Tipps & Tricks Handy im Ausland Urlaub mit dem Smartphone: 20 Tipps für eine entspannte Reise

vom 06.11.2017, 07:48
Tipps und Tricks für den Urlaub

Roaming-Gebühren, Diebstahl, Akkuverbrauch – Im Urlaub warten einige Unannehmlichkeiten auf das Smartphone und seinen Besitzer. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt 2 Tipps und Tricks sowie auch Hinweise, wie der Urlaub mit dem Smartphone entspannter wird.

Ob an den Stränden des Mittelmeers oder in den Fjorden von Norwegen: Der Urlaub zählt zu den Highlights im Jahr und sollte dementsprechend ohne Komplikationen ablaufen. Zur Reise dazu gehören für viele Menschen auch das Smartphone und die damit verbundene, ständige Erreichbarkeit sowie eine weitreichende Auswahl an Funktionen. Doch die mobilen Alleskönner sorgen im Ausland immer wieder für schlechte Stimmung und vermiesen durch Roaming-Gebühren, eingeschränktem Energienachschub oder fehlerhaften Diensten die eigentlich schönste Zeit im Jahr. Damit der smarte Begleiter auch im Urlaub funktioniert, hat inside-handy.de ein paar kleine Tricks und Kniffe für die Smartphone-Benutzung auf Reisen zusammengestellt.

Telefonieren, SMS und mobiles Internet im Ausland

Smartphone-Power-User haben nach dem Urlaub vielleicht schon einmal einen Schock erlitten, als sie ihre Handyrechnung zu Gesicht bekamen. Denn Gespräche, SMS und Surfen im Internet können im Ausland teuer werden. Bis 2007 legten Mobilfunkanbieter die Kosten für die Nutzung ihrer Dienste im Ausland noch selbst fest. Seitdem bemühte sich die Europäische Union (EU) jedoch um eine Regulierung der sogenannten Roaming-Gebühren. Die eingeführte Kostenbegrenzung sieht vor, dass Gespräche, Nachrichten und die Nutzung des Internets nicht über einen gewissen Betrag hinaus gehen dürfen.

So kosten aus dem Ausland getätigte Telefonate derzeit nicht mehr als 19 Cent pro Minute; eingehende Anrufe sogar nur 1 Cent. SMS dürfen mit maximal 6 Cent pro Nachricht verbucht werden. Der Maximalpreis für das Surfen im mobilen Internet – auch Dataroaming genannt – liegt bei 20 Cent, die Abrechnung erfolgt pro Kilobyte. Bei Letzterem wird der Verbraucher nochmals durch den Mobilfunkanbieter geschützt, denn dieser ist per Gesetz dazu verpflichtet, den Kunden zu warnen, sobald Kosten von 50 Euro entstanden sind. Reagiert der Kunde nicht darauf und die Kosten erhöhen sich auf 60 Euro, muss der Anbieter die mobile Internetverbindung trennen. Dieser Schutz kann von dem Kunden individuell angepasst oder aufgehoben werden. Teilweise ist er auch außerhalb der EU gültig.

Änderungen seit dem 15. Juni 2017

Seit dem 15. Juni 2017 sind nach neuer EU-Regelung die Roaming-Gebühren komplett entfallen. Nun gelten für abgehende Anrufe, SMS und Dataroaming die Inlandspreise. Ankommende Anrufe sind komplett kostenfrei. Es gilt jedoch zu beachten, dass Kunden unter Umständen einen Aufpreis zahlen müssen, wenn sie eine festgelegte Nutzungsgrenze überschreiten. Um die Anbieter des Mobilfunks dennoch gegenüber Missbrauch zu schützen, wurde zudem ein Kriterienkatalog entwickelt. Dieser richtet sich nach dem Wohnsitz der jeweiligen Person und dem Heimatmarkt des Unternehmens.

