Feature Neuer Handyvertrag, alte Handynummer Rufnummernmitnahme: So funktioniert's

vom 28.06.2017, 06:12
SIM-Karten
Bildquelle: Pixabay

Neuer Mobilfunkanbieter gleich neue Handynummer? Das muss nicht unbedingt sein. Um seiner alten Rufnummer auch beim neuen Anbieter treu zu bleiben, gibt es nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Wie die Rufnummernportierung ohne Probleme schnell und einfach gelingt, zeigt die Redaktion von inside-handy.de. 

Jeder kennt die Situation: Ein Bekannter ist zum Beispiel von O2 zu Vodafone gewechselt, hat in diesem Zusammenhang mal wieder eine neue Handynummer erhalten und gibt dies, dank neuer Flat-Option, per SMS bekannt. Speichert man die neue Nummer nicht sofort ab, gerät sie schnell in Vergessenheit und man wundert sich beim nächsten Gespräch, wieso denn niemand mehr unter der alten Telefonnummer zu erreichen ist oder wieso Peter plötzlich wie Heidi klingt. Um ein solches Wirrwarr im Freundeskreis zu vermeiden und um auch das eigene Zahlengedächtnis zu schonen, ist es bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters ratsam, auch die eigene Handynummer mitnehmen zu können.

Worauf bei der Rufnummernmitnahme, auch Mobile Number Portability (MNP) genannt, zu achten ist, soll im Folgenden kurz dargestellt werden:

1. Schritt: Bestehenden Vertrag fristgerecht kündigen

Bevor beim neuen Anbieter mit der alten Mobilfunknummer durchgestartet werden kann, muss der bestehende Handyvertrag fristgerecht gekündigt werden. Bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten gilt in der Regel eine dreimonatige Kündigungsfrist, an die sich der Kunde zu halten hat. Um die Frist nicht zu verpassen, kann dafür der Kündigungswecker von inside-handy.de genutzt werden, der sowohl vier Wochen als auch eine Woche vor Ablauf der Kündigungsfrist eine Erinnerungs-E-Mail abschickt.

Die Kündigung des Tarif-Vertrags selbst kann ebenfalls bequem und einfach über den dazugehörigen inside-handy.de-Kündigungskonfigurator erstellt werden. Im Konfigurator sind bereits sämtliche Anbieterdaten hinterlegt, beispielsweise von O2, der Telekom, Vodafone, Aldi Talk oder anderen Discount-Tarifanbietern wie Yourfone, congstar oder 1&1. Das Anschreiben für die Kündigung wird automatisch erstellt, lediglich die persönlichen Daten - wie die Kunden- und Rufnummer - müssen noch hinterlegt werden. Danach ist die Kündigung nach einem entsprechenden Ausdruck sofort absendefertig.

Wichtig zu beachten ist noch, dass die Anbieter für die Portierung der Handynummer eine Gebühr verlangen. Diese variiert von Anbieter zu Anbieter, liegt in der Regel aber zwischen 25 und 30 Euro. Da Anbieter aber Neukunden in der Regel mit einer Rufnummermitnahme-Prämie locken, die ähnlich hoch ausfallen kann, gleichen sich die anfallenden Kosten meistens wieder aus. Als Beispiel: Bei vielen Anbietern fällt eine Gebühr knapp 25 Euro an, wenn man eine Rufnummermitnahme beantragt. Wenn ein Kunde mit seiner alten Rufnummer allerdings zu Aldi Talk wechselt, erhält er ein zusätzliches Guthaben von 25 Euro zum Start des neuen Vertrags.

Kündigung Handyvertrag
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Daten abgleichen

Vor dem Ende der Vertragslaufzeit und der Kündigung sollten nochmal die persönlichen Daten wie Name und Anschrift, die beim alten Anbieter hinterlegt sind, mit den aktuellen Daten abgeglichen werden. Oft wird zum Beispiel nach einem Wohnortwechsel im Zuge von einem Umzug vergessen, die neue Adresse auch beim Mobilfunkbetreiber anzugeben. Für einen komplikationsfreien Wechsel ist es notwendig, dass Name, Adresse und Geburtsdatum des Inhabers sowohl beim alten als auch beim neuen Anbieter übereinstimmen.

Hier gilt zu beachten, dass die Rufnummernportierung nicht abgeschlossen werden kann, sollten die bei den Mobilfunkunternehmen hinterlegten Angaben nicht übereinstimmen. Wenn also beispielsweise der alte Vertrag von einem Familienmitglied abgeschlossen wurde, kann die Rufnummer nicht portiert werden, sollte der neue Vertrag auf den eigenen Namen abgeschlossen worden sein.

