Update Kundentwicklung bei NetzbetreibernTelefónica punktet bei Neukunden mit O2 Free

vom 24.05.2017, 09:27
Netze: O2, E-Plus, Vodafone, Telekom
Bildquelle: inside-handy.de/O2, Vodafone, E-Plus, Telekom

Der Sommer steht vor der Tür und nachdem zuletzt nicht nur die drei großen Netzbetreiber, sondern auch die Service-Provider neue Quartalszahlen vorstellten, ist es an der Zeit, einen Blick auf die aktuellen Kundenzahlen zu werfen. Dabei wird deutlich: Telefónica Deutschland bleibt die Nummer Eins in Deutschland, gefolgt von Vodafone und der Deutschen Telekom. Bei der Telekom stehen aber die meisten Vertragskunden in den Bilanzen.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres war Vodafone der klare Gewinner am deutschen Mobilfunkmarkt. Die Zahl der im Vodafone-Netz registrierten SIM-Karten machte einen Sprung um fast Million auf nun rund 44,6 Millionen. Getrieben war dieser Anstieg vor allem durch mehr geschaltete SIM-Karten, die im Netz des Internet der Dinge (IoT) funken. Auch eine starke Performance von virtuellen Netzbetreibern (MVNO), die für ihre Angebote auf die Netzinfrastruktur von Vodafone zugreifen, sorgte für das beachtliche Wachstum.

Bricht man das Kundenwachstum auf reine Endkundenverträge herunter, fällt das Plus bei Vodafone allerdings deutlich schwächer aus. Zwischen Januar und März steigerte Vodafone die Endkundenzahl nach eigenen Angaben um 105.000 auf rund 30,72 Millionen. Im Vertragskunden-Segment wurde ein gegenüber dem Vorquartal verdoppeltes Neukundenplus verzeichnet. Der Rest der Neukunden entschied sich für ein Prepaid-Angebot beim aktuell zweitgrößten deutschen Netzbetreiber. Insgesamt waren zuletzt knapp 13,94 Millionen Prepaid-Karten bei Vodafone registriert.

Wachstum von Telefónica Deutschland wegen O2 Free

Bei Telefónica Deutschland hat sich das Kundenwachstum im zurückliegenden Auftaktquartal des Jahres deutlich wieder erfreulicher gezeigt. Wohl auch aufgrund der attraktiven Free-Tarife von O2, die nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens weiter Internetverbindungen mit bis zu 1 Mbit/s gestatten, dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Mit 171.000 neuen Vertragskunden konnte Telefónica im ersten Quartal von den deutschen Netzbetreibern die mit Abstand meisten Mobilfunk-Verträge an Mann und Frau bringen. Noch etwas besser lief es im Prepaid-Geschäft, wo 183.000 neue Kunden verzeichnet werden konnten.

Deutsche Telekom mit abgeschwächtem Vertragskundenwachstum

Ordentlich lief es auch für die Deutsche Telekom - hier vor allem aber im Prepaid-Segment, wo aufgrund eines Einmaleffekts der Kundenbestand um über 200.000 nach oben schnellte. Ganz anders lief es bei den Vertragskunden, wo in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nur ein Plus von 51.000 Kunden verzeichnet werden konnte. Trotzdem ist die Deutsche Telekom nach wie vor Marktführer bei Vertragskunden-Tarifen - mit deutlichem Abstand vor dem Wettbewerb.

Aktuelle Gesamtkundenzahlen

  Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland Deutsche Telekom
Aktive SIM-Karten inkl. M2M
Stand: Ende März 2017
47,90 Millionen 44,60 Millionen 42,11 Millionen
Vertragskunden 20,71 Millionen 16,80 Millionen 25,27 Millionen
Prepaidkunden 23,97 Millionen 13,94 Millionen 16,84 Millionen

Telefónica Deutschland ist weiter mit Abstand der Marktführer unter den deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern. Insgesamt sind knapp 48 Millionen SIM-Karten im Netz der O2-Muttergesellschaft registriert. Auf dem zweiten Platz folgt Vodafone, die Deutsche Telekom belegt den dritten Rang. Anders sieht es aus, schaut man sich die Zahl der werthaltigen Vertragskunden an. Hier kann die Telekom mit 25,27 Millionen Kunden den Spitzenplatz behaupten - deutlich vor Telefónica und Vodafone. Die meisten Prepaid-Kunden stehen weiter bei Telefónica unter Vertrag.

Entwicklung der Kundenzahlen im Jahr 2016

   Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland  Deutsche Telekom
 Gesamtkunden inkl. M2M
 +1,26 Millionen +2,09 Millionen  +1,48 Millionen 
Vertragskunden   +1,45 Millionen +138.000  +1,51 Millionen 
Prepaidkunden  -195.000   +90.000   -30.000

Ein sattes Plus von mehr als 2 Millionen SIM-Karten steht für das Gesamtjahr 2016 in den Bilanzen von Vodafone. Getrieben wie erwähnt vor allem durch das M2M-Geschäft. Die Zahl der in Eigenregie betreuten Vertragskunden legte nach Vodafone-Angaben im vergangenen Jahr hingegen nur um 138.000 Kunden zu. Telefónica Deutschland und Deutsche Telekom weisen für 2016 hingegen jeweils rund 1,5 Millionen neue Vertragskunden aus.   

Entwicklung der Kundenzahlen in Q1 2017

  Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland Deutsche Telekom
Gesamtkunden inkl. M2M
n.a. +900.000 +265.000 
Vertragskunden +171..000 +123.000 +51.000 
Prepaidkunden +183.000 -18.000  +214.000 

Gemessen an den neu aktivierten SIM-Karten hat das vierte Quartal vor allem Vodafone in die Karten gespielt. Wobei das Plus vor allem durch ein starkes Wachstum im M2M-Geschäft, also SIM-Karten für das Internet der Dinge, zu verzeichnen ist. Bei Vertragskunden konnten im ersten Quartal des laufenden Jahres alle drei Netzbetreiber punkten, wobei die Telekom in der Nettoabrechnung die wenigsten neuen Vertragskunden verzeichnen konnte. Im Prepaid-Geschäft lief es für den Bonner Konzern umso besser. Allerdings kommt hier auch ein Einmaleffekt in Höhe von rund 180.000 Kunden aus einem geänderten Systemausweis zum tragen. Zu beachten ist auch: Seit dem 1. Quartal 2017 weist Telefónica auch die Kundenzahl inkl. M2M-Karten aus. Ein Vergleich zum vierten Quartal ist deshalb nicht möglich.

Kundenzahlen Q1 2017 von Freenet, United Internet und Drillisch

Weiter der mit Abstand größte Service-Provider in Deutschland ist Freenet. Ende März standen bei dem Unternehmen aus Hamburg, zu dem auch Marken wie mobilcom-debitel, klarmobil.de oder freenet Mobile zählen, rund 12 Millonen Mobilfunkkunden unter Vertrag. Damit hat sich der Kundenverlust, der schon seit vielen Quartalen beobachtet werden kann, weiter fortgesetzt.

Weiter stark im Kommen ist die Drillisch Gruppe, die allein im ersten Quartal 185.000 neue Kunden bei Discount-Marken wie DeutschlandSIM, Simply, Yourfone oder smartmobil.de begrüßen durfte. Insgesamt telefonieren inzwischen 3,62 Millionen Kunden mit einer SIM-Karte einer Drillisch-Marke. Ähnlich gut lief es zwischen Januar und März für die United Internet AG. Mit den Kernmarken 1&1, Web.de und GMX telefonierten zuletzt 4,45 Millionen Kunden - 140.000 mehr als noch Ende September.

Für Ende 2017 planen Drillisch und United Internet eine Fusion. Dann könnte nicht nur für Freenet, sondern auch für die großen deutschen Netzbetreiber ein weiterer großer und vor allem schlagkräftiger Gegner entstehen. Noch steht die Genehmigung vom Bundeskartellamt, das die Übernahme absegnen muss, allerdings aus. 

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Quelle: Telefónica / Telekom / Vodafone | Bildquelle kleines Bild: Telekom / Vodafone/ O2 / E-Plus / inside-handy.de | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, O2 / Base (Telefónica), Telekom, Unternehmen und Märkte, Vodafone

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