Test des Panasonic VS3

Einführung

Test-Datum: 17.05.2006
Software Version:
Testversion mit Branding: ja - Vodafone
Test-Autor: BS dem Autor Feedback senden
Gesamtwertung: 0 / 10
 
"Superkompaktes Design" und "superhelles Display" schreibt Panasonic über das VS3 und versucht mit 16,7 Millionen Farben auf dem "eindrucksvollen, kristallklaren" Display zu punkten. Zusätzlich soll die "1,3 Megapixel-Hochleistungskamera scharfe, realitätstreue Bilder von höchster Qualität" liefern. Auch durch die Nachrichten mit Farbinfo bietet das Panasonic VS3 einen "neuen Weg, Ihre Kommunikation durch Farbe zu ergänzen." Ob all diese Dinge mehr sind, als bloße Versprechungen und Schaumschlägerei, haben wir überprüft und das Handy im inside-handy-Testlabor ausführlich getestet.

Verpackung & Lieferumfang


Dank Vodafone - Branding kommt das Gerät in einem roten Karton, welcher dank aufgedruckten Fotos verrät, was in ihm steckt. Den Lieferumfang als mager zu bezeichnen, trifft den Kern: Im Karton befindet sich eine Verpackung aus Eierkarton, in der das Handy, ein Akku inkl. Akkudeckel, ein Ladegerät, zwei Wechselcover mit dazugehörigem Schraubendreher und zwei Ersatzschrauben, einer deutschen Kurzanleitung und einer ebenfalls deutschen, umfangreicheren Bedienungsanleitung. Sonst nichts. Kein Headset, Datenkabel oder eine Software für den PC, nichts. Zumindest wurde alles ordentlich in Tüten verpackt und die Bedienungsanleitung ist wirklich schön gemacht. Gut lesbare Schrift, klar gegliedert und jede Funktion ist mit Abbildungen gut erklärt. Jedes Menü hat ein eigenes Kapitel mit Seitenangaben und kann so schnell gefunden werden.

Verarbeitung & Handhabung


Das Einsetzen der SIM – Karte gestaltete sich erst schwierig, letztlich musste diese leicht angehoben werden. Dann ließ sie sich leicht in die dafür vorgesehene, auch mit einem entsprechenden Bildchen markierte, Öffnung schieben. Auch der Akku und der Deckel konnten problemlos eingesetzt werden. Interessant ist das Wechselcoversystem. Man kann nicht die gesamte Hülle des Handys tauschen, sondern nur die Rückseite des Displays. Mit Hilfe des mitgelieferten Schraubendrehers lässt sich das Cover leicht austauschen.

Schaut man sich das VS3 mal von allen Seiten an, fällt auf, dass es zusammengeklappt recht dick wirkt und viele Ecken hat. Die Kamera ist nicht durch eine zusätzliche Blende geschützt und die Schrauben für das Cover fallen in Auge – zweckmäßig sind sie, aber nicht schön. Die Gelenke für die Klappfunktion erscheinen instabil. Ist das Gerät zugeklappt, lässt sich das Display leicht verschieben, was eine längere Haltbarkeit fast ausschließt. Der Knopf zum Öffnen des Gerätes mit einer Hand macht einen billigen Eindruck und wackelt an seinem Platz hin und her. Mit einem leichten Knacken öffnet man das Gerät. Dieses Knacken lässt sich nur vermeiden, wenn man den an der linken Seite befindlichen Knopf nutzt. Das Panasonic VS3 erscheint letztlich eher zerbrechlich und wackelig als robust und stabil.

Probleme mit dem Eindringen von Staub wird man kaum haben. Die Spaltmaße sind gering und die Teile passen gut zusammen. Einzig am Klappgelenk könnte mit der Zeit Staub gelangen. Es gibt genau eine Anschlussstelle, welche durch eine Gummikappe gut verschlossen werden kann. Dort werden Headset, Ladegerät oder Datenkabel angesteckt, was sich problemlos durchführen lässt. Das Kabel sitzt gut und reißt nicht unbewusst heraus.

