Test des Samsung SGH-D500

Einführung

Test-Datum: 31.12.2004
Software Version: ?
Testversion mit Branding: nein
Test-Autor: Jan Freynick
Gesamtwertung: 0 / 10
 
Kaum ein Handy hat die Mobilfunk-Gemeinde in den letzten Wochen so sehr bewegt, wie das D500 von Samsung. Seit Wochen auf Platz eins der inside-handy-Toplist konnten nicht nur die Samsung-Fans das Erscheinen abwarten. Dabei darf man getrost sagen, dass das Handy heute schon eine „lebende“ Legende ist, da sich bedingt durch den immer wieder verschobenen Starttermin, die wildesten Gerüchte um den begehrten Slider ranken.

Verpackung & Lieferumfang

Samsung D500 - VerpackungWäre der Karton etwas größer, würde man wahrscheinlich eher ein Paar edler Damenschuhe im Karton des SGH-D500 vermuten. Eine schwarze, mit Leinen überzogene und edel wirkende Kartonage, die in silbernen Lettern den Herstellernamen preisgibt. Lediglich die bunte Papp-Ummantelung stört das luxuriöse Erscheinungsbild. Die Spannung steigt: Was rappelt denn nun im Karton? Leider konnte sich Samsung bei der Innenarchitektur der Verpackung nicht vom Eierschalen-Look trennen. Aus lauter Mitleid möchte man das dunkle Testhandy sofort aus diesem Karton befreien. Neben dem Mobilfunk-Gerät sind ein Reiseladegerät, der Akku, ein Plug-in-Lautsprecher, ein Stereo-Headset, ein Trageriemen, die Bedienungsanleitung, eine Garantieerklärung und diverse Werbung für den Samsung-Club mit dabei.

Samsung D500 - Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Samsung D500 - EinzelteileDas Handy ist mit wenigen Handgriffen betriebsbereit. Die SIM-Karte ist leicht und einfach einzusetzen und ebenso wieder zu entfernen. Da der Akku direkt mit dem Akku-Deckel zusammenhängt, muss dieser nur auf das Gerät aufgesetzt werden und rastet danach hörbar am Gerät ein. Durch leichten Druck auf die Entriegelungstaste wird der Akku gelöst und gibt wieder freie Sicht auf die SIM-Karte. Einfacher und übersichtlicher geht es nun wirklich nicht.

Schon auf den ersten Blick vermittelt das edle Korea-Handy ein Flair von Luxus. Dabei wirkt es im Vergleich zu anderen Slider-Handys wie ein VW Phaeton neben einem Passat Kombi. In den Formen zwar ähnlich, dennoch einen Tick edler – und teurer. Durch die Slider-Form fällt als erstes das, die Optik bestimmende, Display ins Auge. Auch sonst wirkt das Handy sehr aufgeräumt und für asiatische Verhältnisse geradezu nüchtern.



Samsung D500 - Akkuabdeckung

Der Eindruck wird durch ein vorsichtiges Ertasten bestätigt. Natürlich handelt es sich um ein Plastik-Gehäuse – doch da Samsung seinem neuesten Gerät sehr glatte Oberflächen gegönnt hat, fühlt sich das Material hochwertig und belastbar an. Gleiches gilt für den Schiebmechanismus, der nach Überwinden eines leichten Widerstandes, wie von selbst auf und zu zu gleiten scheint. Besonders pfiffig ist hierbei eine schmale, kaum sichtbare Gummilippe unterhalb des Herstellerschriftzuges, die beim Bewegen des oberen Schlitten ein Abrutschen des Samsung D500 - ohne AkkuDaumens verhindert. Hatten früher die Opel GT-Fahrer dicke Unterarme (Lampe rauf, Lampe runter), so werden Samsung D500-Nutzer wohl zukünftig dicke Daumen bekommen. Selbst in aufgeschobenem Zustand ist das Handy sehr verwindungssteif und scheint außerordentlich robust zu sein. Durch die integrierte Antenne traut man ihm durchaus auch das unbeschadete Überstehen des ein oder anderen Sturzes zu. Lediglich der Akkudeckel scheint - besonders bei unserem schwarzen Testhandy – Kratzer geradezu magisch anzuziehen.
Die Spaltmaße sind äußerst gering und bestätigen ebenfalls die gewohnt hohe Verarbeitungsqualität der Koreaner. In diesem Zusammenhang seien die Abdeckungen der Anschlussbuchsen erwähnt, die ein unnötiges Eindringen von Staub an dieser Stelle unterbinden.

