Im Magazin Von Mini zu Micro oder Nano SIM-Karte selber stanzen: So schneidet man die SIM-Karte unbeschadet zurecht

vom 12.09.2017, 10:09
SIM-Karten stanzen, Stanzer
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de

Nutzer von älteren Handys kennen das Problem: Beim Kauf eines modernen Smartphones noch voller Vorfreude auf das neue Gerät, stellt man spätestens bei der Inbetriebnahme fest, dass die SIM-Karte nicht passt. Eine neue Karte zu bestellen, kostet Geld und Zeit. Schneller geht es, wenn man seine alte SIM-Karte in ein neues Format stanzt oder schneidet. Alles Wichtige zum Thema Verkleinern von SIM-Karten beschreibt der folgende Artikel.

Standard-, Micro- und Nano-SIM: Was ist der Unterschied?

Zuerst einmal muss die Frage geklärt werden: Wofür benötigt man SIM-Karten überhaupt? Es handelt sich dabei um Chipkarten, die zur Identifikation des Nutzers im Mobilfunknetz dienen. Daher leitet sich auch der Name "SIM" ab, der für den englischen Begriff "subscriber identity modul" steht. Das heißt übersetzt "Kunden-Identitätsmodul". Die Karten werden im Mobiltelefon gebraucht, um den Nutzer im jeweiligen Netz zu identifizieren.

Im Zuge der technischen Entwicklung von Handys hin zum modernen Smartphone, haben die SIM-Karten einige Änderungen erfahren. Besonders die Größe hat sich im Laufe der Jahre stets gewandelt. Die heute noch gängigste, aber älteste Karte ist die Standard-SIM, auch Mini-SIM genannt. Dieser Name mag auf den ersten Blick verwundern, handelt es sich doch um die aktuell größte SIM-Karte. Im Vergleich zum Kreditkarten großen Vorgänger, der Full-Size-SIM, wird jedoch schnell klar, warum die Standard-SIM den Namenszusatz "Mini" erhalten hat.

Wesentlich kleiner ist die Micro-SIM. Sie kam 2010 erstmals zum Einsatz. 2012 erschien dann schon die Nano-SIM auf dem Markt. Diese Karte war noch einmal kleiner als ihr Vorgängermodell und hatte einige technische Änderungen mit an Bord. Jede SIM seit der Micro-Variante ist abwärtskompatibel. Das heißt, dass man Micro- oder Nano-Karten in älteren Geräten nutzen kann.

Im Kern beschränken sich die Unterschiede von Standard-, Micro und Nano-SIM vor allem auf die Größe der jeweiligen Karte. Unterschiede in der Datenspeicherung gibt es kaum. Die Verbindung der SIM-Karte mit dem Handy erfolgt seit den Standard-Modellen über Kontakte an den Seiten des Chips (der goldenen Fläche). Dieser Umstand sorgt auch dafür, dass die unsaubere Abtrennung des Plastiks an den Kanten dazu führen kann, dass die SIM beschädigt wird.

Die SIM-Karte zuschneiden: So geht’s

Nutzer eines älteren Handys, die auf ein modernes Gerät umsteigen, müssen oft auch ihre SIM-Karte dem neuen Telefon anpassen. Heutzutage bedeutet das einen Umstieg von der Standard- oder Micro-Größe auf die Nano-Variante. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, an eine neue Karte zu kommen: So ist es erstens möglich, beim Mobilfunkanbieter eine neue SIM zu bestellen, beziehungsweise die aktuelle umzutauschen. Je nach Anbieter, geschieht dies kostenlos - es kann aber auch bis zu 25 Euro kosten. Da es sich um eine neue Karte handelt, bleiben gespeicherte Inhalte und Daten auf der alten SIM und sind somit nicht auf dem neuen Smartphone zugänglich.

SIM-Karten stanzen - so sieht es aus

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    SIM-Karten stanzen - so sieht es aus
    Ein SIM-Karten-Stanzer
    Bildquelle: David Gillengerten / inside-intermedia.de
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    SIM-Karten stanzen - so sieht es aus
    Die Stanzer finden sich vor allem bei Fachhändlern
    Bildquelle: David Gillengerten / inside-intermedia.de

Die zweite Möglichkeit ist das Zuschneiden oder Stanzen der SIM-Karte. Dabei werden Teile des umliegenden, weißen Plastiks abgetrennt, um die Karten in das richtige Format zu bringen. So kann die alte SIM in den Slot des neuen Smartphones passen. Die Verkleinerung der Karte kann bis zu 10 Euro kosten, ist in manchen Fällen sogar kostenlos erhältlich.

