Feature Smartphone-Codes Rufumleitung und Mailbox-Steuerung über geheime Handy-Codes einrichten

vom 17.10.2017, 09:26
Steuercode in der Telefon-App eines Nokia Lumia 930

Wenn man einfach mal nicht erreichbar sein will, ob im Urlaub oder zu anderen Anlässen, ist die Mailbox ein praktischer Helfer. Andere wollen um jeden Preis erreichbar sein, das teure und geliebte Smartphone aber nicht zu jeder Gelegenheit mitnehmen. Dann ist eine Rufumleitung eine sinnvolle Lösung. Sowohl die Mailbox als auch die Umleitung können schnell und einfach über Steuercodes konfiguriert werden. inside-handy.de erklärt die geheimnisvollen Kurzwahlen.

Die Einstellungen dafür sind häufig tief im Konfigurations-Dschungel moderner Smartphones auf Basis von Android, iOS oder Windows versteckt. Schneller geht es mit geheimen Handy Codes, so genannten Steuercodes, die als Teil des GSM-Mobilfunkstandards bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Diese Codes werden auch USSD-Codes (Unstructured Supplementary Service Data), Android Codes oder iOS Codes genannt und dienen dazu, verschiedene Funktionen im Netz zu aktivieren.

Die wichtigsten Nummern für in iOS und Android versteckte Funktionen hat die Redaktion von inside-handy.de zusammengestellt. Alle hier genannten Codes tippt man über die Telefon-Funktion des Handys ein und bestätigt sie mit der "Anrufen"-Taste. Das Absenden dieser Codes ist beliebig oft kostenlos möglich.

Hinweis für Prepaid-Kunden: Häufig können Rufumleitungen mit Prepaid-Anschlüssen nicht frei gewählt werden, es steht nur die Mailbox zur Verfügung. Ist das der Fall, wird das Mobilfunknetz bei den unten beschriebenen Steuercodes eine Fehlermeldung zurück liefern. Es schadet aber in der Regel nicht, es einfach mal auszuprobieren.

Code *#21* – Die bedingungslose Rufumleitung

Manchmal gibt es einfach wichtigeres, als Anrufe zu beantworten; manche scheuen immer noch die Roamingkosten bei eingehenden Anrufen im Ausland. Eine bedingungslose, sofortige Rufumleitung schafft hier Abhilfe. Der Status dieser Rufumleitung wird über den Steuercode *#21* geprüft, der über die Telefon-App an das Mobilfunknetz gesendet wird. Nach kurzer Zeit erscheint eine Servicemitteilung im Display des Handys, die über die aktuelle Einstellung informiert. In der Regel ist diese Rufumleitung nicht gesetzt.

Möchte man eine bedingungslose Rufumleitung einrichten, muss folgender Code gesendet werden: **21*Zielrufnummer#. Als Zielrufnummer kann die Mailboxrufnummer oder eine beliebige andere Rufnummer gewählt werden. Während die Umleitung zur Mailbox in der Regel kostenfrei ist, fallen bei Rufumleitungen zu anderen Nummern Gebühren an. Hier schützt ein Blick in die Preisliste des Anbieters vor Kostenfallen.

Der Code #21# deaktiviert den Dienst, mit dem Code *21# aktiviert man ihn wieder mit der letzten Einstellung.

Tipp von inside-handy.de: Vor Auslandsreisen ins Nicht-EU-Ausland schützt die bedingungslose Rufumleitung vor hohen Roaminggebühren, wenn sie bereits vor Abreise in Deutschland auf die Mailboxnummer eingestellt wird. Innerhalb der EU kostet ein eingehender Anruf seit April 2016 noch maximal 1,14 Cent/Minute, die meisten Dienstanbieter bieten aber mittlerweile Auslandsoptionen an, mit denen die Roaminggebühr für eingehende Anrufe pauschal abgegolten wird. Ab Mitte 2017 ist das so genannte EU Roaming ohne Aufpreis möglich.

Wo finde ich meine Nummer der Mailbox?

Die Nummer der Mailbox ist abhängig von Netzbetreiber, allerdings nicht zwingend vom aktuellen, sondern von dem, der die Rufnummer ursprünglich vergeben hat. Sie ist also von der Vorwahl abhängig und ändert sich auch im Falle einer Rufnummernportierung nicht mehr.

Generell wird eine Mailboxrufnummer gebildet aus der eigenen Vorwahl, einem zweistelligen zur Vorwahl passenden Mailboxcode und der eigenen Rufnummer. Welcher Code zu welcher Vorwahl passt, steht in der nachfolgenden Tabelle.