Sowohl Netzstecker als auch Headset lassen sich einfach und leicht an- und wieder abstecken. Die Stromversorgung kann nur unfallfrei durch gleichzeitiges Drücken der am Stecker angebrachten Tasten erfolgen, was aber selbst für Laien keine Herausforderung darstellt. Immerhin hat dies zur Folge, dass die Anbauteile passgenau und präzise am Gerät anschließen. Offensichtlich scheinen die beiden Steckplätze von unterschiedlichen Design-Teams entwickelt worden zu sein. Gewonnen – so es einen Wettstreit der Teams gab – hat zweifellos das Team der Headset-Buchse. Diese lässt Samsung D500 - Frontal geschlossensich nämlich durch einen kleinen Schieber öffnen und verschliessen. Die Buchse für den Netzstecker hingegen wird durch einen kleinen Stopfen verschlossen, den man zum Benutzen der Buchse komplett entfernen muss. Die Gefahr, dass das gute Stück verloren geht, ist von bisherigen Samsung-Geräten leidvoll bekannt.

An den Seiten des koreanischen Schönlings findet sich zum einen eine Wipptaste, mit der zum Beispiel die Gesprächslautstärke eingestellt werden kann und zum anderen eine Kamerataste, die den Schnellzugriff auf die Foto- und Video-Funktionen ermöglicht. Die Kamera selbst befindet sich auf der Rückseite des oberen Schlitten, die nur in ausgefahrenem Zustand sichtbar wird.

Das Tastenlayout ist insoweit ungewöhnlich, als das es sich um zwei Tastaturfelder handelt. Direkt unter dem Display befinden sich die Navigationstaste, zwei Softkeys, die Rufannahmetaste, eine Korrekturtaste sowie die Ruf-Beenden- bzw. Ein-/Aus-Taste. Nach dem auseinander schieben wird die eigentliche Tastatur, die auf dem unteren Schlitten eingebaut wurde, freigelegt. Hier finden sich die Tasten im klassischen Layout wieder.
Die Tasten selbst lassen sich alle sauber und problemlos betätigen, wobei der Druckpunkt präzise fühlbar ist. Auch das Navi-Kreuz steuert die Funktionen genau und präzise an. Samsung D500 - TastaturKein Wackeln oder Knirschen – so muss sich eine Tastatur anfühlen.

Auch beim Bedienen ohne hin zuschauen lassen sich die Tasten sehr genau fühlen. Samsung bedient sich da eines einfachen und wirkungsvollen Tricks. Die Tasten besitzen zwar keine Erhabenheit, werden jedoch durch z.T. verchromte Zwischenstücke getrennt. Zunächst nur als Design-Element unterschätzt, helfen sie, neben den üblichen Blindmarkierungen der Taste 5, die einzelnen Tasten zu unterscheiden.

Geht ein Anruf ein, macht das Gerät auf verschiedene Weise auf sich aufmerksam. Bei Samsung heißt der Vibrationsalarm Summer – und das nicht ohne Grund. Die Vibrationen sind zwar sehr deutlich spürbar, der Motor arbeitet dabei allerdings sehr laut, was zu unangenehmen Situationen führen kann. Etwas unverständlich ist, dass man nicht Klingelton und Summer gleichzeitig aktivieren kann.

Sprachqualität & Empfang

Samsung D500 - seitlich untenDie Sprachqualität des SGH-D500 ist sehr gut. Auch bei Nebengeräuschen ist der Gesprächspartner sehr gut zu verstehen. Leider verzerrt die Stimme des Anrufers ein wenig, so dass sie leicht unnatürlich und metallisch klingt. Die Gesprächslautstärke ist gut und kann während des Gespräches durch die Wipptaste an der linken Gehäuseseite verstellt werden. Wir konnten den Empfang sowohl in den E-Netzen, als auch im T-Mobile-Netz testen. Hier zeigte das D500 das erste mal ein paar wirkliche Schwächen. Gerade in den E-Netzen war der Empfang im Vergleich zu anderen Handys deutlich schlechter.

Display & Kamera

Samsung D500 - DisplayDas 38 x 31 mm große TFT-Display zeigt bei einer Auflösung von 176x220 ganze 262144 Farben an. Die Farbwiedergabe ist dabei überwältigend. Die Farben besitzen eine intensive Leuchtkraft und die Bilder sind gestochen scharf. Nur bei genauem hinschauen erkennt man einzelne Pixel bei Farbverläufen – was aber den insgesamt sehr guten Eindruck kaum trüben kann. Auch bei starker Sonneneinstrahlung ist der Bildschirm hervorragend zu lesen und Bilder klar zu erkennen.

Im Dunkeln hingegen überzeugen sowohl die Leuchtkraft als auch die Farbbrillianz. Alle Farben werden satt und leuchtstark dargestellt. Wem die Werkseinstellungen nicht gefallen, der kann diverse Feineinstellungen an der Anzeige selbst durchführen. Unter dem Menüpunkt „Display“ kann man sowohl einstellen, nach wie viel Sekunden sich die Beleuchtung ein- oder abstellen soll, als auch die Display-Helligkeit als solches. Wem das Farbschema insgesamt nicht gefällt, der kann es in den Display-Einstellungen ebenfalls verändern. Als Displayschoner zeigt das Samsung-Handy die Uhrzeit, sowie das aktuelle Datum an. Ein- oder Ausschaltanimationen kann man – im Gegensatz zum Begrüßungstext – nicht frei wählen.

Samsung D500 - Oberseite seitlich
Samsung D500 - Unterseite seitlich
Samsung D500 - Seitenansicht aufgeschoben
Samsung D500 - Seitenansicht
Samsung D500 - Seitenansicht
Im Kameramodus wird der kleine Bildschirm zum großen Sucher. Leider zeigt das Display nicht genau an, was nachher auch wirklich auf dem Foto ist. Die Kamera macht deutlich breitere Bilder, als das Display vermuten lässt. Vorbildlich hingegen sind die vielen Einstellungsmöglichkeiten und Anzeigen im Bildaufnahme-Modus. Über die Wipptaste an der Seite lässt sich zum Beispiel das Bild schon vor der Aufnahme um 180 Grad drehen oder sogar spiegeln. Die Navigationstaste dient zur Einstellung des Zooms(bis zu 8-fach digital) und der Lichtempfindlichkeit der Aufnahme. Auch die Zifferntasten sind mit Funktionen belegt – zum Beispiel zum Ein- und Ausschalten des Kameralichtes über die Taste „0“ oder das Ändern der Bildqualität über die Zifferntaste „3“. So macht das Fotografieren mit dem Handy wirklich Spass.

Der wird allerdings ein wenig durch die Geschwindigkeit der Aufnahme, besonders bei höherer Qualität, getrübt. Hier kann es einen kurzen Augenblick dauern, bis die Kamera tatsächlich hörbar auslöst. Gut ist, dass das Knipsgeräusch erst beim tatsächlichen Auslösen erklingt und die Bearbeitungszeit durch ein Icon angezeigt wird. So weiß man wenigstens, wie lange man die Kamera noch ruhig halten sollte. Die Optionen im Kameramodus scheinen schier unerschöpflich. Einzel- oder Serienbild, Mosaik-Aufnahme, Nachtaufnahme, Schwarzweiß, Negativ, Sepia, mit Prägung oder als Skizze – alles ist möglich und das Ausprobieren der verschiedenen Modi bereitet ungeheuren Spass. Der wird durch die witzigen Rahmen, in die man hinein fotografieren kann noch zusätzlich unterstützt.

Auch das Drehen von Video-Sequenzen ist möglich, hier empfiehlt es sich allerdings die niedrigste Bildgröße zu verwenden. Andernfalls benötigt die Kamera jeweils eine kurze Zeit, um das Bild scharf zu stellen – gerade bei beweglichen Motiven kann es dazu führen, dass man nur wenig erkennt. Zum Abspeichern kann man den Fotos oder Videos beliebige Namen geben – der gigantisch große Speicher von 92 MB lässt hier kaum Wünsche offen – außer vielleicht den, der Speichererweiterung durch zusätzliche Speicherkarten. Ebenfalls schade ist, dass man keine eigenen Ordner anlegen und verwalten kann. Dies wäre dann allerdings auch die absolute Krönung gewesen.


Die Qualität der Bilder ist für ein Mobilfunkgerät absolut ausreichend. Natürlich sind Tiefenschärfe und Kontur nicht mit einer Digitalkamera zu vergleichen – dafür kann man ja schliesslich mit dieser auch nicht telefonieren. Dennoch macht das D500 zuverlässig gute Bilder, die für Spass- und Spontanaufnahmen absolut ausreichen.

OS & Bedienung

Samsung D500 - Hauptmenü
Samsung D500 - Pin Eingabe
Die Menüführung ist einfach, aufgeräumt und übersichtlich. Das Icon-basierte Menü zeigt genau, was sich hinter dem jeweiligen Punkt verbirgt. Die Icons sind dabei – ganz asiatisch animiert, wirken dennoch eher europäisch nüchtern. Entsprechende Icons gibt es zu den Punkten: Anrufliste, Telefonbuch, Anwendungen, Browser, Nachrichten, Funbox, Organizer, Kamera und Einstellungen. Sobald dieses Neuner-Menü aufgerufen wird, befindet sich der Auswahlrahmen auf dem Nachrichten Icon. Gerade für Freunde der schnellen SMS sehr praktisch. In den Untermenüs wechselt die Struktur von Iconbasiert zu einem Listenmenü – ähnlich wie man das von diversen Anbietern kennt. Insgesamt kommt das Samsung mit übersichtlichen drei Menüebenen aus – das Menükonzept wirkt dabei wie aus einem Guss und sehr zeitgemäß. So ist man mit vier Mal betätigen des „Auswahl“-Softkeys schon mitten im Schreiben einer SMS – so schnell geht es mit manch anderem Handy selbst mit Abkürzungen nicht.

Die bietet auch das D500. Ein leichter Druck des Navi-Kreuzes nach links öffnet sofort den SMS-Modus, in die andere Richtung gedrückt erhält man die Kalender-Übersicht. Ganz multimedia-tauglich, gelangt man über die „oben“ Funktion der Navigationstaste direkt in den MP3-Player. Neue Bluetooth-Verbindungen – erstmalig bei Samsung dabei, kann man über die „unten“ Funktion im Navi-Kreuz hinzufügen. Die jeweiligen Einstellungen lassen sich allerdings auch jederzeit im Einstellungsmenü ändern, so dass ein Personalisieren der Schnellzugriffsfunktionen der Navitaste leicht möglich ist. Der im Zentrum des Kreuzes platzierte „ok/i“-Button führt den Nutzer geradewegs in die weite Welt des mobilen Internets. Ausserhalb von Gesprächen lässt sich über den Wippschalter an der linken Seite des Gerätes der – etwas nervige – Tastenton in der Lautstärke besänftigen, aber leider nicht ganz zum Schweigen bringen. An der rechten Gehäuse-Seite befindet sich der Kamera-Zugriffs-Button.

Samsung D500 - aufgeschobenDie beiden Softkeys unterhalb des Displays dienen in der Regel zur „Auswahl“ (links) oder um eine Menüebene „zurück“ zuspringen (rechts). Während eines Gespräches bekommen ein paar Tasten neue Schnellbedienfunktionen. Die Wipptaste an der Seite reguliert die Lautstärke des Telefonats – wem das noch zu leise ist, oder wer gerne die Hände frei hat, der kann durch kurzes Drücken der „ok/i“-Taste die integrierte Freisprechfunktion aktivieren. Hat man dies getan oder nutzt gar den Plug-In-Lautsprecher, kann man auch über die Softkeys zusätzliche Funktionen abrufen, bei denen man also zum Beispiel Telefonbucheinträge abrufen oder hinzufügen kann. Leider lassen sich Schriftart und -größe nicht anpassen. Zwar gibt es einen entsprechenden Punkt der Texteinstellungen, die betreffen allerdings nur den Schriftzug des Netzbetreibers im Ausgangszustand – und den sollte der Nutzer in der Regel wohl kennen.

Natürlich kann auch das neueste Slider-Handy aus dem Hause Samsung bei Bedarf die eigene Rufnummer unterdrücken. Die Einstellung hierfür befindet sich genau dort, wo man sie vermutet hätte, nämlich unter Einstellungen, Netzdienste. Eine Schnellauswahl für diese Funktion fehlt. Wer also Anhänger des anonymen Anrufes ist, sollte eher zu einem anderen Gerät greifen. Diejenigen hingegen, die gerne mal vergessen, wen Sie wann angerufen haben oder welche Telefonate sie verpasst haben, kommen voll auf ihre Kosten. Ob einzeln aufgeschlüsselt nach gewählten, verpassten oder angenommenen Anrufen oder ob alle Anrufe auf einen Blick, das D500 lässt hier keine Wünsche offen.

Das Tippen einer Kurzmitteilung ist leicht und einfach – ein wohliges Gefühl von nach Hause kommen macht sich bei Freunden der SMS breit. Die T9 Funktion arbeitet zuverlässig und zeigt genau ihren Status (groß/Kleinschreibung etc.) an Unbekannte Worte können der Schreibhilfe beigebracht werden und auch Sonderzeichen lassen sich gut und einfach einfügen. Gewöhnungsbedürftig für den Nicht-Samsung-User ist, dass die Wortauswahl im T9-Modus über die „Null“ erfolgt. Ein kleiner Zähler in der Kopfzeile zeigt einem während des Tippens an, wie viele Zeichen man noch in die SMS einfügen kann, bzw. wie viele der maximal 12 verketteten SMS noch verwendet werden können. Leider ist das Anlegen von eigenen Ordnern nicht vorgesehen. Besonders gut ist die Funktion, dass bestimmte Telefonnummern blockiert werden können, so dass das Telefon Kurzmitteilungen von dort erfassten Telefonnummern abweist. Wer auch bei einer Kurzmitteilung der Meinung ist, dass Bilder mehr sagen als Worte, der kann seine SMS mit den von Samsung bekannten Animationen und kleinen Bildern verschönern und so seinen Nachrichten zu noch mehr Aussagekraft verhelfen.

Samsung D500 - SMS sendenMit keinem Handy erschien das Erstellen einer MMS so einfach und komfortabel, wie mit dem D500. Kleine Icons zeigen genau welche multimediale Anwendung gerade eingefügt werden kann und wem das passende Bild fehlt, der kann noch im MMS Menü ein Foto schiessen. Einfacher geht es kaum noch – ein entscheidender Weg zum Erfolg für den hoch gepriesenen und ebenso erfolglosen SMS-Nachfolgedienst. Zukunftsweisend ist die Möglichkeit Werbe-MMS oder MMS von fremden Nummern abweisen zu können. Schön sind auch die etlichen Vorlagen, die einem das Versenden einer MMS nochmals vereinfachen. Der Schriftverkehr per E-Mail gestaltet sich genauso einfach wie das Versenden einer SMS. Die E-Mail-Konten der vier deutschen Netzbetreiber waren in unserem Testhandy schon vorkonfiguriert, so dass nach Eingabe von Benutzername und Kennwort das Handy in einem E-Mailbereiten Zustand war. Aufpassen bei allen E-Mail-Clients sollte man bei der Einstellung des Prüfintervalls, da man dort bestimmt, wie oft das Handy eine GPRS-Verbindung zum Server aufbaut. Eine echte Kostenfalle!

Als Klingeltöne sind sowohl die vorinstallierten Ruftöne, heruntergeladene Sound oder abgespeicherte MP3-Files möglich. Leider können eigene Aufzeichnungen nicht als Klingelton verwendet werden. Der Sound ist erwartungsgemäß hervorragend. Wahre Samsung-Kenner wissen, dass die Koreaner echte Sound-Magier sind. Beim Schliessen des Sliders wird automatisch die Tastensperre aktiviert. Bei geschlossenem Gerät muss diese erst deaktiviert werden, beim Öffnen des Sliders geschieht dies von selbst.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Samsung D500 - OberseiteIrDa, Bluetooth, Wap-Push, SMS, MMS, E-Mail – bei diesem Gerät bleibt kein Übertragungsauge trocken. „Endlich!“ möchte man Samsung zurufen. Endlich kann man nämlich sämtliche Files auch per Bluetooth oder IrDa versenden. Wählt man eine entsprechende Datei aus, kann man jeweils über den linken Softkey entscheiden, über welche Schnittstelle man versenden möchte.

Sowohl mit einem Palm-PDA als auch mit diversen BT-Headsets funktionierte die Übertragung reibungslos. Nach verschiedenen Gerüchten, der Auslieferungstermin habe sich wegen nicht funktionierender BT-Chips verzögert, kann nun entgegengehalten werden, dass die Schnittstelle hervorragend funktioniert .

Multimedia & Organizer

Samsung D500 - PlugIn LautsprecherDer Sprachspeicher des Samsung funktioniert einfach – könnte aber ein paar Features mehr haben. So lassen sich weder Gespräche mitschneiden, oder Memos während eines Telefonates abspielen. Wie bereits oben beschrieben lässt sich die Freisprechfunktion einfach durch drücken der „ok/i“-Taste auslösen und beenden. Der Sound ist gut allerdings nicht wirklich sehr laut. Auch der mitgelieferte Plug-In-Lautsprecher schafft hier keine Abhilfe.

Samsung D500 - Plugin LautsprecherEtwas vermisst haben wir – wie bei Samsung leider üblich – eine Profilauswahl. Durch längeres drücken der „#“-Taste lassen sich aber – ähnlich wie im Konferenz-Profil anderer Hersteller, alle Signaltöne ausschalten und automatisch der Vibrationsalarm aktivieren. Den Kontaktdaten im Telefonbuch kann man umfangreiche Informationen hinzufügen. Neben Vor- und Nachname kann man Kontakte um 4 Telefonnummern, eine E-Mail-Adresse, ein Anruferbild und einen eigenen Klingelton ergänzen. Ausserdem lassen sich Einträge gruppieren und mit einer Notiz versehen. Damit ersetzt das D500 einen echten Organizer leider nicht ganz. Adressdaten und z.B. Geburtstagsfunktion wären hier noch nützliche Ergänzungen.



Samsung D500 - Display Kalender WochenübersichtSamsung D500 - Display Kalender Monatsübersicht

Die weiteren Organizer-Funktionen, wie Kalender und Aufgabenliste hingegen beherrscht der Samsung-Slider ganz hervorragend. Anfallende Termine kann man sich in Tages-, Wochen- oder Monatsansicht anzeigen lassen. Neue Termine können mit großzügigem Text versehen werden und auch als Serientermine definiert werden. Aufgaben lassen sich zudem noch mit verschiedenen Prioritäten versehen – das fühlt sich doch eher nach Business-Smartphone, als nach multimedialem Fun-Handy an. Ein irisches Sprichwort sagt, als Gott die Zeit machte, machte er genug davon. Wer beim D500 wissen möchte, was die Stunde geschlagen hat, der kann dies im Ausgangsbildschirm nicht übersehen. Auch im geschlossenen Zustand zeigt der Bildschirm Uhrzeit und Datum an, was aber durch schwarze Schrift auf grauem Grund kaum auf einen Blick zu erkennen ist.

Samsung D500 - Seitenansicht geöffnet

Keine MP3 an Board und trotzdem gerade nichts zu tun? Gegen die große Langeweile hält der schicke Slider drei Java-Games bereit, ein Jump´n Run-Spiel, ein Fussball-Freistoß-Spiel und einen Shooter. Alle drei Spiele sind sehr unterschiedlich, so das für jeden etwas dabei sein sollte. Mit den Handygames früherer Generationen haben diese allerdings höchstens noch die Displaygröße gemeinsam. Eher erinnern Story, und Spielkomfort an frühere C64 Tage.

Fazit

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hat einmal gesagt, dass Fortschritt das Werk der Unzufriedenen sei. Wahrscheinlich hat er damals kaum an das wirklich gut gelungene Samsung-Handy SGH-D500 gedacht. Hält man sich an seinen Ausspruch, muss man den Koreanern wohl eine sehr unzufriedene Vergangenheit unterstellen, denn der schicke Slider ist wohl das kompletteste Mobiltelefon aus dem Hause Samsung. Der große Speicher und die vielen Applikationen sollten für alle Anwender gute und passende Features bereithalten – Schwächen leistet sich das Gerät nur wenige, die im Technischen in der Empfangsstärke und bei den Anwendungen in der Kontaktverwaltung am deutlichsten werden. Fest steht, dass sich für alle, die vor Weihnachten der Versuchung widerstanden haben, ein anderes Handy zu kaufen, das Warten gelohnt hat.

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