Android Marshmallow: Alles Wissenswerte zur sechsten Android-Version

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Android Marshmallow
Bildquelle: Google
Ab dem 5. Oktober 2015 war Marshmallow-Zeit. Der Nachfolger des Lollipop-Updates aktualisierte das Android-Betriebsystem auf die Version 6.0 und brachte einige Veränderungen mit sich - so zum Beispiel neue Funktionen und verbesserte Sicherheitsebenen. Die Redaktion von inside handy hat alle Änderungen sowie neueingeführte Funktionen, die die sechste Android-Firmware geboten hat, in diesem Artikel zusammengefasst.

Android M: Marshmallow

Offiziell vorgestellt wurde Marshmallow auf der Google I/O-Entwicklerkonferenz 2015. Wie bei allen Android-Versionen in der Vergangenheit üblich, gab Google dem neuesten Update des mobilen Betriebssystems den Namen einer Süßspeise. Infrage kamen Süßigkeiten, die mit dem Buchstaben „M“ begannen. Wie schon bei der Vorgängerversion Lollipop wurde die Aktualisierung dabei nach einem markenfreien Produkt benannt. Der Namen Marshmallow wurde am 17. August 2015 offiziell vorgestellt. Am 5. Oktober 2015 veröffentlichte Google das Update, das nach und nach für unterschiedliche Smartphones wie Googles Nexus- und Samsungs Galaxy S-Reihe erschien. Aktuell wurde das Betriebssystem allerdings bereits von mehreren Nachfolgerversionen abgelöst.

Schneller Suchen mit Google Now on Tap, mehr Sicherheit dank neuen Berechtigungen

Die größte Neuerung des Android-Betriebsysytems 6.0 war die Einführung des Google Now on Tap-Overlays. Die Funktion ermöglichte es aus jeder Anwendung heraus, Google Now zu öffnen, ohne dabei die App zu verlassen. So konnte der Nutzer innerhalb einer E-Mail oder einem Chat direkt Informationen über mögliche Treffpunkte erfahren. Bei einem Gespräch über einen anstehenden Kinobesuch zeigte Google Now on Tap zum Beispiel das nächste Kino sowie das dortige Programm an. Die Funktion wurde per längerem Druck auf den Home-Button aktiviert.

Ebenfalls neu bei Marshmallow war die Möglichkeit, Berechtigungen von Apps selbst festzulegen. Mit Version 6.0 lag die Vergabe von Rechten erstmals wirklich in der Hand des Nutzers. Zugriffe von Programmen konnten nun mit wenig Aufwand eingeschränkt beziehungsweise freigegeben werden. Das Einstellen von Berechtigungen war nach der ersten Installation einer App möglich. Doch auch später konnten Veränderungen vorgenommen werden. Das galt auch für bereits installierte Anwendungen – und trifft auch noch heute zu. In folgenden Kategorien ließen sich Berechtigungen in Android Marshmallow entziehen und vergeben:

  • Telefonfunktion
  • SMS
  • Kalender
  • Kamera
  • Mikrofon
  • Kontakte
  • Standort
  • Sensoren
Google Now on Tap
Bildquelle: Google

Neuer Standby-Modus für verbesserte Akkuleistung und Unterstützung für USB Typ-C sowie Fingerabdrucksensoren

Weitere Änderungen betrafen den Akku der Smartphones. So verfügte Marshmallow über einen abgeänderten Stromsparmodus. Der versetzte das Smartphone, genauso wie das aktuelle Betriebssystem, automatisch in den Ruhemodus und beschränkte somit den Stromverbrauch von Apps auf ein Minimum. Nur ausgewählten Anwendungen war es weiterhin vorbehalten, Benachrichtigungen zu senden und auf Sparflamme weiterzuarbeiten. Welche Programme das waren, konnte der Nutzer dabei selbst festlegen. Im Vergleich zu vorherigen Versionen des Betriebssystems, Android Lollipop, sollte sich die Standby-Zeit damit verdoppeln lassen.

Ebenfalls positiv für den Akku war die damals neue Unterstützung von USB Typ-C. Neben schnellerer Datenübertragung verfügte der beidseitig verwendbare Anschluss auch über eine Schnellladefunktion. Neben USB Typ-C unterstützte Marshmallow zusätzlich auch Fingerabdrucksensoren mit einer eigenen Programmschnittstelle. Davor hatte jeder Hersteller eigene Ansätze, mit Marshmallow wurde ein einheitlicher Android-Standard etabliert.

Android Marshmallow Funktionen
Bildquelle: Google

Und viele weitere Neuheiten, die 2015 eingeführt wurden

Weitere Funktionen, die in Marshmallow steckten, waren unter anderem eine ausgebaute Sprachfunktion zur Steuerung von Anwendungen und die Nutzung von Micro-SD-Karten als Erweiterung für den internen Speicher – zum Beispiel als Installationsplatz für Apps. Auch eine Funktion zum Teilen von Inhalten und ein gesicherter Bootmodus fanden ihren Weg in das Betriebssystem. Im Bereich Android for Work und der Konnektivität mit Bluetooth sowie WLAN-Hotspots gab es zudem ebenfalls kleine Verbesserung.

In Deutschland eher von geringem Interesse war die Einführung von Android Pay. Das Bezahlsystem sollte eine Ergänzung zu Google Wallet sein. Nutzer sollten damit direkt im Einzelhandel bezahlen können. Auch das Tätigen von In-App-Käufen konnte per Android Pay erledigt werden. Abseits davon integrierte Google noch folgende Änderung mit Android Marshallow:

  • Optimierung von Android Runtime
  • Verbesserte Funktionen bei Texten
  • Unterstützung von druckempfindlichen Bluethooth-Eingabestiften
  • App Links: Apps können damit Web-URLs direkt verarbeiten
  • Verbesserungen bei der Geräteeinrichtung und Migration von Nutzerkonten sowie -daten.
  • MIDI Unterstützung für Musik
  • Lokalisierung von 74 Sprachen

Android Marshmallow Update 6.0.1

Einige Wochen nach der Veröffentlichung von Version 6.0 arbeitete Google bereits am nächsten größeren Update für das Betriebssystem. Das erschien am 22. November 2015 und brachte erneut einige Verbesserungen mit sich. So zum Beispiel eine überarbeitete „Nicht Stören“-Funktion. Diese Neuerungen wurden schon unter Update 6.0 integriert, aber erst 6.0.1 rundete das Feature ab. So war es nun unter anderem möglich „Nicht Stören“ in den Schnelleinstellungen zu aktivieren und per automatischen Regeln zu konfigurieren. Außerdem konnten wiederholte Anrufe nun trotz aktivierter Funktion empfangen werden. Wer wollte, hatte zudem die Möglichkeit das Feature in den Einstellungen auf den nächsten Morgen zu terminieren. Das sollte vor allem Nutzern helfen, die sonst vergessen würden, den Modus nach dem Schlafen wieder zu deaktivieren.

Für Freunde von Chatnachrichten integrierte Marshmallow 6.0.1 zudem Emojis aus Unicode 7 sowie 8. Seitdem konnten auch Android User mit Löwen, Nerd-Faces und Käse in Nachrichten protzen. Mit der Aktualisierung wurden außerdem einige Änderungen für Tablets sowie eine Sicherheitsverbesserung aufgespielt. Exklusiv für Foto-Fans mit Nexus-Geräten gab es weiterhin die Möglichkeit, mit doppeltem Druck auf den Power-Button die Kamera-App direkt aus dem Standby-Modus zu aktivieren.

Google Nexus 6P: Screenshots

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