Test des Siemens A60

Einführung

Test-Datum: 05.07.2004
Software Version: ?
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: Jan Freynick
Gesamtwertung: 0 / 10
 
Im Januar 2004 veröffentlichte Siemens ein weiteres Einsteigergerät der A-Klasse aus seinem Sortiment. Was man mit dem Gerät außer telefonieren noch machen kann, zeigt der inside-handy Test.

Siemens A60 - in der Verpackung

Verpackung & Lieferumfang

Das Siemens A60 wird in der Standard-Siemens-Verpackung ausgeliefert. Der Karton ist knallig bunt bedruckt und erinert vom Design eher an eine Bonbon-Verpackung. Wer den Deckel öffnet wird wohl erschrecken: Das nackte und unmbedeckte Gerät, ohne ClipIt-Cover und Tastaturmatte lächelt einem entgegen, daneben Ladegerät und das Wechselcover. Handy, ClipIt-Cover, Tastaturmatte, Ladekabel, Akku, Bedienungsanleitung und Info-Broschüre zum Thema SAR-Wert in verschiedenen Sprachen und ein Zubehör-Prospekt.

Siemens A60 - Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Siemens A60 - AnsichtHandy, Cover und Tastaturmatte sind schnell zusammengebaut. Etwas schwieriger ist das Einsetzen der SIM-Karte in den Kartenhalter – wahrscheinlich ist diese Baureihe nicht für grobe Testerhände gedacht. Danach ist das Einlegen des Akkus und das verschliessen des Gerätes durch den stramm sitzenden und passgenauen Akku-Deckel ein Kinderspiel. Das 85 Gramm leichte Handy fällt vor allem durch seine graue Schlichtheit auf. Daß das A60 insgesamt nicht billig wirkt, liegt an der verchromten Display-Umrandung, die ob des tristen Hintergrundes besonders strahlt.

Das kleine Siemens-Modell liegt, natürlich auch dank seines Gewichtes, sehr gut in der Hand. Leider trüben die verwendeten Materialien den optischen Eindruck. Die Verschalung fühlt sich nach billigem und nicht besonders haltbarem Plastik an. Alle Knöpfe und Tasten sind gut und leicht zu erreichen, allerdings mit wenig Spass, da die Tastaturmatte den Eindruck der minderwertigen Materialien verstärkt.

Die Spaltmaße sind gleichmäßig klein und lassen auf eine präzise Verarbeitung schliessen. Auch im A60 findet der Siemens Standard-Stecker seine Verwendung. Headsets oder Ladekabel werden so hervorragend mit dem Mobilfunkgerät leicht verbunden und wieder getrennt.

Siemens A60 - Seitenansicht
Siemens A60 - Unterseite
Siemens A60 - Oberseite
Das Tastenlayout darf man getrost als „klassisch“ bezeichnen. Zwischen dem Ziffernblock und dem Display befinden sich zwei Softkeys, ein Navi-Knopf sowie die Verbindungstaste (Grüner Hörer) und die Ein-/Aus-/Ende-Taste (Roter Hörer). Beim Bedienen knirscht und knarzt die etwas schwergängige Tastatur in einem fort. Da kann man froh sein, dass der Tastenton die verursachten Geräusche überdeckt. Auch die eher grobe Lackierung trübt weiter das Bild.

Der Druckpunkt der Tasten ist allerdings deutlich und gut zu spüren – einzige Ausnahme ist das untere Element des Navi-Knopfes. Leider scheint der Knopf dort etwas zu tief in das Gehäuse gefasst zu sein, so dass nach unten scrollen mit dickem Daumen eher schwierig und der Druckpunkt kaum fühlbar ist. Die verhältnismäßig kleinen Zifferntasten liegen deutlich fühlbar voneinander getrennt, so dass auch blindes SMS-tippen prima funktioniert. Deutliches Plus: Der Vibrationsalarm arbeitet spürbar und relativ leise.

Sprachqualität & Empfang

Während eines Telefonates ist der Gesprächspartner deutlich und ohne störende Nebengeräusche oder Rauschen zu verstehen. Die Lautstärke ist auch bei starken Nebengeräuschen absolut ausreichend und lässt sich über die Navi-Taste während des Gespräches individuell einstellen. Insgesamt ist der Empfang wohl eher als durchschnittlich einzustufen. Dennoch schien uns das A60 etwas besser im D- als im E-Netz zu funken.

Display & Kamera

Siemens A60 - Display EinschaltanimationDas 101x80 Pixel große Display stellt 4.096 Farbe dar. Ein wirkliches Fest für die Augen sollte man bei diesem Einsteiger-Handy nicht erwarten, die Darstellung wirkt trotz der Farben eher pixelig, grob und etwas unscharf. Auch die Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung ist eher schwierig. Je stärker das Aussenlicht, desto matter und unlesbarer die Darstellung im Display. Im dunkeln ist die Beleuchtung dann aber ausreichend und das Display ist gut lesbar. Lediglich die Tastaturbeleuchtung könnte etwas stärker ausfallen.

Es gibt zwar noch diverse Display-Einstellmöglichkeiten wie Stärke der Beleuchtung, Kontrast, Hintergrundbilder und Screensaver – die allerdings den enttäuschenden Eindruck des Displays kaum wett machen können. Als Displayschoner gibt es drei Alternativen zur Auswahl: Digital-Uhr, frei wählbares Bild oder Energiesparmodus. Auch die Einschaltanimation lässt sich de-/aktivieren.

OS & Bedienung

Siemens A60 - MenüDas A60 bietet nicht wirklich viel – was man allerdings auch von einem Einsteigergerät nicht erwarten kann. Die Menüführung ist zwar intuitiv möglich, dennoch etwas gewöhnungsbedürftig. 9 sinnvolle und leicht verständliche Icons lächeln einem im Hauptmenü entgegen: Telefonbuch, Ruflisten, Surf&Fun, Klingeltöne, Meldungen, Profile, Extras, Eigene Dateien und Einstellungen.

Trotz relativ bescheidener Funktionen benötigt das A60 bis zu 4 Menüebenen – dennoch sind sie logisch und einfach zu verstehen. Um zB eine SMS zu versenden wählt man im Menü „Meldungen“ und dort „Neue SMS“ - das ist schnell und so einfach, wie man sich das wünscht. Wer es schneller mag, kann – ganz Siemens-like – natürlich auch den linken Softkey mit dieser Funktion belegen. Dann Siemens A60 - Tastaturreicht ein Knopfdruck zum erstellen einer SMS. Übrigens kann der linke Softkey mit diversen Funktionen belegt werden. Besonders sinnvoll ist, dass man dort auch einen Namen inkl. Telefonnummer speichern kann, so dass zB Kinder mit einem Knopfdruck zu Hause anrufen können. Alle Zifferntasten mit Ausnahme der 1, die für die Mailbox reserviert ist, können mit Schnellzugriffsfunktionen belegt werden.

Während des Gespräches ist das Umstellen auf den Freisprech-Modus möglich – leider ist diese Funktion ziemlich leise und daher nicht so sinnvoll umgesetzt. Wie andere Siemens-Geräte auch, kann man im Display zwischen großer und kleiner Schrift wählen –Siemens A60 - Rückseite ohne Akku leider geht die besser zu lesende Großschrift sehr zu lasten der Übersichtlichkeit im Menü.

Bis auf die gute alte SMS beherrscht das A60 keine multimedialen Dienste. Die lernfähige T9-Funktion unterstützt dabei in altbewährter Weise. Ebenfalls gut und bewährt ist die Vorschlagsliste, die man sich via drücken der linken Display-Taste anschauen kann. Interessant für Viel-Tipper: Mittels der Gruppen-SMS-Funktion kann man sich gleich mit sämtlichen Freunden verabreden. Wem ein einfacher Text nicht ausreicht, dem kann wenigstens mit ein paar EMS-Animationen, Bildern und Tönen geholfen werden.

Eine schnelles Aufrufen der zuletzt gewählten Nummern ermöglicht die grüne Hörertaste. Wer getrennte Listen sucht, wird im Menü fündig.

Möchte man mal jemanden anrufen, ohne dass die eigene Nummer übermittelt wird, stellt man fest, dass die Menüführung zwar logisch, aber leider auch umständlich ist. Vor dem Telefonat sollte man hierfür in die Telefon-Einstellungen gehen und dort über Rufeinstellungen den Inkognito-Punkt auswählen. Hier stellt man auch die Funktion Anklopfen, Gesprächsannahme mit jeder Taste und den Minutenton ein.

Wenn man angerufen wird, erklingt ein ziemlich verzerrter Sound, den man zwar einstellen und auswählen, aber in der Klangfarbe nicht verändern kann. Gerade beim Sound erkennt man gleich, dass es sich eben eher um ein Low-Budget-Gerät handelt.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Das A60 verfügt kaum über Connectivity-Features: Bluetooth, Infrarot-Schnittstelle, internes Modem, Wap2.0, USB-Datenkabel oder Speicherkarte sucht man vergebens. Lediglich eine einfache Wap-Verbindung via GPRS ist möglich. Wer sich für ein A60 entscheidet, der erwartet allerdings sicherlich auch nicht mehr.

Multimedia & Organizer

Über den Menüpunkt „Profile“ gelangt man zu einer Auswahl von 5 Grundeinstellungen, die man alle individuell anpassen kann. Bei einem Einsteiger Handy zu erwarten war, dass es keinen Flugzeugmodus gibt.

Das Telefonbuch kommt ohne viel zusätzlichen Schnickschnack aus. Lediglich Nummer und Name werden gespeichert, der Eintrag kann dann noch einer Gruppe zugeordnet werden und der Speicherort (SIM oder telefon) gewählt werden. Wer mag kann bis zu 50 Rufnummern noch ein kleines Bildchen zuweisen. Schön ist, dass jede Gruppe umbenannt und mit einem eigenen Klingelton versehen werden kann.

Siemens A60 - auseinander gebaut

Fazit

Das A60 ist sicherlich für Mobilfunk-Einsteiger gedacht und wird seine Freunde finden. Leider wirkt es im Großen und Ganzen etwas lieblos gemacht und hätte sicherlich die ein oder andere Funktion gut vertragen. Da gibt es in der selben Preisliga interessantere Angebote.

Siemens A60 - Größenvergleich

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