Besonderheit: Prepaid-Kunden

Anders als Vertragskunden, müssen Nutzer einer Prepaid-Karte wie zum Beispiel von Congstar, Aldi Talk oder Edeka Mobil keine Kündigung zur Rufnummernmitnahme aufsetzen, sondern beim alten Anbieter eine sogenannte Verzichtserklärung abgeben. In dieser Verzichtserklärung erklärt man sich als Kunde einverstanden, dass mögliches Restguthaben oder noch nicht genutzte Inklusivleistungen zum Ende des Nutzungszeitraums verfallen. Ebenso ist darauf zu achten, dass auf der Prepaidkarte genügend Guthaben vorhanden ist, um die Portierungskosten beim alten Anbieter zu begleichen und die Handynummer so mitnehmen zu können. Ist nicht genügend Guthaben vorhanden, wird der Antrag auf eine Rufnummernmitnahme in der Regel ohne weitere Rücksprache mit dem Kunden abgeleht.

Sonderfall: Rufnummer vor Vertragsende portieren

Auch schon vor dem Ende eines bestehenden Laufzeitvertrages kann die Rufnummer zu einem neuen Anbieter mitgenommen werden. Dies regelt seit 2012 § 46 Abs. 4 des Telekommunikationsgesetzes (TKG). In einem solchen Fall muss der Kunde seinen Alt-Anbieter über die geplante Rufnummernportierung in Kenntnis setzen. Je nach Anbieter erfolgt dies über die Kundenhotline, schriftlich oder direkt online. Im Regelfall wird daraufhin die Rufnummer vom alten Anbieter für einen Zeitraum von 30 Tagen für eine sofortige Rufnummernmitnahme freigegeben. Der Kunde kann dann Schritt 2 (siehe unten) vollziehen.

Zu beachten ist jedoch, dass sämtliche Kosten die für den bestehenden Alt-Vertrag bis zum Ende der Laufzeit noch anfallen, vom Kunden also weiterhin bezahlt werden müssen. Um den Altvertrag auch ohne die bisherige Nummer noch weiter nutzen zu können, kann der Kunde beim alten Anbieter eine Zuteilung einer neuen Rufnummer beantragen. Der Anbieter ist zu einer solchen Zuteilung gesetzlich verpflichtet. Ebenfalls darf durch eine frühzeitige Rufnummerportierung der bestehende Vertrag auch nicht verlängert oder der Kunde auf eine sonstige Art und Weise schlechter gestellt werden.

Rufnummermitnahme
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Sonderfall: Rufnummernmitnahme nachträglich beantragen

Nach herrschender Meinung, die sogar manche Telekommunikationsanbieter selbst vertreten, sind Mobilfunkanbieter gesetzlich dazu verpflichtet die alte Nummer, bis zu 30 Tage nach Beendigung des Vertrags, zur Mitnahme zu einem neuen Anbieter freizugeben. Tatsächlich trifft das allerdings nicht zu. Auf Anfrage von inside-handy.de erklärte ein Pressesprecher der Bundesnetzagentur: "Der telekommunikationsrechtliche Anspruch nach § 46 Telekommunikationsgesetz besteht, wenn beim abgebenden Anbieter ein Portierungsauftrag unter Angabe des neuen Anbieters vorliegt. Die Portierung muss spätestens am letzten Tag des Vertrages über den aufnehmenden beim abgebenden Anbieter eingegangen sein. Voraussetzung für den Portierungsanspruch ist also der Abschluss eines Vertrages mit einem neuen Anbieter vor Vertragsende und die fristgerechte Beauftragung der Portierung. Die Portierung der Rufnummer muss dabei beim neuen Anbieter beauftragt werden. Viele Anbieter ermöglichen jedoch - ohne das eine Verpflichtung dazu besteht - eine Portierung bis zu 90 Tage nach Vertragsende."

2. Schritt: Neuen Vertrag abschließen / Prepaid-Anbieter wechseln

Nachdem der bestehende Mobilfunkvertrag gekündigt beziehungsweise die Verzichtserklärung beim ehemaligen Prepaid-Anbieter ausgefüllt wurde, steht der Rufnummernmitnahme so gut wie nichts mehr im Wege. Sowohl beim Abschluss eines Neuvertrages als auch bei der Beantragung einer neuen Prepaid-Karte, wird der neue Kunde in der Regel sofort gefragt, ob er seine alte Rufnummer mitnehmen möchte. Im Anschluss ist es üblich, dass der neue Anbieter dann den Antrag auf Rufnummernmitnahme für den Neukunden übernimmt. Dafür benötigt der neue Anbieter die alte Handynummer und den Namen des Anbieters, um sich mit diesem in Verbindung zu setzen.