Die Tastatur hat ein gewöhnliches Layout. In der oberen Hälfte befindet sich zentral ein Knopf, der von einem Navigationsrad umgeben ist. Links und rechts davon befinden sich jeweils zwei, übereinander angeordnete Knöpfe. Unter diesem Bereich befinden sich die Zahlen. Während sich an der linken Seite des Handys nur der Knopf zum Öffnen befindet, gibt es auf der rechten Seite einen Kameraknopf oben, dann die Infrarot-Schnittstelle und zwei Tasten für die Lautstärkeeinstellung. Auf der Rückseite, um die Kameralinse herum befindet sich ein drehbares Rad. Damit kann die Makrofunktion (für Nahaufnahmen) eingestellt werden.

Die Tastenfühlbarkeit ist leider mangelhaft. Einzig die Taste 5 und die Rufannahme/-aufbautaste sind durch eine winzige Erhebung auf der Taste gekennzeichnet. Da die Tasten sehr flach sind und sich mit der Handyoberfläche in einer Linie befinden, kann man sie nicht erspüren. Auch das Navigationsrad ist nicht zu erfühlen. Einzig am Knopf in der Mitte könnte man erahnen, wo es sich befindet. Blind-SMS-Tippen wird somit nahezu unmöglich. Der erfahrene SMS-Tipper könnte es allerdings dennoch schaffen, da dieser vermutlich die Abstände zwischen den einzelnen Tasten kennt.

Der Vibrationsalarm ist stark und wird in kurzen Abständen ausgelöst, ist aber dennoch leise genug, um nicht störend zu wirken. Er funktioniert auch, wenn ein Klingelton aktiviert ist.

Sprachqualität & Empfang

Sprachqualität und Empfang sind nicht von gehobener Qualität, aber durchaus ausreichend. Man kann seinen Gesprächspartner verstehen, auch wenn dieser leicht blechern klingt. Die Lautstärke ist gut einstellbar. Positiv: Selbst an belebten Orten ist die maximale Gesprächslautstärke absolut ausreichend. Die Freisprechfunktion ist laut genug, wenn auch hier wieder mit leicht blechernen Klängen gerechnet werden muss. Die Empfangsqualität ist in Ordnung, das Gespräch wird nicht übermäßig oft abgebrochen, weil die Signalstärke nicht hoch genug ist.

Während eines Gespräches kann die Lautstärke auf vielfältige Weise verändert werden. Zum einen ist dies mit dem Navigationsrad in alle Richtungen möglich, zum anderen gibt es an der rechten Seite zwei separate Knöpfe dafür.

Panasonic spricht von einer maximalen StandBy-Zeit von bis zu 240h. Die kann es durchaus erreichen, wenn es nicht genutzt wird. Bei mittlerer Nutzung kann man auf jeden Fall mit ca. fünf Tagen rechnen, in der man das Gerät nicht aufladen muss. Exzessive Nutzung der Kamera minimiert diese Zeit deutlich. Fotografiert und telefoniert man viel, kann es vorkommen, dass der Akku schon mach ein bis zwei Tagen seinen Geist aufgibt. Die Gesprächszeit beträgt laut Hersteller ca. fünf Stunden, etwa vier Stunden hält es durch, wenn man nebenher keine großen Tätigkeiten ausführt.

Display & Kamera

Mit einem großen (43,5 x 34,8 mm) Display ausgestattet, macht das Panasonic vorerst einen guten Eindruck. Ist es aber angeschaltet, fällt auf, dass sich an allen Seiten ein etwa drei Millimeter breiter schwarzer Rand befindet. Ein Außendisplay gibt es nicht, stattdessen aber eine kleine Lampe, die in verschiedensten Farben blinken kann. Mehr dazu später.

