Galaxy Ace 3: Miese Kamera im altbekannten Plastik-Kleid

Datum: 19.11.2013 | Wertung: 77% | Produkt: Samsung Galaxy Ace 3 LTE
Samsung Galaxy Ace 3

Das Samsung Galaxy Ace 3 sortiert sich im Einsteiger-Segment ein und ist für aktuell rund 200 Euro erhältlich. Im Test zeigt sich, wie viel Smartphone man für dieses Geld bekommt, wie und ob das Ace 3 sich von anderen Smartphones der Koreaner unterscheidet und warum Samsung sich das Geräte hätte schenken können.

Im Grunde genommen ist das Galaxy Ace 3 eigentlich ein Galaxy S3 mini. An dieser Stelle könnte man den Test bereits abbrechen und sich den Testbericht zum Galaxy S3 mini durchlesen, das die Redaktion vor fast genau einem Jahr getestet hat. Viele Unterschiede gibt es nicht. inside-handy.de versucht dennoch, das x-te identische Galaxy-Modell einer Preiskategorie auf Herz und Nieren zu untersuchen. 

Verarbeitung und Design  

Kennt man eines, kennt man alle. Das könnte man über das Design von Samsung-Smartphones sagen. Das Galaxy Ace 3 erinnert optisch an ein Galaxy S4, was zu heiß gewaschen wurde. Dabei ist es - zumindest vom Display her - mit 4 Zoll genau so klein wie das iPhone 5s

Optisch gibt es nur wenige Merkmale, die das Galaxy Ace 3 vom Galaxy S3 mini unterscheiden. Die Kanten sind weniger gerundet, die Foto-LED sitzt neben statt unter der Kamera - das war es schon fast. Die Maße im Vergleich: 121,2 x 62,7 x 10 mm (Galaxy Ace 3) und 121,6 x 63 x 10 mm (Galaxy S3 mini). Beide bringen 120 Gramm auf die Waage. 

So weit, so gleich. An der Verarbeitung des Ace 3 gibt es nichts auszusetzen. Kunststoff als Gehäusematerial ist stets Samsungs erste Wahl - was aber nicht negativ aufstößt. Bis auf die sehr glatte Rückseite des weißen Testexemplars fühlt sich das Gerät gut an und liegt, auch dank seiner geringen Größe, angenehm in der Hand. Der abnehmbare Akkudeckel sitzt fest am Gehäuse und gibt keinerlei Knarzgeräusch von sich - auch wenn man das Gerät noch so stark verwindet. 

Eine Anmerkung zum Lieferumfang, da dieser sich von der Norm unterscheidet: Zwar sind USB-Kabel und Steckdosenadapter inkludiert, allerdings vermisst man ein Headset. 

Samsung Galaxy Ace 3: Hands-On-Fotos

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    Samsung Galaxy Ace 3
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    Samsung Galaxy Ace 3
  

Wertung: 3,5/5  

  

Display  

Wie eingangs erwähnt setzt Samsung auf ein 4 Zoll großes Display. Der TFT-Bildschirm löst mit 480 x 800 Pixeln in WVGA-Qualität auf und wird von normalem Glas geschützt. Passend zur Größe des Displays sorgt die Auflösung aber kaum für Punkteabzug. Treppchenbildung ist nur bei sehr genauem Betrachten zu sehen. Bei der Blickwinkelstabilität sieht man, dass Samsung ein Display-Hersteller und -Spezialist ist: Es ist fast egal, welche Neigung das Gerät zum Auge besitzt; Es ist immer gut ablesbar, auch die Helligkeit ist gut. Leider gibt es keine automatische Helligkeitsanpassung, was einen immer wieder dazu zwingt, die Benachrichtigungs-Leiste herunterzuziehen und, je nachdem wie das Umgebungslicht ist, die Helligkeit manuell anzupassen.  

Wertung 4/5  

  

Ausstattung und Leistung  

Ein Dual-Core-Prozessor mit 1,2 GHz Taktung soll gemeinsam mit 1 GB Arbeitsspeicher für eine entsprechende Leistung sorgen. Auch hier ist der Unterschied zum S3 mini marginal. Das Gerät aus dem vergangenen Jahr taktet mit 200 Hz weniger, ansonsten bleibt alles beim Alten. 

Manchmal vergeht einem der Spaß am Smartphone: nämlich dann, wenn man viele Sekunden warten muss, bis ein Startbildschirm geladen ist und die Anwendungen viel Zeit benötigen, bevor sie offen sind. Auch das Galaxy Ace 3 gönnt sich hin und wieder einige Zehntelsekunden Bedenkzeit, ehe ein Homescreen geladen ist, bis die Kamera ausgelöst hat oder eine App offen ist. 

