Recherche im Internet lohnt sich ebenfalls, wenn nicht sicher ist, ob es sich um eine seriöse App handelt. Oftmals sind schwarze Schafe der Mobilfunk-Community bereits bekannt, und beim Suchen des App-Namens tauchen auf den ersten Ergebnisseiten nützliche Hinweise zur App auf.

Smartphone am Steuer – Die Rechtslage

Nun hat die Redaktion von inside handy zahlreiche Apps für die Autofahrt vorgestellt. Doch in Deutschland ist das Bedienen eines Handys oder Smartphones während der Fahrt verboten. Selbst mit Handyhalterung als Navigationsgerät darf das Smartphone eigentlich nicht verwendet werden, sagt Rechtsanwalt Christian Solmecke auf Nachfrage von inside handy: "Die Benutzung des Smartphones im Auto ist verboten. Dazu zählt das Telefonieren, sowie das SMS schreiben oder das Ablesen der Uhrzeit. Es spielt keine Rolle, ob sich das Handy an einer Halterung befindet oder nicht. Das Bedienen des Smartphones mit all seinen Funktionen ist schlichtweg verboten."

Gesetze
Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Eine Ausnahme gibt es doch – sobald der Motor des Autos aus ist, darf das Smartphone bedient werden. Dies gilt übrigens auch in der Stopp-Phase bei Autos mit Start-Stopp-Automatik. Wer gegen die Gesetze verstößt, handelt sich eine Menge Ärger mit dem Gesetz ein, weiß Solmecke: "Wer gegen §23 StVO verstößt muss mit einem Bußgeld zwischen 60-75 Euro rechnen. Passiert in Folge der Handynutzung oder beim Hantieren mit einer Blitzer App ein Unfall, ist die Strafe natürlich sehr viel höher."

Das Nutzen von Tablets ist in Deutschland übrigens noch erlaubt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will das Handyverbot am Steuer allerdings ausweiten. "Apps machen das größte Problem aus, das wir im Straßenverkehr antreffen: Die Ablenkung durch das Mobiltelefon", sagt Martin Lotz, leitender Verkehrsdirektor der Polizei. Die Zahl der Unfälle durch Ablenkungen habe sich durch die wachsende Popularität von Smartphones und Apps erhöht. Die Redaktion von inside handy rät dringend davon ab, als Fahrer das Smartphone zu nutzen. Der Beifahrer kann die Apps aufrufen. Alternativ bieten sich Pausen zur Handynutzung an, denn bei langen Fahrten sollten so oder so mal die Beine vertreten werden.

Frau mit iPhone und Kopfhörern am Pool (Symbolbild)
Bildquelle: Pixabay

Das Gepäck ist im Kofferraum verstaut und das Kind sicher im Kindersitz auf der Rückbank angeschnallt. Der Mann sitzt am Steuer, die Frau mit dem Smartphone auf dem Beifahrersitz und schon kann die Fahrt in den Erholungsurlaub starten. Dank Navigations-App werden die größten Staus umfahren, der Spritpreisvergleich zeigt, dass besser nicht auf der Autobahn selbst getankt wird und dank der Toiletten-Scout-Anwendung ist auch für die Hygiene-Bedürfnisse gesorgt. Ganz stressfrei wird die lange Strecke überwunden, genauso sollten Autofahren immer sein. Und wenn der Kleine dann doch mal quängelt, sind hier 5 App-Empfehlungen für lange Autofahrten mit Kindern



Bildquelle kleines Bild: AXA | Autor: Marina Ebert
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