Update Flaggschiffe von Apple, Samsung und Co. reparieren iFixit: Huawei Mate 10 Pro schlechter zu reparieren als iPhone X

vom 04.12.2017, 18:24
Huawei Mate 10 Pro zerlegt
Bildquelle: iFixit

Displaybruch, kaputter Akku, Home-Button geht nicht mehr: Die Gründe, warum man sein Smartphone reparieren muss, sind vielseitig. Wem der Reparatur-Service zu teuer ist oder wer dem Hinterhof-Schrauber das eigene Handy nicht anvertrauen will, kann sein Handy auch selbst reparieren. Mit welchem Smartphones das am besten geht, zeigt iFixit in Reparaturanleitungen und Teardowns. Aktuell: das Huawei Mate 10 Pro.

Smartphones sind in ihrer Bauart oft völlig unterschiedlich. Ein Metall-Unibody wie bei Apples iPhone 7 oder iPhone 7 Plus kann, muss aber kein Grund sein, dass man das Smartphone selbst nicht reparieren kann. Auch gibt es Vertreter, die Glasrückdeckel besitzen und gut zu reparieren, ebenso wie solche, die sehr schlecht selbst zu verarzten sind. Die Reparatur-Spezialisten von iFixit bewerten die Reparierbarkeit von Smartphones und Tablets nach verschiedenen Kriterien. Unter anderem werden die Zerlegbarkeit, die modulare Bauweise und der Einsatz von Verbindungs-Materialien gewichtet. Dabei werden Fragen geklärt, welche Schrauben-Köpfe genutzt und wie viel Kleber eingesetzt wird.

Die aktuellen Spitzenmodelle wie das iPhone X oder das Samsung Galaxy S8 liefern nicht alleine durch ihre Bauweise völlig unterschiedliche Leistungen ab. Während LG mit dem G5 und der modularen Bauweise ein hervorragend zu reparierendes Smartphone auf die Beine gestellt hat, versagt der sonstige Musterschüler Galaxy S7 hier völlig. Auch das ehemalige Spitzenmodell von Apple muss sich hier vielen seiner Konkurrenten geschlagen geben. Einer übertrifft sie jedoch alle: Der Reparatur-König im aktuellen Smartphone-Markt ist das Fairphone 2, das mit modularer Bauweise, einfache Nachkauf-Teilen auf der Webseite und werkzeuglosem Displaywechsel auftrumpft und die Bewertungsskala von 0 bis 10 bis zum Anschlag ausreizt. Einziger Kritikpunkt hier: Das Schutzglas und das Display sind fest miteinander verbunden, was das Austauschmodul vergleichsweise teuer macht.

Viele der aktuellen Spitzenmodelle wurden von iFixit schon untersucht. Die die bisher noch nicht berücksichtigt wurden, werden hier immer dann aktualisiert, wenn es soweit ist. Die bisher getesteten Smartphones aus dem Spitzenklassebereich:

Huawei Mate 10 Pro: 4/10

Das neue Flaggschiff von Huawei, das Mate 10 Pro, muss sich wie auch die Konkurrenz den Schraubern und Kratzern von iFixit aussetzen lassen. Dabei erreicht das Gerät auf der Reparatur-Skala der Experten den mäßigen Wert von 4. Positiv bleibt den Testern dabei in Erinnerung, dass sich das Backcover trotz der angegebenen IP67-Zertifizierung relativ einfach öffnen lässt ohne dabei kaputtzugehen. Gleiches gilt für die Entfernung von USB-Port, Lautsprecher und Hauptplatine.

Etwas schwieriger gestaltet sich das Aufschrauben verschiedener Abdeckungen im Inneren des Smartphones: So benutze Huawei erstaunlich wenige Schrauben, die zudem - einmal losgelöst - nicht mit Magnetismus herauszuheben sind. Auch die Verlötung des Kabels im Innenraum mit dem USB-Port hat die Reparatur-Experten nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen.

Huawei Mate 10 Pro: Hands-On-Fotos

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    Hands-On-Bilder des Huawei Mate 10 Pro.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
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    Hands-On-Bilder des Huawei Mate 10 Pro.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Als ungenügend wurden weitere Zusammenhänge bewertet: Einerseits bedarf es bei einer defekten Frontkamera des Austausches des kompletten Vorderseiten-Glases. Dabei könne das Display-Glas zu leicht kaputtgehen. Außerdem, so iFixit, würde ein Austausch des Displays bedeuten, dass man fast alle anderen Komponenten ebenfalls entnehmen müsste - ein zu hoher Aufwand.