Rufnummermitnahme
Bildquelle: inside-handy.de

3. Schritt: Portierungstermin abwarten

Nach Abschluss des Vertrages beziehungsweise nach Beantragung der neuen Prepaid-Karte, erhält der Kunde von seinem neuen Anbieter eine neue SIM-Karte zugeschickt, die mit der bisherigen Handynummer verknüpft ist. Per Post, SMS oder per E-Mail wird dem Neukunden dann ebenfalls noch der Termin für die Rufnummermitnahme bekannt gegeben. In der Regel erfolgt die Portierung in der Nacht zwischen 0 und 6 Uhr, sodass die Empfangsunterbrechung für den Kunden vertretbar ist und meist gar nicht bemerkt wird. Unter einer Rufnummermitnahme hat der Datenschutz nicht zu leiden.

Im Anschluss kann der Kunde dann wie gewohnt unter seiner bisherigen Handynummer telefonieren und erreicht werden. Der Freundes- und Bekanntenkreis wird den Anbieterwechsel im Idealfall gar nicht bemerken.

Rufnummernmitnahme am Beispiel von Vodafone

Vodafone-Rufnummer zu einem anderen Anbieter portieren

Dir Rufnummernportierung bei Vodafone kann sowohl vor Ende des Vodafone-Vertrags als auch bis zu 90 Kalendertage danach beantragt werden. Dabei entspricht die Mitnahme der Rufnummer im Großen und Ganzen dem standardmäßigen Ablauf. Zunächst muss hier der Handyvertrag fristgerecht gekündigt werden. Im Nachhinein muss lediglich die Kündigungsbestätigung zusammen mit der Rufnummer und dem Namen des alten Anbieters (Vodafone) an den neuen Anbieter weitergegeben werden. Die Rufnummernportierung kostet bei Vodafone 29,95 Euro.

Etwas komplizierter ist die Mitnahme der Rufnummer noch vor Vertragsende. Hierfür muss der Kunde zunächst den Kundenservice von Vodafone kontaktieren und das sogenannte Opt-in setzen. Dieses gilt als Bestätigung, dass der Nutzer mit einer Rufnummernportierung noch vor Ende der Vertragslaufzeit einverstanden ist. Selbst nach der Portierung bleibt das Vertragsverhältnis allerdings bestehen, sodass der Kunde sowohl für den neuen als auch für den alten Handyvertrag zahlen muss.

Rufnummer zu Vodafone portieren

Nachdem der alte Anbieter gekündigt und gegebenenfalls über die Portierung informiert worden ist, kann die Rufnummernmitnahme bei Vodafone während des Vertragsabschlusses im Shop oder telefonisch (0800 588 77 95) beantragt werden. Hierfür ist neben einem Personalausweis auch eine Kündigungsbestätigung notwendig.

Ablauf nach der Rufnummernmitnahme zu Vodafone

Nachdem alle Unterlagen eingereicht sind, muss die Rufnummer zunächst portiert werden. Das dauert bei Vodafone im Normalfall ungefähr acht Tage. Danach werden dem Kunden Angaben zu dem Termin für die Mitnahme und gleichzeitig für den Beginn der Vertragslaufzeit zugeschickt. Die benötigte SIM-Karte sollte der Kunde rechtzeitig zu dem genannten Termin per Post erhalten.

Weitere Mobilfunkanbieter

Der Portierungsablauf und die Besonderheiten, die im Vodafone-Beispiel geschildert wurden, gelten in gleicher oder ähnlicher Form auch für andere Mobilfunkanbieter wie O2 oder Congstar. Trotzdem können die Abläufe kleine Unterschiede aufweisen. So ist es bei O2 beispielsweise möglich bei einer Rufnummernmitnahme zum Vertragsende die beauftragte Portierung ab dem Zeitpunkt der Terminbestätigung und bis zu fünf Werktage vor dem Wechsel zu stornieren. Außerdem kann der neue Anbieter eine Anfrage zur Rufnummernmitnahme vier Monate vor und 90 Tage nach dem Vertragsende stellen. Ein Unterschied von Congstar gegenüber Vodafone ist hingegen die Höhe der Bearbeitungsgebühr. Diese ist bei Congstar mit 24,99 Euro rund 5 Euro günstiger, als beim zweitgrößten Mobilfunkanbieter Deutschlands.

Praktische Tipps und Tricks zum Thema Kündigung von inside-handy.de:

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Bildquelle kleines Bild: Pixabay | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Mobilfunk-News, Congstar, Discount-Tarifanbieter, O2 / Base (Telefónica), Telekom, Unternehmen und Märkte, Vodafone

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