SIM-Karte selbst schneiden: Risiken und Gefahren

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass man das Anpassen einer SIM-Karte mit einer Schere und handwerklichem Geschick auch selbst bewerkstelligen kann. Eine Vielzahl an Schablonen und Schneidmustern sowie Tutorials im Netz unterstützen diese Ansicht. Einige Besitzer von älteren SIM-Karten berichten auch davon, dass es problemlos möglich sei, sich ein neues Format zurechtzuschneiden.

Jedoch ist Vorsicht geboten: Beim händischen Verkleinern kann die Karte zerstört werden. Sowohl durch einen (ungewollten) Schnitt in den Chip als auch durch zu nahes Schneiden am Rand. Dort befinden sich nämlich die Kontakte der SIM, die durch Splitter beschädigt werden können. Weitere Methoden wie das Abfeilen von Plastik mit der Nagelfeile oder das Verkleinern der Karte mit Schleifpapier sind ebenfalls fragwürdig.

Komplett abzuraten ist von der Praxis, ältere Mini-SIM-Karten, die über einen größeren Chip verfügen, zuschneiden zu wollen. Dabei kann es zu Beschädigungen kommen. In diesem Fall sollten Nutzer die Karte bei ihrem Mobilfunkanbieter umtauschen.

SIM-Karten stanzen: Die sichere Option

Wesentlich sicherer als das Zuschneiden ist das Stanzen von Standard- oder Micro-SIM-Karten. So gibt es spezielle Geräte, mit denen sich die SIM verkleinern lässt. Da diese Stanzer, auch Cutter genannt, dank genormter Größen maschinell und sauber arbeiten, bleibt die Karte unbeschädigt. Eine Stanz-Maschine beim Online-Versandhändler Amazon kostet zwischen 8 und 12 Euro. Günstiger und schneller ist oftmals der Weg zu einem Fachhändler oder -markt: Dort kostet die Dienstleistung zwischen 5 und 10 Euro und es dauert nur eine Minute.

SIM-Karten stanzen beim Fachhändler
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de

Einen Sonderfall stellen ältere Mini-SIM-Karten mit einem größeren Chip dar: Aus Sicherheitsgründen werden sie nicht gestanzt, da es dabei zur Beschädigung des Chips kommen kann. Wie oben beschrieben, ist der Umtausch einer Karte in diesem Fall die sinnvollste Variante.

Bleiben Inhalte und Daten beim Verkleinern der SIM-Karte erhalten?

Erfolgt das Verkleinern der SIM-Karte auf professionellem Wege über einen Fachhändler oder einen eigenen Stanzer, sollte es grundsätzlich zu keinem Datenverlust kommen. In einzelnen Fällen kann es jedoch passieren, dass die Inhalte bei einer Beschädigung der Kontakte oder des Chips verloren gehen.

Wie bei allen Veränderungen rund um das Smartphone lohnt es sich daher, vor dem Zuschneiden oder Stanzen einer SIM eine Datensicherung vorzunehmen. Dazu sollten alle Informationen auf der Karte wie Kontakte und Telefonnummern auf einem externen Medium wie eine Festplatte oder einen USB-Stick gespeichert werden. Nutzer können somit im Ernstfall wieder auf ihre Daten zugreifen.

Lassen sich zugeschnitten SIM-Karten in größeren Karten-Slots verwenden?

Wie schon erwähnt, sind SIM-Karten seit der Micro-Größe abwärtskompatibel. Somit lassen sich zum Beispiel Nano-Karten auch in Geräten nutzen, die nur über einen Standard-Slot verfügen. Jedoch benötigt man dafür eine passende Schablone. Mit ihrer Hilfe können kleinere SIM-Varianten in größere Slots eingesteckt werden. Micro- oder Nano-SIM-Schablonen sind im Handel erhältlich. Das abgetrennte Plastik nach dem Stanzen einer Standard- oder Micro-Karte aufzubewahren und es als Einsatz in älteren Geräten zu nutzen, funktioniert leider kaum. Das Plastik wird beim Stanzen beschädigt und lässt sich deshalb kaum weiterverwenden.

SIM-Karten Schablonen
Bildquelle: David Gillengerten / inside-handy.de
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Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: David Gillengerten
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