Apple iPhone X: 6/10

Jüngst ist das lang erwartete Jubiläums-Smartphone von Apple, das iPhone X, auf dem Markt zur Verfügung gestellt worden, da wurde es bereits von den Experten von iFixit auf seine Reparierbarkeit überprüft. Das Gesamtergebnis weicht dabei nicht von dem des iPhone 8 Plus ab: iFixit vergibt 6 von 10 möglichen Punkten.

Im Detail fällt den Experten vor allem positiv auf, dass im Falle eines gesprungenen Displays die Hardware, die für die Face ID zuständig ist, nicht mit ausgetauscht werden muss. Hier lässt sich das Display-Panel unabhängig von anderen Komponenten entfernen. Im Inneren des iPhone X offenbaren sich allerdings zahlreiche Kabel, die beispielsweise bei Wasserschäden wohl stark in Mitleidenschaft gezogen werden würden und die Reparatur einzelner Komponenten tendenziell schwierig gestalten.

Apple iPhone X: offizielle Bilder

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    Zum 10. Jährigen Jubiläum bringt Apple zusätzlich zu den 8-er Modellen dieses Jahr noch das iPhone X.
    Bildquelle: Apple
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    Zum 10. Jährigen Jubiläum bringt Apple zusätzlich zu den 8-er Modellen dieses Jahr noch das iPhone X.
    Bildquelle: Apple

Überraschend ist die kleine Größe des Logicboards, das Apple zwecks Platzsparmaßnahmen in zwei Teile unterteilt und miteinander verlötet hat. Diese Anordnung ist für das iPhone X und seine Bauteile zwar praktisch, die Reparatur macht das neu angeordnete Logicboard allerdings kompliziert bis unmöglich. Die kleinere Platine kommt allerdings dem Akku zugute, der durch den gewonnen Platz gewachsen ist. Der Akku ist ebenfalls zu einem L "gefaltet" worden, wodurch der Platz im Innenleben des iPhone X effizienter genutzt wird und folglich ein Energielieferant mit 2.716 mAh verbaut ist. Somit bietet das iPhone X einen Akku mit einer höheren Nennladung als das iPhone 8 Plus.

Nach wie vor in die Kritik gerät letztlich die gläserne Rückseite, die wie beim iPhone 8 und 8 Plus auch beim iPhone X zu finden ist. Der Einsatz von Glas im Gehäuse verdoppelt die Wahrscheinlichkeit, dass das Smartphone aufgrund von Brüchen im Glas repariert werden muss. Im Falle des Jubiläums-iPhones wird der Austausch der Glas-Rückseite laut iFixit sogar noch erschwert, da diese mit der Kamera verbunden ist. Somit könnten die Kosten für Nutzer abermals drastisch steigen - die Reparatur beim iPhone 8 Plus kostet bereits mehr als 400 Euro.

Google Pixel 2: 6/10

Die Spezialisten von iFixit haben sich ein neues Smartphone gekrallt, um es auf seine Reparaturfreundlichkeit zu überprüfen. Im aktuellen Fall handelt es sich um das Google Pixel 2. Wie kürzlich erst das iPhone 8 Plus von Apple oder auch das Google Pixel XL der vorangegangenen Generation kommt das Pixel 2 auf 6 von insgesamt 10 möglichen Punkten und ist damit leichter auseinanderzunehmen, als zuvor erwartet.

Die tendenziell gute Reparierbarkeit des Flaggschiffs liegt vor allem daran, dass Google weniger Kleber nutzt als noch in früheren Modellen. Der Suchmaschinenriese setzt auf einen teils modularen Aufbau, sodass die meisten Bauteile nach der eher schwierigen Entfernung des Display-Moduls recht einfach ausgetauscht werden können – auch wenn das Pixel 2 damit nicht an den Status des modularen Fairphone 2 herankommt. Der Akku ist, im Gegensatz zum Pixel XL, im Pixel 2 zwar verklebt, aber dennoch durch ein wenig Mehraufwand ebenfalls austauschbar.

