Telegram, Signal und Simsme WhatsApp-Alternativen: Die 10 besten Messenger-Apps

vom 09.02.2018, 13:32
Der mobile Newsletter von inside-handy.de in WhatsApp, Telegram und dem Facebook Messenger
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Seit der Übernahme durch Facebook stehen WhatsApp und der Social-Media-Gigant in der Kritik. Für die Nutzer hat sich zwar nichts geändert, Facebook dürfte allerdings größtes Interesse an den Adressbüchern der WhatsApp-Kunden haben. In diesem Zusammenhang und auch aus diversen anderen Gründen stellen sich viele Nutzer die Frage: Was tun? Die Redaktion von inside-handy.de gibt Antworten und verrät, welche alternativen Messenger-Apps es noch gibt.

WhatsApp als Platzhirsch

Alle Alternativen haben eins gemeinsam: So viele aktive Nutzer wie WhatsApp hat niemand. Und der Erfolg kommt nicht von ungefähr, wenn man sich die Nutzerzahlen aus dem Sommer 2017 ansieht: 1 Milliarde Menschen nutzen rund um den Globus WhatsApp, um im Monat 55 Milliarden Nachrichten am Tag zu versenden. Der berühmt-berüchtigte Messenger scheint also konkurrenzlos glücklich. Zeitnah startet eine weitere Version des Messenger-Dienstes, die die Vormachtstellung auf dem Markt weiter ausbauen soll: "WhatsApp Business" soll sich speziell an die Bedürfnisse von Firmen anpassen.

Von dieser Warte aus gesehen ist es  völlig unklar, ob sich eine der Alternativen als ernsthafte Konkurrenz etablieren wird. Selbst bekannten Web-Portalen wie Twitter ist es trotz sinnvoller zusätzlicher Funktionen in Bezug auf die Kommunikation untereinander bisher nicht gelungen, viele neue Nutzer auf die eigene Plattform zu ziehen.

Ein Wechsel aus verschiedenen Gründen

Durch die schleichende Fusion von Facebook Messenger und WhatsApp und die damit einhergehenden Diskussionen um den Datentransfer von WhatsApp-Nutzerdaten zu Facebook, wird jedoch gerade ein fruchtbarer Boden für WhatsApp-Alternativen bereitet. Eine Chance könnte für Wettbewerber auch sein, dass Facebook nach wie vor darüber nachzudenken scheint, Werbung bei WhatsApp und Facebook Messenger zu integrieren. Abhängig davon wie stark sich die Werbung in den Vordergrund stellt und dabei das Chaterlebnis stört, werden mehr oder eben weniger Nutzer über einen Wechsel nachdenken. 

Immer wieder kommt es außerdem bei WhatsApp zu einigen Ausfällen und Störungen des Servers. Dass dies nicht bei anderen Messenger-Apps der Fall sein wird, ist natürlich nicht garantiert. Nichtsdestotrotz sind die Ausfälle für viele Nutzer ein weiterer Grund, sich über Alternativen zu informieren. Wieder andere Nutzer sind vielleicht sogar gezwungen, eine Alternative zu WhatsApp zu finden, da viele Smartphones ab Juli 2017 nicht mehr von dem Dienst unterstützt werden. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt, wie Nutzer rausfinden können, ob das eigene Smartphone auch von dem WhatsApp-Ende betroffen ist.

Die besten WhatsApp-Alternativen im Vergleich

Fast jede Alternative zu WhatsApp setzen dabei auf das Themenfeld Sicherheit, um als sinnvoller Ersatz wahrgenommen zu werden. Einige WhatsApp-Alternativen zählen jedoch auch auf den hohen Bekanntheitsgrad der eigenen Muttermarke.

Telegram

Auch dieser cloudbasierte Messenger setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist kostenlos und frei von Werbung. Verschlüsselt werden Chats mit Freunden und Verwandten auf Wunsch. Ähnlich wie es im Fall von Snapchat oder Simsme ist, kann man beim Messaging festlegen, ob sich eine Nachricht selbst zerstören soll. Zudem lassen sich Gruppenkonversationen mit bis zu 5.000 (!) Personen erstellen und Videos mit einer Größe von bis 1 GB mit Freunden teilen.

