Im Magazin Tipps für den Smartphone-Kauf Kaufberatung: Handys und Smartphones für Blinde und Sehbehinderte

vom 03.01.2018, 17:16
Smartphones für Blinde
Bildquelle: Doro/Apple/Blackberry

Während die meisten Smartphone-Nutzer großen Wert auf Prozessor, Display und Leistung sowie die Qualität der Kamera legen, spielen für Sehbehinderte und Blinde ganz andere Punkte eine wichtige Rolle. Auf welche Aspekte beim Kauf eines solchen Handys oder Smartphones geachtet werden muss und welche Geräte überhaupt in Frage kommen, zeigt inside-handy.de.

Am 4. Januar ist Welt-Braille-Tag. Die Brailleschrift, häufig auch Blindenschrift genannt, wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt. Sie besteht aus Punktmustern, die, meist von hinten in das Papier gepresst, mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten sind. Auf einem handelsüblichen Smartphone mit 08/15-Display ist das nicht darstellbar. Doch auch für blinde Menschen gibt es Möglichkeiten, via Handy oder Smartphone im Internet zu surfen oder mit den Liebsten zu chatten.

Da sich ein klassisches Handy mit Tasten hinsichtlich der Bedienung grundlegend von einem Smartphone unterscheidet, gibt es auch beim Kauf eines sehbehindertengerechten Modells verschiedene Aspekte zu beachten. Einige Nutzer etwa befürworten weiterhin das haptische Feedback, das lediglich ein Handy mit Tastatur liefern kann, während andere zum Touchscreen-Smartphone mit Sprachsteuerung und -ausgabe tendieren.

Handy: Braillezeilen-Tastatur zum Nachrüsten

Sucht man als Nutzer lediglich ein Handy um auch mobil erreichbar zu sein und telefonieren zu können, so eignet sich in den meisten Fällen ein klassisches Tastenhandy. Jedoch sollte dies einige besondere Merkmale besitzen, um auch von sehbehinderten und blinden Personen gut bedienbar zu sein. In der Regel finden sich solche Merkmale bereits bei vielen sogenannten Senioren-Telefonen wieder. Diese besitzen sehr große Tasten, eine leichte Bedienbarkeit und oft auch eine akustische Wiedergabe der gewählten Nummer. Doch nicht jedes Senioren-Handy ist automatisch auch für Sehbehinderte und Blinde geeignet.

An dieser Stelle muss unterschieden werden, welcher Grad einer Sehbehinderung vorliegt. Während für einige sehbehinderte Menschen, ein Handy mit großen Tasten und Sprachausgabe genügen mag, so sollte ein Handy für hochgradig sehbehinderte und blinden Menschen noch eine weitere wichtige Funktion besitzen: Die Tasten sollten nicht nur groß, sondern auch zusätzlich mit Elementen der Brailleschrift versehen sein. Alternativ kann bei Bluetooth-fähigen Handys auch eine externe Braillezeilen-Tastatur verbunden werden. Bevor jedoch eine solche Tastatur gekauft wird, sollte die Kompatibilität zwischen der Braillezeilen-Tastatur und dem Handy in Erfahrung gebracht werden. Nicht jedes Bluetooth-fähige Handy ist automatisch mit einer solchen Tastatur kompatibel.

HumanWare Brailliant BI 32 Braillezeile
Bildquelle: Apple

Zu weiteren nützliche Features, die sowohl für leicht sehbehinderte als auch für blinde Menschen im Alltag sehr hilfreich sein können, zählt unter anderem eine spezielle Notruftaste, mit der der Nutzer direkt den Notruf oder eine vertraute Person anrufen kann. Häufig geht diese Funktion mit einer anderen einher: Durch die GPS-Fähigkeit des Geräts lässt sich der Besitzer auch orten.

Smartphone: Sprachsteuerung ist essentiell

Während man bei der Bedienung eines Tasten-Handys als Nutzer noch ein haptisches Feedback durch das Abtasten der Tastatur erhält, muss man sich bei einem Smartphone mit Touchscreen vollständig auf die Sprachsteuerung und -wiedergabe verlassen können. Daher ist beim Kauf eines Smartphones für Sehbehinderte und Blinde weniger auf die Größe und die sonstigen technischen Eigenschaften zu achten, sondern vielmehr auf die Sprachsteuerung und auch Sprachwiedergabe-Funktionen. Dank solcher Funktionen kann sich der Nutzer den Displayinhalt vorlesen lassen und das Smartphone mit eigenen, gesprochenen Befehlen navigieren und benutzen. Weitere praktische Funktionen lassen sich meist mit einer App im Nachhinein hinzufügen.