Vorwahlen

Ursprungs-Netzbetreiber

Mailbox-Nummer

01511, 01512, 01514, 01515, 01516, 01517

Telekom Deutschland GmbH

z.B. +49 1515 13 1234567

01520, 01521, 01522, 01523, 01525, 01529

Vodafone GmbH

z.B. +49 1520 50 1234567

01570, 01573, 01575, 01577, 01578, 01579

E-Plus (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG)

z.B. +49 1577 99 1234567

01590

O2 (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG)

z.B. +49 1590 33 1234567

0160

Telekom Deutschland GmbH

z.B. +49 160 13 1234567

0162

Vodafone GmbH

z.B. +49 162 50 1234567

0163

E-Plus (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG)

z.B. +49 163 99 1234567

0170, 0171, 0175

Telekom Deutschland GmbH

z.B. +49 171 13 1234567

0172, 0173, 1074

Vodafone GmbH

z.B. +49 172 50 1234567

0176, 0179

O2 (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG)

z.B. +49 179 33 1234567

0177, 0178

E-Plus (Telefónica Germany GmbH & Co. OHG)

z.B. +49 177 99 1234567

Tipp von inside-handy.de: Am besten immer die internationale Schreibweise mit +49 verwenden. Andernfalls kann es sein, dass die Rufumleitung im Ausland nicht richtig funktioniert.

Code *#61* – Die Keine-Antwort-Rufumleitung

Wenn man nicht ans Telefon gehen kann, oder das Smartphone einfach "klingeln lässt", dann greift nach einiger Zeit diese Rufumleitung. Was viele nicht wissen: Die Zeit bis die Mailbox ran geht oder die Rufumleitung erfolgt ist wählbar. Zwischen fünf und 30 Sekunden ist in Fünferschritten alles drin.

Der Code *#61# fragt den aktuellen Status ab. Eingerichtet wird über den Code **61*Zielrufnummer**Sekunden#, der Code #61# deaktiviert die Rufumleitung, der Code *61# aktiviert die letzte gesetzte Umleitung wieder.

Code *#62* – Die Handy-aus-Rufumleitung

Gerade seit mit dem iPhone oder Android-Handys Smartphones Einzug gehalten haben, reicht eine Akkuladung häufig kaum mehr für einen Tag. Wer trotzdem keinen Anruf verpassen will, greift zu dieser Rufumleitung.

Der Code *#62# fragt den aktuellen Status ab. Eingerichtet wird über den Code **62*Zielrufnummer#, der Code #62# deaktiviert die Rufumleitung, der Code *62# aktiviert die letzte gesetzte Umleitung wieder.

Code *#67* – Die Leider-besetzt-Rufumleitung

Zwar bieten viele Anbieter mittlerweile eine zweite Leitung an, doch nicht immer möchte man dieses Feature nutzen. Ist die Leitung besetzt, soll an die Mailbox verwiesen werden? Nichts leichter als das:

Der Code *#67# fragt den aktuellen Status ab. Eingerichtet wird über den Code **67*Zielrufnummer#, der Code #67# deaktiviert die Rufumleitung, der Code *67# aktiviert die letzte gesetzte Umleitung wieder.

Code *#004* – Alle bedingten Rufumleitungen

Mit dem Code *#004* können alle bedingten Umleitungen gleichzeitig gesteuert werden: Nach Zeitspanne, bei Nichterreichbarkeit und wenn das Telefon besetzt ist, werden alle Anrufe an die Mailbox umgeleitet.

Per *#004# kann der aktuelle Status abgefragt werden. Eingerichtet wird über den Code **004*Zielnummer**Zeit##004# deaktiviert die Rufumleitung, und der Code *004# aktiviert sie wieder.

Tipp von inside-handy.de: Mit dem Code ##002# kann man schnell alle bedingten Rufumleitungen ausschalten.

Das Prepaid-Guthaben per USSD Codes abfragen

Anstatt das Guthaben auf der eigenen Prepaid-Karte langwierig über einen Anruf bei der Auflade-Hotline zu erfahren, bieten die meisten Anbieter auch die Abfrage per Steuercode über den Bildschirm des Handys. Hierzu muss man wissen, in welchem Mobilfunknetz man telefoniert. Um dies herauszufinden empfielt sich ein Blick in die Tarif-Datenbank von inside-handy.de, wo die meisten Tarifanbieter nebst Netzbetreiber gelistet sind.

Ist der Netzbetreiber Telekom oder Vodafone, so kann der Code *100# zur Abfrage des Guthabens verwendet werden. Dies funktioniert auch bei den meisten Discount-Marken, etwa Congstar im Telekom-Netz oder Otelo im Vodafone-Netz.