Bei einer normalen Nutzung werden Nachrichten zwischen dem Telegram-Server und dem Endgerät des Nutzers durch eine Transportverschlüsselung gesichert. Es ist aber auch möglich, so genannte "Geheime Chats" zu starten, die zusätzlich zur Transportverschlüsselung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten. Dabei werden die Nachrichten nur auf den Endgeräten der Chat-Partner gespeichert. Nach eigenen Angaben hat der Telegram Messenger rund 100 Millionen Nutzer.

Telegram
Bildquelle: Telegram

Der Telegram Messenger hat seinen Ursprung bei den beiden russischen Brüdern Pavel und Nikolai Durov. Allerdings heißt es auf der Homepage der App, Telegram sei nicht mit Russland verbunden - weder rechtlich noch geografisch. Telegram sei vielmehr als ein internationales Projekt zu verstehen, das eine weltweit verteilte Infrastruktur nutze. Außerdem habe man versucht, Telegram so weit wie möglich zu dezentralisieren, um lokalen Rechtsprechungen aus dem Weg gehen zu können. Verfügbar ist Telegram für iOS, Android und Windows Phone. Darüber hinaus gibt es online ein Web-Interface sowie eine Google-Chrome-App und Apps für Mac und Windows.

Threema

Wenn es um Messenger für Smartphones geht, wird aktuell auch die Alternative Threema oft in einem Atemzug mit WhatsApp genannt. Die Entwickler der App setzen vor allem auf Sicherheit: Alles soll verschlüsselt über die Server laufen; derart verschlüsselt, dass noch nicht einmal die Server-Betreiber selbst die Nachrichten entschlüsseln können. Allerdings haben Nutzer bei Threema nicht so viele Nachrichten-Optionen wie bei WhatsApp. Der Messenger ist aktuell für Android und iOS für 2,99 Euro verfügbar. Für Windows Phone wird Threema zu einem Preis von 1,99 Euro angeboten. Zum Teil wird die App im Rahmen von Sonderangeboten aber auch günstiger zur Verfügung gestellt.

Entwickelt wird Threema in der Schweiz und basiert auf einer grundsätzlich aktivierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Grundsätzlich ist es mit Threema möglich, Textnachrichten, Bilder und Videos, den eigenen Standort und Sprachnachrichten zu verschicken. Auch der Austausch von Dateien (PDF, animierte GIFs, DOC, ZIP etc.) und das Starten eines Gruppenchats mit bis zu 50 Teilnehmern ist möglich. Eine Telefonie-Funktion gibt es allerdings nicht. Wie bei WhatsApp steht auch ein Web-Client zur Verfügung, mit dessen Hilfe der Chat vom Smartphone auf ein Browser-Fenster am PC oder Notebook gespiegelt wird. In den Einstellungen ist es möglich, einen "Gelesen"-Status für Nachrichten ein- beziehungsweise auszuschalten. Backups von Chats werden auf den Servern von Threema nicht erstellt. 

Threema
Bildquelle: Threema

Auf Wunsch können Nutzer von Threema auf eine Verknüpfung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse verzichten und sich über eine bei der Anmeldung zufällig generierte Threema-ID mit der App verbinden. Kontakte können durch das Scannen eines QR-Codes oder den Vergleich eines Fingerabdrucks identifiziert werden. Ein Farbcode stellt jeden Kontakt bei Threema als mehr oder weniger sicher dar. Rot bedeutet, dass möglicherweise nicht mit dem beabsichtigten Kontakt kommuniziert wird. Der Farbcode orange deutet darauf hin, dass der Chat-Kontakt auch im Adressbuch gefunden, aber noch nicht mit Hilfe eines QR-Codes oder Fingerabdrucks identifiziert wurde. Bei einem grünen Farbcode hat sich der Kontakt hingegen bereits eindeutig identifiziert. Threema kann auch genutzt werden, um anonym zu chatten.

Signal

Zu dem - zumindest im Google Play Store - weit oben stehenden Ersatz für WhatsApp zählt auch Signal, die unter anderem wohl auch durch die Empfehlung Edward Snowdens Bekanntheit erlangte. Die Alternative zu WhatsApp zeichnet sich durch seine Schlichtheit aus, die nicht mit viel Schnickschnack, sondern mit Datenschutz und Sicherheit punkten will.

