Test des Nokia N97

33 Minuten

Nokia N97

Vollbepackt bis obenhin mit aktueller Mobilfunktechnik bringt Nokia das neue N97 und somit den Nachfolger des nicht unumstrittenen N96 auf den Markt. Mit massigen 32 Gigabyte Speichervolumen, GPS-Funktion und einem resistivem Touchscreen weiß es ebenso aufzuwarten wie mit einer vollwertigen QWERTZ-Tastatur und dem Ovi-Store zum Download der neuesten Anwendungen, Widgets, Videos und Spiele. Auf dem smarten Multimedia-Slider arbeitet das gleiche Symbian-Betriebssystem wie auf dem Konkurrenten Samsung I8910 HD. Ob das N97 im Vergleich zum Samsung-Smartphone punkten kann und welche Verbesserungen es gegenüber dem Nokia N96 bringt, lesen Sie im Praxistest auf inside-handy.de.

Nokia N97Das Nokia 97 befindet sich in einem schwarzen quadratischen Karton mit recht stattlichen Maßen. Die dicke mattschwarze Pappe der Verpackung wirkt schlicht und edel. Unterstrichen wird der feine Charakter von silbernen „Nokia Nseries“- Schriftzügen sowie einer Prägung auf der Oberseite, die den aufgeschobenen Slider zeigt. Zwei nacheinander aufklappbare Deckel schützen den Inhalt. Darunter verbirgt sich eine nicht ganz so edel wirkende Plastikhalterung in der Handy, Akku und Stylus eingebettet sind. Hebt man diese aus dem Karton, kommt weiteres Zubehör zutage. Insgesamt zählen zum Zubehör: ein Akku, ein Nokia Energiespar-Ladegerät mit Energiespar-Ladegerät-Adapter, eine Nokia Ovi Suite DVD, ein Stereo-Headset mit Klinkenstecker, eine englischsprachige Bedienungsanleitung (alternativ kann man eine deutschsprachige Bedienungsanleitung auf der Nokia-Homepage herunterladen) und ein Putztuch. Der Nutzwert des Energiespar-Ladegerät-Adapters erschließt sich erst beim zweiten Hinsehen, beziehungsweise beim Nachlesen auf der Nokia-Homepage: „Über den Nokia Ladegerät-Adapter CA-146C lassen sich Ladegeräte mit 2- oder 3,5-mm-Lade-Anschluss mit Nokia Geräten mit Micro-USB-Anschluss verbinden und zum Aufladen verwenden.“ Dass im Zubehör trotz vorhandenem MicroSD-Speicherkarten-Steckplatz auf eine Speicherkarte verzichtet wurde, lässt sich angesichts des 32 Gigabyte großen flexiblen Speichers des Handys verschmerzen.

 

Nokia N97
Nokia N97

Der Akkudeckel nimmt, bis auf eine Aussparung für die Kameralinse, die gesamte Rückseite des Nokia N97 ein. Um diesen zu entfernen, muss man mit dem Fingernagel in eine kleine Ausbuchtung haken und den Deckel ringsum aus seinen Verankerungen heben. Der Deckel lässt sich so einfach entfernen. Aufgrund des ziemlich biegsamen Plastiks hat man jedoch das Gefühl, dass das Material häufiges Öffnen und Schließen nicht aushalten wird. Der unter der Abdeckung liegende Akku wirkt riesig. Wer unter dem Akku die gewohnte SIM-Kartenhalterung vermutet, wird erst einmal verwundert schauen, denn diese ist gut versteckt und ihr Auffinden erfordert ohne vorherigen Blick in die Bedienungsanleitung einige Zeit des Suchens. Ähnlich einer Schublade lässt sie sich nach Entfernen des Akkus unter der Kameralinse hervorziehen. SIM-Karte einlegen, Schublade wieder einschieben, fertig. Auch der Slot für die MicroSD-Speicherkarte liegt unter der Akkuabdeckung. Um eine MicroSD-Karte einzusetzen oder zu entfernen, kann der Akku jedoch im Handy gelassen werden, da der Slot direkt neben der Kameralinse oberhalb des Akkus sitzt. Der Anbau des Akkudeckels entpuppt sich beim ersten Mal als etwas frickelige Angelegenheit, da er von mehreren Verankerungen gehalten wird, und sich vor dem Eindrücken in die Verankerungen ziemlich stark biegt.

Nokia N97Das N97 gibt es in den Farben Schwarz und Weiß. Im Test kommt das weiße Handy zum Einsatz. Der äußere Eindruck und das Design des Smartphones. Trotz echter QWERTZ-Tastatur trägt es mit 15,9 mm nicht allzu dick auf. Auch 117,2 mm Höhe x 55,3 mm Breite lassen es nicht klobig wirken. Dank abgerundeter Kanten liegt es auch beim Telefonieren gut in der Hand. Den größten Teil der Vorderseite nimmt das 3,5 Zoll große Touch-Display ein. Da es, zumindest beim weißen Modell, nicht schwarz eingefärbt ist, fallen Fingertapsen auf dem Display zunächst nicht allzu sehr ins Auge. Falls doch gibt es ja das mitgelieferte Putztuch. Bis auf einen schicken chromfarbenen Metallrand rund um das Handy, wurde hauptsächlich weißes Plastik verbaut, an der Rückseite schimmert es leicht perlmuttfarben. Leider sieht man dem Slider das verbaute Plastik an; in dieser Preisklasse könnte man hochwertigere Materialien erwarten.

