Kurztest

Der Einsteiger mit zwei Gesichtern und drei Problemen

Datum: 29.04.2016 | Wertung: 57% | Produkt: TP-LINK Neffos C5
TP-Link neffos C5

TP-Link hat sich mit dem neffos C5 auf den hart umkämpften Smartphone-Markt gewagt und liefert ein Marktdebüt ab, das Tester erfreut und gleichzeitig zur Weißglut treibt. Der Preis ist mit knapp 140 Euro recht gering und trotzdem etwas zu hoch angesetzt. Warum das so ist, zeigt der Test bei inside-handy.de.

Design und Verarbeitung

TP-Link startet nicht wie beispielsweise Gigaset mit High-End-Geräten in den Smartphone-Markt, sondern wie üblich mit einem Portfolio im Einsteigerbereich. Das wird auch ab dem ersten Moment der Bedienung klar. Das Kunststoffgehäuse ist leicht, weich und im chinesischen Barock gestaltet. Der um den Rahmen herumführende Rückdeckel ist weich und lässt sich an der Rückseite bis auf den Akku eindrücken. Der Kunststoff fühlt sich durch sein glattes Finish minderwertig an und rutscht in der Handfläche.

Die Kamera ist nicht plan eingelassen und lugt etwas aus dem Rückdeckel hervor. Er wird an dieser Stelle etwas angewinkelt um die Frontlinse zu schützen. Der Lautsprecher und die Dual-LED sind dagegen ohne Erhebung verbaut.

Im Rahmen sind auf der rechten Seite die drei mechanischen Tasten des neffos C5 eingelassen. Sie glänzen chromfarben und besitzen einen zu weichen Druckpunkt – erreichbar sind sie dagegen auch mit kleinen Händen. Der Übergang zur Front wird ebenfalls in glänzendem Chrom gehaltenen, was billig wirkt. Dieser Eindruck kommt auch bei der Front auf. Die Ränder rund um das Display herum sind um einiges breiter als das, was man im Allgemeinen als Standard empfindet. Die Front ist zweifarbig: Direkt um das Display herum und oberhalb des selbigen fiel die Wahl auf einen schwarzen Hintergrund, unterhalb des Panels wird auf Weiß gebaut. Darin ist - wieder glänzend – das Logo des Herstellers aufgedruckt.

TP-Link neffos C5

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    Das TP-Link neffos C5 kommt mit einem 5 Zoll großen Display und ...
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    ... ganz in Kunststoff gehüllt zum Kunden.

Die Stabilität gegenüber Verbiegen oder Torsion kann als ausreichend beschrieben werden. Es knarzt bei Belastung nichts – außer man drückt seitlich auf den Rahmen: Dann gibt das Gehäuse doch einige ächzende Geräusche von sich. Beim Lieferumfang lässt sich TP-Link nicht lumpen und legt die Standards Ladeadapter, USB-Micro-USB-Kabel und Kopfhörer ins Päckchen.

Das Design des TP-Link wirkt billig und die Verarbeitung in Teilen schludrig. Trotzdem ist alles dran, wenn auch nichts wirklich begeistern kann.

Wertung: 2 / 5

Display

TP-Link verbaut ein herkömmliches HD-Panel mit 5 Zoll Diagonale in IPS-Bauweise in sein neffos C5. Damit erreichen die Chinesen eine Pixeldichte von etwas unter 300 ppi. Ein Wert, der mittlerweile von anderen Einsteigergeräten mit Leichtigkeit genommen wird. Trotzdem reicht die Auflösung für Alltagsanwendungen und die Schärfe ist zwar sichtbar schlechter als bei vielen Konkurrenten, jedoch noch im Rahmen des Akzeptablen. Die Unterschiede, die Vor- und Nachteile und ein Vergleich der verschiedenen Display-Technologien hat inside-handy.de in einem gesonderten Artikel gelistet.