Ist der Nutzer nicht vollständig blind oder hochgradig sehbehindert, so ist es für diese Anwender auch wichtig, dass das Smartphone einen großen, kontrastreichen Bildschirm besitzt. Der Startbildschirm sollte sich demnach auf die Bedürfnisse des Nutzers einstellen lassen, zum Beispiel mit besonders großen Symbolen und einer einfachen Menüführung. Auch eine Lupen-Funktion, um einzelne Bildelemente vergrößert darzustellen, ist ein wichtiges Feature eines Sehbehinderten-Smartphones.

Ausnahme: Smartphone mit QWERTZ-Tastatur

Eine Ausnahme bilden Smartphones mit physischer Tastatur, wie etwa das Blackberry KEYone. Jedoch sind diese Tastaturen nicht besonders groß und erst recht kein Vergleich zu den komfortablen Tastaturen, die etwa ein Senioren-Handy bietet. Für Sehbehinderte ist es also schwer, die Buchstaben und Zahlen auf den Tasten richtig zu erkennen oder zu ertasten.

Das BlackBerry KEYone im Test: Hands-On

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    Das 4,5 Zoll große BlackBerry KEYone mit aktiviertem Display.
    Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de
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    Im Detail: Die Frontkamera links, der Lautsprecher mittig und die LED-Leuchte rechts.
    Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de

Weitere Smartphones mit physischer Tastatur gibt es so gut wie nicht. Wer es ausprobieren möchte, kann aber das eine oder andere Smartphone wie etwa die Moto-Z-Reihe von Motorola mit einer ansteckbaren Tastatur nachrüsten.

Die besten Handys und Smartphones für Sehbehinderte und Blinde

Doch Weg von komplexen und teils unzulänglich funktionierenden Systemen und hin zu sprechenden Handys und Smartphones für Blinde und Menschen die schlecht sehen.

Klassische Handy-Modelle

BlindShell 2: Ein Handy mit Touchscreen, das speziell für blinde und sehbehinderte Nutzer entwickelt wurde. Es enthält die wichtigsten Apps für Menschen die schlecht sehen: Anrufen, Mitteilungen, Kontakte, Wecker, Notizen, Diktiergerät, Kalender, Lese-App, Farberkennung, Banknotenerkennung, Lupe, Taschenrechner, Einstellungen, Statusinformationen, Favoriten und verpasste Ereignisse. Des Weiteren Bookshare, Librivox, Internetradios, E-Mail, Zugang zu ausgewählten Android-Apps wie Facebook, WhatsApp und Google mittels Talkback-Technologie. Obendrauf hat das Smartphone eine eingebaute (virtuelle) Tastatur für einfaches Schreiben, eine Dual-SIM-Funktion und eine Akkukapazität von 2.200 mAh. Kostenpunkt: rund 350 Euro.

Geemarc CL8500: Da das Handy lediglich über eine Sprachausgabe der Ziffern verfügt, dafür aber sehr große Tasten und einen intuitiven Klappmechanismus besitzt, ist es eher für die sehbehinderten als für die blinden Menschen geeignet. Da die Klingellautstärke sehr laut einstellbar ist, ist das Geemarc-Handy zudem eine Empfehlung für Schwerhörige. Eine Notruffunktion ist ebenfalls mit an Bord. Kostenpunkt: rund 100 Euro.