Ein gut justierter Slidemechanismus lässt die Oberseite mit einem satten „Klack“ zur rechten Seite hin aufschwingen. Angenehm ist, dass sich das Display, dank Schiebe-Kipp-Mechanismus, dabei schräg stellt, so dass man das Handy, ähnlich einem Notebook, auf dem Tisch abstellen kann und dadurch eine gute Sicht auf den Monitor hat. Die Spaltmaße auf der Frontseite des Sliders sind sehr gering gehalten, so dass Staub hier kaum eine Chance haben wird sich in dem Gerät festzusetzen. Etwas anders sieht es mit dem Spalt zwischen Unter- und Oberseite des Sliders aus. Dieser ist zwar noch im tolerierbaren Bereich, gerade zu den Ecken des Handys hin aber so breit, dass sich hier auf Dauer Schmutz ansammeln könnte. Ebenso in Klinken- und Multifunktionsbuchse an Oberkante und linker Seite des N97, denn beide sind nicht durch eine Abdeckung geschützt. An einen guten Schutz hat Nokia dagegen bei der Kameralinse gedacht, denn diese ist unter einer Abdeckung verborgen, die sich leicht zur Seite schieben lässt. Die Anbauteile lassen sich ohne Anstrengung in ihre Steckplätze schieben. Besonders Netzteil und USB-Datenkabel sitzen darin aber sehr wackelig. Anders die Klinkenbuchse, in der der Klinkenstecker des Headsets kaum Spiel hat. Bis auf eine kleine silberne Taste unter dem Display, mit der man ins Hauptmenü des N97 gelangt, ist die Frontseite des Handys glatt gestaltet. Auch Abstandssensor, zweite Kameralinse und Lichtsensor und der schmale Schlitz für den Lautsprecher über dem Display, heben sich nicht von der Oberfläche ab. Rechts neben dem Display hat Nokia als Designelement eine kleine Ausbuchtung, die vom chromfarbenen Metallrand ausgeht, angebracht, auf der ein dezenter Nokia-Schriftzug zu sehen ist.

Nokia N97Unter dem Display sind neben der Menütaste ein grünes Symbol für die Anruf- und ein rotes Symbol für die Beenden-Taste aufgedruckt. Diese sind, ähnlich wie das Touch-Display, sensorgesteuert und reagieren auf Druck. An der linken Handyseite befindet sich an der oberen Ecke ein Außenlautsprecher, unter diesem der Multifunktionsslot, darunter eine Schiebetaste zum Sperren von Tasten und Display und an der unteren Ecke ein weiterer Außenlautsprecher. Unter dem Multifunktionsslot ist eine kaum sichtbare LED angebracht, die weiß leuchtet, wenn das Handy geladen wird. Nett gedacht, aber nicht allzu nett umgesetzt, ist die Möglichkeit, sich auf Wunsch verpasste Ereignisse wie Anrufe in Abwesenheit, neue Mitteilungen oder E-Mails, durch Blinken einer LED unter der Menütaste anzeigen zu lassen. Da die Menütaste aus silbernem Metall besteht und das Blinken nur in einem winzigen Spalt zwischen Taste und weißem Untergrund sichtbar ist, kann man das ebenfalls weiße Blinken bei normaler Raumbeleuchtung auf den ersten Blick kaum sehen.

Auf der rechten Seite findet man eine silberne Wipptaste zur Lautstärkeregulierung und darunter die ebenfalls silberne Kamerataste. Neben der Klinkenbuchse auf der oberen Handykante ist der An-/Ausschalter angebracht. Kameralinse sowie Fotoleuchte befinden sich auf der oberen Hälfte der Handyrückseite. Ihre Abdeckung besteht aus silberfarbenem Plastik. Auch auf der Rückseite sieht man einen dezent weißen „Nokia Nseries“-Schriftzug. In strahlendem Weiß erstrahlt auch die QWERTZ-Tastatur, die beim Aufschieben des Sliders zutage kommt. Die rechteckigen, an den Kanten abgerundeten Tasten haben schwarze Symbole und heben sich leicht vom Untergrund ab. Bei Dunkelheit sind die Buchstaben weiß und die Sonderzeichen blau beleuchtet. Die Tastaturoberfläche fühlt sich an wie gummiert, so dass man nicht allzu schnell von den Tasten abrutscht. Menschen mit mitteldicken Fingern dürften sich nicht oft vertippen, da die Tasten einen ausreichenden Abstand haben. Die einzelnen Tasten sind fast zu leichtgängig und dürften, besonders bei den mittig gelegenen Tasten, einen etwas knackigeren Druckpunkt haben.

Links neben der Tastatur befindet sich ein 5-Wege-Navigationskey, der eine Navigation beim Spielen oder Surfen im Internet einfacher macht, wenn man hier nicht auf das Touch-Display zurückgreifen möchte. Neben Shift-, Enter-, und Umschalttasten findet man auch eine gesonderte Symboltaste auf der QWERTZ-Tastatur. Über diese lassen sich Sonderzeichen direkt auf dem Display anzeigen und auch über selbiges anwählen. Ob das unkomplizierter ist, als die Bedienung über Umschalttaste und normales Tastenfeld, sei dahingestellt. Extra Tasten für häufig genutzte Symbole wie Punkt oder Komma, gibt es leider nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Platzierung der Leertaste rechts neben der unteren Buchstabenreihe, findet man sie doch auf einer Computertastatur eher mittig. Über die QWERTZ-Tastatur SMS-Texte einzutippen ohne dabei hinzugucken, ist mit einiger Übung sicherlich möglich. Eine weitere Möglichkeit der SMS-Eingabe besteht bei hochkant gestelltem Display und eingeklappter QWERTZ-Tastatur: Hier wird ein angenehm großes alphanumerisches Tastenfeld auf dem Display angezeigt und über die Touchfunktion des Displays bedient. Dabei ist ein „blindes“ Eintippen natürlich kaum möglich.