Die Farben wirken etwas blass, allerdings natürlich. Die Helligkeit könnte jedoch höher sein. Sie wird dafür flüssig und schnell an die Umgebung angepasst. Zwar braucht die Automatik ein wenig um zu starten, dann jedoch zieht sie die Helligkeit zügig in den richtigen Bereich. Kontraste sind ebenfalls kein Problem für das Display das neffos C5. Display-Einstellungen um die Farbtemperatur, den Kontrast oder auch die Farbintensität zu steuern gibt es beim C5 nicht. Hier verlässt sich TP-Link auf die Grundfunktionen von Googles Android, die allerdings nur die Anpassungen an Sehschwächen bietet.

TP-Link neffos C5

Ordentlich, aber nicht begeisternd: Das Display des TP-Link neffos C5

Das Display des TP-Link neffos C5 liegt im Durchschnitt des Smartphone-Bereichs. Es kann nichts richtig gut, versagt aber auch nirgends gänzlich. Der Alltag kann damit auf jeden Fall bestritten werden, Display-Gourmets sollten jedoch die Finger davon lassen.

Wertung: 3 / 5

Ausstattung und Leistung

TP-Link hat sich dazu entschieden, einen Prozessor von Mediatek zu verbauen, dessen vier Kerne mit 1,3 GHz takten und von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt werden. Der Speicherplatz ist auf 16 GB beschränkt, per Micro-SD-Karte aber ebenfalls um bis zu 32 GB erweiterbar. LTE und WLAN werden ebenso unterstützt wie Dual-SIM und Bluetooth 4.0. Bei der WLAN-Verbindung beschränkt man sich bei TP-Link auf den 2,4-GHz-Bereich, was etwas verwundert, ist doch gerade die WLAN-Funktionalität das Steckenpferd der Chinesen.

Der Mediatek-Prozessor zeigt sich im Benchmarktest erstaunlich potent und gibt gut 32.000 Punkte zu Protokoll. Die Leistung wird allerdings durch die Spitzenmodelle am Markt relativiert: Werte oberhalb der 100.000er-Marke sind keine Seltenheit mehr. Die alltägliche Menüwischerei wird von zwei Problemen eingeschränkt: Die Bedienoberfläche braucht zwischen den einzelnen Anwendungen etwas Zeit zum Durchatmen und das Display reagiert auf manche Wischgesten mit ungewohnter Präzisionslosigkeit. Während Zweiteres auf die Software zu schieben ist, kann ersteres eher in der hardwareseitigen Dimensionierung festgemacht werden.

TP-Link neffos C5

Was auf dem Kasten: über 32.000 Punkte sind allerdings nicht mehr ganz so toll wie noch vor einem halben Jahr

Beim Spielen des 3D-Rennspiels Asphalt 8: Airborne verschwindet der Eindruck der Kraftlosigkeit wieder: Das aufwendige Spiel wird flüssig wiedergegeben und hält sogar einige Grafikdetails bereit. Nachladen ist nicht zu bemerken, jedoch braucht das neffos C5 etwas um Zwischensequenzen zu laden. Eine Wärmeentwicklung ist beim Spielen spürbar, jedoch unproblematisch.

Die Ausstattung kann als spartanisch bezeichnet werden. Viele Konnektionsmöglichkeiten fallen dem Sparzwang zum Opfer. Hier kann das neffos seine Zugehörigkeit zur Einsteigerklasse nicht verstecken. Die Telefonqualität befindet sich auf einem durchschnittlichen Niveau.

Verbindungsmöglichkeiten des TP-Link neffos C5

Feature Ja Nein Funktion

HSPA

▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ ▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE ▲    Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG   ▼  Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA ▲    Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   ▼  Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast ▲    Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Smart TV)
AirPlay   ▼  Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Apple TV)
MHL   ▼  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   ▼  Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version ▲    4.0
WLAN-Standards ▲    802.11 b/g/n
Qi   ▼  Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM ▲    Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

TP-Link bringt die Leistung des Prozessors nicht ganz auf die Straße und spart kräftig an der Ausstattung. Hier wird also Stangenware ohne Esprit angeboten, die für anspruchslose Nutzer jedoch ausreichend dimensioniert ist.