Die Auflösung des Hauptdisplays ist mit 240x320 Pixel recht ordentlich. 1,67 Millionen Farben und hohe Schärfe sorgen für eine sehr gute Farbwiedergabe. Bei starker Sonneneinstrahlung ist all das leider nichts mehr wert. Die Displaybeleuchtung ist nicht stark genug, um bei Sonneneinstrahlung etwas zu erkennen. Im Dunkeln sieht es dann aber anders aus. Alles ist gut zu erkennen, auch die Beleuchtung der Tastatur ist ordentlich.

Beeinflussen kann man die Darstellungen des Displays auf vielfältige Weise. Ein Hintergrundbild kann ausgewählt werden, auch selbstgemachte Fotos stehen dafür zur Verfügung. Wem das nicht reicht, der kann die Download-Funktion nutzen. Auch die Symbole im Grundmenü können verändert und durch eigene Bilder ersetzt werden, wiederum steht hierfür die Download-Funktion zur Verfügung. Zur Anpassung des Gesamteindrucks der Software stehen drei verschiedene Themen zur Auswahl: Rot, Stahl und Grün. Neue Themen können leider nicht definiert werden. Die Helligkeit des Displays kann in fünf Stufen und die Beleuchtungszeit in drei Stufen verändert werden. Zehn, 30 und 60 Sekunden stehen hier zur Auswahl. Zusätzlich kann noch eingestellt werden, an welcher Stelle das Betreiberlogo stehen soll. Oben links, unten links oder aber in der Mitte (Standard).

Nicht einzustellen ist der Kontrast und die Begrüßungs- und Verabschiedungsanimation. Bildschirmschoner gibt es nicht, da das Display sich im StandBy-Modus ausschaltet.

Die Kamerafunktionen sind in der Summe wirklich gut. Das Display wird als Sucher verwendet und lässt die Zielobjekte gut erkennen. Bei aktivierter Kamera können verschiedene Einstellungen vorgenommen werden, etwa die Bildgröße. Durch Drücken der Taste 2 werden die verschiedenen Auflösungen durchgegangen. Das Navigationsrad nach links und rechts verändert die Helligkeit. Alle weiteren Einstellungen können über den Knopf links oben im Kameramenü erreicht werden.

Hier gibt es neben der direkt einstellbaren Bildgröße noch weitere Optionen: Bildqualität, Nachtmodus, Serienaufnahmen, Effekt (Normal, Sepia, Schwarzweiß und Negativ), Selbstauslöser (Aus, 5 Sekunden und 10 Sekunden), Verschlusston (5 verschiedene Töne), Freier Speicher (Hier kann überprüft werden, wie viele Aufnahmen in welcher Größe und Qualität noch gemacht werden können, bis der Speicher gefüllt ist), Standardeinstellungen (setzt alle Einstellungen zurück) und Hilfe. In der Hilfe wird anhand von Symbolen erklärt, welche Funktion sich hinter welcher Taste verbirgt. Das Zoomen (Digitalzoom) funktioniert nur in den niedrigen Bildgrößen, dann aber bis zu 25facher Vergrößerung.

Ein Bild ist im Vergleich zu anderen Kamerahandys sehr schnell geschossen. Die Verzögerung ist unter einer Sekunde (beste Qualität und Größe), bei der Serienbildfunktion noch um einiges schneller. Mit dieser Funktion können in wenigen Sekunden 15 Bilder nacheinander gemacht werden, man wird allerdings darauf hingewiesen, dass die Bildgröße dann vorübergehend 320 x 240 Pixel beträgt.

Mit einer Videoauflösung von 176x144 kann das Panasonic VS3 ebenfalls gut mit der Konkurrenz mithalten. Leider sich die Videos von geringerer Qualität, als die Videoaufnahmen anderer Geräte. Schön ist, dass die Aufnahmezeit über das Menü begrenzt werden kann, so dass das Video per MMS verschickt werden kann. Die bei den Fotofunktionen angesprochenen Effekte können auch für Videos eingesetzt werden und einen Selbstauslöser gibt es auch hier. Einstellbar ist dieser auf fünf oder zehn Sekunden.