Nokia N97Ebenso verhält es sich mit der virtuellen Wähltastatur die eingeblendet wird, wenn man auf ein entsprechendes Symbol im Standbybildschirm tippt. Der Vibrationsalarm des Nokia N97 ist angenehm leise, so dass er auch in ruhiger Umgebung nicht stören dürfte. Dabei ist er aber so deutlich zu spüren, dass er auch in Hemden- oder Hosentasche ausreichend wahrnehmbar ist. Er lässt sich ein- oder ausschalten und zusätzlich zum eingestellten Rufton verwenden. Auch Berührungen des Touch-Displays werden auf Wunsch durch leichte Vibration quittiert.

Nokia N97Die Sprachqualität des Nokia N97 ist auf der Handyseite gut. Bis auf ein leichtes Brummen im Hintergrund kann man den Gesprächspartner im Festnetz gut und klangecht verstehen. Von der Gegenseite wird die eigene Stimme jedoch als ziemlich verzerrt und gequetscht beschrieben. Durch die seitliche Wipptaste kann die Gesprächslautstärke so weit hochreguliert werden, dass eine Unterhaltung auch in lauterer Umgebung noch gut möglich ist. In empfangsstarken D-Netzen zeigte die Statusanzeige des N97 im Test durchgehend eine sehr gute Leistung an. Im empfangsschwächeren E+-Netz war der Empfang immherhin noch im mittleren Bereich, tendierend zu sehr gut. Mit dem mitgelieferten 1500 mAh Li-Polymer-Akku hat der Slider laut Nokia eine Gesprächszeit von bis zu 6,5 Stunden im GSM und bis zu 5,2 Stunden in UMTS-Netzen. Die Standbyzeit wird mit bis zu 430 Stunden angegeben. Im Test hielt der noch untrainierte Akku bei mittlerer Belastung durch Kamera, Bluetooth und MP3-Player, immerhin schon 4 Tage durch. Nach mehreren Ladezyklen dürfte sich das sogar noch steigern.

Als SAR-Wert nennt der Hersteller 0,66 W/kg. Nokia N97Das 4,4 cm breite und 7,8 cm hohe resistive Touch-Display gibt 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 640 x 360 Pixel wieder. Die Farben haben eine gute Leuchtkraft und die Darstellung ist kontrastreich und scharf. Hält man das Gerät unter eine direkte Lichtquelle, ist die Darstellung immer noch recht gut ablesbar. Erst bei sehr heller direkter Sonneneinstrahlung wird die Ablesbarkeit deutlich erschwert. Brillant wirkt das Display bei Dunkelheit. Die verschiedenfarbige Ausleuchtung der Tastatur macht auch eine Bedienbarkeit bei ansonsten ungünstigen Lichtverhältnissen möglich. Allerdings fällt hier auf, dass das QWERTZ-Tastaturfeld nicht ganz gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Nach rechts unten hin fällt die Leuchtkraft deutlich ab, was die Ablesbarkeit bei Dunkelheit jedoch nicht wirklich beeinträchtigt, sondern eher einen kosmetischen Makel darstellt. Um die Displayhelligkeit den äußeren Gegebenheiten anzupassen, lässt sie sich mit einem Lichtsensor in vier Stufen regeln. Menschen mit einer Fehlsichtigkeit werden sich über die Option freuen, die Menü-Schriftgröße in Groß, Normal oder Klein einstellen zu können. Um Strom zu sparen lässt sich die Beleuchtungsdauer des Monitors in elf Schritten zwischen 5 und 60 Sekunden justieren. Für Begrüßung oder Logo darf man sich zwischen den Optionen Standard, Text oder Bild entscheiden. Der Nutzer kann sein Telefon mit drei verschienenen Nseries-Themes personalisieren. Außerdem lassen sich als Hintergrund eine dem Theme angepasste Standardansicht, ein Bild oder eine Bildschirmpräsentation einstellen. Hintergrundbilder oder gar Animationen sind jedoch werkseitig nicht auf dem N97 vorinstalliert, können aber aus dem Internet herunterladen werden. Als Startanimation zeigt der Slider standardmäßig die Nokia-typischen sich ergreifenden Hände; eine Option dieses zu ändern ist nicht vorgesehen.

Im Handy ist ein Lagesensor verbaut, der die Displayansicht beim Drehen des Handys vom Hoch- ins Querformat bringt – das funktioniert allerdings nur bei Drehung zur linken Seite . Diese Funktion erleichtert vor allem das Surfen im Internet und ermöglicht eine Ganzseitenansicht bei der Videobetrachtung. Außerdem können dem Lagesensor die Optionen „Klingelton abstellen“ und „Schlummerfunktion“ zurgeordnet werden. Der Touchscreen des N97 ist resistiv, das heißt, er reagiert auf Widerstand, also auf Druck. Um Menüpunkte mit dem Finger anzusteuern und Programme zu öffnen, ist nur ein leichter Druck nötig. Lediglich beim Scrollen durch Listenmenüs reagiert die rechts im Display angebrachte, sehr schmale Scroll-Leiste etwas träge auf gleichzeitiges Drücken und Schieben des Reglers. Hier zeigen kapazitive Touchscreens, wie zum Beispiel das des Samsung I8910 HD deutliche Vorteile, da sie schon auf leichteste Berührung reagieren. Im Gegensatz zum kapazitiven Touchscreen kann der resistive jedoch auch mit dem Stylus bedient werden, was besonders bei kleinen Verknüpfungen und Buttons von Vorteil sein kann. Ansonsten ist der Stylus aufgrund der ausreichend großen Menüdarstellung kaum nötig.