Demnach ist es Anbietern möglich, Zusatzgebühren zu erheben, wenn diese Punkte zutreffen:

  • Der Traffic in Roaming-Märkten übersteigt jenen des Heimatlandes der SIM-Karte deutlich
  • Die SIM-Karte wird meistens nur dann genutzt, wenn der Nutzer im Ausland ist
  • Der Kunde nutzt regelmäßig verschiedene SIM-Karten im Ausland

Die Extrakosten belaufen sich 4 Cent pro Minute beim Telefonieren, 1 Cent pro SMS und 0,085 Cent pro verbrauchten Megabyte. Bevor es dazu jedoch kommt, müssen Anbieter den Kunden davon in Kenntnis setzen. Die Zusatzgebühren sind nur zeitlich begrenzt. Bei einem organisierten Missbrauch von ausländischen Karten auf einem Markt können Anbieter umfangreichere Maßnahmen vornehmen. Beides muss jedoch in Absprache mit der EU geschehen.

Außerdem dürfen Mobilfunkanbieter Roaming-Gebühren erheben, wenn sie befürchteten, ihre Kosten nicht decken zu können. Mobilfunkanbieter in Deutschland müssen hierfür einen Antrag zur Sicherstellung der Tragfähigkeit von Roamingdiensten bei der Bundesnetzagentur stellen.

Kosten im Ausland außerhalb der EU

Während die Kosten in Europa einheitlich und vergleichbar sind, müssen Kunden bei einer Reise ins Ausland außerhalb der EU auf diesen Luxus verzichten. In diesem Fall ist der Tarif-Dschungel noch ungezähmt und jeder Anbieter legt die Kosten für seine Dienste selbst fest. So nehmen die Unternehmen für einen ausgehenden Anruf zwischen 1,21 Euro und 6,09 Euro pro Minute. Entscheidend für den genauen Tarif ist das Urlaubsland, in das man fährt. Es lohnt sich daher, vor Reisebeginn einen Blick auf die Informationsseiten der Deutschen Telekom, von Vodafones oder O2 zum Auslandtarif zu werfen oder über die Hotline die genauen Kosten zu erfragen.

Die Mailbox als Kostenfalle

Wer alle möglichen Kostenfallen im Blick und sein Smartphone dementsprechend für die Reise präpariert hat, sollte auch die Mailbox nicht vergessen. Landet ein Anruf auf der Mailbox, wird dieser auf eine spezielle Mailbox-Rufnummer umgeleitet, die sich im Normalfall im Netz des Heimatlandes befindet. Der Anrufer bezahlt nur die Kosten bis zur Landesgrenze – die Verbindung bis ins Ausland sowie die Weiterleitung des Anrufs gehen auf Kosten des Reisenden beziehungsweise Angerufenen. Um dieser Kostenfalle vorzubeugen, sollte der Verbraucher noch zu Hause die Mailbox abschalten. Dann können Anrufe nicht mehr umgeleitet werden und der Reisende muss nur die Kosten übernehmen, wenn er einen Anruf tatsächlich annimmt.

Roaming-Flats und andere Angebote

Immer mehr Mobilfunkanbieter passen sich dem Lauf der Zeit sowie dem Reisetrend an und binden Roaming-Flatrates in ihre bestehenden Tarife mit ein. Vodafone hat seine Red-Tarife S+ Business, + Business Special, M+ Business und L+ Business beispielsweise mit einer Roaming-Flatrate ausgestattet, sodass Kunden ohne weitere Kosten telefonieren und SMS versenden können. Auch in den CallYa-Tarifen von Vodafone werden ab Ende April die Roaming-Gebühren wegfallen. Das bedeutet für Kunden, dass sie ihren gebuchten Tarif zu gewohnten Konditionen auch im EU-Ausland nutzen können. Ähnliche Entwicklungen und Anpassungen sind auch bei Congstar, der Deutschen Telekom und O2 zu finden. Dieser Schritt greift dem der EU-Kommission voraus, denn ab Juni 2017 sollen jegliche europäische Roaming-Gebühren wegfallen.

Allgemein sollten sich Kunden, die noch keine Roaming-Flat besitzen und in Zukunft in Urlaub fahren, überlegen, ob sie diesen Dienst der Mobilfunkanbieter in Anspruch nehmen wollen. Im Anbetracht der von der EU vorgegebenen, niedrigen Kosten, ist ein Verzicht unter Umständen sinnvoller. Alternativ lassen sich auch Tages-Tarife wie das O2 EU Day Pack, der EasyTravel Tag von Vodafone oder der Travel & Surf DayPass M der Deutschen Telekom buchen. Letzterer gilt für das gesamte Ausland, bei O2 und Vodafone gibt es ebenfalls ähnliche Tarife. Diese lassen sich mitunter auch auf eine Woche ausweiten. Eine Roaming-Flat für Länder außerhalb Europas bietet nur Vodafone mit seiner EasyTravel Flat an. Die gilt jedoch nicht für das komplette Ausland: Eingeschlossen sind die Schweiz, Türkei, USA und Kanada.