Die WhatsApp-Alternative kommt von Open Whisper Systems und steht sowohl für Android als auch iOS zum Download bereit. Signal bietet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass Nachrichten und Anrufe über die App abhörsicher sind. An Kontakte können nicht nur Smileys, Sticker und Doodle verschickt werden, auch Dokumente wie beispielsweise pdf- und Audio-Dateien oder GIFs sind kompatibel. Gruppen können, wie bei den anderen Messenger auch, ebenfalls kreiert werden. Das Versenden von Sprachnachrichten oder des Standortes sind nicht möglich. Außerdem müssen Nutzer bei der Anmeldung eine Telefonnummer angeben.

Signal Messenger
Bildquelle: Signal

Signal ist kostenfrei nutzbar und ist mit Android wie iOS kompatibel. Auf Tablets kann der Messenger nicht genutzt werden.

Viber

Ähnlich wie WhatsApp funktioniert auch die kostenlose App Viber, die auch über einen deutschen Internet-Auftritt verfügt. Android- und iOS-Nutzer können miteinander chatten, sich Bilder und Standorte schicken und über die Frontkamera videotelefonieren. Auch eine Desktop-Anwendung steht zum Download zur Verfügung. Nach eigenen Angaben hat Viber weltweit mehr als 200 Millionen aktive Nutzer, die auch Gruppen-Chats mit bis zu 250 Teilnehmern starten können. Auch das Löschen irrtümlich versandter Nachrichten ist möglich. Mit einer "Hidden-Chats"-Funktion können außerdem Nachrichten von bestimmten Chats ausgeblendet werden.

Seinen Ursprung hat Viber in Israel, wurde 2014 aber vom japanischen Unternehmen Rakuten übernommen. Die grundsätzliche Nutzung zwischen Viber-Nutzern ist kostenlos. Wer Sprach-Anrufe in Fest- und Mobilfunknetze führen möchte, muss dafür einen festgelegten Minutenpreis zahlen. Vorsicht ist allerdings beim Datenschutz angesagt: Viber ist im Gegensatz zu anderen VoIP-Diensten sehr datenhungrig. In der Vergangenheit wurde der Dienst oft dafür kritisiert, mit Nutzerdaten sehr freizügig umzugehen. In übereinstimmenden Medienberichten heißt es, dass die japanische WhatsApp Alternative viele Daten ohne das Wissen seiner Nutzer speichert. Die Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde von Rakuten zumindest bereits versprochen.

Simsme 

Mit reichlich Marketing-Power versucht auch eine  WhatsApp-Alternative aus Deutschland auf dem Markt ihr Glück: Die Rede ist von Simsme, einem WhatsApp-Ersatz der Deutschen Post. Der Instant-Messenger steht für iOS und Android zur Verfügung. Für Windows Phone und Windows 10 Mobile ist seit Ende Februar 2017 keine Unterstützung mehr vorgesehen. 

Grundsätzlich ist es mit Simsme beim Messaging möglich, mit Freunden zu chatten. Der Austausch von Textnachrichten ist in diesem Zusammenhang ebenso möglich wie der Versand von Sprachmitteilungen. Natürlich ist darüber hinaus auch der Austausch von Fotos und Videos sowie des persönlichen Standorts möglich. Alle Nachrichten werden über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor neugierigen Blicken von außen geschützt. "Niemand kann mitlesen. Nicht einmal wir", heißt es auf der Homepage von Simsme. Ähnlich wie bei Threema können Kontakte in einem dreistufigen Verfahren verifiziert werden. 

Besonders machen Simsme zwei spezielle Funktionen: So können Nachrichten ähnlich wie bei Snapchat mit einer Selbstzerstörung ausgestattet werden. Entweder setzt der Nutzer einen Coutdowm, sodass Nachrichten nach dem Öffnen nur für eine bestimmte Zeit zu sehen sind. Alternativ ist es auch möglich, ein Verfallsdatum festzulegen. Wird es überschritten ist ein Abruf nicht mehr möglich und die Nachricht wird von den Simsme-Servern gelöscht. Darüber hinaus stehen so genannte Content-Kanäle zur Verfügung. Darüber versenden Internetportale, Zeitschriften, Magazine der Sportvereine Breaking-News direkt auf das Smartphone-Display.