Um das Touch-Display optimal zu nutzen, gibt es einige Einstellungsmöglichkeiten: Handschrifttraining, Eingabesprache, Schreibgeschwindigkeit, Leitlinie, Stiftbreite, Schriftfarbe, adaptative Suche und Touchscreen-Kalibrierung. Auf Wunsch wird Druck auf das Touch-Display mit leichter Vibration und/oder einem Ton signalisiert. Eine gut durchdachte Funktion fällt dem Abstandssensor links über dem Display zu. Dieser registriert, wenn man das Handy während eines Telefonates ans Ohr hält, und deaktiviert automatisch den Touchscreen, um eine versehentliche Bedienung zu verhindern. Über eine Multitouchfunktion, wie zum Beispiel vom iPhone bekannt, verfügt das Display des N97 nicht. Das Betrachten von Videos auf dem großen Display des Sliders macht Spaß, wenngleich die Wiedergabe im Vergleich nicht ganz so brillant ist, wie auf dem AMOLED-Display des Samsung I8910 HD. Videos können in den Formaten 3GP, H.263, H.264, MPEG4, REAL und WMV abgespielt werden.

Die 5-Megapixel-Kamera des Sliders ist mit einer Carl Zeiss-Linse ausgestattet und kann Fotos in einer Auflösung von bis zu 2560×1920 Pixel aufnehmen. Der 4-fach Digitalzoom ist erfreulicherweise auch bei höchster Bildauflösung nutzbar. Wahlweise durch das Aufschieben der Linsenabdeckung oder durch langen Druck auf die Kamerataste wird das Kameramenü geöffnet. Drückt man die Kamerataste bei unaufgeschobener Abdeckung, öffnet sich die Ansicht der zweiten Kamera für Videotelefonie. Als Sucher im „normalen“ Kameramodus dient das Display im Querformat. Diese Funktion erfüllt es mehr oder weniger gut. Zwar ist der angezeigte Bildausschnitt identisch mit dem hinterher aufgenommen, jedoch werden die Bilder in der Voransicht häufig in Farbe und Schärfe, abweichend von dem letztendlich geknipsten Bild angezeigt. So wirken Farben in der Voranzeige sehr viel kräftiger, als auf dem tatsächlich geknipsten Foto. Umgekehrt werden Fotos, gerade bei ungünstigen Lichtverhältnissen, in der Voranzeige verschwommener und pixeliger angezeigt, als sie letztendlich werden. Der Auslöser wird wahlweise über ein Icon auf dem Display oder die Kamerataste bedient und reagiert bei höchster Bildauflösung und eingestelltem Makromodus in etwas über einer Sekunde. Am rechten Bildschirmrand befinden sich außerdem eine etwas zu breit geratene Leiste mit Icons für die Kameraeinstellungen. Folgende Einstellungsmöglichkeiten gibt es im Kameramodus:

  • Nokia N97Szenenmodi (Automatisch, Benutzerdefiniert, Nahaufnahme, Porträt, Landschaft, Sport, Nacht und Portrait bei Nacht)
  • Videomodus
  • Raster zeigen/verbergen
  • Selbstauslöser (Aus, 2 Sek., 10 Sek., 20 Sek.)
  • Farbton (Normal, Sepia, Schwarzweiß, Kräftig, Negativ)
  • Weißabgleich (Automatisch, Sonnig, Wolkig, Warmes Licht, Neonlicht)
  • Belichtung
  • Lichtempfindlichkeit ISO (Automatisch, Niedrig, Mittel, Hoch)
  • Kontrast
  • Schärfe (Hoch, Normal, Niedrig)
  • Bildfolge/Einzelbild
  • Fotos (eine Art Galerieanzeige)
  • Bildqualität ( Abzug 5M – Groß, Abzug 2M – Mittel, MMS 0,3M – Klein)
  • GPS-Info zeigen  (Ein, Aus)
  • Aufgenommene Bilder zeigen (Ja, Nein)
  • Standardname für Fotos
  • Auslöserton
  • Steuerelem. aut. drehen (Ja, Nein)
  • Verwendeter Speicher (Telefonspeicher, Massenspeicher, Speicherkarte)
  • Kameraeinstellungen wiederherstellen
  • Blitz (Automatisch, Rote-Augen-Reduzierung, Ein, Aus)

Fotos werden im JPEG-Format aufgenommen. Öffnen kann die Bildergalerie des N97 Fotos in den Formaten BMP, GIF, JPEG, PNG und WBMP. Wechselt man in den Videomodus, gibt es folgende Einstellungsmöglichkeiten:

  • Szenenmodi (Automatisch, schwaches Licht, Nacht)
  • Bildmodus (darüber kommt man in den normalen Fotoaufnahmemodus)
  • Weißabgleich (Automatisch, Sonnig, Wolkig, Warmes Licht, Neonlicht)
  • Farbton (Normal, Sepia, Schwarzweiß, Kräftig, Negativ)
  • Fotos
  • Videoqualität ( Hohe Qualität 4:3, Breitbild hohe Qualität, MMS-Qualität)
  • GPS-Info zeigen (Aus, Ein)
  • Audioaufnahme (Aus, Ein)
  • Videoaufnahme zeigen (Ja, Nein)
  • Standardname für Videos
  • Verwendeter Speicher ( Telefonspeicher, Massenspeicher, Speicherkarte)
  • Kameraeinstellungen wiederherstellen
  • Fotoleuchte (Ein, Aus)