Spiele wie Real Racing 3 laufen zwar flüssig, die Ladezeiten sind aber deutlich länger als bei Top-Modellen. Während des Spielens ruckelt aber nichts, wodurch der Spielspaß erhalten bleibt. 

Im AnTuTu-Benchmarktest erreicht das Galaxy Ace 3 fast 14.000 Punkte. Das Galaxy S3 mini brachte es im Test auf 5.558 Punkte. Allerdings sollten diese Zahlen kein kaufentscheidendes Kriterium sein - vor allem nicht nachdem bekannt wurde, dass Samsung seine Smartphones auf solche Tests trimmt und diese eigens dafür eine höhere Leistung bringen als sie es im Normalfall schaffen.   

AnTuTu-Benchmark-Test beim Samsung Galaxy Ace 3

Galaxy Ace 3 im AnTuTu-Benchmark-Test 

Der interne Speicher umfasst 8 GB. Nach Abzug von Android als Betriebssystem und der Benutzeroberfläche Touchwiz bleiben dem Nutzer rund 5 GB. Diese lassen sich mittels Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB erweitern.  

Die Sprachqualität während eines Telefonates ist gut. Der Gesprächspartner versteht einen klar und deutlich, man selbst hört den Gegenüber ebenfalls gut. Nur der Lautsprecher ist beim Freisprechen zu leise, weshalb ein Einsatz im Auto oder bei lauter Umgebung fraglich ist. 

An Verbindungsmöglichkeiten bietet das Galaxy Ace 3:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 100 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n

Wertung 3,5/5  

Kamera  

Samsung liefert das Galaxy Ace 3 mit einer 5-Megapixel-Kamera aus, die über einen 4-fachen Digitalzoom und Autofocus verfügt. Bei dunklen Umgebungen sorgt eine LED für das nötige Licht. 

Zwar gelingen ganz gute Nahaufnahmen mit der Kamera des Galaxy Ace 3, allerdings sind die Farben zu ungesättigt. Das war auch schon das einzige Lob, das man der Kamera des Ace 3 aussprechen kann. Ansonsten erscheint alles immer etwas blass. Auch werden Gegenstände oder Menschen oft zu dunkel dargestellt. Bei weniger guten Lichtverhältnissen versagt die Kamera auf ganzer Linie. Details sind kaum zu erkennen und nur Details im Vordergrund werden scharf dargestellt. Hinzu kommt ein Farbrauschen, das man sofort sieht, wenn die Lichtverhältnisse nicht zu 100 Prozent optimal sind. 

Selbstverständlich erwartet man in einem derart günstigen Smartphone keine Super-Kamera, aber am Beispiel des Lumia 520 zeigt Nokia, dass man auch ein Einsteiger-Gerät für 130 Euro mit einer anständigen Kamera bauen kann. 

Der Prozessor benötigt recht viel Bedenkzeit, um die Kamera-App zu öffnen und geschossene Bilder abzuspeichern, ehe man sich diese ansehen kann. Videos lassen sich in HD-Qualität aufnehmen. Allerdings wird auch hier bei Innenaufnahmen das Rauschen sehr hoch, und dunkle Bereiche zu dunkel. 

Samsung Galaxy Ace 3: Kamera-Testfotos

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    Testfotos geschossen mit dem Galaxy Ace 3
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    Testfotos geschossen mit dem Galaxy Ace 3
  

Mit dem Galaxy Ace 3 gemachte Testaufnahmen gibt es hier in voller Auflösung  

  

Wertung 2/5  

Software und Multimedia 

Wie auf jedem Galaxy-Modell findet Android auch den Weg auf das Ace 3. Samsung setzt auf die Version 4.2.2 alias Jelly Bean und legt seine Nutzeroberfläche Touchwiz darüber. Nutzer können sich auf eine einfach zu bedienende Oberfläche und eine simple Menüführung freuen. Letzteres ist bei den Spitzen-Modellen von Samsung keinesfalls der Fall; da muss man eine bestimmte Einstellung schon mal über eine eigens in der Suche untergebrachte Suchleiste ausfindig machen.

Samsung Galaxy Ace 3: User Interface

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    Screenshots von Android und Touchwiz des Samsung Galaxy Ace 3
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    Screenshots von Android und Touchwiz des Samsung Galaxy Ace 3

Mit der App "Musik" installiert Samsung eine Anwendung vor, die zwar nicht besonders schön aussieht, dafür aber ein paar Einstellungsmöglichkeiten bietet. So lassen sich Ton und Wiedergabegeschwindigkeit sowie ein Equalizer in Form von vordefinierten Stilen wie Rock, Röhrenverstärker-Effekt oder Bass Boost steuern. Zudem lassen sich Songtexte anzeigen und der Player per Sprachbefehl steuern.  