Leider gibt es nur den Bilderordner im Ordner "Mein Telefon" und keine Möglichkeit, eine Speicherkarte zu nutzen. Das macht es nötig, Fotos nach gefülltem Speicher auf einen Computer zu sichern, was wiederum dank fehlendem USB-Kabel nur umständlich per Infrarot möglich ist. Auch Videos werden ausschließlich in den dafür vorgesehenen Ordner abgelegt.

Die Bildbearbeitungsfunktionen sind nett. So kann man etwa selbstgemachte Fotos auf verschiedene vorgegebene Größen verkleinern, etwa auf Displaygröße oder auf Grundmenü-Icon-Größe (Diese können dann anstelle der Standardsymbole eingestellt werden). Weitere Änderungsfunktionen sind das Hinzufügen eines Rahmens, das Entfernen von Schatten oder das Anpassen an ein bestimmtes, vordefiniertes Format (ein Bildausschnitt kann ausgeschnitten und neu gespeichert werden).

Qualitativ hochwertige Bilder und Videos lassen sich mit dem Gerät nicht erzielen. Dazu fehlen der Kamera wichtige Dinge, wie etwa ein Autofokus und eine höhere Auflösung. Zum Erstellen von Displayhintergründen oder Bilder für MMS reicht es jedoch vollkommen aus.

OS & Bedienung

Das Hauptmenü besteht aus den Menüpunkten Unterhaltung, "Vodafone live!", Kalender, Kamera, Nachrichten, Mein Telefon, Anwendungen, Telefonbuch und Einstellungen. Alle Symbole der einzelnen Bereiche sind individuell anpassbar, drei verschiedene Beispiel-Sets sind auf dem Handy im Ordner "Mein Telefon" - "Bilder" enthalten.

Mit etwas Übung ist das Navigieren durch die verschiedenen Listen und Menüs kein Problem mehr. Die Struktur ist logisch aufgebaut und sehr übersichtlich. Sehr schön ist, dass diverse Einstellungen in der Zeile unter der Menüüberschrift kommentiert werden. Dort steht dann die aktuelle Einstellung.

Positiv ist die Kurzanleitung, die einen problemlosen Schnelleinstieg ermöglicht. Für detaillierte Informationen sorgt die ausführliche Bedienungsanleitung.

Der schnellste Weg zur Erstellung einer SMS geht über zwei Tasten. Zuerst drückt man das Navigationsrad nach rechts und dann auf die Taste 2. Schon kann man beginnen, eine SMS zu tippen. Auch sonst ist die Anzahl der Menüebenen sinnvoll gewählt und nicht unnötig hoch.

Schnellzugriffstasten gibt es leider nur fünf, nämlich die des Navigationsrades und eine Kamerataste an der rechten Seite. Wenigstens können die des Navigationsrades frei definiert werden und mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Zusätzlich gibt es noch Kurzwahltasten auf der Tastatur. Hier können Taste zwei bis neun frei vergeben werden, Taste 1 ist üblicherweise für die Mailbox reserviert.

Die Schriftgröße ist im Allgemeinen ordentlich, so dass auch ältere Menschen die Schrift ohne größere Schwierigkeiten entziffern können. Für SMS und MMS kann die Schriftgröße auf Klein, Normal oder Groß gestellt werden. Geändert werden kann diese im Nachrichten-Menü- Hier auf "Einstellungen", dann auf "SMS" oder "MMS" und dann auf "Schriftgröße" drücken.

Eine Unterdrückung der Rufnummer ist möglich, leider nicht bei bestimmten Anrufen. Man kann sie aber global für alle Anrufe einstellen. Um die Rufnummernunterdrückung zu aktivieren, geht man im Hauptmenü auf "Einstellungen", dort dann auf "Rufdienste" und in diesem Menü wiederum auf "Rufnummernanzeige".

Die Anruflisten werden kinderleicht mit dem Drücken des grünen Hörers (Rufannahmetaste) angezeigt. Angezeigt werden gewählte Rufnummern, empfangene Anrufe und versäumte Anrufe. Alle Anrufe werden mit Namen (wenn nicht im Telefonbuch vorhanden mit Rufnummer) und Anrufzeit gespeichert. Liegt ein Anruf länger als einen Tag zurück, kommt das Datum hinzu.

