O2 Free im Test: Telefónica revolutioniert das mobile Internet auf dem Handy

7 Minuten
O2 Free
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Wer einen Handytarif mit wenig monatlichem Highspeed-Datenvolumen nutzt, kennt das Problem sicherlich: Nach Verbrauch des Datenvolumens wird die Surfgeschwindigkeit seitens des Providers schonungslos auf GPRS-Niveau reduziert. Viele Internet-Inhalte sind dann nur noch stark eingeschränkt nutzbar. Telefónica Deutschland will dieses Ärgernis mit der neuen Tarif-Generation O2 Free aus der Welt schaffen. inside-handy.de hat das Angebot getestet.

Grundsätzlich verspricht Telefónica Deutschland bei den neuen O2 Free-Tarifen, dass „unendliches Datenvolumen“ zur Verfügung gestellt wird. Das gilt auch für alle älteren Tarife, bei denen für 5 Euro extra pro Monat die sogenannte Free-Option zugebucht wird. Das heißt konkret: Ist das bereitgestellt Highspeed-Datenvolumen verbraucht, kann trotzdem noch mit einer Breitband-Verbindung im mobilen Internet gesurft werden, da die Geschwindigkeit nicht wie in anderen Tarifen üblich auf GPRS-Niveau reduziert wird, sondern weiter eine Bandbreite von 1 Mbit/s nutzbar ist.

Aktuell haben private Neukunden unter www.o2online.de die Auswahl zwischen vier Free-Tarifen, die sich in erster Linie durch das monatlich zur Verfügung gestellte Highspeed-Datenvolumen und die sich damit einhergehend abweichende Grundgebühr unterscheiden.

O2 Free S

  • 19,99 Euro pro Monat für die ersten sechs Monate
  • 24,99 Euro pro Monat ab dem 7. Monat
  • Sprach-Flatrate in alle deutschen Netze
  • SMS-Flatrate in alle deutschen Handy-Netze
  • Internet-Flatrate mit 1 GB Highspeed-Datenvolumen
  • Maximal 225 Mbit/s im Downstream (LTE inklusive)
  • gegen 4,99 Euro Aufpreis monatlich auch mit 1 Monat Vertragslaufzeit buchbar

O2 Free M

  • 24,99 Euro pro Monat für die ersten sechs Monate
  • 29,99 Euro pro Monat ab dem 7. Monat
  • 34,99 Euro pro Monat ab dem 13. Monat
  • Sprach-Flatrate in alle deutschen Netze
  • SMS-Flatrate in alle deutschen Handy-Netze
  • Internet-Flatrate mit 4 GB Highspeed-Datenvolumen
  • Maximal 225 Mbit/s im Downstream (LTE inklusive)
  • gegen 4,99 Euro Aufpreis monatlich auch mit 1 Monat Vertragslaufzeit buchbar

O2 Free L

  • 34,99 Euro pro Monat für die ersten sechs Monate
  • 39,99 Euro pro Monat ab dem siebten Monat
  • 44,99 Euro pro Monat ab dem 13. Monat
  • Sprach-Flatrate in alle deutschen Netze
  • SMS-Flatrate in alle deutschen Handy-Netze
  • Internet-Flatrate mit 6 GB Highspeed-Datenvolumen
  • Maximal 225 Mbit/s im Downstream (LTE inklusive)
  • gegen 4,99 Euro Aufpreis monatlich auch mit 1 Monat Vertragslaufzeit buchbar

O2 Free XL

  • 44,99 Euro pro Monat für die ersten sechs Monate
  • 49,99 Euro pro Monat ab dem siebten Monat
  • 54,99 Euro pro Monat ab dem 13. Monat
  • Sprach-Flatrate in alle deutschen Netze
  • SMS-Flatrate in alle deutschen Handy-Netze
  • Internet-Flatrate mit 8 GB Highspeed-Datenvolumen
  • Maximal 225 Mbit/s im Downstream (LTE inklusive)
  • gegen 4,99 Euro Aufpreis monatlich auch mit 1 Monat Vertragslaufzeit buchbar

Soviel zur Theorie. Die entscheidende Frage ist nun aber: Was genau passiert mit dem Surf-Vergnügen auf dem Smartphone oder Tablet, wenn das monatlich zur Verfügung gestellte Highspeed-Datenvolumen in einem der O2 Free Tarife verbraucht ist? Die Redaktion von inside-handy.de hat genau das anhand verschiedener Nutzungsszenarien näher untersucht.

Test: Auch ohne Highspeed-Volumen mit bis zu 1 Mbit/s surfen

Genau genommen geschehen nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens zwei Dinge. Zum einen wird die Surfgeschwindigkeit auf bis zu 1 Mbit/s reduziert. Das gilt sowohl für den Downstream, also den Empfang von Daten, als auch für den Upstream, der für den Versand von Daten maßgeblich ist. Speed-Test-Messungen von inside-handy.de in Münster, Köln und am Redaktionsstandort in Brühl ergaben aber, dass je nach Auslastung der Mobilfunkzelle zum Teil auch geringere Bandbreiten möglich sein können. Der niedrigste im Rahmen des Tests gemessene Wert lag bei rund 500 Kbit/s. In der Regel stehen die von Telefónica versprochenen Bandbreiten von bis zu 1 Mbit/s aber tatsächlich zur Verfügung.