Musik-App des Samsung Galaxy Ace 3

Musik-App des Galaxy Ace 3

Wenn man auf satte Bässe nicht viel Wert legt, liefert der Lautsprecher, den Samsung auf der Rückseite verbaut, einen akzeptablen Sound. Allerdings scheppert dieser richtig, wenn man den Sound aufdreht. HTC zeigt beim One dass es auch deutlich besser geht. Schließt man das Smartphone aber an einen höherwertigen Kopfhörer oder an eine HiFi-Anlage an, kehren auch die Bässe zurück. Ein Headset liegt nicht bei, was verschmerzbar ist. 

Wertung 4/5  

Akku  

Samsung setzt auf einen 1.800 mAh starken Akku und macht diesen austauschbar. Dem Galaxy S3 mini stehen 300 mAh weniger zur Verfügung. Was bedeutet das aber in der Praxis? 

Der Akku muss sich im Test bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS sowie E-Mail-Push einem 30-minütigen Gespräch, 30 Minuten Musikhören per Webstream sowie 30 Minuten Spielen und einer 30-minütigen HD-Video-Wiedergabe über YouTube stellen. Hinzu kommt die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos und das Surfen auf verschiedenen Webseiten.

Akkulaufzeit beim Samsung Galaxy Ace 3

Akkulaufzeit des Ace 3 nach 8 Stunden

Nach 8 Stunden im Dauertest waren noch 42 Prozent auf dem Akkuladebalken abzulesen. Innerhalb einer 12-stündigen Standby-Zeit verlor der Akku 6 Prozent, was nicht wirklich viel ist. Somit muss man keine Gedanken an eine Steckdose verschwenden, wenn man einmal einen ganzen Tag unterwegs ist. Schaltet man GPS, WLAN und Bluetooth aus, wenn man es nicht benötigt, dürften auch zwei und mehr Tage drin sein. 

Akkulaufzeit beim Samsung Galaxy Ace 3

Akkulaufzeit des Ace 3 nach insgesamt mehr als 20 Stunden

Wertung 4/5  

  

Fazit  

Wenn man nicht mehr als 200 Euro ausgeben möchte, ist das Galaxy Ace 3 eine gute Wahl. Abstriche muss man aber bei der Kamera in Kauf nehmen; diese ist für halbwegs gute Fotos nahezu unbrauchbar. Sowohl vom Preis als auch von der Leistung her sortiert sich das Smartphone im Einsteiger-Segment ein. In dieser Kategorie bietet es sicherlich eines der besten Displays. 

Nutzer werden auch Freude am Akku haben. 24 Stunden Laufzeit bei normaler Nutzung sind drin, ein arbeitsintensiver Tag ebenfalls - wenn das Gerät abends mit Strom gefüttert wird. 

Ein wenig Geduld muss man mitbringen, wenn es um die Ladezeiten geht. Manchmal wartet man einige Zehntelsekunden bis der Homescreen geladen hat oder eine App geöffnet ist. Vor allem wenn Anwendungen oder Installationen im Hintergrund laufen, reagiert das Gerät träge. 

Alles in allem ist das Ace 3 ein gutes Einsteiger-Smartphone, das aber auch durch eines der vielen anderen Galaxy-Modelle in dieser Preiskategorie ersetzt werden kann. Samsung schafft hier einen wahren Galaxy-Dschungel, in dem man sich nur schwer zurechtfindet. 

Testsiegel Samsung Galaxy Ace 3Pro  

  • Trotz geringer Auflösung sehr gutes Display 
  • Gute Akkulaufzeit 
  • Einfache Bedienung 

Contra  

  • Miese Kamera 
  • Langweiliges, sich stets wiederholendes Design 

  

Alternativen  

Alle, die nach einer Alternative zum Galaxy Ace 3 Ausschau halten, sollte sich den inside-handy-Einkaufsführer ansehen. In der Galerie mit guten Smartphones bis 250 Euro findet man Geräte von HTC, Nokia oder Sony.

Gute Smartphones bis 250 Euro

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    Das Lumia 720 läuft mit Windows Phone als Betriebssystem und ist für unter 200 Euro erhältlich. Ein 4,3 Zoll großes Display, eine 6,7-Megapixel-Kamera, ein Dual-Core-Prozessor, der für eine geschmeidige Bedienung sorgt und eine wertige Verarbeitung zählen zu den Pros.
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    Für knapp 250 Euro bekommt man das Motorola Razr i. Das Smartphone besticht mit einer sehr guten Akkulaufzeit und einer hochwertigen Verarbeitung samt Kevlar-Rückseite. Dafür hakt es schon mal bei der Bedienung und Pixel sind auf dem 4,3 Zoll großen Display deutlich sichtbar.

Darüber hinaus sollte man in der Preisklasse bis 200 Euro vielleicht einen Blick auf das Motorola Moto G riskieren.

Die Daten zum Samsung Galaxy Ace 3 und Motorola Moto G gibt es hier im Vergleich.

Autor: Blasius Kawalkowski

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