Alternative: Ausländische SIM-Karten

Verbraucher, die auf eine längere Reise gehen oder immer erreichbar sein wollen, bietet eine Prepaid-Karte des jeweiligen Ziellandes eine weitere Option. Wenn eine ausländische Prepaid-Karte gekauft wird, kann der Reisende den Roaming-Gebühren umgehen. Allerdings erwirbt er mit der SIM-Karte auch eine neue Nummer, die er dann zunächst an alle Kontakte weiterleiten muss. Außerdem werden die Kosten für Anrufer aus der Heimat dann teurer.

Bei einem Kauf der SIM-Karte ist zu beachten, dass man zuvor immer die Roaming-Tarife mit den Gebühren der Prepaid-Karte vergleicht – dadurch lassen sich etwaige Kostenfallen oder Mehrkosten vermeiden. Seiten wie www.holidayphone.de und www.reisesim.de bieten die Möglichkeit, sich schon vor der Ankunft im Urlaubsland eine ausländische SIM-Karte zu holen. Dabei wird keine Überprüfung der persönlichen Kontaktdaten fällig. Natürlich kann eine Karte auch vor Ort gekauft werden. Da ist die Auswahl meistens größer, jedoch gilt in fast allen Ländern Registrierungspflicht anhand eines Ausweises. Wie viele Prepaid-Angebote haben auch ausländischen SIM-Karten eine Laufzeit von 30 Tagen.

Smartphone geklaut - was tun?

Gerade in großen Touristen-Städten, an beliebten Attraktionen oder auch am Strand warten Langfinger auf ihre Gelegenheit, das Smartphone und andere Wertgegenstände zu klauen. Wenn das Mobiltelefon entwendet wird, sollte es so schnell wie möglich vom Vertragspartner gesperrt werden, damit der Dieb keine Daten stehlen kann. Für diesen Fall gibt es in der Regel spezielle Hotlines, die sich nur mit der Sperrung der Smartphones befassen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Sperrung immer im Beisein eines Zeugen erfolgen sollte.

Damit die Sperrung reibungslos verlaufen kann, sollten Besitzer sich für alle Notfälle ihre Handynummer, SIM-Kartennummer, Kundennummer und ihr Kundenkennwort merken oder notieren. Außerdem verfügt jedes mobile Endgerät über eine elektronische Registrierungsnummer (IMEI), die nach der Eingabe eines Codes (*#06#) ebenfalls notiert werden sollte.

Wenn man schnell genug bemerkt, dass das Smartphone entwendet wurde, und sich ein Mitreisender samt eigenem Mobiltelefon in der Nähe befindet, heißt es schnell handel: Mit einem sofortigen Anruf auf das geklaute Gerät besteht die Möglichkeit, den Dieb mitsamt des Gerätes per Gehör zu orten – vorausgesetzt er befindet sich noch in der Nähe. Da fast alle Geräte mittlerweile über eine ständige Internet-Verbindung verfügen, ist es auch lohnenswert, im Voraus einen Ortungsdienst zu aktivieren. Eine solche Funktion bieten fast alle gängige Hersteller und Mobilfunkanbieter an. Auch Apps bieten diesen Dienst in unterschiedlichem Ausmaß an.