Google Allo

Einer der neusten Spieler am Markt für Instant Messenger kommt nicht wie so viele aufstrebende Messenger von einem Start-Up, sondern vom Android-Entwickler Google selbst. Allo könnte die wohl gefährlichste Konkurrenz zu Whatsapp werden, wenn denn die Netzwerkeffekte eintreten. Zukünftig dürfte Allo auf den allermeisten neuen Android-Smartphones vorinstalliert sein, also zu einem Standard als Android Messenger werden - ähnlich wie iMessage auf dem iPhone oder iPad.

Doch der Messenger will mehr sein als ein reines Kommunikations-Tool. Google will seine Expertise in Sachen Suchfunktionen einbringen und somit einen persönlichen Assistenten verbaut haben, der auch die deutsche Sprache versteht. So kann nicht nur mit Freunden gechattet, sondern auch Google zu Alltagsfragen befragt werden. Das geschieht wie in einem persönlichen Gespräch und über den Messenger selbst. Damit will man bei Google wohl einen Mehrwert zu den vielen Messengern am Markt bieten. Mit der Zeit lernt Google Allo das Nutzungsverhalten des Nutzers immer besser kennen und kann die persönlichen Interessen immer besser einschätzen. In diesem Zusammenhang werden dann auch Vorschläge für weitere zu verschickende Nachrichten gemacht. Unterstützt wird zudem der Google Assistant, ein virtueller Unterhaltungsassistent. Praktisch: Wer ein Bild über Google Allo verschickt, kann vor dem Versenden eine Zeichnung integrieren.

Als Besonderheit verfügt Google Allo beim Messaging über einen privaten Modus. Darin ist es möglich, Nachrichten automatisch wieder zu löschen und sie mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu versehen. Dadurch soll gewährleistet sein, dass keine der Nachrichten durch Dritte eingesehen werden kann. Generell ist es möglich, in einem Text-Chat die Schriftgröße zu verändern. Eine Telefonie-Funktion ist anders als bei WhatsApp bisher noch nicht Bestandteil von Google Allo. 

Google bietet seinen Messenger nicht nur für das eigene Betriebssystem Android, sondern auch für iOS von Apple an. So kann Allo in Google Play und über Apples App-Store kostenlos heruntergeladen werden. Für die Anmeldung und Identifizierung ist nur eine Telefonnummer notwendig. Ein Google Konto braucht man hingegen für die Nutzung von Google Allo nicht.

WeChat

WeChat bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie WhatsApp und ist auf Smartphones vor allem im asiatischen Raum sehr stark verbreitet. Man kann Text- und Sprach-Nachrichten, Fotos und Videos verschicken und mit Freunden einen Videochat starten. Darüber hinaus ist das Teilen des Standorts möglich und es kann regional mit Hilfe der integrierten Bezahlfunktion sogar ein Taxi oder Essen bestellt oder Geld zwischen zwei Nutzern transferiert werden. Auch Spiele lassen sich über WeChat nutzen und es besteht die Möglichkeit, Jobs oder Personen in der Nähe zu suchen. Vor allem die zusätzlich integrierten Funktionen haben WeChat in Asien erfolgreich werden lassen.

Die App WeChat ist werbefrei und kostenlos für Android und iOS und Windows Phone verfügbar. Außerdem lässt sich die chinesische WhatsApp Alternative zum Beispiel unter Windows und Mac auch online über einen Web-Client nutzen. Alle Chats laufen beim Messaging über Server, die auf chinesischem Grund und Boden stehen. Zwar wird betont, dass auf Sicherheit besonders viel Wert gelegt werde ("WeChat ist die einzige von TRUSTe zertifizierte Messaging-App"), doch ein gewisses Maß an Skepsis ist trotzdem angebracht.

Entwickelt und betrieben wird WeChat von Tencent, einem Internet-Unternehmen aus Shenzhen. Dort wird WeChat übrigens Weixin genannt. Nutzbar ist die App für den Austausch von Nachrichten auch auf Deutsch. Allerdings ist WeChat mit seinen rund 762 Millionen Nutzern (Stand: Q1 2016) vor allem in China weit verbreitet. Dass der deutsche Markt derzeit noch eine eher unterdurchschnittliche Rolle spielt, zeigt unter anderem die Tatsache, dass die Homepage von WeChat sich zwar in englischer, spanischer, polnischer, portugiesischer oder italischer Sprache anzeigen lässt, nicht aber auf Deutsch.