Smartphone-Modelle für Sehbehinderte und Blinde

Bei der Wahl des Smartphones scheiden sich nicht nur in der sehenden Gesellschaft die Geister zwischen den beiden Betriebssystemen Android und iOS. Denn auch unter Sehbehinderten und Blinden sollte die Wahl des Betriebssystems nicht beiläufig gefällt werden, sondern unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren gut durchdacht sein. inside-handy.de nennt an dieser Stelle die Vor- und Nachteile der einzelnen Betriebssysteme und legt ebenfalls die Experten-Meinung von Christina van Well, Hilfsmittelbeauftragte des Blinden- und Sehbehindertenverbands Nordrhein, dar.

iOS

Ob iPhone 7, iPhone 8 oder iPhone X: Die auf Gesten basierende Bildschirmlesefunktion VoiceOver ist seit dem iPhone 3Gs auf allen derzeit im Handel erhältlichen iPhones vorinstalliert. Mit VoiceOver können auch komplett erblindete Menschen den Bildschirminhalt ihres iPhones erkunden und navigieren. Ist VoiceOver aktiviert so stellt sich die Bedienung so um, dass erst bei einem Doppel-Tippen eine Funktion aktiviert wird. Wischt man lediglich mit dem Finger über den Bildschirm oder tippt auf eine bestimmte Stelle, so wird der jeweilige Bildschirminhalt vorgelesen. In den VoiceOver-Einstellungen lassen sich zudem noch zahlreiche weitere Anpassungen vornehmen wie zum Beispiel die Vorlesegeschwindigkeit. Darüber hinaus kann der Nutzer mit der intelligenten Sprachsteuerung Siri, die seit dem iPhone 4s mit an Bord der Apple-Smartphones ist, das Gerät auch per Sprachbefehl steuern oder auf Funktionen zugreifen. Eine Diktierfunktion ermöglicht es blinden Menschen ebenfalls, längere Texte für SMS oder E-Mails zu verfassen. Das iPhone (3Gs oder neuer) unterstützt ebenfalls über 40 drahtlose Bluetooth-Braillezeilen-Tastaturen.

Apple Sprachsteuerung Siri

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    Screenshots zum Test der iOS-Sprachsteuerung Siri auf einem iPhone 5.
    Siri geht sehr genau auf die Frage "Brauche ich heute einen Regenschirm?" ein.
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    Screenshots zum Test der iOS-Sprachsteuerung Siri auf einem iPhone 5.
    Auch die Frage "Wird es heute warm?" beantwortet Siri mit einer Nennung der Höchst- und Tiefsttemperatur sehr genau.

Kontrastmodus mit Komplementärfarben

Benutzer, die noch über ein wenig Sehvermögen verfügen, können nicht nur die Apps vergrößern sondern auch Zoomen, indem sie mit den Fingern zwei Mal auf den Bildschirm tippen. Zudem kann die Textgröße etwa für E-Mails verändert werden. Zusätzlich kann das iPhone mit dem sogenannten Kontrastmodus punkten, der alle Farben in ihre Komplementärfarben umwandelt. Seit iOS 8 gibt es auch einen Graustufenmodus. Auch der haptische Home-Button ist für sehbehinderte Menschen sehr hilfreich, da er den Nutzer immer wieder zurück zum Startbildschirm führt und gut zu ertasten ist. Die Ausnahme bildet das iPhone X, das keinen Home-Button mehr hat.

Da sich das iPhone als Blinden-Smartphone in den vergangenen Jahren durchgesetzt hat, ist auch der Kreis der Nutzer recht groß. Dies bietet einen weiteren Vorteil, da es vielerorts Kurse und Selbsthilfegruppen zur iPhone-Nutzung für Blinde gibt und auch online verschiedene Tipps und Tutorials angeboten werden.

Android

Beim Betriebssystem Android ist die Wahl des richtigen Smartphones etwas komplizierter als bei iOS. Denn Android ist auf zahlreichen Smartphones von Herstellern wie Samsung, HTC, LG, Sony, Huawei oder Asus installiert. Zwar basieren alle diese Smartphones auf Googles Betriebssystem, jedoch passen die meisten Hersteller das System mit ihrer eigenen Benutzeroberfläche an. Durch die unterschiedlichen Designs der Benutzeroberfläche lassen sich die Android-Smartphones auch unterschiedlich gut von sehbehinderten und blinden Menschen steuern.
Auch bei der Entscheidung für ein Android-Smartphones ist wieder zu differenzieren, ob es von einer komplett erblindeten oder einer sehbehinderten Person benutzt werden soll.

