Test des simvalley MOBILE RX-80 Pico

12 Minuten

simvalley MOBILE RX-80 Pico

Für rund 17 Euro ein Handy mit alltagstauglichen Funktionen: Der Versandhändler Pearl bietet ein vollwertiges Handy in Scheckkartengröße zu diesem Preis an. Das Handy stammt von Simvalley Mobile und nennt sich RX-80 Pico. Das Versandhaus Pearl preist diesen „genialen Handyzwerg“ als Modell an, das für alle geeignet ist, die nirgends auf Ihr „Mobiles“ verzichten wollen und das sogar in einen Geldbeutel passt. Kleiner Preis, kleine Bauweise und trotzdem ein ernstzunehmender Handykandidat für den Alltag?

Das Testcenter von inside-handy.de hat das RX-80 Pico dem Praxis-Test unterzogen.

simvalley MOBILE RX-80 PicoDas RX-80 wird in einer kleinen Schachtel geliefert, in der auch ein Taschenrechner liegen könnte. Nach dem Öffnen der Schachtel hält man ein kleines flaches Plastikteil in der Hand, das mehr Ähnlichkeit mit einem Taschenrechner oder einem Funk-Sensor zur Garagentor-Öffnung hat, als mit einem Handy. Klein ist es, flach ist es und leicht ist es. Soweit ist alles schon mal identisch zur Produktbeschreibung. Neben dem kleinen Pico ist in der Schachtel noch ein Netzladeteil, ein ebenso winziger Li-Ionen-Akku mit 330 Milliampere-Stunden und eine dünne kleine Betriebsanleitung, die nur die nötigsten Informationen enthält, zu finden. Alles ist relativ gut in der Lieferbox verstaut.

 

 

 

 

 

 

simvalley MOBILE RX-80 Pico
simvalley MOBILE RX-80 Pico

Beim ersten Anfassen des Simvalley-Zwerges im Scheckkarten-Format kommt der Eindruck auf, man hält einen kleinen Taschenrechner in der Hand. Die Abmessungen sprechen für sich: 80x50x10 Millimeter bei leichten 44 Gramm, inklusive Akku. Das schwarze Finish des Plastikgehäuses, das auf der Vorderseite in Hochglanz und auf der Rückseite in einem matten Farbton kontrastreich abgestimmt ist wirkt solide. An der glänzenden Front sind sehr schnell unschöne Fingerabdrücke zu sehen. Die matte Oberfläche der Rückseite wirkt dagegen sehr unempfindlich gegen Fingerspuren aller Art. Die Vorderseite wird von einem winzigen Display und den üblichen Tasten- und Bedienelementen, die ein Handy haben sollte, dominiert. Die schwarzen runden Tasten auf der Vorderseite sind mit einer weißen Farbe beschriftet und alle deutlich erkennbar.

simvalley MOBILE RX-80 PicoDas verwendete Kunststoff-Material des Gehäuses wirkt einfach aber solide in der Verarbeitung. Optische Highlights gibt es beim RX-80 nicht, hier dominiert eine sachliche Nüchternheit, die für ein Handy in diesem Segment normal ist. Das Gehäuse vermittelt trotz seiner minimalistischen und preiswerten Verarbeitung einen guten Gesamteindruck: Spaltmasse, Tasten und sonstige Bedienelemente sind passgenau eingearbeitet. Nichts knirscht, auch bei festerem Zupacken, hier kann durchaus von einer ähnlich guten Verarbeitung wie bei teureren Modellen gesprochen werden. Vor dem Einlegen der SIM-Karte muss noch der beigelegte Akku angesteckt werden. Zu diesem Zweck verfügt der Akku über einen kurzen Anschlussdraht mit einem winzigen Stecker, der in einer genauso winzigen Buchse auf der Gehäuserückseite mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl eingesteckt werden muss. Ist dies endlich geschafft kann die SIM-Karte in den dafür vorgesehenen Leser oberhalb des Akkus eingeschoben werden. Dann noch den sehr passgenau sitzenden Akkudeckel aufschieben und der Handy-Winzling ist für den ersten Start fertig! Das Handy wirkt auch im betriebsfertigen Zustand extrem handlich und verschwindet fast in der Handfläche.

Bevor wir den Startknopf betätigen sehen wir uns noch genauer an, was das Gerät an Schaltern, Knöpfen und Buchsen noch zu bieten hat. An der linken Außenseite ist eine USB-Buchse zu finden, in der das Netzladeteil zur Akkuladung angeschlossen werden kann. An den anderen Seiten sind keine weiteren Bedienelemente mehr zu finden. Die Rückseite ziert der Schriftzug „Simvalley MOBILE“ mit dem Produktnamen „RX-80“. Auf der Vorderseite bestimmt ein kleines LCD-Display mit 1,2-Zoll im oberen Teil die Gehäusefront. Unter dem Display sind ein runder 5-Wege-Navigations-Key mit einer zentralen Bestätigungstaste (OK-Taste) und je links und rechts davon eine Taste vorhanden. Die ausreichende Größe und die gute Bedienbarkeit des Navigations-Key erlauben ein flottes Navigieren. Die Taste links ist mit dem grünen Hörersymbol und rechts vom Navigations-Key mit dem roten Hörersymbol unschwer als Rufannahme- und Rufbeendigungstaste zu erkennen. Die Rufbeendigungstaste ist zugleich auch die Ein- und Ausschalttaste. Auch diese Tasten sind gut zu spüren und haben einen deutlichen Druckpunkt.

simvalley MOBILE RX-80 PicoZwischen dem Display und dem Navigations-Key befinden sich noch zwei kleine ovale Einzeltasten, die nur mit einem Strich beschriftet sind. Die beiden Tasten übernehmen die Funktion der Tasten des Softmenüs. Unterhalb dem Navigations-Key ist dann eine herkömmliche Handy-Zwölfer-Tastatur angeordnet, die in der gleichen Optik wie die anderen Tasten gehalten ist. Die einzelnen Tasten sind rund und sehr klein, haben aber einen guten Abstand zueinander und sind dadurch gut zu bedienen. Selbst größere Finger dürften hier keine Probleme bei der Bedienung haben. Alle diese Tasten lassen sich analog zu den Tasten um den Navigations-Key sehr gut mit einem deutlichen Druckpunkt betätigen. Lediglich das blinde SMS-Tippen dürfte etwas schwierig sein, da weder die Taste mit der „5“ fühlbar gekennzeichnet ist und auch die Größe des Tastenfeldes ein zielsicheres Blind-Schreiben nicht unbedingt unterstützt.

simvalley MOBILE RX-80 PicoDie weisse Beschriftung der Tasten ist sehr deutlich, mit und ohne Beleuchtung ist die Erkennbarkeit gut und auch bei dunkler Umgebung durch die gleichmäßige blaue Beleuchtung ausreichend. Mit Ausnahme der Rufannahme- und Rufbeendigungstaste sind alle Tasten blau beleuchtet, eine gute Erkennbarkeit – auch bei schlechten Lichtbedingungen der Umgebung – ist damit gewährleistet. Über einen Vibrationsalarm verfügt das Pico von Simvalley aber nicht. Die Rufmeldung beschränkt sich ausschließlich auf die akustischen und optischen Signale

Die Verständigung über den internen Lautsprecher ist für ein Phone dieser Baugröße überraschend gut. Die Gesprächswiedergabe ist klar verständlich, auch die Lautstärke kann durchaus überzeugen. Auf eine Freisprecheinrichtung muss man beim Pico allerdings verzichten. Auch in der Gegenrichtung sind kaum Klagen über die Verständlichkeit der Gesprächs-Wiedergabe zu hören, nur manchmal klagt der Gesprächspartner über eine etwas dünne Stimmwiedergabe. Die Lautstärke kann während eines Gespräches über den Navigations-Key verändert werden. Der Empfang ist dagegen nicht besonders gut. Nach der PIN-Eingabe bucht sich das RX-80 sehr schnell in das jeweilige Netz ein. In schwach versorgten Gebieten erscheint aber rasch und sehr häufig die Meldung „Eingeschränkter Dienst“ im Display. Das Pico weigert sich dann auch beharrlich eine Gesprächsverbindung aufzubauen. Erst durch ein nochmaliges Ein- und Ausschalten ist eine Wiedereinbuchung in das GSM-Netz möglich. Die Anzeige der Empfangsstärke ist sehr ungenau und verändert sich rasch. Außerdem reagiert das Handy sehr empfindlich auf die jeweilige Lage und Handhaltung. Verdeckt man die integrierte Antenne während des Gespräches mit der Hand, dann sinkt der Empfangspegel deutlich ab.