Und es gibt noch eine zweite Änderung, die im Zusammenhang mit der Reduzierung der Surfgeschwindigkeit nicht unberücksichtigt bleiben darf. Wer in die Drosselung auf maximal 1 Mbit/s rutscht, wird automatisch auch aus dem LTE-Netz von O2 geworfen. Sprach- und Datenverbindungen sind dann nur noch über das UMTS-Netz möglich. Das ist vor allem mit Blick auf die häufig stärker ausgelasteten Mobilfunk-Zellen im UMTS-Netz wichtig, erwies sich im Test von inside-handy.de in der Praxis abseits von Großveranstaltungen aber als nicht nachteilig. Wer jedoch ein Smartphone nutzt, das für Voice over LTE (VoLTE) freigeschaltet ist, muss bei einer Zurückstufung auf das UMTS-Netz mit einem höheren Akkuverbrauch, längeren Rufaufbauzeiten und einer zum Teil schlechteren Gesprächsqualität rechnen.

Auf die Probe gestellt wurde der O2-Free-Tarif von inside-handy.de aber nicht nur mit Blick auf die theoretsch maximal mögliche Surfgeschwindigkeit, sondern auch unter Berücksichtigung darauf, ob sich klassische Smartphone-Dienste noch in einer guten Qualität nutzen lassen. Online-Gaming, Musik- und Video-Streaming oder mobile Navigation sind nur einige Beispiele für Anwendungen, die für anspruchsvolle Smartphone-Nutzer heutzutage kaum noch wegzudenken sind. 

  1. Radio-Streaming über die App TuneIn: unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, klarer Sound 
  2. Musik-Streaming über die App Spotify (Free-Version): unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, klarer Sound
  3. Live-TV über die App Zattoo: unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, leicht verpixelte aber brauchbare Bildqualität
  4. Live-TV über die App Sky Go: unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, verpixelte, vor allem bei Sportübertragungen leicht störende Bildqualität
  5. Video-on-Demand über die App Sky Go: unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, leicht störende Bildqualität
  6. Video-Steaming über die App Youtube: unterbrechungsfreie Übertragung, keine Ruckler, leicht verschwommene Bildqualität; klarer Sound bei Musik-Videos
  7. Online-Gaming über die App Simpsons – Tapped Out: unterbrechungsfreies Spielen ohne Ruckler möglich
  8. Mobile Navigation über Google Maps: Kartenmaterial wird schnell geladen, integrierte Navigationslösung ohne Aussetzer nutzbar

Fazit: O2 Free hebt die Smartphone-Nutzung auf ein neues Level

Viel wurde im Zuge der Fusion zwischen O2 und E-Plus spekuliert, dass die Preise für die Mobilfunknutzung in Deutschland wieder steigen werden. Und tatsächlich ist das mit Blick auf die neuen O2-Free-Tarife der Fall. Gegenüber den zuvor im Fokus der Vermarktung stehenden O2-Blue-Tarifen ergibt sich eine monatliche Preissteigerung in Höhe von 5 Euro pro Monat. Ein Ärgernis, denn niemand zahlt gerne freiwillig mehr. Die andere Seite der Medaille ist aber: Das, was O2 seinen Kunden für diese Extrakosten bietet, sorgt für eine deutlich stressfreiere Smartphone- und Mobilfunknutzung.

Der Test von inside-handy.de hat ergeben, dass es schlicht und ergreifend mehr Spaß macht, sein Smartphone intensiv zu nutzen, wenn man als Nutzer keine Angst haben muss, im Laufe eines Abrechnungsmonats in eine drastische Drosselung der mobilen Surfgeschwindigkeit zu laufen. Dort, wo nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens in der Regel eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf das Niveau einer ISDN-Verbindung erfolgt (64 Kbit/s) und teilweise sogar noch langsamere Verbindungen akzeptiert werden müssen (32 Kbit/s), steht bei O2 Free weiter eine Breitband-Verbindung zur Verfügung.

Logisch, Video-Streamings in HD-Qualität kann die 1-Mbit-Verbindung von O2 Free nicht ermöglichen. Die Übertragungsgeschwindigkeit bleibt in einer nicht zu stark ausgelasteten Mobilfunkzelle aber auf einem ausreichend hohen Niveau, das auch die Nutzung von Musik-Flatrates oder Video-on-Demand-Diensten erlaubt. Das bereitet Freude und sorgt dafür, dass zwar von Anwendnung zu Anwendung gegenüber echtem Breitband-Internet noch immer qualitative Einbußen akzeptiert werden müssen, die aber objektiv betrachtet kaum ins Gewicht fallen. Und ganz nebenbei: Auch App-Updates sind nun auch problemlos von unterwegs möglich. Das Warten auf eine Verbindung mit dem nächsten kostenlosen WLAN-Hotspot entfällt.

Letztlich bleibt festzuhalten: Mit O2 Free macht das mobile Internet auch mit Speed-Drosselung und trotz des dann für den Rest des Monats gültigen Ausschlusses aus dem LTE-Netz viel Spaß. Und ganz davon abgesehen stellt Telefónica Deutschland unter Beweis, dass auch von dem aktuellen Marktführer unter den deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern noch Innovationen erwartet werden können. O2 Free stellt die Handytarif-Nutzung in Deutschland auf ein neues Level und es ist zu hoffen, dass sich auch andere Anbieter ein Beispiel daran nehmen und Kunden nicht länger für ihren hohen Datenverbrauch mit einer unzeitgemäßen Drosselung der Surfgeschwindigkeit auf Schmalband-Niveau bestrafen. Ein Umdenken in diesem Punkt täte der gesamten Branche gut.

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