Das Erstellen von SMS ist auch einfach. Man kann bis zu 1530 Zeichen in eine SMS packen, die Nachrichten werden dann einzeln versandt. Leider warnt die Software nicht, wenn das Ende einer SMS erreicht ist. Um zu erfahren, wie viele Nachrichten versandt werden, muss man im Menü den Punkt "Nachr. Zählen" auswählen. Eine Texteingabehilfe ist in Form von T9 vorhanden, kann aber leider nur einmal Wörter erkennen. Will man ein altes Wort via T9 verändern, muss man es komplett neu tippen. Ein Wörterbuch gibt es auch, man kann eigene Wörter hinzufügen. Einsehen kann man das Wörterbuch leider nicht.

Das Panasonic bietet eine interessante, wenn auch ziemlich sinnlose Spielerei. Die Smileys in einer SMS werden gelesen und mit einer Farbenkennung versehen. Die Lampe unter der Kamera leuchtet dann je nach "Stimmung" des Smileys immer anders. Über das Menü beim Erstellen einer Nachricht kann ein Smiley unter "Vorlagen", "Beleuch.-Vorl." Eingefügt werden. Benutzervorlagen können erstellt werden, vordefinierte gibt es leider keine. Schade: Das Feature funktioniert nur, wenn man kodierte Nachrichten von einem VS3 zu einem anderen VS3 schickt, andere Handys sind nicht dazu kompatibel.

Es gibt zwei Ordner, in denen Nachrichten gespeichert werden. Den Eingang und das Archiv. Im Archiv werden neben den Gesendeten Nachrichten auch die nicht versendeten abgelegt. Insgesamt ist es möglich, 500 SMS auf dem Telefon zu speichern, für MMS steht ein Speicherplatz von 2000 Kilobyte zur Verfügung.

Will man eine MMS erstellen, geht man zunächst vor wie bei der SMS-Erstellung. Wählt man dann statt SMS die MMS aus, öffnet sich ein weiteres Menü, dass vier Möglichkeiten anbietet: "Foto hinzufügen", "Text schreiben", "Audio hinzufügen" und "Video hinzu". Genau diese Funktionen verbergen sich dann auch hinter dem Menüpunkt.

Es gibt an vielen Orten, an denen es sinnvoll ist, die Möglichkeit, eigene Elemente zu erstellen. So z.B. beim Einfügen eines Bildes in eine SMS den Link "Fotografieren". Auch ein Downloadlink steht fast überall bereit.

E-Mails können verschickt und empfangen werden, allerdings nur über die "Vodafone Mail", einem Dienst im Internet, nicht aber über das Handy selbst mit einem eigenen E-Mail Client.

19 Klingeltöne gibt es, sie liegen im MID-Format, als auch im MP3-Format vor. Man kann diese als Signal für einen ankommenden Anruf, aber auch als Nachrichtensignal verwenden. Zusätzlich können Klingeltöne heruntergeladen, über die Aufnahmefunktion selbst aufgenommen oder aber per Infrarot auf das Handy kopiert werden. Der Klang der Töne ist blechern.

Eine Tastensperre besitzt das VS3 auch. Drückt man im Ausgangsstatus die mittlere Navigationstaste lang, kommt die Frage nach der Tastensperrenaktivierung. Ein weiterer kurzer Druck auf die Taste aktiviert sie dann. Umgekehrt funktioniert die Deaktivierung der Sperre genauso.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Zumindest eine Infrarotschnittstelle besitzt das Gerät. Kein Bluetooth, lediglich das Anschließen eines Datenkabels ist möglich. Das Versenden einer Datei ist einfach, die Infrarotschnittstelle ist deutlich zu sehen und muss nur in die Nähe des Empfängers platziert werden. Versenden kann man alle Elemente, die das Telefon speichern kann. Dazu gehören Kontakte, Klingeltöne, Bilder, Videos und auch Kalendereinträge.