Line

Aus Japan stammt die WhatsApp Alternative Line, ist inzwischen aber Teil jenes südkoreanischen Konzerns, der auch KakaoTalk entwickelt hat. In Südkorea ist Line inzwischen sogar weiter verbreitet als KakaoTalk. Line hat nach eigenen Angaben knapp 220 Millionen aktive Nutzer weltweit und verfügt sogar anders als viele andere Alternativen zu WhatsApp über einen Internet-Auftritt in deutscher Sprache.

Line gibt es kostenlos sowohl für iOSAndroid, Windows Phone und als zusätzliche Applikation auch für den Windows sowie Mac-Rechner. Nutzer können neben Nachrichten auch Foto-, Video- und Audio-Dateien versenden. Darüber hinaus ist es über den Line Messenger möglich, Sprach- und Video-Anrufe zu führen. Wer Freund von Gruppenanrufen ist, kann bis zu 200 Personen in einer Telefonkonferenz zusammenschließen.

Seit 2015 sind Chats, die über Line geführt werden, mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen. Dieses fehlende Feature wurde 2014 von der Stiftung Warentest in einem Test noch scharf kritisiert. In Bezug auf die Sicherheit ist Line inzwischen also eine gute Alternative, mit Blick auf die hierzulande geringe Verbreitung eher nicht. 

Skype

Den VoIP-Dienst gibt es als App für Windows Phone-, Android-, und iOS-Geräte und kann auch über einen online abrufbaren Web-Client genutzt werden. Neben der vom stationären Computer bekannten Internettelefonie-Funktion, kann man über die App auch von unterwegs aus Textnachrichten und Bilder an Freunde verschicken. Alle Skype-Gespräche werde auf Basis der P2P-Technik mit dem Advanced Encryption Standard (AES) in 256 Bit verschlüsselt.

Skype war eines der ersten Programme, das Sprach- und Video-Telefonate auf Basis einer Voice-over-IP-Verbindung populär machte. Während Sprach-Anrufe unter Skype-Nutzern kostenlos sind, werden für Telefonate in internationale Fest- und Mobilfunknetze Minutenpreise in unterschiedlicher Höhe fällig. Mit seinen mehr als 300 Millionen Nutzern, davon auch viele in Westeuropa und in den USA, hat sich Skype schnell auch für große Konzerne interessant gemacht und wurde im Jahr 2011 von Microsoft übernommen. Zuvor hatte Skype schon eBay gehört. 

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Skype in erster Linie als App für Anrufe entwickelt wurde. Die Chat-Funktion für Nachrichten macht Skype aber auch zu einer Alternative zu WhatsApp. Und weil Skype auch in Deutschland auf vielen Rechnern, Smartphones und Tablets installiert ist, werden deutlich mehr Nutzer erreicht als über andere WhatsApp Alternativen.

Facebook Messenger

Der Facebook Messenger funktioniert ähnlich wie WhatsApp; auch ohne Facebook-Account nur mit Namen und Telefonnummer. Mit der App kann man auf Smartphones und Tablets Nachrichten an andere Nutzer der App oder Facebook-User verschicken, Gruppenkonversationen führen und Fotos teilen. Darüber hinaus sind bei einer aktiven Datenverbindung auch kostenlose Anrufe möglich. Im Facebook Messenger sind außerdem Gruppen-Video-Telefonate möglich.

Den Facebook Messenger gibt es kostenlos für Android, iOS und Windows Phone. Außerdem steht online ein Web-Client zur Nutzung bereit - ganz losgelöst von der Facebook-Nutzeroberfläche. Es besteht aber grundsätzlich eine Klarnamen-Pflicht, was eine anonyme Nutzung ausschließt. Auf Wunsch werden sämtliche Chats im Facebook Messenger mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen.