Negativ fiel auf, dass das Gehäuse des Smartphones recht instabil ist und die Komponenten, die in näherer Umgebung des verklebten Akkus liegen, nur schwer zu erreichen sind.

Die Eckdaten des Google Pixel 2 im Überblick:

  • Display: 5 Zoll / AMOLED / 1.080 x 1.920 Pixel / Gorilla Glas 5
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 835 / Octa-Core / 2,45 GHz
  • OS: Android 8.0 Oreo
  • Speicher: 4 GB Arbeitsspeicheplatz / intern: 64 oder 128 GB
  • Akku: 2.770 mAh
  • Hauptkamera: 12,2 Megapixel / f/1.8-Blende
  • Frontkamera: 8 Megapixel

Apple iPhone 8 Plus: 6/10

Eines von Apples Frischlingen, das iPhone 8 Plus, musste die Zerlegung von iFixit über sich ergehen lassen. Es wird keine große Überraschung sein, dass sich die Reparierbarkeit des iPhone 8 Plus im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht unbedingt verbessert hat. Insgesamt kommt das neue iPhone-Modell auf ein Ergebnis von 6 von 10 Punkten.

Beklagt wird, dass die verarbeiteten Bauteile nur schwer im Falle einer Reparatur zu erreichen sind, auch die Glasabdeckung auf der Rückseite sorgt aufgrund der tendenziell hohen Bruchgefahr für Kritik. Im positiveren Bereich liegt die Austauschbarkeit des Akkus wie Bildschirms, die die Profis von iFixit mit ihnen bekannten Methoden und Werkzeugen schnell bewerkstelligen konnten. Darüber hinaus sorgt die Möglichkeit, das iPhone 8 Plus drahtlos zu laden, dafür, dass Nutzer weniger Probleme mit gebrochenen Kabeln oder Buchsen haben.

Die technischen Daten des iPhone 8 Plus im Überblick:

  • Display: 5,5 Zoll / 1.080 x 1.920 Pixel / OLED
  • Prozessor: Apple A11 Bionic
  • Speicher: 3 GB RAM / 64 oder 256 GB intern
  • Kamera: 7,1 Megapixel / 12,2 Megapixel
  • OS: iOS 11

Samsung Galaxy Note 8: 4/10

Das neueste Flaggschiff Samsungs, das Galaxy Note 8, zeigt sich im Teardown als recht schwer zu reparieren. Die enorm großen Glasflächen auf der Rück- wie auch Frontseite machen Reparaturarbeiten "unnötig kompliziert". Auch der massige Einsatz von Kleber, gerade bei der Befestigung des Display-Schutzglases und der Glasfläche auf der Rückseite sowie des Akkus stören die Reparatur-Experten von iFixit. Der Energielieferant wird von Samsung zu allem Überfluss am Rückdeckel festgeklebt, was einen Tausch ebenfalls verkompliziert.

Gelobt wurden beim Teardown allerdings auch einige Lösungen Samsungs: Viele Komponenten sind modular ausgeführt, was einen Austausch vereinfacht. Dazu setzt Samsung keine speziellen Schraubenköpfe ein, was dazu führt, dass das Smartphone mit Phillips-Schraubendrehern, also mit normalem Kreuzschlitz, zerlegt werden kann.

Samsung verpasst dem Samsung Galaxy Note 8 ein 6,3 Zoll großes Super-AMOLED-Display, das mit 1.440 x 2.920 Pixeln auflöst. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 521 ppi. Das Format beträgt wie auch beim S8 und S8+ 18,5:9.
Die weiteren technischen Eckdaten im Überblick:

  • Prozessor: Samsung Exynos 8895 / 64 Bit / 2,3 GHz
  • Speicher: 6 GB RAM / 64 GB intern (erweiterbar um bis zu 256 GB)
  • Kamera: 8 Megapixel / Dual-Kamera mit je 12 Megapixeln
  • Akku: 3.300 mAh
  • Software: Android 7.1.1
  • Dual-SIM: optional

Essential Phone: 1/10

Das Essential Phone von Android-Erfinder Andy Rubin ist eines der interessantesten Smartphone-Projekte des Jahres. In Deutschland gibt es das Smartphone noch nicht zu kaufen, Nutzer anderer Länder können das Smartphone schon in die Hände nehmen – und gegebenenfalls auch reparieren müssen.

