Was bei einer Rufnummernmitnahme zu beachten ist

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Mann unterschreibt Vertrag
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Neuer Mobilfunkanbieter gleich neue Handynummer? Das muss nicht unbedingt sein. Um seiner alten Rufnummer auch beim neuen Anbieter treu zu bleiben, gibt es nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Wie die Rufnummernportierung ohne Probleme - egal ob Prepaid oder Vertrag - schnell und einfach gelingt. 

Jeder kennt die Situation: Ein Bekannter ist zum Beispiel von O2 (oder ehemals E-Plus) zu Vodafone gewechselt, hat in diesem Zusammenhang eine neue Handynummer erhalten. Diese neue Nummer gibt er per SMS bekannt. Speichert man die neue Nummer nicht sofort ab, gerät sie schnell in Vergessenheit. Beim nächsten Gespräch ist die Verwunderung darüber groß, wieso niemand mehr unter der alten Telefonnummer zu erreichen ist. Oder wieso Peter plötzlich wie Heidi klingt. Deswegen ist bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters zu empfehlen, auch die eigene Handynummer mitzunehmen. In der Fachsprache: eine Portierung durchzuführen.

Schritt 1: Laufenden Vertrag fristgerecht kündigen

Bevor man beim neuen Mobilfunkanbieter mit der alten Mobilfunknummer durchstarten kann, ist in aller Regel eine fristgerechte Kündigung des bestehenden Handyvertrags notwendig. Bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten gilt bei den meisten Providern in der Regel eine dreimonatige Kündigungsfrist. Aber: Auch aus einem bestehenden Vertrag ist eine Rufnummernportierung möglich. Tipps dazu sind weiter unten in diesem Text zu finden.

Eine Besonderheit sind Datentarife, die nur das Surfen im Internet erlauben. Telefonate und der Versand von SMS sind mit diesen Tarifen nicht möglich. Daher ist bei solchen Tarifen auch keine Mitnahme der Rufnummer möglich.

Tipp: Kündigungskonfigurator von inside handy nutzen

Kündigen leicht gemacht: Im inside handy Kündigungskonfigurator sind bereits sämtliche Anbieterdaten hinterlegt, beispielsweise von O2, der Telekom / T-Mobile, Vodafone, Aldi Talk oder anderen Discount-Tarifanbietern wie Yourfone, congstar oder 1&1. Das Anschreiben für die Kündigung wird automatisch erstellt. Einzutragen sind noch die persönlichen Daten wie die Kunden- und aktuelle Rufnummer. Danach ist die Kündigung nach einem entsprechenden Ausdruck sofort fertig für den Versand.

Noch mehr Infos zum Thema Kündigung von Prepaid-Tarif und Mobilfunk-Vertrag gibt es hier: inside handy Kündigungstipps

Rufnummermitnahme
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Was darf eine Rufnummernportierung kosten?

Kostenlos ist eine Rufnummernportierung nicht. Die Kosten variieren von Provider zu Provider und liegen in der Regel zwischen 25 und 30 Euro. Maximal ist die Berechnung einer Gebühr in Höhe von 30,74 Euro möglich. Da Provider aber Neukunden in der Regel mit einer Rufnummermitnahme-Prämie locken, gleichen sich die anfallenden Kosten oft wieder aus. Die Berechnung monatlicher Kosten für die Rufnummernportierung durch den bisherigen Mobilfunkanbieter sind nicht zu befürchten.

Besonderheit: Rufnummernmitnahme bei Prepaid

Von Prepaid-Kunden ist darauf zu achten, dass genügend Guthaben vorhanden ist. Nur so lassen sich die Portierungskosten beim bisherigen Anbieter begleichen, um die Nummer portieren zu können. Ist nicht genügend Guthaben vorhanden, wird der Antrag auf eine Mitnahme der Telefonnummer in der Regel ohne weitere Rücksprache mit dem Kunden abgelehnt. Etwaiges Restguthaben einer Prepaidkarte müssen Provider dem Kunden auszahlen. Bei der Deutschen Telekom / T-Mobile gibt es dafür zum Beispiel ein Online-Formular.

  • Rechtzeitig kündigen – Kündigungskonfigurator nutzen 
  • Bei Prepaid-Kunden: Genügend Prepaid-Guthaben (Gebühr: 25 – 30 Euro) für Portierungsgebühren 
  • Bedingungen des neuen Vertrags checken: Gutschrift bei Rufnummerübernahme? 
  • Ärger vermeiden und Daten abgleichen. Eine Rufnummernmitnahme mit anderem Namen ist nicht möglich! 

Tipp: Rufnummernübernahme vor Vertragsende 

Die Portierung einer Rufnummer zu einem anderen Anbieter ist auch schon vor Auslaufen vom aktuellen Vertrag möglich. Dies regelt seit 2012 § 46 Abs. 4 des Telekommunikationsgesetzes (TKG). In einem solchen Fall muss der Kunde seinen bisherigen Anbieter über die geplante Rufnummernportierung in Kenntnis setzen. Je nach Unternehmen erfolgt dies über die Kunden-Hotline, schriftlich oder direkt online.