Aufgrund der hohen Reichweite von Facebook ist der zugehörige Messenger inzwischen fast genauso weit verbreitet wie WhatsApp. Mehr als 1 Milliarde aktive Nutzer nutzen den Facebook Messenger inzwischen, um miteinander Nachrichten auszutauschen. Regional ist es über die hierzulande wohl bekannteste WhatsApp Alternative auch möglich, zu bezahlen. Damit eifert der US-Dienst stark seinem chinesischen Konkurrenten WeChat nach. Eines der neuesten Extras ist die Möglichkeit, Spiele zu spielen. Zum Beispiel Klassiker wie "Snake" oder Sportspiele wie Basketball.

Fazit: Alternativlose WhatsApp-Alternativen

Facebook ist und bleibt mit seinen beiden Apps Facebook Messenger und WhatsApp auf Smartphones der unangefochtene Marktführer. Im Grunde kann man sogar so weit gehen zu sagen, dass an diesen beiden Messenger-Diensten kein Weg vorbei geht. Denn selbst wenn Nutzer darauf verzichten sollten, bei Facebook angemeldet zu sein, so haben sie doch in den allermeisten Fällen WhatsApp auf ihrem Smartphone installiert. Ein Ersatz für WhatsApp ist in den meisten Fällen also nicht nur unnötig, sondern hierzulande von den meisten Anwendern auch gar nicht gewünscht.

Und genau das ist auch das größte Problem für die WhatsApp-Alternativen wie Simsme, Threema oder Telegram: Sie sind schlicht und ergreifend nicht weit (genug) verbreitet, um eine ernsthafte Gefahr und sinnvolle Alternative zu Facebook Messenger und WhatsApp darstellen zu können. Wer Programme wie Threema, Viber oder den weniger bekannten, dafür aber den auf Sicherheit fokussierten Messenger Signal installiert, wird nach einer Synchronisation des Adressbuchs schnell feststellen, dass nur ein Bruchteil der eigenen Freunde oder Kollegen eben diese Apps installiert hat. Zu den bekannteren Alternativen dürfte nach wie vor Skype von Microsoft zählen; da auch der Nachrichtenaustausch über Twitter inzwischen möglich ist, kann dies ebenso eine Methode sein, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

  Verfügbar für Verschlüsselung Werbung Kosten (€) Desktop-Version
Google Allo Android, iOS Ende-zu-Ende Nein  Kostenlos Nein
Threema Android, iOS, Windows Phone Ende-zu-Ende Nein

Android, iOS: 2,99

Windows Phone: 1,99

Nein
WeChat Android, iOS, Windows Phone Ende-zu-Ende Nein Kostenlos Nein
Facebook-Messenger Android, iOS, Windows Phone Ende-zu-Ende Nein Kostenlos Ja
Signal Android, iOS Ende-zu-Ende  Nein Kostenlos Nein
Line Android, iOS, Windows Phone Ende-zu-Ende  Nein Kostenlos Ja
Simsme Android, iOS Ende-zu-ende  Nein Kostenlos Nein
Skype Android, iOS, Windows Phone P2P (AES)  Nein Kostenlos Ja
Viber Android, iOS Client-to-Server  Nein Kostenlos Ja
Telegram Android, iOS, Windows Phone Ende-zu-Ende Nein Kostenlos Ja

Die Frage ist also immer wieder, ob es Sinn macht, alle relevanten Personen zu einem Wechsel auf eine andere Messaging-Plattformwie Threema oder Telegram zu überreden. Denn wenn auch nur ein wichtiger Kontakt den Wechsel verweigert, bleibt die Weiternutzung von WhatsApp und Facebook Messenger unausweichlich - es sei denn, man möchte auf die altbewährte SMS zurückgreifen.

Ein weiteres Problem: Die Alternativen zu WhatsApp heben sich hierzulande im Vergleich kaum mit nennenswerten Extras oder zusätzlichen Funktionen von WhatsApp ab. Immerhin arbeitet Simsme daran, seinen Dienst in Zukunft für Unternehmen attraktiver zu gestalten und könnte in diesem Zusammenhang im Business-Umfeld zu einer gern gesehenen Alternative werden.



Bildquelle kleines Bild: App Store | Autor: Redaktion inside handy
News bewerten:
 
7 / 10 - 11Stimmen

Themen dieser News: Apps & Software, Android, Apple, Facebook, Google, IOS, Mobilfunk-News, WhatsApp

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen