Samsung Galaxy S10 Plus im Hands-On: Spitzenmodell folgt dem High-End-Boliden

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Samsung Galaxy S10 Plus im Hands-On
Fingerabdrucksensor im Display: Samsung Galaxy S10 Plus im Hands-OnBildquelle:
Samsung hat seine neuen Galaxy-S-Modelle vorgestellt und nicht nur zwei, sondern gleich vier Varianten in Aussicht gestellt. Darunter ist das Galaxy S10+ fast schon ein Klassiker. Doch kann es wie seine Vorgänger im ersten Eindruck überzeugen? Das Galaxy S10+ Hands-On zeigt es.

Samsungs Galaxy-S-Reihe ist zehn Jahre alt. Doch das gilt nur für das herkömmliche Modell. Das „Plus“-Modell feiert mit der Vorstellung des Galaxy S10+ aber auch schon seinen fünften Geburtstag. Das erste Modell war das Galaxy S6 edge Plus, das damals mit 5,7 Zoll geradezu titanische Ausmaße annahm. Die Zeiten und die Technik haben sich jedoch geändert. So kommt das Galaxy S10+ mit einem mächtigen 6,4 Zoll großen Display aber nur wenig größerem Gehäuse auf den Markt.

Damit schließt Samsung die Lücke zwischen der Galaxy-S und der Galaxy-Note-Linie. Das Samsung Galaxy Note 9 bietet ebenfalls ein 6,4 Zoll großes Display. Bei der Speicherkapazität übertrumpft das Galaxy S10+ gar das Galaxy Note 9, da es den neuen 1 TB großen Speicher-Chip als maximale Speicheroption bietet. Doch kann das Galaxy S10+ auch beim Design und der Haptik überzeugen?

Die technischen Daten in der Übersicht

Software Android 9.0 Pie
Prozessor Exynos 9820
Display 6,4 Zoll, 1.440 x 3.040 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB
12 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 5312x2988 (15,9 Megapixel)
Akku 4.100 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 175 g
Farbe Schwarz, Weiß, Blau, Grün, Braun
Einführungspreis 12 GB /1 TB: 1599 €
8 / 512 GB: 1249 €
Marktstart 8. März 2019

Das Galaxy S10+ im Hands-On

Vor dem Unpacked 2019 in San Francisco hat Samsung das Galaxy S10+ schon einmal für ein Hands-On und erste Eindrücke zur Verfügung gestellt. Für die Koreaner liegen die Schwerpunkte des Galaxy S10+ beim Display, Kamera und einer Intelligenz, die sich dem Nutzer anpasst. Dazu legt man bei der Präsentation viel Wert auf Sicherheit inklusive dem Fingerabdrucksensor im Display und dem Wireless Charging. Im Hands-On wird jedoch zuerst die Haptik und das Design beurteilt.

Das Design des Galaxy S10+

Das Äußere Highlight des Galaxy S10 Plus ist unbestreitbar das Infinity-O-Display, das fast die gesamte Front überzieht. Drei Ausnahmen bilden diese Regel: der untere Rahmen, der obere Rahmen und die Kameraaussparung. Während der obere Rahmen kaum auffällt, fällt die Differenz zum unteren Rahmen ins Auge. Er ist deutlich breiter. Das Gute daran: Beide Rahmen sind vergleichsweise winzig und stören die Optik nicht. Das Kameraloch im Display wird seine Fans und seine Gegner finden. Hier ist tatsächlich die Geschmacksfrage zu stellen. Technisch ist dagegen nichts auszusetzen, außer man will ein ununterbrochenes Bild oder Video ansehen. Dann ist eine Notch, wie auch ein solches Loch hinderlich. Das Loch wird übrigens laut Samsung aus dem fertigen Panel ausgeschnitten ohne dass die umliegenden Pixel schaden nehmen.

In das Display ist der Fingerabdrucksensor eingelassen, jedoch ist vorerst von ihm nichts zu sehen. Dafür umso mehr von der Kamera. Sie ist nicht nur auf der Front groß, sondern auch auf dem Heck. Das massige Modul mit insgesamt drei Kameras, einigen Sensoren und der Blitzlicht-LED durchsticht die sonst recht elegante Rückseite jäh. Die Einfassung ist Samsung nicht ganz so elegant gelungen wie noch beim Galaxy S9 Plus. Vor einem Jahr lugte die Kamera noch nicht so weit aus dem Rücken.