Videos nimmt die Kamera im MP4- oder 3GP-Format auf. Sowohl aus dem Kameramodus, als auch aus dem Videomodus heraus kann man auf die aufgenommenen Fotos direkt in einer Galerie zugreifen. Hier können Fotos versendet, gelöscht, als Diashow angezeigt, ins Album eingefügt, mit Stichwörtern versehen oder einem Kontakt zugeordnet werden. Man kann im Bearbeitungsprogramm im Nachhinein zahlreiche Effekte, wie Sprechblasen, Illustrationen, Text, Farben, Postereffekte und Rahmen hinzufügen, kann sie in Helligkeit, Schärfe und Kontrast bearbeiten, rote Augen korrigieren, sie verkleinern, zuschneiden und drehen. Videos können zusammengefügt und geschnitten werden, außerdem kann der Nutzer den Ton ändern und Text einfügen. Es gibt also eine große Menge an Einstellungs- und Bearbeitungsoptionen, doch garantieren diese auch für eine gute Bildqualität?

Bei optimalen Lichtverhältnissen aufgenommene Fotos eignen sich als recht ordentliche Schnappschüsse. Allerdings wirken sie zu den Ecken hin leicht verzerrt und bei automatisch eingestellter Kamera immer etwas überbelichtet, was sich jedoch durch Weißabgleich oder Iso-Einstellungen korrigieren lässt. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen lässt die Bildqualität stark nach. Hier wirken die geknipsten Aufnahmen schon mal unscharf und leicht pixelig. In Dämmerlicht oder bei Dunkelheit leisten die beiden verbauten LED-Blitze, die im Videomodus auch als dauerhafte Fotoleuchte einsetzbar sind, gute Arbeit, was ihre Leuchtweite angeht. Von Nahem geknipste Objekte wirken oft überbelichtet, während die Ausleuchtung eines halbgroßen dunklen Raumes prima gelingt. Videoaufnahmen sind grundsätzlich etwas unscharf und pixelig, wenngleich weitestgehend ohne allzu große Ruckler. Für die Videofunktion einer Handykamera sind sie qualitativ aber annehmbar. Dennoch ist die Kamera im Videomodus eher dem Spaßfaktor zuzuordnen, als eine ernstzunehmende Konkurrenz für einen guten Camcorder.

Nokia N97
Nokia N97
Nokia N97

Auf dem Nokia N97 kommt das Symbian S60 5th Edition Betriebssystem zum Einsatz. Das Hauptmenü umfasst die zwölf Menüpunkte: Kalender, Kontakte, Musik, Internet, Mitteilungen, Fotos, Store, Karten, Videos & TV, Einstellungen, Spiele und Programme.

Auch das Samsung I8910 HD nutzt dieses Betriebssystem, allerdings mit einer Samsung-eigenen Oberfläche. Bei beiden Handys kann für die Menüansicht sowohl ein Raster-, als auch ein Listenmenü gewählt werden. Unter den selbsterklärenden Menüicons befinden sich weitere Raster- und Listenmenüs. Rastermenüpunkte werden durch einfachen Fingertip geöffnet, während Listenmenüpunkte einen Doppelklick erfordern, um sich öffnen zu lassen.

Die Anordnung der Menüunterpunkte ist nicht immer ganz sinnvoll, so dass eine intuitive Bedienung in einigen Fällen schlecht möglich ist. So gibt es, um nur einen Punkt zu nennen, weder einen Hauptmenüpunkt für den Datei-Manager, noch einen für den Organizer, in dem der Datei-Manager ja häufig abgelegt ist, wenn er keinen Hauptmenüpunkt belegt. Im Test musste, auf der Suche nach gespeicherten selbstaufgenommenen Videos, erst umständlich nach dem Datei-Manager gesucht werden. Fündig wird man unter dem Hauptmenüpunkt „Programme“: dort gibt es den Untermenüpunkt „Office“, in dem schließlich der Datei-Manager, gut versteckt, aufgespürt werden konnte.

Durch die Listenmenüs scrollt man mit einem schmalen Scrollbalken, der an der rechten Displayseite angebracht ist. Auch hier zeigt sich das Samsung I8910 HD mit seinem berührungsempfindlichen kapazitiven Display dem Nokia 97 gegenüber deutlich im Vorteil: Auf dem druckempfindlichen resistiven Display des N97 erweist sich das Scrollen als feinmotorische Herausforderung zwischen richtiger Druckdosierung und gleichzeitiger Bewegung des Balkens. Auch reagiert das N97 während der Navigation durch die Menüs generell deutlich träger als das I8910 HD. Von Vorteil für das N97 ist, dass man für die Navigation vom Touchscreen auf die QWERTZ-Tastatur, beziehungsweise den Navigationskey, umsteigen kann.