Die Experten von iFixit haben sich dem Essential Phone angenommen und kommen auf ein ernüchterndes Ergebnis. Lediglich einen von zehn Punkten vergibt die Seite nach dem Reparatur-Test.

Grundvoraussetzung für einige Reparaturschritte, ist unter anderem, dass das Handy gefroren wird – umständlich wie der iFixit-Test sagt. Des Weiteren wurde bemängelt, dass viele Verbindungen und Kleber-Stellen nahezu unsichtbar seien. Beim Reparaturversuch wurde hier mehr zerstört, als eigentlich repartiert werden sollte. Insgesamt zeigt die Kritik, dass die Verbindungen, Verklebungen, Verkabelungen und Verlötungen zwischen den einzelnen Bauteilen eine Reparatur sehr schwierig, fast sogar unmöglich machen.

Kleines Lob gab es dennoch: Der Akku des Essential Phones sei mit einem reparaturfreundlichen Band gesichert – leider, so der Reparatur-Check, sei der Akku generell nur schwer erreichbar. Ebenfalls wurde grundlegend gelobt, dass alle Schrauben gängigen Standards entsprechen würden – besonderes Werkzeug ist also auch beim Essential Phone nicht von Nöten.

Sony Xperia XZs

Neu im Teardown bei iFixit ist das Sony Xperia XZs. Dort wurde das Gerät einmal komplett auseinandergenommen. Im Gegensatz zu bisherigen Videos der Website geht das Ganze aber ohne Kommentar vonstatten und auch eine Bewertung wurde nicht abgegeben.

Dennoch sind dem Video einige interessante Beobachtungen zu entnehmen. Wie bei viele anderen Smartphones auch, muss das Display des Sony Xperia XZs erst mit ausreichend Wärme behandelt werden, um es vom Gehäuse lösen zu können. Zudem orientiert sich der Aufbau des kleineren Flaggschiffes am Vorjahresmodell Sony Xperia XZ. Unter anderem der Akku und der Aufbau der Hauptplatine sind fast identisch.

Wer bei der Reparatur des Handys selbst Hand anlegen will oder einfach nur sehen möchte, wie das Smartphone von inne aussieht, sollte einen Blick auf das neuste Video von iFixit werfen. Einen ausführlichen Test der Reparierbarkeit des XZs gibt es aktuell aber noch nicht.

OnePlus 5: 7/10

Auch das OnePlus 5 hat seinen Weg zu iFixit gefunden und ist hinsichtlich seiner Reparierbarkeit untersucht wurden. Erstaunlicherweise kommt das chinesische Flaggschiff auf 7 von insgesamt 10 Punkten und liegt damit in einem weit grüneren Bereich, als beispielsweise Samsungs Flaggschiff-Riege.

Wie der Report von iFixit verrät, hat OnePlus keine proprietären Schrauben benutzt und auch das Display wird von wiederverwendbaren Kunststoffclips gehalten. Gleichsam sind die meisten Komponenten wie beispielsweise die Kamera oder der USB-C-Anschluss leicht zugänglich. Noch im grünen Bereich ist auch der Akku, der durch eine Zuglasche leicht zu entfernen ist. Allerdings muss vor dem Zugriff die Entfernung des Motherboards erfolgen.

Die Reparierbarkeit des OnePlus 5 wird hingegen vom Display und dem Glas erschwert, da beide Komponenten miteinander verschmolzen sind. Hinzu kommt, dass der Home-Button in die Display-Montage integriert ist, wodurch eine etwaige Reparatur des Smartphones teuer sowie kompliziert wird.

Samsung Galaxy Note FE: 4/10

Die Fan Edition unterscheidet sich mit Blick auf die technischen Spezifikationen so gut wie gar nicht von seinem aufbrausenden Bruder Galaxy Note7. Die wichtigste Komponente ist jedoch ausgetauscht worden: Der Akku des Note FE fällt kleiner aus; außerdem wird die Nennladung von 3.500 auf 3.200 mAh gedrückt.