Apropos Rücken: Der ist aus einem Keramik-Verbundstoff gefertigt. Samsung gibt an, dass die Härte dieses Materials die eines Stahlnagels überflügelt und die Entwicklung einen großen Schritt in Richtung der Härte von Diamant gemacht hat. So spannend wie sich das Material technisch auch anhört, so schick aber auch dröge ist das Design der Rückseite.

Die Haptik des Galaxy S10+ im Hands-On

Nimmt man das 6,4 Zoll große Smartphone in die Hand durchdringt den Nutzer das Gefühl von Qualität. Die Oberflächen sind glatt, kalt und fühlen sich unbeugsam an. Kein Verbiegen, keine Flexibilität gibt das Gehäuse preis. Damit befindet man sich auf einem tollen Niveau was die Materialien und auch die Verarbeitung angeht. Das Handy ist schwerer als das Galaxy S10 und vermittelt mehr als der kleine Bruder, dass man es hier mit einem Flaggschiff zu tun hat. Das Handling wird dadurch aber nicht sonderlich beeinträchtigt.

Die Größe ist natürlich für eine Einhandsteuerung nicht gedacht und da kann auch die Benutzeroberfläche OneUI nicht immer helfen. Schon bei der Erreichbarkeit der Tasten an den Flanken des Galaxy S10+ wird es knifflig. Trotzdem wundert man sich immer wieder, wie ein so großes Display in ein solches Gehäuse passt. Obwohl es groß ist, ist der Eindruck im Verhältnis zum Display fast schon zierlich. Das kommt auch von der nicht rekordverdächtig geringen aber auch nicht sonderlich ausladenden Dicke des Galaxy S10+.

Der Fingerabdrucksensor des Galaxy S10 Plus im Hands-On

Ein biometrische Sensor des Galaxy S10 Plus für das Entsperren des Smartphones liegt unterhalb des Displays und im Trend. Mit dem OnePlus 6T und dem Huawei Mate 20 Pro haben zwei Flaggschiffe aus China den Anfang mit diesem Prinzip gemacht. Doch Samsung nutzt eine andere Technik und die stellt sich im Hands-On als etwas besser heraus. Der Grund: Samsung nutzt Ultraschall für die Vermessung des Fingers. Die beiden Konkurrenten bauen auf ein optisches System. Das ist anfälliger gegenüber Einwirkungen von außen.

Die Einrichtung des Daumens gelingt spielend und hat viel Ähnlichkeit mit derer früherer kapazitiver Sensoren. Es wird wie bei den klassischen Varianten in zwei Schritten gescannt. Zuerst immer das Zentrum des betreffenden Fingers oder Daumens, danach die Ränder. Das Entsperren gelang in der Hands-On-Zeit immer sehr zuverlässig und auch wenn man mal weniger genau auf die Markierung gedrückt hat, wurde der Fingerabdruck erkannt.

Galaxy S10+ im Hands-On: Das Fazit

Das Galaxy S10+ erfreut sich im ersten Eindruck einer gesteigerten Begeisterung. Samsung stattet es fürstlich aus und die Äußerlichkeiten und die Haptik atmen dieses Gefühl der technischen Überlegenheit gegenüber vielen Konkurrenten am Markt. Für den Test des Galaxy S10+ sagt diese erste Wertung noch nicht viel aus, die Richtung, die Samsung beim Galaxy S10+ eingeschlagen hat, ist jedoch sehr gut.

Samsung Galaxy S10

Galaxy S10: Diese beliebte Funktion gibt es nicht mehr

Das Galaxy S10 ist Samsungs Aushängeschild für das laufende Jahr. Mit Triple-Kamera, leistungsstarkem Prozessor und einem Infinity-O-Display inklusive WQHD+-Auflösung bietet es High-End-Technik der neuesten Generation. Aber eine Funktion, die stets in allen Flaggschiff-Modellen vorhanden war, streicht Samsung.
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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