Im Regelfall schaltet der bisherige Anbieter daraufhin die alte Rufnummer für einen Zeitraum von 30 Tagen für eine sofortige Rufnummernmitnahme frei. Der Kunde kann dann Schritt 2 (siehe unten) vollziehen. Die Kosten für den dann nicht mehr genutzten Vertrag sind aber in jedem Fall bis Vertragsende zu zahlen. Ein Ausweg ist die Zuteilung einer neuen Rufnummer. Diese lässt sich beim Anbieter beantragen. Der Anbieter ist zu einer solchen Zuteilung gesetzlich verpflichtet.

Wichtig auch: Durch eine sofortige Rufnummernmitnahme ist eine Verlängerung vom alten Vertrag nicht gestattet. Und es ist auch nicht gestattet, den Kunden auf eine sonstige Art und Weise schlechter zu stellen.

Kündigung Handyvertrag
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Schritt 2: Neuen Vertrag abschließen / Prepaid-Anbieter wechseln

Nach der Kündigung des bestehenden Mobilfunkvertrags beziehungsweise nach der Verzichtserklärung beim ehemaligen Prepaid-Anbieter, steht der Rufnummernmitnahme nichts mehr im Wege. Sowohl beim Abschluss eines Neuvertrages – zum Beispiel einer Allnet-Flat – als auch bei der Beantragung einer neuen Prepaid-Karte, erfolgt in der Regel die Abfrage einer bestehenden Rufnummer. Im Anschluss ist es üblich, dass der neue Anbieter den Antrag auf Rufnummernmitnahme für den Neukunden übernimmt. Dafür benötigt der neue Anbieter die alte Rufnummer und den Namen des alten Anbieters, um sich mit diesem in Verbindung setzen können. In der Regel schließt man den neuen Mobilfunkvertrag bereits Wochen vor dem Auslaufen vom alten Vertrag und nach dessen Kündigung ab. Damit ist auch genug Vorlaufzeit für die rechtzeitige Rufnummernübernahme gegeben.

  • Neuen Handyvertrag abschließen 
  • Portierungsauftrag erteilen (bei Vertragsabschluss oder nachträglich)
  • Kündigungsbestätigung zusammen mit der Rufnummer und dem Namen des alten Anbieters an den neuen Provider weitergegeben 

Tipp: Rufnummerübernahme bei Vertragsabschluss vergessen? 

Irrglaube: Mobilfunkanbieter sind gesetzlich verpflichtet, eine alte Rufnummer bis zu 30 Tage nach Beendigung des Vertrags zur Portierung zu einem anderen Anbieter freizugeben. Diese Annahme ist falsch. Auf Anfrage von inside handy erklärte die Bundesnetzagentur: „Der telekommunikationsrechtliche Anspruch nach § 46 Telekommunikationsgesetz besteht, wenn beim abgebenden Anbieter ein Portierungsauftrag unter Angabe des neuen Anbieters vorliegt. Die Portierung muss spätestens am letzten Tag des Vertrages über den aufnehmenden beim abgebenden Anbieter eingegangen sein. Viele Anbieter ermöglichen jedoch – ohne das eine Verpflichtung dazu besteht – eine Portierung bis zu 90 Tage nach Auslaufen des Vertrags.“

Rufnummermitnahme
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Schritt 3: Portierungstermin abwarten

Nach Abschluss des Vertrages beziehungsweise nach Beantragung der neuen Prepaid-Karte, erhält der Kunde von seinem neuen Anbieter eine neue SIM-Karte zugeschickt. Auf dieser Handykarte ist eine neue Rufnummer geschaltet. Per Post, SMS oder per E-Mail wird dem Neukunden dann ebenfalls noch der Termin für die Rufnummermitnahme bekannt gegeben. In der Regel erfolgt die Portierung in der Nacht zwischen 0 und 6 Uhr, sodass die Empfangsunterbrechung für den Nutzer vertretbar ist und meist gar nicht bemerkt wird. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Rufnummernmitnahme gibt es nicht.

  • Neue SIM-Karte mit Termin für Rufnummerübernahme erhalten 
  • Umstellung meist zwischen 0 und 6 Uhr nachts 
  • Wie gewohnt alte Nummer nutzen 

Rufnummernübernahme zu ausgewählten Anbietern im Detail

Rufnummernübernahme zur Telekom / T-Mobile

Die Rufnummernmitnahme bei Abschluss von einem neuen Tarif ist möglich im Shop (Kündigungsbestätigung und Personalausweis nicht vergessen), telefonisch oder online. Man erhält den Termin der Rufnummern-Mitnahme per SMS. Es ist möglich die Telekom frühestens 123 Tage vor oder spätestens drei Monate nach Ende des bisherigen Vertrags mit dem Wechsel für die bisherige Rufnummer zu beauftragen.