Die Webseite iFixit nimmt regelmäßig Smartphones unter die Lupe und überprüft dessen Reparierbarkeit. Auch wenn das Galaxy Note FE erst kürzlich angekündigt wurde, konnte schon eine Einheit zum iFixit-Team gelangen. Im Großen und Ganzen gelangen die Experten zum gleichen Ergebnis wie beim Note7: Die Neuauflage ist aufgrund der hohen Klebstoffverwendung genauso schwer auseinander zu nehmen wie sein Vorgänger. Letztlich kommt das Galaxy Note FE auf 4 von 10 möglichen Punkten. Bei 10 Punkten könnten Nutzer ihr Gerät theoretisch selber reparieren.

Laut iFixit hätte Samsung dem Vorjahres-Debakel ein Ende bereiten beziehungsweise das Note7 am Explodieren hindern können, wenn sie dem Smartphone einen austauschbaren Akku verpasst hätten. Was vor ein paar Jahren noch gang und gäbe war, findet man nach aktuellem Stand fast ausschließlich bei Einsteiger-Smartphones.

Samsung Galaxy S8 und S8+: 4/10

Mit einem Score von 4 hat iFixit das Samsung Galaxy S8 bewertet. Damit ist das neue Oberklasse-Smartphone eher nicht so einfach zu reparieren. Die Experten von iFixit geben hier als Grund für eine schwierige Reparatur vor allem das gebogene Display sowie den starken Kleber, der die Vorder- und Rückseite des Galaxy S8 zusammenhält, an. Der Akku des Galaxy S8 lässt sich ebenfalls nur schwierig austauschen. Er ist an Ort und Stelle verklebt, was den Wechsel "unnötig schwierig" macht, wie die Techniker von iFixit finden. Als positiv fällt den Bastlern auf, dass viele Bauteile des Galaxy S8 im Inneren modular verbaut sind, und somit von anderen Teilen unabhängig ersetzt werden können. Dorthin zu kommen zeigte sich beim Teardown allerdings als problematisch, da das gebogene Display sehr leicht beschädigt werden kann. 

Auch das größere Samsung Galaxy S8+ wurde von iFixit komplett auseinander genommen und auf einer Skala von 1 bis 10 nach Schwierigkeit einer Reparatur bewertet. Da sich die beiden Geräte überwiegend in der Größe unterscheiden, überrascht es nicht, dass auch hier ein Score von 4 vergeben wurde. Die Gründe, warum das Galaxy S8+ eher schwierig zu reparieren ist, sind ebenfalls identisch: Starker Kleber, der das Smartphone zusammenhält und wasserdicht macht, das gebogene Infinity-Display, sowie eine fest verklebte Batterie im Inneren des Geräts. Beim Auseinandernehmen des Geräts kann es aufgrund des gebogenen Displays zu starken Schäden kommen. Von einer Reparatur zu Hause ist beim Galaxy S8 und S8+ deshalb wohl eher abzuraten.

Trotz der schlechten Benotung bei iFixit haben die beiden neuen Spitzenmodelle in den jeweiligen Tests von inside-handy.de eine gute bis sehr gute Figur gemacht: Im Test des Galaxy S8 zeigt es sich als Display-Referenz am Markt und überzeugte mit dem Design und der verbauten Technik. Das größere Modell konnte im Test des Galaxy S8+ ebenfalls gefallen und räumte knapp aber verdient 5 von 5 Sterne ab. 

Google Pixel XL: 6/10

Die Spezialisten von iFixit haben es sich nicht nehmen lassen, das neue Oberklasse-Smartphone von Google auseinanderzunehmen. Dabei lässt sich das Gehäuse des Pixel XL recht einfach abheben. Ein Blick ins Innere zeigt viele modulare Komponenten, die zügig und einfach auszutauschen sein sollen. Der Akku kann bei Defekt einfach durch einen neuen ersetzt werden.