Genauso empfindlich reagiert das RX-80 wenn man es nah am Körper in der Hemd- oder Hosentasche trägt. Die Gesprächs- und Standby-Zeiten sind laut Hersteller bis zu 90 Minuten beziehungsweise bis zu 100 Stunden. In der Praxis sieht das Ganze dann doch etwas anders aus. Bei voller Akkuladung und sehr gutem Empfang hält der Akku 40 Stunden durch, bis sich das Gerät abschaltet. Mit einer geringen Nutzung für Telefonate (ca. 30 Minuten) ist der Akku bereits nach acht Stunden leer. Als Dualband-Gerät mit 900 und 1800 Megahertz und ohne GPRS-Unterstützung ist der Einsatz klar für die Nutzung als Zweithandy oder Ersatz bei der Mitnahme von Sportaktivitäten eingeschränkt.

Über den SAR-Wert gibt es keine klaren Aussagen des Herstellers.

simvalley MOBILE RX-80 PicoDas Pico RX-80 von Simvalley wird auch beim Display seinem Namen als Winzling gerecht. Das SW-LCD-Display ist 1,2 Zoll klein. Die sichtbare Diagonale beträgt 34 Millimeter. Die Breite des Displays beträgt 31 Millimeter und die sichtbare Höhe der Anzeige 16 Millimeter. Die Auflösung der Monochromen LCD-Anzeige liegt bei 96 x 49 Pixel. Die Displayinhalte sind trotz der kleinen Bauweise sehr gut ablesbar. Zeichen und Zahlen werden mit einem guten Kontrast angezeigt. Auch die Größe der Buchstaben und Ziffern ist ausreichend groß, jedoch dürften ältere Menschen Probleme mit der Erkennbarkeit der Anzeige haben. Der LCD-Bildschirm besitzt eine weiße Hintergrundbeleuchtung, die auch bei Dunkelheit und schlechtem Umgebungslicht eine klare Erkennbarkeit gewährleistet. Auf Tastendruck schaltet sich die Beleuchtung zu und erhellt klar aber etwas ungleichmäßig das Anzeigefeld. Selbst im grellen Sonnenschein oder bei starkem Lichteinfall bleibt das Display unverändert gut ablesbar. Über eine integrierte Kamera verfügt das RX-80 Pico von Simvalley nicht.

 

Die Menüdarstellung ist eine reine Listenform, die zusätzlich mit einem Symbol verdeutlicht wird. Grundsätzlich ist die Menüführung klar strukturiert. Die einzelnen Menüpunkte lassen sich intuitiv finden und zuordnen, eine Betriebsanleitung muss man hierzu normalerweise nicht zu Rate ziehen. Auch diverse Schnellzugriffsfunktionen kann das Pico RX-80 bieten. Über den Navigations-Key kann in jeder der vier Hauptrichtungen je eine Anwendung aufgerufen werden. Es gibt allerdings nur die vier Möglichkeiten „Eingang“, „Telefonbuch“, „Anrufprotokoll“ und „Alarm“. Diese können individuell in einer der vier Richtungen festgelegt werden. Auch eine Belegung der Zifferntasten eins bis neun zur Kurzwahl ist möglich. In der Betriebsanleitung ist dies allerdings nicht beschrieben. Nach dem Drücken einer Zifferntaste und anschließend der Rufannahmetaste kann man aus dem Telefonbuch eine gespeicherte Rufnummer als Kurzwahl hinterlegen.