Android TalkBack und Assistant

Liegt eine komplette Erblindung vor, so lassen sich die meisten Android-Smartphones mit der Google-App TalkBack ganz gut nutzen. TalkBack agiert ähnlich wie Apples VoiceOver als Screenreader. Mit TalkBack erhalten Nutzer ein gesprochenes Feedback zu den getätigten Aktionen, zum Beispiel beim Öffnen einer App oder beim Navigieren durch das Menü. Die App sagt dem Nutzer, welche Option er gerade berührt und aktiviert hat. Durch die unterschiedlichen Benutzeroberflächen kann es jedoch, je nach Hersteller, zu kleineren Problemen bei der Nutzung von TalkBack insbesondere in Kombination mit Drittanbieter-Apps kommen.

Ähnlich wie beim iPhone lassen sich auch die meisten Android-Smartphones per Sprachsteuerung bedienen. Die Spracherkennungsoftware namens Google Assistant macht dies ab der Android-Version 4.4 KitKat auf Android-Smartphones möglich. So können auch blinde Android-Nutzer ab Android KitKat ihr Smartphone über gesprochene Befehle steuern oder längere Texte per Spracheingabe verfassen.

Für blinde Nutzer, die ungern auf eine Sprachsteuerung zurückgreifen möchten, kann mit Hilfe der kostenlosen Android-App BrailleBack, auch eine externe Braillezeile angeschlossen und verbunden werden. BrailleBack ist mit TalkBack kompatibel, sodass eine Kombination aus Braillezeile und Sprachfunktion genutzt werden kann. Mit der App können kompatible, aktualisierbare Braillezeilen per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Inhalte auf dem Bildschirm werden dann über die Braillezeile ausgegeben und mit Hilfe der Tasten auf der Zeile kann das Smartphone ebenfalls navigiert und mit ihm interagiert werden.

Doro 8031C: Smartphone speziell für Menschen mit Seheinschränkungen

Seit Mitte Mai 2016 ist das Doro 8031C erhältlich. Doro hat das Gerät zusammen mit dem auf Software-Lösungen für Menschen mit Seheinschränkungen spezialisierten Unternehmen Claria entwickelt. Um Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen das volle Funktionsspektrum ihres Smartphones zu erschließen, sind alle Bedienelemente – von Grundfunktionen wie Telefonie und SMS bis hin zu Multimedia-Anwendungen – barrierefrei zugänglich. Dank einer eigens entwickelten Gummi-Auflage für das Smartphone-Gehäuse, verfügt das Doro 8031C über ertastbare Markierungen. Dadurch wird das Doro-Gerät zu einem Blinden-Smartphone mit einer fühlbar realen alphanumerischen Tastatur. Damit sinkt auch die Hemmschwelle von Menschen mit Seheinschränkungen bei der Nutzung des Touchscreens und erleichtert ein einfaches, intuitives Erlernen der Bedienung.

Die Smartphone-Kamera fungiert als ein "intelligentes Auge" des Mobilgeräts. Die Kamera nutzt OCR (Optische Zeichenerkennung), um dem Anwender Texte vorzulesen, und sie erkennt und benennt Farben, etwa von Geschenken oder Kleidungsstücken. Auch andere Funktionen sind sprachgeführt. Dazu gehören unter anderem der MP3-Player, E-Mail, Webbrowser und eine Buchvorlese-App. Mit seiner sprachbasierten Schnittstelle stellt das Doro 8031C sicher, dass der Nutzer in allen Anwendungen und Menüs durchgehend sprachliche Hilfe und Führung erhält.

Doro Smartphones Hands-On

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    Das Doro Liberto 825 (Schwarz) und das Doro 8031 (Weiß): Beide bringen ein Dock mit.
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    Das Liberto 825 verfügt über ein 5-Zoll-Display in HD …

Zudem hat der Hersteller das Doro 820 Claria und Doro 820 Mini Claria im Portfolio. Auch diese Modelle besitzen zusätzliche Funktionen speziell für blinde und sehbehinderte Menschen. So bietet etwa das Claria-Vox-System fühlbare Referenzpunkte auf dem Bildschirm, so dass der Nutzer das Display des Smartphones und seine Funktionen erfühlen und somit erlernen kann. Die Auflage wurde speziell designed und besitzt physikalische Markierungen wie zum Beispiel einen erhabenen Punkt auf der Fünf-Taste und Erhöhungen zur separaten Navigation und den Zahlentasten.
Auch für Nutzer, die noch über einen Rest an Sehvermögen verfügen, kann ein Android-Smartphone eine gute Wahl sein. Zwar ist auf den meisten Android-Smartphones anders als beim iPhone die Home-Taste nur virtuell und nicht taktil erfahrbar, jedoch bietet es hinsichtlich der sonstigen Anpassbarkeit des Startbildschirms deutlich mehr Optionen als iOS. Denn dank größenverstellbarer Widgets lassen sich einige Anwendungen, wie zum Beispiel eine Uhr oder der Posteingang, besonders groß darstellen.