Rufnummernportierung zu Vodafone Callya (Prepaid)

Prepaid-Freikarte vodafone.de/freikarten bestellen und einen Haken vor „Ich möchte meine Rufnummer mitnehmen“. Nun fragt das Formular alle Informationen ab, die zur Rufnummernübernahme von Nöten sind. Mit Hilfe des Video-Assistenten kann man sich identifizieren, alternativ aber auch für eine persönliche Identifizierung in einer Postfiliale entscheiden. Nach der Identifizierung wird die Rufnummern-Mitnahme bei Ihrem jetzigen Anbieter beantragt. Vodafone informiert den Kunden über die erfolgte Rufnummernübernahme. Für das Mitnehmen der Rufnummer vom alten Anbieter gewährt Vodafone 25 Euro Wechselbonus.

Rufnummernportierung zu Vodafone (Laufzeitverträge)

Um die alte Handynummer mitnehmen zu können, gibt es bei Vodafone verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel bei Abschluss eines neuen Mobilfunk-Anschlusses im Shop (Kündigungsbestätigung und Personalausweis nicht vergessen) oder telefonisch  unter 0800 588 77 95 (kostenfrei). Man erhält den Termin der Rufnummern-Mitnahme schriftlich. Es ist möglich Vodafone frühestens vier Monate vor oder spätestens drei Monate nach Ende des bisherigen Tarifs mit dem Wechsel der Rufnummer zu beauftragen.

Rufnummernportierung zu O2

Bei einer Neubestellung einer SIM-Karte von O2 lässt sich die Portierung einer Mobilfunknummer nach Aktivierung der neuen SIM einfach im Portal Mein O2 beauftragen. Die Rufnummernmitnahme kann im Zeitraum von 4 Monaten vor dem Kündigungsdatum und bis 90 Tage danach beauftragt werden.

Rufnummernportierung zu Congstar

Bei einer Neubestellung kann die Übernahme einer Handynummer beim Bestellvorgang beantragt werden. Die Vertragslaufzeit beginnt mit erfolgreicher Rufnummernübernahme zu Congstar.

Rufnummernmitnahme zu Otelo

Bei einer Neubestellung kann die Portierung einer Handynummer nach Aktivierung der neuen SIM-Karte einfach in im Portal Mein Otelo beauftragt werden.  Die Rufnummernmitnahme lässt sich bis 90 Tage nach Vertragsende beauftragen.

Rufnummernportierung zu Aldi Talk

Nach Kauf eines Starter-Pakets online oder in jeder Aldi Filiale ist bei der Online-Registrierung, wird das Formular zur Rufnummernmitnahme automatisch ausgefüllt. Sie können sich das Formular zur Rufnummernmitnahme auch herunterladen und selbst ausfüllen. Bis zum Anbieterwechsel innerhalb von acht Tagen ist es möglich, die vorläufige Nummer ganz normal auf der SIM-Karte von Aldi Talk zu verwenden.

Rufnummernportierung zu mobilcom-debitel

Über die Homepage von mobilcom-debitel im Rahmen des Bestellprozesses am Ende der Tarif-Bestellung den Haken bei „Ja, ich möchte meine Rufnummer behalten“ setzen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang vor allem, dass die persönlichen Daten (vor allem der Name) im alten und im neuen Tarif übereinstimmen. Die E-Mail-Adresse kann abweichen. Wer bei mobilcom-debitel eine Rufnummernmitnahme beantragt, erhält einen Bonus in Höhe von 15 Euro.

Rufnummernmitnahme beim selben Anbieter

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Portierung nicht im Zuge von einem Anbieterwechsel, sondern bei einem Tarifwechsel beim selben Anbieter zu vollziehen, muss unter Umständen zu einem Trick greifen. Sollte sich der bestehende Anbieter nicht bereiterklären einen Tarif mit guten Konditionen anzubieten, kann sich ein Umweg lohnen. Portierung der Rufnummer zu einer Prepaid-Karte, einige Tage warten und anschließend zum Neukunden-Angebot des alten Anbieters zurückwechseln.

In Summe bleibt festzuhalten: Eine Rufnummernmitnahme funktioniert in der Regel bei jedem Mobilfunkanbieter einfacher als die meisten Nutzer denken und macht die Nutzung des Smartphones auf Dauer angenehm. Denn niemand möchte zum Beispiel bei einem Wechsel aus dem Vodafone-Netz ins Telekom-Netz seine Rufnummer ändern. Und selbst wenn eine nachträgliche Rufnummernmitnahme bei fast jedem Mobilfunkanbieter möglich ist, funktioniert die Portierung einer Nummer im Vorfeld eines Vertragswechsels oft deutlich einfacher.

Und selbst wenn monatliche Kosten bei einer Rufnummernmitnahme nicht drohen, bleibt ein kleiner Hemmschuh bestehen. Sollte ein Umzug ins EU-Ausland anstehen, so ist eine im Englischen als Mobile Number Portability bekannte Rufnummernportierung nicht länderübergreifend durchführbar. Während ein in Deutschland gekauftes Smartphone auch im Ausland funktioniert, ist das auf die deutsche Handynummer bei einem Umzug ins Ausland nur eingeschränkt zu übertragen. Denn wenn eine deutsche SIM-Karte zu häufig im Ausland zum Einsatz kommt, drohen Strafgebühren. Und in der Spitze sogar die Kündigung.

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