Extras-Kosten für mobiles Internet vermeiden Datenautomatik deaktivieren: So geht's

vom 04.03.2017, 14:26
Handynutzung im Büro
Bildquelle: Telefónica Deutschland

Wer einen neuen Handyvertrag abschließt, achtet häufig vor allem auf zwei Dinge: Eine Allnet-Flat sollte inklusive sein und das monatlich nutzbare Highspeed-Datenvolumen, das für Ausflüge ins Internet genutzt werden kann, möglichst groß ausfallen. Immer häufiger ist in diesem Zusammenhang auch eine so genannte Datenautomatik Bestandteil des Vertrags. Die Redaktion von inside-handy.de erklärt, was dahintersteckt und worauf geachtet werden sollte.

Grundsätzlich ist die Idee hinter einer Datenautomatik schnell erklärt: Ist das einem Handy- oder Tablet-Tarif Monat für Monat zugrundeliegende mobile Datenvolumen verbraucht, wird die Surfgeschwindigkeit nicht automatisch von schneller UMTS- oder LTE-Performance auf langsames GPRS-Niveau reduziert, sondern zunächst in bis zu drei Schritten jener Zeitraum verlängert, der mobiles Surfen mit der gewohnten Turbo-Geschwindigkeit gestattet. Das Problem dabei: Die Erlaubnis, länger per Smartphone oder Tablet mit Highspeed im Internet surfen zu können, gibt es zwar automatisch aber keinesfalls kostenlos.

Stattdessen muss im Rahmen der aktiven Datenautomatik für jeden der automatisch zugebuchten Daten-Snacks eine Extra-Gebühr an den Provider gezahlt werden. Das können im günstigsten Fall jeweils 2 Euro für 100 MB sein, schnell aber auch deutlich mehr. Etwa dann, wenn beispielsweise automatisiert 750 MB für 5 Euro nachgebucht werden. Im ungünstigten Fall lauern so regelmäßig monatliche Extra-Kosten von bis zu 15 Euro. Viel Geld, das besser gleich in einen Tarif mit mehr LTE-Datenvolumen investiert werden könnte.

Gedrossele Internet Flat erst nach Zahlung von Extra-Gebühren

Erst wenn drei zusätzliche Daten-Snacks verbraucht wurden, wird die Surfgeschwindigkeit für den Rest des laufenden Abrechnungsmonats auf GPRS-Niveau reduziert. Der Aufbau von Internetseiten dauert dann deutlich länger, Inhalte in Apps werden oft nur mit einer deutlichen Verzögerung geladen und Streaming-Inhalte lassen sich in der Regel gar nicht mehr nutzen. In den meisten Fällen ist es aber uneingeschränkt weiter möglich, Text-Nachrichten über bekannte Messenger wie WhatsApp, den Facebook Messenger, SimsME oder Threema zu versenden. Anders sieht es bei Fotos, Videos oder Sprachnachrichten aus, die meist erst dann übermittelt werden, wenn das Handy wieder mit einem schnellen WLAN-Hotspot verbunden wird.

Datenautomatik bei O2
Bildquelle: Telefónica Deutschland

Tarife mit Datenautomatik werden unter anderem von Drillisch und den zahlreichen von dem Konzern betriebenen Discount-Marken wie zum Beispiel Yourfone, smartmobil.de, winSIM oder Simply verkauft. Eine Datenautomatik ist aber auch Bestandteil von Blue All-in-Tarifen von O2 oder vereinzelt auch in Tarifen von Vodafone, wo die entsprechende Option SpeedGo heißt. Telefónica Deutschland geht bei seiner Kernmarke O2 inzwischen aber auch einen anderen Weg. Wer bereit ist, 5 Euro monatlich mehr zu zahlen, kann so genannte Free-Tarife buchen, bei denen keine Datenautomatik mehr zum Einsatz kommt. Stattdessen wird die Surfgeschwindigkeit nach Verbrauch des monatlichen Highspeed-Datenvolumens nur auf 1 Mbit/s reduziert. Das ist ausreichend schnell für die meisten Anwendungen, die auf dem Handy verwendet werden - Video-Streaming über O2 Free mit Sky Ticket inklusive.

Datenautomatik deaktivieren - sofern möglich

Inwiefern die Datenautomatik auf Wunsch des Nutzers deaktiviert werden kann, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Teils ist dies über die Hotline des Providers möglich, zum Teil auch im persönlichen Online-Kundenbereich auf der Homepage des gewählten Mobilfunkers. Teils ist die Datenautomatik aber auch fester Bestandteil eines Tarifs und kann gar nicht deaktiviert werden. Wer vor Extra-Kosten geschützt sein will, sollte also vor der Wahl seines Mobilfunk-Tarifs genau hinschauen, ob eine Datenautomatik dauerhaft inklusive ist.

Bei einigen Anbietern, die in der Vergangenheit mit einer Datenautomatik arbeiteten, gibt es inzwischen auch wieder neue Tarife, die ohne eine Datenautomatik auskommen – zum Beispiel bei den Telefónica-Marken Base und Blau. Dort und bei allen anderen Anbietern, die auf eine Datenautomatik verzichten, wird die Surfgeschwindigekeit sofort auf GPRS-Niveau gedrosselt, sobald das monatlich neu zur Verfügung gestellte Highspeed-Datenvolumen verbraucht ist. Auf Wunsch ist es einem Kunden anschließend in der Regel möglich, schnelles Datenvolumen manuell nachzubuchen. Tut er dies nicht, surft er deutlich langsamer als zuvor weiter, muss dafür aber keine automatisch in Rechnung gestellten Kosten fürchten.

Tipp: Apps die Berechtigung entziehen, das mobile Internet zu nutzen

Wer eine SIM-Karte mit Datenautomatik nutzt, sollte in jedem Fall dafür sorgen, dass das Handy im Hintergrund nicht ungefragt zu viele Daten empfängt und sendet. Was viele Nutzer nicht wissen: Apps kommunizieren oft auch dann mit dem Internet, wenn sie gar nicht aktiv genutzt werden. So lässt sich zum Beispiel auf iPhones unter "Einstellungen" > "Mobiles Netz" für jede App individuell einstellen, ob sie auch über eine mobilen Datenverbindung genutzt werden darf. Gleiches gilt für Android-Smartphones, wo der Weg zu der entsprechenden Einstellungsmöglichkeit von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ausfällt.



Bildquelle kleines Bild: Telefónica Deutschland | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, Drillisch, Mobilfunktarife, Mobilfunktechnik, O2 / Base (Telefónica), Unternehmen und Märkte, Vodafone

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