Körpersprache im Vorstellungsgespräch – Tipps für den überzeugenden Auftritt

Ein Vorstellungsgespräch wäre nur halb so furchteinflößend, wenn es dabei nur nicht so viel falsch zu machen gäbe. Ein möglicher Fallstrick ist die richtige Körpersprache – dabei kann diese entscheidend sein, denn eine zweite Chance auf einen ersten Eindruck gibt es nicht. Es gilt sympathisch, kompetent und vor allem authentisch zu wirken.

Worte machen nur sieben Prozent der übermittelten Information aus, der Rest kommt durch die Körpersprache und den Klang der Stimme zustande. Dies zeigen wissenschaftliche Studien. Deshalb trainieren viele erfolgreiche Geschäftsleute und Politiker, auch die unbewusst ausgesendeten Signale zu kontrollieren. Denn nicht wenige Kandidaten scheitern im Jobinterview nicht an ihren fachlichen Qualifikationen, sondern werden aufgrund ihrer Soft Skills aussortiert – nämlich wenn sie beim Personaler das Gefühl geben, der Kandidat könnte doch nicht ins Team passen.

Damit kein negativer Eindruck entsteht, ist es deshalb vor allem wichtig, dass die Körpersprache des Bewerbers zu dem Inhalt passt, den er verbal zum Besten gibt. Das nennt man Kongruenz. Inkongruenz, also das genaue Gegenteil, führt automatisch dazu, dass man an seinem Gesprächspartner zweifelt – auch wenn dieser recht hat und nichts als die Wahrheit sagt. Davon hängt auch ab, ob man als Bewerber als sympathisch wahrgenommen wird, oder ob man sich als Personalverantwortlicher veräppelt fühlt.

Das verrät die Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Viel Bewegung und übertriebenes Gestikulieren deuten auf Nervosität hin, die überspielt wird. Doch auch wenn man nicht den Zappelphilipp gibt, können kleinere Gesten die Nervosität verraten: Herumspielen an den Fingern, den Haaren oder das ständige Zurechtzupfen der Kleidung sind ein Indiz für Unsicherheit. Auch ein gesenkter, unruhiger Blick oder eine versperrte Körperhaltung werden oftmals so wahrgenommen.

Die Blickrichtung und sogar die Fußhaltung über einen längeren Zeitraum signalisiert dem Gegenüber oftmals, ob man aufmerksam ist oder mit den Gedanken ganz woanders.

Tipp: Niemand fällt unangenehm auf, weil er in Maßen normale Nervosität zeigt. Doch die Dosis macht das Gift …

So gelingt ein überzeugender Auftritt

Zur Begrüßung

  • Das wichtigste zuerst: Immer Blickkontakt halten
  • Aufstehen, sofern man bereits sitzt, wenn der Ansprechpartner hereinkommt
  • Vor dem betreten des Gesprächsraums die Kleidung ein letztes Mal kontrollieren und gegebenenfalls richten – besonders wenn der Ansprechpartner bereits vor Ort ist
  • Sich mit Namen vorstellen
  • Warten, bis man die Hand gereicht bekommt
  • Hände nicht schütteln, sondern kräftig drücken – nicht länger als 5 Sekunden

Im Gespräch

  • Das wichtigste zuerst: Immer Blickkontakt halten
  • Aufrecht und in einer angenehmen Haltung sitzen und nicht verkrampfen – ruhig auch mal die Haltung wechseln
  • Besser noch: Die Haltung des Gegenübers spiegeln
  • Hin und wieder an angebrachten Stellen lächeln
  • Ruhig atmen
  • Die Hände zum Beispiel locker mit den Handflächen nach oben auf die Oberschenkel legen (signalisiert Offenheit) und in Maßen gestikulieren – nicht die Arme verschränken (signalisiert Abschottung)
  • Wach sein und Begeisterungsfähigkeit zeigen, nicht nur mit der Körpersprache sondern auch mit der Stimme – nicht hektisch oder lethargisch reden

Zum Abschied

  • Das wichtigste zuerst: Immer Blickkontakt halten
  • Erneut die Hand reichen
  • „Auf Wiedersehen“ genügt – jetzt ist nicht mehr der Zeitpunkt zum plaudern
  • Lächeln
  • Aufrecht und mit anhaltender Körperspannung aus dem Gebäude gehen – erst wenn man außer Sichtweite ist, ist Entspannung angesagt

Auch wenn man diese Regeln befolgt ist es wichtig, sich selbst treu zu bleiben. Es geht nicht darum etwas darzustellen, was man nicht ist, sondern die beste Version seiner selbst zu sein. Schauspielern oder einstudierte Bewegungsabläufe wirken nicht nur unnatürlich, sondern auch unaufrichtig – und sind damit Gift für die Jobchance.

Übung macht den Meister

Wie viele Dinge im Leben, kann man auch die souveräne Körpersprache beim Vorstellungsgespräch üben, um darin besser zu werden. Wenn man etwas bereits durchlebt hat, kann man beim nächsten Mal sicherer auftreten. Deshalb kann es ratsam sein, zu Hause das Vorstellungsgespräch, Gruppendiskussionen und Präsentationen zu üben. Der Partner oder gute Freunde sind dafür gute Sparringspartner und geben Rückmeldung, wenn das gesagte nicht zu dem passt, was man eigentlich ausdrücken möchte.

Tipp: Körperhaltung auch am Telefon einnehmen – der Personaler sieht die Körpersprache am Telefon zwar nicht, doch der Bewerber hört sich in einer aufrechten, offenen Körperhaltung und mit einem leichten lächeln deutlich besser an.

Bewerbung, Job, Karriereplanung

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