Der Netzbetreiber Telefónica verwendet für seine Netze unterschiedliche Abfragecodes: Ist die eigene Rufnummer im Netz von E-Plus geschaltet, kann ebenfalls die *100# verwendet werden. Für SIM-Karten, die im Netz von O2 funken, kann das Guthaben über die *101# abgefragt werden. Inwiefern hier im Zuge des Zusammenschlusses der beiden Netze - O2 und E-Plus sind inzwischen ein Unternehmen - an einer Vereinheitlichung gearbeitet wird, ist noch unklar.

Übrigens: Auch auf Tablets können geheime Codes genutzt werden. Und zwar dann, wenn zum Beispiel auf dem iPad von Apple oder einem Galaxy-Modell von Samsung eine SIM Karte eingelegt werden kann, um mobile Sprach- und Datenverbindungen zu nutzen. Auf diese Weise lässt sich auch über das iPad eine Rufumleitung beziehungsweise die Mailbox ein- oder ausschalten. 

Geheime Codes auf dem iPhone

Wer ein iPhone von Apple verwendet, kann über spezielle Geheim-Codes zusätzliche Informationen abrufen. So liefert ein unter iOS in der Telefon App im Ziffernblock eingetippter Code *#06# zum Beispiel unmittelbaren Zugriff auf die Seriennummer (IMEI) des Handys. Wer den Code *135# eingibt, kann sich die eigene Rufnummer anzeigen lassen. Allerdings kann es hier teilweise auch zu Fehlermeldungen kommen ("Fehler beim Ausführen der Anforderung"). Wenn es Informationen zum aktuell verwendeten Netz sein sollen, die abgerufen werden sollen, ist ein etwas längerer Code notwendig: *3001#12345#*. Im so genannten Field Test werden dann unter anderem auch Informationen zur mit dem iPhone verbundenen Funkzelle angezeigt -Signalisierung der aktuellen Empfangsstärke inklusive. Informationen zu den letzten ein- und ausgehenden Telefonaten sind über den Code *646# abrufbar.

Wer den so genannten EFR-Modus aktivieren möchte (Enhanced Full Rate), muss den Code *3370# eintippen. Dann wird die Sprachqualität erhöht, gleichzeitig aber auch die Akkulaufzeit spürbar negativ beeinflusst. Ein Ausschalten ist über den Code #3370# möglich. Der umgekehrte Weg - schlechtere Gesprächsqaulität bei längerer Akkulaufzeit - ist über die Codes *4720# beziehungsweise #4720# möglich (HFR-Modus / Half Rate). Grundsätzlich gilt aber auch hier: Das persönlich genutzte Netz muss das Aufrufen per Steuercode unterstützen. Mit dem Code *#5005*86# wird die Nummer der Mailbox-Rufnummer angezeigt. Soll die Rufnummernübermittlung für ein Gespräch unterdrückt werden, kann der Code #31# vor die Nummer gestellt werden. Die Funktion "Anklopfen", mit der auf einen zweiten, während eines laufenden Telefonats, eingehenden Anruf über ein Ton-Signal aufmerksam gemacht wird, lässt sich über den Code #43# deaktvieren. Einschalten lässt sie sich über den Code *43#.

Geheime Codes für Android

Wird statt eines iPhones ein Smartphone auf Basis von Android genutzt, besteht über den Code *#*#4636#*#* Zugriff auf ein geheimes Android-Menü, das Informationen zu Nutzungsstatistiken, Akkuinformatonen und bei einer aktiven WLAN-Verbindung zum WLAN-Netz liefert. Auf einzelnen Android Smartphones liefert der Code *#34971539# wichtige Informationen und Details zur Kamera und deren Firmware.  Ebenfalls nicht bei allen Android Handys freigeschaltet, aber ein nettes Zusatz-Feature: Über den Code *#1111# wird der exakte Name des Smartphones angezeigt. Wie bei einem iPhone lässt sich mit dem Code #31# gefolgt von einer Ziel-Rufnummer die Rufnummernübermittlung einmalig deaktivieren. Der Pin-Code eines Android-Handys (nicht der einer SIM) lässt sich - sofern der Umweg über das Telefon-Menü vermieden werden soll - über den Code **04[PIN]*[neue PIN]*[neue PIN nochmals eingeben]# einstellen.

Weitere interessante Android-Codes

  • *#7353 - Schnelltest für Samsung-Smartphones
  • *#0*# - Test-Menü für Display, Kamera und Sensoren (funktioniert nicht bei allen Android Smartphones)
  • *#0228# - Informationen zum Akku (nur bei Samsung-Smartphones)
  • *135# - Eigene Handynummer anzeigen
  • *#1234# - Aktuelle Firmware-Version anzeigen
  • *#06# - IMEI Nummer abrufen
  • *Later 4# [SMS Text] - Verschickt eine SMS mit 4 Stunden Zeitverzögerung (funktioniert nur im Vodafone-Netz)
Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, Mobilfunktechnik

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