Sehr komfortabel ist die Möglichkeit, auf dem Startbildschirm fünf verschiedene Widgets, mit auf dem Handy gespeicherten oder aus dem OVI-Store heruntergeladenen Programmen oder Anwendungen, zu belegen. Belegt man eines der Widgets mit der Option „Schnellzugriffe“, was werkseitig schon voreingestellt ist, kann einer von vier auswählbaren Schnellzuriffen, beispielsweise mit der SMS-Funktion versehen werden, so dass man einen sehr kurzen Weg hat, um darauf zuzugreifen. Ist man der Widgets auf dem Startbildschirm überdrüssig, können sie mit einem Fingerwisch nach rechts ausgeblendet und mit einem Wisch nach links wieder eingeblendet werden. Auf dem unteren Rand des Startbildschirms sind außerdem zwei virtuelle Softtasten und ein Icon für den Telefonmodus eingeblendet. Die rechte der Softtasten kann wahlweise mit Programmen oder Lesezeichen belegt werden. Am oberen linken Rand ist der Standbybildschirm mit einer großen Uhrzeitanzeige belegt. Tippt man auf diese, öffnet sich ein Menü zur Einstellung von Zeit, Weckzeiten und Weltzeituhr, was sehr praktisch ist.

Nokia N97Rechts neben der Uhrzeit ist eine kleine Datumsanzeige, über die man durch Fingertip den Kalender öffnen kann. Unter der Datumsanzeige findet man das Menüicon „Allgemein“, über das ein direkter Zugriff auf die Benutzerprofile möglich ist. Wie schon zuvor erwähnt, lasst sich die Schriftgröße der Menüanzeige in Groß, Normal und Klein einstellen. Um die eigene Rufnummer zu unterdrücken, muss man einen etwas längeren Weg auf sich nehmen. Zunächst geht man in das Hauptmenü unter den Menüpunkt Einstellungen > Telefon > Rufaufbau > Anrufen > Anruferkennung senden. Unter den Anrufeinstellungen befindet sich auch eine Einstellungsmöglichkeit für die automatische Wiederwahl. Möchte man Einblick in die Anruflisten nehmen, muss man sich in den Hauptmenüpunkt „Programme“ begeben. Hier findet man die gesuchten Listen unter dem Icon „Protokoll“. Anrufe in Abwesenheit, angenommene Anrufe und gewählte Nummern werden unter dem Menüpunkt „letzte Anrufe mit Datum und Uhrzeit angezeigt. Zusätzlich kann man sich die Anrufdauer anzeigen lassen. Unter dem Menüpunkt „Paketdaten“ findet man gesendete und empfangene Daten mit Angabe der Datenmenge.

Nokia N97Die Eingabe einer SMS oder MMS ist über die komfortable QWERTZ-Tastatur denkbar einfach. Eine hinzuschaltbare Worterkennungsfunktion, in der sich automatische Wortergänzung, Textkorrekturgrad, Sichtbarkeit passender Ziffern und Textkorrekturmodus zusätzlich einstellen lassen, erleichtert die Eingabe zusätzlich. Als Kopfzeilenfelder lassen sich Cc, Bcc und Betreff einrichten. Fehlsichtige Menschen wird auch hier freuen, dass für die Schriftgröße zwischen Standard, Groß, Normal und Klein gewählt werden kann. Textpassagen lassen sich kopieren und ausschneiden. Die Auswahlmöglichkeit für Anhänge ist wirklich super. So lassen sich einer Nachricht Bilder, Videoclips, Soundclips, Seiten, Vorlagen, Notizen, Präsentationen, Visitenkarten und andere Dateien anhängen. Auch lassen sich direkt aus dem Nachrichtenprogramm heraus neue Bilder, Videos oder Soundclips aufnehmen. Ist ein Anhang zu groß für eine SMS, werden Nachricht und angehängte Datei automatisch als MMS, beziehungsweise in MMS-kompatibler Größe, konfiguriert.

Handelt es sich bei einer Nachricht um eine SMS, wird am oberen Bildschirmrand die verbleibende Zeichenanzahl (von 160 abwärts) für eine einzelne SMS angezeigt. Sind 160 Zeichen aufgebraucht, fängt der Zähler von Neuem an, zeigt aber, dass man sich schon in der nächsten SMS befindet – sehr praktisch zur Kostenkontrolle. Nachrichten können an beliebig viele Kontakte oder Gruppen verschickt werden. Um E-Mails empfangen oder verschicken zu können, muss ein E-Mail-Konto (Postfach) eingerichtet werden. Dieses funktioniert mit einem E-Mail-Assistenten unkompliziert und in wenigen Schritten. Hat man mehrere Adressen, kann man für jede einzelne ein weiteres Konto einrichten (die Einrichtung von bis zu sechs Konten ist möglich). Auch eine Einstellung zum automatischen Empfang von E-Mails und Sync-E-Mail ist möglich. Einer E-Mail können Bilder, Videoclips, Soundclips, Vorlagen, Notizen und andere Dateien angehängt werden. Im Gegensatz zum Programm zum Verfassen von SMS und MMS, können keine neuen Bilder, Video- oder Soundclips aus dem Programm heraus aufgenommen werden.

Auf dem Nokia N97 sind 32 Ruftöne vorhanden, die über die beiden Außenlautsprecher des Handys sehr laut und klar wiedergegeben werden. Als Rufton können außerdem Songs, Melodien aus Videoclips oder Soundclips, in den Formaten AAC, AAC+, MP3 und WMA, eingestellt werden. Das Gleiche gilt für Kurzmitteilungs-, Videoanruf- und E-Mail-Signale. Ein nettes Feature ist die klangliche Variation bei Einstellung eines 3D-Klingeltoneffektes; hier hat man die Optionen Kreis, Vorbeiflug, Zickzack und Schlaufe. Außer den genannten Einstellungsmöglichkeiten, kann man Töne für den Touchscreen einstellen, die jeden Druck quittieren, sowie Warntöne und Tastentöne. Sehr nett ist auch die Option, sich vom Telefon den Namen des Anrufers ansagen zu lassen – hierzu empfiehlt es sich, alle Kontakte mit Namen zu speichern, da ansonsten nichts angesagt wird. Das sieht in der Praxis dann so aus, dass das Handy, wenn man angerufen wird, zunächst kurz den gewählten Klingelton einblendet, diesen dann ausblendet, eine Computerstimme den Anrufernamen nennt und danach der Klingelton wieder eingeblendet wird. Auf dem N97 lässt sich eine optional einschaltbare Tastatursperre so konfigurieren, dass der Benutzer die Zeit, bis sich Touchscreen und Tastatur nach Nichtbenutzung sperren, frei eingeben kann. Entsperrt werden Display und Tasten mit der seitlich angebrachten Sperrtaste. Ist keine Tastatursperre aktiviert, lassen sich Display und Tasten aber auch sofort mit der Sperrtaste sperren und auch wieder entsperren, um ein versehentliches Drücken auf Menüpunkte beim Transport in der Tasche zu verhindern.

Nokia N97Die Connectivitymöglichkeiten des Noka N97 sind umfangreich. Hierzu gehören:

  • GPRS Klasse 29
  • EDGE 296 KBit/s
  • UMTS Down 384 KBit/s Up: 64 Kbit/s
  • HSDPA (3.6 Mbit)
  • WLAN 802.11b (11 Mbit) und 802.11g (54 Mbit)
  • Bluetooth 2.0
  • USB/ POP-Port-Schnittstelle
  • USB Massenspeicher
  • TV-Out
  • Klinke Anschluss 3.5 mm
  • GPS
  • MicroSD-Speicherkartenunterstützung

WLAN, EDGE und UMTS mit HSDPA sorgen für einen schnelle Verbindung ins Internet und zügigen Download. Das N97 ließ sich im Test problemlos und schnell mit einer Fritz!BoxFonWlan mit WEP-Verschlüsselung verbinden. Ein Verbindungsmanager hilft beim Einrichten einer GPRS, EDGE oder UMTS-Verbindung, zieht die Einwahldaten des Providers automatisch aus dem Netz und speichert sie, so dass man sich eine lästige manuelle Eingabe ersparen und sofort lossurfen kann. Auch eine Kopplung zwischen Handy und Notebook per Bluetooth geht spielend leicht und die Datenübertragung, dank schnellem Bluetooth 2.0, recht schnell. Wer es noch schneller mag, hat auf dem Handy eine extra Partition für den Massenspeicher. Daten, die hier reinkopiert oder reingespeichert werden, können auf schnellstem Wege via USB-Datenkabel vom Handy auf den PC übertragen werden.

Mit der im Zubehör vorhandenen Nokia Ovi Suite Software lassen sich Daten via USB-Kabel oder Bluetooth zwischen Handy und PC synchronisieren. So können Kalendereinträge, Nutzerdateien, Fotos, Anwendungen oder Multimedia-Dateien zwischen Handy und PC ausgetauscht oder Handyinhalte auf dem PC gesichert werden. Außerdem lässt sich mit der Ovi Suite ein eigenes Internetportal erstellen, in das beispielsweise eigene Fotos geladen und öffentlich bereitgestellt werden können. Der flexible Speicher des N97 umfasst fantastische 32 Gigabyte. Sind diese nicht ausreichend, um alle Fotos, Musikdateien, Spiele oder Videos unterzubringen, hat man die Möglichkeit, den Speicher mit einer bis zu 16 Gigabyte großen MicroSD-Speicherkarte noch zu erweitern.

Nokia N97
Nokia N97
Nokia N97
Nokia N97

Das Nokia N97 verfügt sowohl über Spachwahl, als auch über Sprachsteuerung. Beide funktionieren gut. Hier hat der Slider gegenüber dem Samsung I8910 HD die Nase vorn, denn auf diese Funktionen muss man beim I8910 HD leider verzichten. Mit einem Sprachspeicher kann der Slider wie ein Diktiergerät benutzt werden. In den Aufnahmequalitäten MMS-kompatibel, Standard oder Hoch, kann man Sprachnachrichten bis zu einer Länge von 60 Minuten aufzeichnen. Eine Stummschaltung des Mikrofons ist während eines Telefonats über ein eingeblendetes Icon auf dem Display möglich. Die Freispechfunktion des N97 ist ordentlich. Man kann den Gesprächspartner ausreichend laut und deutlich verstehen und wird auch von ihm gut gehört, allerdings wird die eigene Stimme, ebenso wie beim normalen Sprachanuf, vom Gegenüber als ziemlich verzerrt beschrieben. Über einen integrierten Anrufbeatworter gelangt man schnell in die Mailbox, zur Abfrage von Sprachnachrichten. Der Slider verfügt über die sechs voreingestellten Profile Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager und Offline, die man den eigenen Bedürfnissen entsprechend personalisieren kann. Diesen Profilen kann man weitere hinzufügen und selbst benennen. Die Profile Lautlos, Besprechung, Draußen und Pager sind zudem zeitbegrenzt einstellbar. Das Telefonbuch des Handys findet man unter dem Hauptmenüpunkt „Kontakte“. Einem Kontakt können zahlreiche Daten hinzugefügt werden; um nur einige zu nennen: Vorname, Nachname, Mobiltelefon, Telefon, E-Mail, Bild, Klingelton, Videoanruf, Firma, Postition, Synchronisation, Fax, Geburtstag, Web-Adresse, Notiz… Jeder Kontakt kann Gruppen zugeordnet werden.