Des Weiteren verfügen viele Android-Smartphones wie etwa einige Modelle der Galaxy-Serie von Samsung, das Sony Xperia Z3/Z3 Compact oder das Huawei Mate 10 Pro, über einen sogenannten einfachen Modus. Dieser sorgt dank größerer Symbole und einer reduzierten Benutzeroberfläche für eine einfache Bedienung und eine bessere Übersicht des Smartphones. Auch ein Kontrast-Modus und eine Lupen-Funktion sind bei vielen Modellen standardmäßig mit an Bord.

Fazit

Für Blinde: Kaufempfehlung iPhone

Das Fazit und die Meinung der Expertin, Christina van Well, ihres Zeichens Hilfsmittelbeauftragte des Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein, lautet wie folgt: "Der bei iOS eingebaute Screenreader VoiceOver arbeitet nach Ansicht aller gängigen Experten am zuverlässigsten. Bei der Android-Variante TalkBack kann es dagegen zu Problemen kommen, vor allem in Zusammenhang mit angepassten Nutzeroberflächen der verschiedenen Smartphone-Hersteller. Auch lässt sich mit VoiceOver der Bildschirminhalt einer iOS-App vom ersten bis zum letzten Element durch Wischgesten erschließen. So wird es Einsteigern erleichtert, Aufbau und Inhalt einer App zu verstehen."

Bei Android-Apps seine nicht immer alle Bereiche des Bildschirms durch Wischgesten erreichbar, so van Well. "Der Bildschirm muss dann mit einem suchenden Finger erkundet werden. Zudem kommt es bei Android-Apps auch vor, dass selbst bei im Betriebssystem enthaltenen Anwendungen einzelne Schaltflächen nicht erkannt werden oder nicht benannt sind. Die in iOS enthaltenen Standard-Apps wie Kalender, Mail oder Kurznachrichten sind dagegen vollständig zugänglich."

Auch die Sprachsteuerung funktioniert nach Meinungen der Experten beim iPhone am besten. Hinzu kommt ein größeres Angebot an barrierefreien und deutschsprachigen Apps. "Darüber hinaus hat das iPhone noch den Vorteil, dass der Nutzerkreis blinder Smartphone-Nutzer erheblich größer ist als der bei Android-Smartphones, so dass man immer leichter irgendwo Hilfen, Tricks und Tipps bekommt", sagt van Well.

Für Sehbehinderte oder fast Blinde: Sowohl Android als auch iOS geeignet

Sehbehinderte Smartphone-Nutzer haben hingegen etwas andere Bedürfnisse als Blinde: Sie brauchen beispielsweise einen Startbildschirm, der sich flexibel konfigurieren lässt um die wichtigsten Funktionen schnell zu finden. Android besitzt größenverstellbare Widgets. Viele Sehbehinderte benötigen auch einen sogenannten Kontrastmodus, der die Unterschiede zwischen Text und Hintergrund hervorhebt. Bei Googles Android gibt es seit Android 5.0 Lollipop einen Kontrast-Modus, der Text schwarz auf weiß darstellt. Viele Apps unterstützen in Ihren Textelementen diese Einstellung jedoch nicht. Manche Android-Skins, wie Samsungs TouchWiz, bieten eine Farbumkehr. iOS bietet dagegen umfangreichere Einstellungen, wie eine Farbkorrektur. Sowohl iPhones als auch Android-Smartphones sind durch Bluetooth-fähige Braillezeilen oder Tastaturen bedienbar. Dies kann für Menschen die Umstellung auf den Touchscreen sehr erleichtern.

Die besten Apps für sehbehinderte und blinde Menschen ›


Quellen: Deutscher Blinden- und Sehbehinderten e.V., BlindShell | Bildquelle kleines Bild: Apple | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Handys, Android, Apple, IOS, Microsoft, Samsung, Seniorenhandys, Smartphones, Windows Phone

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