Die Synchronisation ist leider nur über einen Netzwerkserver, nicht aber direkt mit dem PC möglich. Hierfür wird die SyncML/OMA-Standardtechnologie verwendet. In der Bedienungsanleitung ist detailliert erklärt, wie man ein Serverprofil erstellt und das Telefonbuch synchronisiert. Nicht synchronisieren kann man die Felder Geburtstag, Postadresse, Klingeltöne, Nachr.-Alarm, Beleuchtung, Bild und Gruppe.

Multimedia & Organizer

Sprachwahl und Sprachsteuerung sucht man leider vergebens, dafür gibt es aber die Möglichkeit, Sprache aufzuzeichnen und auch Telefonate mitzuschneiden.

Während des Gespräches kann die integrierte Freisprechfunktion an- und ausgeschaltet werden. Leider klingt der Gesprächspartner dann sehr metallisch.

Es gibt fünf vorgefertigte Profile (Normal, Leise, Meeting, Im Freien und KFZ), die man auch nach Belieben verändern kann. Man findet sie in den Einstellungen unter dem Menüpunkt "Telefoneinstellungen" und dort dann unter "Profile". Leider können keine neuen, individuellen Profile angelegt werden.

Das Telefonbuch lässt pro Kontakt drei Rufnummern zu. Darüber hinaus können neben dem Vornamen und dem Nachnamen auch drei E-Mail Adressen, der Geburtstag, eine Postadresse, ein Hinweis, ein Anrufklingelton, ein Nachrichtenklingelton, ein Bild und eine Illumination gespeichert werden. Illumination bedeutet, dass die Lampe unter der Kamera in einer bestimmten Farbe blinkt. Hier stehen rot, blau, grün, gelb, türkis und violett zur Verfügung. Zusätzlich lässt sich ein Kontakt auch einer Gruppe zuordnen. Zwanzig Gruppen können insgesamt definiert und umbenannt werden. Ein eigenes Profil für jede Gruppe gibt es nicht.

Während eines Gespräches können viele Funktionen genutzt werden, leider nicht alle. Das Telefonbuch kann aufgerufen, eine SMS geschrieben und auch der Kalender geöffnet werden. Auch die üblichen Gesprächsfunktionen wie z.B. Makeln stehen zur Verfügung. Leider kann die Kamera nicht genutzt werden.

Außer dem Kalender hat das VS3 kaum weitere Organizer-Funktionen. Dieser ist jedoch sehr umfangreich und beinhaltet Aufgabenliste, Termin- und Notizverwaltung genauso wie eine Erinnerungsfunktion. Man kann zwischen drei verschiedenen Ansichten wählen, nach Monat, Woche oder Tag. Eingetragene Termine werden farbig hervorgehoben, genauso auch der aktuelle Tag. In jeder Ansicht steht neben der aktuellen Kalenderwoche auch immer die aktuelle Uhrzeit.

Ein Termin kann vielfältige Eigenschaften haben. Neben der üblichen Notiz können Startdatum/-zeit, Enddatum/-zeit, Wiederholungsart (Serientermine möglich), Erinnerung (einstellbar für Startzeit oder auch fünf bis 90 Minuten vorher), Position (Ort des Treffens/Ereignisses), Kategorie (mögliche sind Verabredung, Geschäftlich, Ausbildung, Feiertag, Meeting, Verschiedenes, Persönlich, Telefonanruf, Krankenhaus, Spez. Anlass, Reisen, Ferien, Geburtstag, Essen, Steuerung, Fitness, Jahrestag, Hobby, Date, Party, Einkaufen, Schule und Geschäftsreise), Planungston (frei vom Telefon wählbar), Planungsvolumen (hier ist die Lautstärke des Ruftons gemeint, nicht der Umfang des Ereignisses) und natürlich die Beleuchtung (drei Variationen, nämlich Arbeit, Privat und Jahrestag). Die Beleuchtung wird direkt bei der Auswahl wiedergegeben. Selbst wenn das Telefon ausgeschaltet ist, macht es sich bei einem Termin bemerkbar. Zusätzlich können noch der Starttag der Woche und die freien Wochentage eingestellt werden.