Display fällt auseinander

Verwirrend fanden die iFixit-Techniker die vielen Klammern, mit denen das Pixel-Smartphone an einigen Stellen zusammengehalten wird. Sie sollen die Reparatur generell erschweren. Den dicksten Minuspunkt gab es für das auseinandergefallene Display. Hier ist größte Vorsicht geboten - deshalb kommt iFixit auf eine Endwertung von 6 / 10 Punkten. Zum Vergleich: Das iPhone schaffte es vor einigen Wochen auf eine sehr gute Wertung von sieben Punkten und ist damit einfacherer zu repararieren als sein direkter Konkurrent aus dem Hause Google.

iPhone 7 Plus: 7/10

Traditionell zerlegt das US-Unternehmen iFixit neue Smartphones und andere Elektrogeräte. Bereits vor dem Verkaufsstart in Deutschland machten die ersten Bilder eines geöffneten iPhone 7 Plus die Runde. Nun haben die Reparatur-Profis ihr Gesamturteil zur Schwierigkeit einer Reparatur veröffentlicht. Entgegen der Erwartung, es könne sich um eine recht komplizierte Reparatur handeln, da das neue iPhone wasserdicht ist, schätzt das Unternehmen den Schwierigkeitsgrad auf einer Skala von eins bis zehn auf sieben ein. Je näher am Nullpunkt, desto schwieriger die Reparatur des Geräts. Auf zahlreichen Bildern und in einem Video hielten die Tester von iFixit den Prozess des Zerlegens fest.

Die erste Überraschung erlebten sie dabei direkt beim Aufklappen des Displays; dieses wird nicht, wie bei den Vorgängermodellen nach oben geklappt, sondern zur Seite. Die Klebemasse, die dabei Gehäuse und Display vereint, sei beim iPhone 7 wesentlich kräftiger, was wohl an der Wasserdichtigkeit des Telefons liegt. Da Apple bei seinen iPhones nie genaue Angaben zum verbauten Akku macht, geben erst solche Tests Auskunft über die tatsächliche Kapazität der Batterie. Die Gerüchte rund um den Energieversorger stimmen in diesem Fall.

Apple verbaute mit der 2.900 mAh großen Batterie einen größeren Akku in das neue iPhone. Durch die neuartige Arbeitsverteilung der vier Kerne des A10 Fusion-Prozessors, soll der Akku zudem noch länger für Strom sorgen, als es beim direkten Vorgängermodell der Fall war. Ein neues Bauteil förderte das Team von ifixit ebenfalls zutage: Gleich unter dem akku befindet sich die neue Taptic-Engine, eine Komponente, die dem Nutzer haptisches Feedback bei Benutzung des neuen Homebuttons gibt. Dieser ist erst mit dem neuen iPhone 7 nicht mehr drückbar – ifixit spricht für diese Tatsache ein besonderes Lob aus, da der Homebutton seit eh und je das für Schäden anfälligste Bauteil war. Erst die Dauernutzung des iPhone 7 wird zeigen, ob ifixit den dadurch entstandenen Mangel an Aufträgen durch andere anfällige Teile ausgleichen kann.

Apple iPhone SE: 6/10

Einen Punkt schlechter als das iPhone 7 schneidet Apples Einsteiger-Modell iPhone SE ab. Es erreicht auf der iFixit-Skala einen Wert von sechs Punkten, wobei hervorgehoben wird, dass die Bildschirmeinheit die erste abzunehmende Komponente ist. Das erleichtere den Tausch eines defekten Displays spürbar. Den Akku als Laie selbst zu tauschen, wird von den Experten nicht empfohlen, obwohl er im Allgemeinen aber ebenfalls vergleichsweise einfach zugänglich sei.

Besonders kritisch sehen die Profis von iFixit, dass das Kabel, das den Fingerabdrucksensor mit der Hauptplatine im Inneren verbindet, leicht aus der Buchse gerissen werden kann, wenn man beim Öffnen des iPhone SE nicht vorsichtig ist. Zudem sei zu beachten, dass beim iPhone SE außen Pentalobe-Schrauben verwendet werden, wodurch das Öffnen des Gehäuses ohne Spezialwerkzeug spürbar erschwert wird.

Samsung Galaxy Note7: 4/10

Das Galaxy Note7 hat sich schon einige Vorschusslorbeeren abgeholt noch bevor es der erste Kunde überhaupt in den Händen halten kann. Nun aber muss es den ersten Dämpfer einstecken: Die Reperaturprofis von iFixit haben dem neuen Flaggschiff mit Stiftbedienung nur eine unterdurchschnittliche Reparaturfähigkeit attestiert.