Wertung: 3 / 5

Kamera

Für Foto-Freunde steht neben einer 8-Megapixel-Kamera mit Doppel-Blitzlicht auf der Rückseite auch eine 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite zur Verfügung. Selten lagen bei den Tests von inside-handy.de die Testeindrücke so weit auseinander wie bei der Knipse von TP-Link. Die Kamera-App ist rudimentär ausgestattet und beinhaltet neben Filtern und den handelsüblichen Automatiken keine nennenswerten Funktionen – so weit, so langweilig. Der erste Schnappschuss am redaktionseigenem Rosenbeet überrascht und man fragt sich, ob TP-Link nicht ein wenig Understatement walten lässt bei der kurzen Beschreibung der Kamera auf der Herstellerseite. Nahaufnahmen gelingen bei ordentlichem Licht außerordentlich gut. Eigentlich sind Kameras gerade im unteren Preissegment mit Objektiven ausgestattet, die ihre Stärken im Landschafts und Szenebereich besitzen. Bei TP-Link ist es genau andersherum.

TP-Link neffos C5

Starke Details: Nahaufnahmen sind das Ding der Kamera des TP-Link neffos C5

Außer Makrofotografie und tollen Farben kann die Kamera nichts. Der Autofokus haut ständig daneben, die Kontraste sind höchstens Durchschnitt und ausgebrannte oder abgesoffene Bildteile eher die Regel als die Ausnahme. Die Steuerung dagegen läuft intuitiv und gestaltet sich, auch wegen der wenigen Funktionen, einfach.

TP-Link neffos C5

Sehr übersichtlich: Das Kameramenü des TP-Link neffos C5

Wer nur ab und an sein Essen Fotografieren will um es mit seiner Instagram-Comunity zu teilen, wird mit der Kamera glücklich, wer irgendetwas darüber hinaus erwartet, nicht.

Wertung: 2,5 / 5

Software und Multimedia

TP-Link baut bei der Software auf Android 5.1 Lollipop und damit auf die letzte und nicht die aktuelle Version Marshmallow des mobilen Betriebssystems von Google. Die Software kann mit Übersichtlichkeit überzeugen, jedoch sticht sie nicht mit Anpassbarkeit und eigenen Ideen heraus. Stattdessen passt TP-Link die Google-Oberfläche etwas an und schmeißt den App-Drawer raus. Das führt zu vermehrtem Ordneraufkommen auf den Home-Screens.

Es schleichen sich einige Fehler in der Bedienung des neffos C5 ein: Beim Wischen von oben nach unten werden nur selten das Benachrichtigungsfeld und die Schnelleinstellungen miteinander geöffnet. Es bedarf immer wieder mehrerer Anläufe, um beides darstellen zu können. Hier stellt sich TP-Link als liebloser Entwickler heraus, der sein Kind neffos C5 ohne Fürsorge aufgezogen hat.

TP-Link neffos C5

Übersichtlich aber starr: Die Android-Oberfläche des TP-Link neffos C5

Bei den Multimedia-Leistungen sieht es ganz ähnlich aus: Zwar hat TP-Link einen vergleichsweise lauten Lautsprecher verbaut, der jedoch nur bis zu 70 Prozent der Lautstärke ordentlich spielt. Danach wird geplärrt, wie es so oft in Einsteigergeräten der Fall ist. Die Kopfhörer reißen hier auch nichts raus. Sie sind bestenfalls Standardware. Sie genügen um ab und zu ein Musikstück zu hören oder die Mailbox in der Bahn abzurufen. Alles darüber hinaus sollte der Nutzer mit einem Ohrstöpsel-Paar aus dem Zubehörhandel erledigen. Die App zur Musikwiedergabe stammt von Google und bietet nur rudimentäre Funktionen. Eine Scratch-Funktion bringt dann doch etwas Farbe in die triste Multimedia-Leistung: Mittels Fingerwisch auf dem Schallplattensymbol im Musikplayer können Scratch-Effekte in das laufende Lied eingebaut werden. Sie bilden jedoch nicht, wie beim Scratchen mit echten Platten, die Musik in verzerrter Form ab, sondern sind immer gleiche Krachfetzen aus der Dose.

Die Software ist in Ordnung, jedoch ohne Liebe in das neffos C5 integriert. Die Multimedia-Sektion erlebt das gleiche Schicksal. Damit befindet man sich zwar in bester Gesellschaft mit einigen Einsteigerkollegen, jedoch bieten auch Hersteller in diesem Preisbereich viel ausgewogenere Leistungen.

Wertung: 2,5 / 5

Akku

Beim Akku vertraut TP-Link auf ein Modell mit 2.200 mAh und lässt ihn wechselbar in das Gehäuse ein. Die Kapazität des Energiedepots befindet sich für ein Android-Gerät auf einem schlechten Niveau, sind doch mittlerweile 3.000 mAh Standard. Sein Glück: Das Display-Panel und auch der Prozessor sind recht sparsam. Trotzdem bleiben nach dem achtstündigen Intensivtest der Redaktion von inside-handy.de nur noch 53 Prozent im Tank. Damit sollte man zwar durch den Tag kommen, lange Gaming-Phasen sind jedoch tabu: Das neffos C5 verbrauchte in 30 Minuten Spielzeit rund 12 Prozent der wertvollen Energie.

TP-Link neffos C5

Gegen Spielsessions empfindlich: Der Akku des TP-Link neffos C5

Der Akku ist lobenswerterweise austauschbar und es gibt wenig stromfressende Funktionen, die die Energie im Übermaß aus dem TP-Link-Handy saugen. Trotzdem kommt das neffos C5 nicht auf eine richtig gute Bewertung. Dafür hätten die Chinesen einfach einen größeren Kameraden einbauen müssen.

Wertung: 3,5 / 5

Fazit

Das TP-Link neffos C5 ist ein ausgemachtes Einsteigerhandy, das allerdings den Einsteiger gehörig ärgern kann. Die Touchprobleme und die unausgegorene Software lassen Perfektionisten das Messer in der Hose aufgehen und in mancher Hinsicht – Kamera und Multimedia – fragt man sich, warum TP-Link nicht einfach ein wenig mehr Zeit investiert hat, um die vorhandenen Ansätze ordentlich zu Ende zu konstruieren – das Gefühl, ein halbfertiges Smartphone in den Händen zu halten, verlässt einem fast nie.

Das neffos C5 hält allerdings auch einiges an positiven Faktoren bereit: Die Spiele-Power, die Makro-Leistung der Kamera und der günstige Preis sprechen für das C5. Das Problem für TP-Link: Diese Eigenschaften haben andere Hersteller auch drauf und verpacken sie auch noch in nettere Gehäuse und komplettere Smartphones. Auch wenn es positive Ansätze gibt – Wechselakku, Dual-SIM und LTE -, das Marktdebüt von TP-Link ist mit dem neffos C5 sehr holprig geraten. Die Wertung wäre ohne die Möglichkeiten von Dual-SIM, erweiterbarem Speicher und Wechselakku noch einmal negativer ausgefallen. So verdient sich TP-Link eine denkbar knappe Wertung von 3 / 5 Sternen.

TP-Link neffos C5

Pros für das TP-Link neffos C5

  • günstig
  • gute Makro-Aufnahmen
  • LTE und Dual-SIM

Contras zum neffos C5

  • schwache Kamera
  • lahme Software
  • billiges Gehäuse

Preis-Leistung

Der Preis ist heiß. Zumindest solange man das neffos C5 von TP-Link nicht mit anderen Marktteilnehmern vergleicht. Als monolithisches Gebilde von Leistung und Preis kann das TP-Link überzeugen und ist auch eine kleine Empfehlung für Sparfüchse, die Neuware bevorzugen. Alle anderen sind mit Gebrauchtgeräten oder schon länger auf dem Markt befindlichen Geräten besser bedient.

Alternativen zum TP-Link neffos C5

Die Alternativen für ein Einsteigergerät mit Android-Betriebssystem sind quasi in unüberschaubarer Anzahl vorhanden. Wiko, BQ, Honor, aber auch LG, Samsung und HTC bieten Smartphones im Preisbereich weit unter 200 Euro. Die Geräte, die in den Tests der Redaktion am auffälligsten waren sind in der folgenden Liste zusammengefasst:

Autor: Michael Büttner

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