Der Taschenrechner beherrscht alle gängigen Grundrechenarten. Positiv hervorzuheben ist, dass auf dem Display die Handytastatur abgebildet ist und man sofort sehen kann, welche Taste mit welcher Funktion belegt ist.

Der Wecker ist sehr umfangreich. Es können fünf verschiedene Weckzeiten definiert werden, zusätzlich natürlich auch die aus dem Kalender. Jeder dieser fünf Alarme kann separat ein- und ausgeschaltet werden. Neben der Weckzeit kann die Wiederholungsart (einmalig, täglich, wöchentlich), der Signalton, die Signallautstärke, das Foto (man kann ein beliebiges Bild einblenden lassen, wenn der Alarm ertönt) und natürlich auch die Beleuchtung festgelegt werden. Zur Beleuchtung gibt es die Muster Verabredung, Entspannt, Aufstehen und Glücklich.

Zusätzliche Features wie eine Weltzeituhr, eine Stoppuhr oder einen Countdown sucht man vergebens. Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit und umgekehrt muss per Hand erfolgen.

Das Gerät besitz genau zwei Spiele, genauer gesagt Demospiele, somit hält sich der Spielspaß stark in Grenzen, da ein Spiel nur 60 Sekunden lang gespielt werden kann. Da die Ladezeit vor dem Spiel fast 30 Sekunden dauert, liegt nahe, dass man an den beiden Demos nicht lange Freude haben kann. Natürlich besteht hier die Möglichkeit, die Vollversionen herunterzuladen oder andere Spiele zu kaufen. Zudem sind die angebotenen Demos veraltet (Arkanoid und Puzzle Bobble).

Die Beleuchtungsfunktion durch die kleine Lampe unter der Kamera scheint aus der Sicht Panasonics das tollste Feature überhaupt zu sein. Die Idee ist nett, bestimmten Ereignissen (Nachrichten, Termine, etc.) neben einem Rufton auch eine Beleuchtung zuordnen zu können, die Umsetzung jedoch ist etwas dürftig. Sinnvoll wäre gewesen, zu einem solchen Ereignis die Farbe und das Blinkmuster einstellen zu können, das hätte den Wiedererkennungswert sicher erhöht. Stattdessen kommt Panasonic mit Begriffen wie "Glücklich" oder "Jahrestag".

Wer mit dem VS3 seinen iPod in Rente schicken will, der wird enttäuscht: Zwar kann das Handy MP3-Dateien abspielen, jedoch lassen sich diese nur als Klingelton benutzen. Als MP3-Player ist das Gerät ungeeignet, da es keine Wiedergabelisten gibt und jede Datei einzeln zum Abspielen ausgewählt werden muss. Detailliertere Soundeinstellungen erwartet man erst gar nicht, wenn man einmal hört, wie so ein Ton wiedergegeben wird. Dieser klingt nämlich alles andere als schön.

Fazit


Machte es anfangs einen eher schlechten Eindruck, schaffte das Panasonic VS3 im Laufe des Tests, diesen zu verbessern. Leider fehlen so wichtige Dinge wie eine Speicherkarte und Bluetooth. Auch der Lieferumfang war mehr als enttäuschend. Doch das sollte über ein wichtiges Ergebnis nicht hinwegtäuschen: Letztlich entpuppte sich das Handy trotz den seltsamen Beleuchtungsfunktionen als durchaus businessfähig und wird den Käufer, der auf Multimedia kaum wert legt, hoffentlich nicht enttäuschen.

Kommentar schreiben

Falsche oder fehlende Angaben im Datenblatt (Panasonic VS3)?

Wenn Sie einen Fehler finden oder eine Funktion bzw. Daten kennen, die wir bisher nicht recherchieren konnten, so informieren Sie uns bitte und helfen Sie die Daten zu verbessern.

Klicken Sie dafür auf den nachfolgenden Link:

Fehler- oder Ergänzungsmeldung