Heatpipe, Stiftunterbringung und der Iris-Scanner: Unter dem Kleidchen des Samsung Galaxy Note7 verstecken sich einige Technikleckereien, die im Teardown des neuen Note zum Vorschein kommen. Allerdings verhindert eine Menge Kleber und das zu den Seiten abgerundete Display eine gute Bewertung bei der Reparierbarkeit.

Trotzdem fällt das Urteil nicht katastrophal aus: Samsung hat viele Komponenten modular gestaltet, was den Austausch vereinfacht. Dazu kann der geschickte Nutzer die Ladeplatine auch wechseln ohne das Display abzunehmen. Durch das gekrümmte Frontglas ist es laut iFixit fast unmöglich, dasselbige abzunehmen, ohne das Display zu zerstören. Das Glas am Heck des Note7 macht jedoch nicht nur wegen der Krümmung Probleme: Durch den Einsatz von viel Kleber ist es sehr schwer vom Gehäuse zu lösen. Damit wird es dem Reparateur weiter erschwert, zu den innen liegenden Bauteilen vorzudringen.

Mit einer Gesamtwertung von 4 von 10 Punkten liegt man bei Samsung im unteren Mittelfeld der Konkurrenten ohne die letzten Plätze von HTC und Nexus zu gefährden.

Samsung Galaxy Note7

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    Das Samsung Galaxy Note7 kann auch bei nassem Display per Stift bedient werden.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
  • 2/30
    Trotz des 5,7 Zoll großen Displays ...
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

LG G5: 8/10

LG G5

Die Vorteile bei der Reparatur des LG G5 liegen auf der Hand: Die modulare Bauweise macht es dem Reparateur leicht, an die inneren Werte des Smartphones zu kommen. Dazu kommen handelsübliche Schrauben, kaum Klebestellen und viele modulare Bauteile, die einfach und günstig ausgetauscht werden können. Der Akkuaustausch gestaltet sich trivial und auch empfindliche Teile, wie der USB-Port sind durch die modulare Bauweise sehr einfach zu wechseln.LG kann im momentanen Spitzenmodellbereich was die Reparierfreundlichkeit angeht noch einen drauflegen: Mit 8 / 10 Punkten wird es von iFixit noch einmal besser bewertet, als das Huawei P9. Kritikpunkt hier ist vor allem das verschweißte Display: Bei einem Schutzglas-Bruch oder einem Pixelfehler muss immer gleich das gesamte Modul ausgetauscht werden. Das machte eine Reparatur unnötig teuer.

Huawei P9: 7/10

Das neue Flaggschiff von Huawei erreichte eine gute Wertung von 7 / 10 möglichen Punkten. Die Hauptkritik, die iFixit moniert sind die verwendeten Schrauben, die das Gehäuse zusammenhalten. Zum Öffnen des Metallpanzers braucht es einen speziellen und nicht handelsüblichen Schraubendreher. Der zweite Punkt betrifft das Display: Zum Austausch des Panels muss fast das gesamte Smartphone zerlegt werden.

Der Rest des Huawei P9 kann einfach repariert werden. Gesteckte elektrische Verbindungen und eine intelligente Anordnung der internen Verkabelung machen die Reparatur einfach und dadurch günstiger. Der sparsame Einsatz von Kleber tut sein übriges zur guten Gesamtwertung.

Apple iPhone 6s: 7/10

iPhone 6s Plus

Das iPhone 6s bekommt von iFixit eine 7/10-Bewertung und liefert damit ein gutes Ergebnis für ein Unibody-Smartphone ab. Im Vergleich mit dem Vorgänger iPhone 6 ändert sich nichts an der Reparaturfähigkeit des Smartphones aus Cupertino.

Ein paar Geheimnisse des iPhone 6s konnte iFixit ebenfalls lüften. Der Akku ist tatsächlich kleiner als der des iPhone 6. Der neue Akku besitzt eine Kapazität von 1.715 mAh und hat damit 95 mAh weniger Ladung als der Vorgänger. Doch was steckt alles im iPhone 6s? Neben einigen selbstgefertigten Bauteilen kommt auch eine Horde Bauteile von Fremdfirmen zum Einsatz. So funkt das iPhone 6s im LTE-Netz mit einem Qualcomm-Modul, die Sensoren stammen zum Teil von Bosch und der interne Speicher kommt von Toshiba – zumindest bei der 16 GB-Version.

OnePlus 2: 7/10

Das zweite Flaggschiff der Chinesen von OnePlus wurde im iFixit-Test mit einer guten, jedoch nicht überragenden Wertung von 7 / 10 ausgestattet. Als Vorteile beim OnePlus 2 wurden vor allem die herkömmlichen Schraubenköpfe und die modularen Komponenten ausgemacht. Dazu wird der USB-Typ-C-Port mit einem einfachen Kabel mit dem Rest des Smartphones verbunden, was eine leichte Ersetzbarkeit zulässt. Der Hauptkritikpunkt für die Reparaturprofis ist das verschmolzene Display. Es muss mit Hitze vom Gehäuse gelöst werden und ist nur als Ganzes austauschbar.

LG Nexus 5X: 7/10

Nexus 5X klein

Wie beim OnePlus 2 wird auch beim LG Nexus 5X das verschweißte Display bemängelt. Dazu kann hier der Akku zwar mit einigem Aufwand getauscht werden, jedoch benötigt es einige Schritte ihn freizulegen. Die positiven Aspekte hier sind, ebenfalls wie beim OnePlus 2, die modularen Komponenten und die Standard-Schraubenzieher-Köpfe.

Nexus 6P: 2/10

Schon von Anfang an erscheint das Smartphone nicht sehr nutzerfreundlich. Unter dem Kameramodul befinden sich Schrauben, die in der Auswölbung der Kamera liegen. Die Rückseite des Geräts ist aus gehärtetem Glas gefertigt, sodass man die Schrauben nicht aus dem Gehäuse drehen kann, ohne das Glas zu beschädigen. Nun, iFixit entfernt die Rückseite trotzdem und legt somit den Blick auf die Hardware frei, die wie eine große, zusammenhängende Masse erscheint. Dadurch, dass für den Zusammenhalt der Einzelteile viel Kleber verwendet wurde, hängt das Display direkt mit der Hauptplatine zusammen. Dies hat zur Folge, dass man sich erst durch sämtliche Innereien des Nexus 6P arbeiten muss, bis man zum Display gelangt und es gegebenenfalls austauschen kann.

Positiv fällt hingegen auf, dass das Gehäuse des Smartphones recht robust ist und der Akku – trotz des Klebers im Inneren – schnell zugänglich ist, sobald man das Gehäuse entfernt hat. Dadurch könnte das Nexus 6P tendenziell langlebiger sein. Trotzdem vergibt iFixit insgesamt nur zwei von zehn Punkten, da es für Nutzer nicht leicht zu reparieren ist.

HTC One M9: 2/10

HTC One M9

Das Fazit von iFixit gleich vorneweg: "HTC hat ein Flaggschiff-Smartphone, das sehr schwer zu reparieren ist. Sorry HTC, aber das Design muss sich ändern." Das klingt klar und deutlich. Vor allem der viele Klebstoff, mit dem die Taiwaner die einzelnen Komponenten im One M9 verklebt haben, ist dafür verantwortlich, dass das Top-Modell lediglich 2 von 10 Punkten auf der Reparierbarkeits-Skala erhält.

Wer denkt, er könne bei seinem neuen One M9 den Akku kurzerhand selbst wechseln, der sollte über eine gewisse Erfahrung in diesem Bereich verfügen und Geduld mitbringen. Die Batterie befindet sich nämlich hinter den gesamten Technik-Komponenten wie Prozessor, Speicher und Co., die allesamt auf einer Platine gelötet sind. Es erfordert viel Fingerspitzengefühl, keinen noch so feinen Draht zu beschädigen.

Wer das Display ersetzen möchte, kann nicht einfach von der anderen Seite anfangen. Man muss zunächst am Motherboard und dem Akku vorbei, ehe man den Bildschirm wechseln kann. Bei einem 750 Euro teuren Smartphone sollte man das vielleicht besser dem Profi überlassen.

Erfahrungsbericht: Reparatur im Phone Service Center ›


Quelle: iFixit | Bildquelle kleines Bild: iFixit | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Testcenter, Apple, Google, HTC, LG, Oberklasse-Smartphones, Samsung, Smartphones, Tablets, Unternehmen und Märkte

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