Um zum Beispiel eine SMS zu erstellen reichen vier Tastenbetätigungen um die Nachricht verfassen zu können. Die SMS-Erstellung erfolgt nach dem bekannten Prinzip über die herkömmliche Zwölfer-Tastatur des Handys. Auch eine T9-Eingabeunterstützung ist vorhanden, die in der Sprache Englisch und Deutsch wahlweise aktiviert werden kann. Die Erstellung der Nachricht ist somit sehr flott möglich. Was etwas umständlich wirkt ist die Notwendigkeit der Bestätigung eines vorgeschlagenen Wortes mit der OK-Taste, damit das neue Wort eigenständig weitergeschrieben werden kann.

MMS und E-Mail sind beim RX-80 nicht verfügbar. Beide Nachrichtenarten werden nicht unterstützt, was die technische Kapazität des Pico auch etwas überfordern dürfte. Die Unterdrückung der Rufnummer beim Angerufenen kann als Standard-Netzeinstellung definiert werden oder generell auf „Aus“ oder „An“ eingestellt werden. Eine fallweise Unterdrückung ist nicht möglich. Der Menüpunkt „Anrufprotokoll“ ist eine gegliederte Ruflistenerfassung, die getrennt nach Anrufen in Abwesenheit, getätigten Anrufen und angenommenen Anrufen eine separate Auflistung der einzelnen Anrufe mit Datum und Uhrzeit ermöglicht. Auch eine automatische Wahlwiederholung kann das RX-80 vorweisen.

Die Darstellung und Größe der Schrift ist für ältere Menschen etwas zu klein, da auch das Display sehr klein ist und die Schriftgröße nicht veränderbar ist. Aus einer kleinen Auswahl von neun Klingeltönen für Anrufe und vier Klingeltönen für SMS kann für die generelle Rufsignalisierung das passende und voluminös klingende Rufzeichen ausgewählt werden. In der Kontaktdatenbank können neue Kontakte angelegt werden, die allerdings nur Name und jeweils eine Rufnummer beinhalten. Die Speicherung erfolgt auf der SIM-Karte. Eine wahlweise Abspeicherung im Gerätespeicher ist nicht möglich. Die automatische Tastensperre ist vorhanden und kann wahlweise (nach 30 oder 60 Sekunden) aktiviert werden. In der Praxis erweist sich dies als sehr sinnvoll und effektiv.

Da das RX-80 Pico ausschließlich für Telefonie und SMS konzipiert wurde, fehlen dem Winzling natürlich auch alle sonstigen Verbindungsmöglichkeiten wie GPRS, Bluetooth und Infrarot. Außer dem Versand von SMS und natürlich dem Telefonieren gibt es beim Pico keine weiteren Möglichkeiten zur Kommunikation.

 

Das Pico verfügt über insgesamt vier Profile: Standard, Konferenz, Draußen, Stumm. Alle Profile sind individuell anzupassen. Außer mit einem Flugprofil ist dieses Komfortmerkmal damit gut besetzt. Weitere richtige Komfortmerkmale sucht man beim RX-80 vergeblich. Außer der Kurzwahlfunktion und dem Wecker, der drei unterschiedliche Weckzeiten beinhaltet, hält der Minimalist sonst nichts für den Anwender bereit.

 

 

 

 

 

 

 

simvalley MOBILE RX-80 Pico

simvalley MOBILE RX-80 Pico
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                                                                              simvalley MOBILE RX-80 Pico

simvalley MOBILE RX-80 Pico

 

Das Simvalley RX-80 Pico ist ein praktischer Minibegleiter mit einem kaum zu übertreffenden Preis-/Leistungsverhältnis. Die Ausstattung des Winzlings ist für ein Zweithandy in Ordnung. Trotz des niedrigen Preises erhält man hier ein praxistaugliches Handy, das bereits durch seine Bauweise den Fun-Faktor integriert hat. Neugierige Blicke und teilweise ungläubiges Staunen wird man bei seinen Mitmenschen mit dem RX-80 sicher ernten können. Die wenigen Schwachpunkte wie die magere Akkuleistung und die hohen Empfangsschwankungen sind für ein Phone dieser Klasse zu verschmerzen. Und bei dem Preis kann man ja eigentlich nicht viel falsch machen.

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