HD VoiceMit dem Handy in High-Definition-Qualität telefonieren - so funktioniert's

vom 13.03.2017, 12:09
Frau telefoniert mit Handy in London.
Bildquelle: Deutsche Telekom

Mit dem Handy immer und überall erreichbar zu sein, ist längst kein Privileg von Besserverdienenden mehr. Mobile Kommunikation ist spätestens mit dem Start zahlreicher Mobilfunk-Discounter erschwinglich geworden. Und auch wenn für viele Smartphone-Nutzer mobile Datenverbindungen im Fokus stehen, wird ein Handy nach wie vor auch intensiv für Sprach-Verbindungen verwendet – mit deutlich besserer Sprachqualität als früher: HD-Telefonie sei Dank.

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Bei HD-Telefonie, auch bekannt unter dem Namen HD Voice, handelt es sich um einen Sprach-Standard, durch den klassische Handy-Gespräche mit einer deutlich höheren Sprachqualität möglich sind. Die Stimmen beider Gesprächsteilnehmer sind klarer und natürlicher zu vernehmen, was die Verständlichkeit untereinander verbessert. Praktisch ist auch, dass mit HD Voice störende Hintergrundgeräusche unter Zuhilfenahme eines speziellen Komprimierungsverfarens automatisch ausgeblendet werden.

HD Voice aus technischer Sicht

HD-Telefonie wird im Frequenzbereich zwischen 50 und 7.000 Hertz realisiert, klassische Telefon-Verbindungen ohne hochauflösende Audio-Übertragung im Bereich zwischen 300 und 3.400 Hertz. Berücksichtigt man in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die menschliche Sprache im Bereich zwischen 50 und 12.000 Hertz stattfndet, wird allein an diesen Zahlen deutlich, dass das Klangbild mit HD Voice natürlicher klingen muss.

Technisch wird bei HD-Verbindungen im Mobilfunk der Audio-Codec AMR-WB verwendet und die High-Definition-Audio-Verbindung in der Regel über das UMTS-Mobilfunknetz der drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber realisiert. Bei der Deutschen Telekom sind HD-Gespräche aber auch im GSM-Netz möglich. Grundsätzlich wird die Stimme bei HD-Telefongesprächen zunächst aufgenommen, in einem nächsten Schritt digitalisiert und dann komprimiert aber qualitativ aufgewertet zum Gesprächspartner übertragen.

HD Voice kostenlos nutzbar

HD-Telefonie ist in den Mobilfunknetzen von Telefónica Deutschland, Vodafone und der Deutschen Telekom kostenlos aktiviert. Und doch muss eine Voraussetzung erfüllt sein, um den Sprachstandard überhaupt nutzen zu können: Das persönlich genutzte Handy muss die High-Definition-Sprachverbindungen unterstützen. Das ist zum Beispiel bei Smartphones von Apple ab dem iPhone 5 der Fall, aber auch bei zahlreichen Samsung-Modellen ab dem Samsung Galaxy S3. Anders ausgedrückt: Nur wer mit einem älteren Smartphone-Modell telefoniert, kann HD Voice nicht nutzen.

Alternativ kann es sich lohnen auf Voice over LTE (VoLTE) zu setzen, wo die Gesprächsqualität ebenfalls besser ist als bei einer klassischen GSM-Verbindung. Jedoch wird VoLTE anders als HD Voice längst noch nicht von allen aktuellen Smartphones unterstützt. Auf immer mehr Handys wird VoLTE aber per Software-Update nachträglich freigeschaltet.

HD Voice Logo
Bildquelle: GSMA

HD Voice funktioniert auch im Festnetz - aber längst nicht zwischen allen Anbietern

Übrigens: Auch im Festnetz der Deutschen Telekom ist HD Voice kostenlos nutzbar. Dafür müssen beide Gesprächsteilnehmer einen IP-basierten Anschluss der Telekom und HD-Voice-fähige Endgeräte nutzen. Selbst Flüster-Gespräche werden nach Angaben der Telekom ohne Rauschen übertragen. Zum Teil sind auch netzübergreifende Gespräche in HD-Qualität möglich, zum Beispiel zwischen Telekom und Vodafone Kabel. Grundsätzlich müssen für netzübergreifende Verbindungen aber die Netze miteinander zusammengeschaltet werden und das ist noch längst nicht zwischen allen Telefongesellschaften der Fall.

Bildquelle kleines Bild: GSMA | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Mobilfunktechnik, Mobilfunk-News, O2 / Base (Telefónica), Technik, Telekom, Vodafone

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