20 Tipps für den entspannten Urlaub mit dem Smartphone

  1. Urlaubstarife checken und den eigenen Vertrag prüfen. Häufig sind kleine Inklusivleistungen enthalten, die im europäischen Ausland genutzt werden können. Alternativ können beim jeweiligen Mobilfunkanbieter auch passende Datenpakete für die Reise gebucht werden (wie beispielsweise hier bei O2).
  2. Datenverbindung im Ausland kappen oder einschränken. Bei Android-Geräten kann das Limit frei eingestellt werden.
  3. Widgets und automatische Aktualisierungen abschalten. Das spart Datenvolumen.
  4. WLAN im Hotel nutzen. Die meisten Hotels bieten kostenlose Netze an, die für die Grundversorgung genügen.
  5. Whatsapp- und Skype-Telefonie nutzen. Die Telefonfunktion ist kostenlos und für den abendlichen Gruß nach Hause genügt die Verbindungsqualität des Hotel-WLANs.
  6. Anrufen lassen: Wer klassisch telefonieren will, sollte sich anrufen lassen. Gespräche aus Deutschland in die Ferne sind weitaus günstiger als andersherum.
  7. Vorsicht Diebe: Gerade auf Reisen ist Vorsicht geboten. Am Strand lässt sich das Smartphone unauffällig zum Beispiel in einem präparierten Buch verstecken, ansonsten lieber direkt am Körper tragen oder im Hotel-Safe lassen.
  8. Adapter für Steckdosen mitnehmen. In einigen Europäischen Ländern gibt es andere Steckerformen. Empfehlung bei Fernreisen: Andere Netzadapter wegen unterschiedlicher Spannungen und Frequenzen vor Ort kaufen.
  9. Zusatzakku mitnehmen: Gerade bei Wandertouren oder fernab der Zivilisation ist ein bisschen Zusatzenergie nicht verkehrt.
  10. Für Naturfans: Solar-Ladegeräte sind leichter und umweltschonend. Dazu werden sie bei entsprechendem Wetter nie leer – nützen aber auch nichts, wenn die Sonne nicht scheint.
  11. Apropos Sonne. Das Handy sollte nie in der prallen Sonne liegen. Die Hitze setzt nicht nur der Elektronik, sondern auch dem Akku zu. Das Gleiche gilt auch für Kälte im Winter-Urlaub.
  12. Vor Staub und Wasser schützen: Zipper-Tüte drum und fertig ist der Rundum-Schutz. Schicker ist nur eine Otterbox, oder gleich ein Smartphone, das nach IP68-Zertifizierung über ein wasser- und staubdichtes Gehäuse verfügt.
  13. Das Smartphone als Reisefotoapparat: ein kleines Reisestativ wie die Gorilla-Pods bringt mehr als jeder Selfiestick. Dazu eine Weitwinkellinse und schon steht tollen Bildern nichts mehr im Weg.
  14. Schon zu Hause den Speicher leer machen. Alte Bilder runter und lieber auf dem Computer aufbewahren. Dann bleibt genug Platz für neue Fotos.
  15. Entspannung ist gut, ein kleiner Lautsprecher versüßt trotzdem die romantische Zeit am Strand oder den monumentalen Blick vom Berggipfel.
  16. Keine Lust auf Landkarten? Dann einfach schon zu Hause Offline-Maps zum Beispiel über Google Maps herunterladen. Here oder City Maps 2 Go bieten Karten zur freien Nutzung auch ohne Netzanbindung an.
  17. Genau so läuft es bei Handy-Reiseführern. Einige Apps wie Travel Guide von Marco Polo oder der Reiseführer Tripwolf bieten Guides ohne Netz an.
  18. Noch ein kleiner Tipp für Organisationsfreaks: Die wichtigsten Kontakte sollten vor einer Reise mit der deutschen Landesvorwahl +49 gespeichert werden. Das hilft gegen versehentliches Verwählen und schont Nerven und Zeit im Urlaub.
  19. Wer braucht eigentlich das Internet am Strand? Das Smartphone kann ab und an auch einfach zu Hause gelassen werden. Wer trotzdem erreichbar sein will, kann es wie die Kanzlerin machen und ein Einweghandy nutzen.
  20. Bitte nicht fahren! Während in Deutschland aktuell "nur" 60 Euro Strafe drohen, können im Ausland schon einmal mehrere hunderte Euro Bußgeld zusammenkommen. Sicherer ist es, auf das Handy am Steuer zu verzichten. 

Die Tipps und Tricks zur Smartphone-Nutzung im Urlaub können in weiten Teilen nicht nur mit Android-Geräten, wie dem Samsung Galaxy S6 und dem Xperia Z3 Compact, die im Video genutzt werden, sondern auch mit Apples iPhone und Windows-Phone-Geräten genutzt werden. 

Die sechs besten Foto-Postkarten-Apps ›


Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
News bewerten:
 
10 / 10 - 4Stimmen

Themen dieser News: inside-handy.de, O2 / Base (Telefónica), Roaming, Smartphones, Telekom, Tipps & Tricks, Vodafone

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen