Update Kundentwicklung bei Netzbetreibern Telefónica punktet weiter, Telekom verliert tausende Vertragskunden

vom 10.08.2017, 10:42
Netze: O2, E-Plus, Vodafone, Telekom
Bildquelle: inside-handy.de/O2, Vodafone, E-Plus, Telekom

Die drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber haben nun alle ihre neuesten Zahlen für das abgeschlossene zweite Quartal des laufenden Jahres vorgestellt. Dabei wird deutlich: Die Jubiläums-Angebote von O2 erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, die Deutsche Telekom muss hingegen Federn lassen. Sie hat im zweiten Quartal viele Vertragskunden verloren und muss zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2014 eine negative Kundenentwicklung ausweisen.

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres war Telefónica Deutschland der klare Gewinner im Endkundengeschäft auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Nicht nur die Zahl der Vertragskunden hat sich positiv entwickelt, sondern auch die Zahl der Prepaid-Kunden. Trotz aller Kritik, die immer wieder mit Blick auf die Netz-Infrastrukur des O2-Netzes laut wird, sind die Kunden offenbar vor allem mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis absolut einverstanden.

Unter dem Strich sind inzwischen 48,4 Millionen SIM-Karten im O2-Netz geschaltet, das sind rund 500.000 mehr als noch Ende März. In die Karten spielt Telefónica unter anderem das attraktive Angebot der so genannten O2 Free-Tarife, die nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens weiter Internetverbindungen mit bis zu 1 Mbit/s gestatten. 197.000 neue Vertragskunden im zweiten Quartal sprechen eine deutliche Sprache.

Vodafone punktet ebenfalls

Immerhin 110.000 neue Endkunden kann Vodafone für das zweite Quartal in seinen Bilanzen verbuchen. Das sind noch einmal 10.000 mehr als im ersten Quartal des laufenden Jahres. Bezieht man auch jene Karten mit ein, die von virtuellen Netzbetreibern genutzt werden und im Internet der Dinte (IoT) geschaltet sind, hat Vodafone die Zahl der aktiven SIM-Karten sogar um rund 600.000 auf 45,2 Millionen steigern können. 

Deutsche Telekom verliert viele Kunden

Alles andere als zufrieden kann hingegen die Deutsche Telekom sein. Sie verlor im zweiten Quartal 100.000 Kunden und kann nur noch auf rund 42 Millionen aktive Kunden blicken. Vor allem im Vertragskunden-Segment lief es alles andere als gut. Hier musste der Bonner Konzern ein Minus von fast 200.000 Kunden verzeichnen. Das Plus von knapp 100.000 Prepaid-Kunden konnte hier nur kosmetisch entgegenwirken.

Aktuelle Gesamtkundenzahlen

  Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland Deutsche Telekom
Aktive SIM-Karten inkl. M2M
Stand: Ende Juni 2017
48,40 Millionen 45,20 Millionen 42,01 Millionen
Vertragskunden 20,91 Millionen 16,89 Millionen 25,08 Millionen
Prepaidkunden 24,29 Millionen 13,95 Millionen 16,93 Millionen

Telefónica Deutschland ist weiter mit Abstand der Marktführer unter den deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern. Insgesamt sind knapp 48,5 Millionen SIM-Karten im Netz der O2-Muttergesellschaft registriert. Auf dem zweiten Platz folgt Vodafone, die Deutsche Telekom belegt den dritten Rang. Anders sieht es aus, schaut man sich die Zahl der werthaltigen Vertragskunden an. Hier kann die Telekom mit knapp 25,1 Millionen Kunden trotz hoher Verluste im zweiten Quartal den Spitzenplatz behaupten - deutlich vor Telefónica und Vodafone. Die meisten Prepaid-Kunden stehen weiter mit Abstand bei Telefónica unter Vertrag.

Entwicklung der Kundenzahlen in Q2 2017

  Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland Deutsche Telekom
Gesamtkunden inkl. M2M
+500.000 +600.000 -100.000 
Vertragskunden +197.000 +84.000 -186.000 
Prepaidkunden +322.000 +34.000  +83.000 

Gemessen an den neu aktivierten SIM-Karten hat das zweite Quartal vor allem Vodafone in die Karten gespielt. Wobei das Plus vor allem durch ein starkes Wachstum im M2M-Geschäft, also SIM-Karten für das Internet der Dinge, zu verzeichnen ist. Bei Vertragskunden konnten im zweiten Quartal des laufenden Jahres nur zwei Netzbetreiber punkten: Während Telefónica und Vodafone ein Wachstum ausweisen, ging es für die Telekom in steilen Sinkflug. Satte 186.000 Vertragskunden weniger als noch Ende März stehen in den Bilanzen. Im Prepaid-Geschäft lief es für den Bonner Konzern besser: 86.000 neue Kunden in diesem Segment bedeuten den zweiten Platz hinter Telefónica Deutschland, das zwischen April und Juni satte 322.000 neue Prepaid-Kunden verbuchen konnte. Vodafone reiht sich mit einem Prepaid-Kunden-Plus von 34.000 zwischen den beiden Konkurrenten ein.

Entwicklung der Kundenzahlen im Jahr 2016

   Telefónica Deutschland Vodafone Deutschland  Deutsche Telekom
 Gesamtkunden inkl. M2M
 +1,26 Millionen +2,09 Millionen  +1,48 Millionen 
Vertragskunden   +1,45 Millionen +138.000  +1,51 Millionen 
Prepaidkunden  -195.000   +90.000   -30.000

Ein sattes Plus von mehr als 2 Millionen SIM-Karten steht für das Gesamtjahr 2016 in den Bilanzen von Vodafone. Getrieben wie erwähnt vor allem durch das M2M-Geschäft. Die Zahl der in Eigenregie betreuten Vertragskunden legte nach Vodafone-Angaben im vergangenen Jahr hingegen nur um 138.000 Kunden zu. Telefónica Deutschland und Deutsche Telekom weisen für 2016 hingegen jeweils rund 1,5 Millionen neue Vertragskunden aus.   

Kundenzahlen Q1 2017 von Freenet, United Internet und Drillisch

Weiter der mit Abstand größte Service-Provider in Deutschland ist Freenet. Ende Juni standen bei dem Unternehmen aus Hamburg, zu dem auch Marken wie mobilcom-debitel, klarmobil.de oder freenet Mobile zählen, knapp 12 Millonen Mobilfunkkunden unter Vertrag. Damit hat sich der Kundenverlust, der schon seit vielen Quartalen beobachtet werden kann, weiter fortgesetzt - allerdings auf deutlich abgeschwächten Nivau.

Weiter stark im Kommen ist die Drillisch Gruppe, die im zweiten Quartal 156.000 neue Kunden bei Discount-Marken wie DeutschlandSIM, Simply, Yourfone oder smartmobil.de begrüßen durfte. Insgesamt telefonieren inzwischen 3,77 Millionen Kunden mit einer SIM-Karte einer Drillisch-Marke. Ähnlich gut lief es zwischen April und Juni für die United Internet AG. Mit den Kernmarken 1&1, Web.de und GMX telefonierten zuletzt 4,57 Millionen Kunden - 120.000 mehr als noch Ende März. Sowohl für United Internet als auch für Drillisch gilt allerdings: Gegenüber der Vorquartale hat sich das Kundenwachstum spürbar abgeschwächt.

Für Ende 2017 planen Drillisch und United Internet eine Fusion. Dann wird nicht nur für Freenet, sondern auch für die großen deutschen Netzbetreiber ein weiterer, großer und vor allem schlagkräftiger Gegner entstehen. Sowohl durch das Bundeskartellamt als auch durch die Drillisch-Hauptversammlung wurde der Zusammenschluss inzwischen durchgewunken.

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Quelle: Telefónica / Telekom / Vodafone | Bildquelle kleines Bild: Telekom / Vodafone/ O2 / E-Plus / inside-handy.de | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, O2 / Base (Telefónica), Telekom, Unternehmen und Märkte, Vodafone

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