Während eines Telefonats kann auf den Startbildschirm und somit auf sämtliche Menüs und auch die Kontaktliste, zugegriffen werden. Ein separates Menüicon für den Organizer, wie man es von anderen Handys kennt, gibt es auf dem N97 nicht. Der Kalender, sonst im Organizer zu finden, hat ein eigenes Icon im Hauptmenü. Die Bedienung des Kalenders ist sehr komfortabel. Die Ansicht kann nach Woche, Tag oder Aufgaben eingestellt werden. Werkseitig schaut man auf die Monatsansicht. Unter dem Monatsraster befindet sich ein kleines Feld mit der Anzeige aktueller Kalendereinträge, darunter eine Menüleiste mit drei Buttons, mit denen sich Tagesansicht und Eintragsoptionen für Besprechungen oder Aufgaben direkt öffnen lassen. Alternativ kann ein Termin als Notiz oder Geburtstag/Jahrestag gekennzeichnet werden. Einem Termin können die Datenangaben Betreff, Ort, Beginn, Ende, Erinnerung, Wiederholung und Synchronisation hinzugefügt werden. Terminübergreifend sind Kalender-Signalton, Erinnerungsintervall, Standardansicht, Wochenbeginn und Art der Wochenansicht einstellbar. Weitere Organizerfunktionen findet man unter dem Hauptmenüpunkt „Programme“. Nutzer, die auch unterwegs Zugriff auf ihre Dokumente haben wollen, werden sich über das vorinstallierte Quickoffice-Programm, angesiedelt im „Office“-Ordner, freuen, mit dem Word-, Excel- und Powerpointdateien betrachtet, jedoch nicht bearbeitet werden können. Auch Adobe PDF ist mit an Bord. Im Office-Ordner befindet sich auch der Dateimanager, sowie ein Wörterbuch, in das Übersetzungsprogramme in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden können. Zudem ein Zip-Programm, aktuelle Notizen, ein Umrechner und ein Taschenrechner. Ein Zeichenprogramm befindet sich im Programmordner.

 

Unter dem Icon „Uhr“, in den Programmen, verbergen sich Wecker und Weltzeituhr. Für Verschlafen gibt es mit dieser Weckfunktion keine Entschuldigung mehr, denn es sind beliebig viele Wecktermine mit Erinnerungszeit, Beschreibung, Wiederholung, Wochentagen und Weckton einstellbar. Auch die Einstellungsoptionen für Uhrzeit und Datum befinden sich hier. Neben Zeitzone, Datumsformat, Uhrzeitformat, Datums- und Uhrzeit-Trennzeichen, ist zwischen analoger oder digitaler Uhrzeitanzeige und automatischer Zeitanpassung wählbar. Auch das Spiel „Spore“, bei dem man Tastatur- oder Displaygesteuert kleine Lebewesen fressen muss, um in der Nahrungskette weiter nach oben zu klettern, hat sich in den Programmordner, anstatt in den Spieleordner, verirrt. Unter dem Hauptmenüicon „Spiele“ befindet sich außerdem noch der Spieleklassiker „Guitar Rock“. Beide Spiele sind eher Pausenfüller, als optische Highlights mit hohem Funfaktor. Das große Display und die Bedienmöglichkeit über QWERTZ-Tastatur oder Lagensensor, würden sicherlich bei aufwändigeren Spielen viel besser zur Geltung kommen. Hier hätte man sich vom Hersteller gerne eine etwas üppigere Ausstattung mit Spielen gewünscht. An zahlreichen nützlichen Programmen mangelt es dem N97 jedoch nicht. So ist eine Internetsuchfunktion für Personen, Mitteilungen, Musik, Orte und andere Daten ebenso vorinstalliert wie eine Online-Freigabefunktion für eigene Dateien. Wer unterwegs gerne auf dem Handy fernsieht, wird an „dailyme.tv“ seine Freude haben. Vorinstallierte Links zu Youtube, JoikuSpot, Amazon, AP News, Bloomberg, Facebook, Hi5, Boingo und Quik sorgen für weiteren Komfort, wenn man im Netz unterwegs sein möchte. Auch einen Link für Podcasts gibt es. Die Icons „My Nokia“ und „Download!“ führen direkt zur Benutzeranmeldung auf der Nokiaseite, um regelmäßig per SMS kostenlose Tipps und Tricks zur Unterstützung des Nokia Handys zu erhalten oder um sich Programme und Dienste von der Herstellerseite herunterzuladen oder zu abonnieren.

Nokia N97
Nokia N97
Nokia N97
Nokia N97

Auf dem Noka N97 surft man mit einem S60-Browser im Internet. Anders als beim Samsung I8910 HD, bei dem Bildschirminhalte durch Schieben des Scrollbalkens weitergeschoben werden und beim Loslassen stillstehen, scrollt der Seiteninhalt beim N97 bis zum Seitenende flüssig weiter (kinetic scrolling), wenn man die Seite mit dem Finger „anschiebt“. Bei großer Seitendarstellung, beziehungsweise aktivierter Zoomfunktion, wird die Scrollfunktion allerdings etwas ruckelig. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem I8910 HD ist, dass der breite Menübalken am rechten Bildschirmrand nicht konstant angezeigt wird, beziehungsweise manuell abgeschaltet werden muss, sondern sich automatisch nach ein paar Sekunden ausblendet. Wird er zu Einstellungszwecken benötigt, kann er über einen kleinen Pfeil in der rechten unteren Ecke wieder aktiviert werden. Die Seitenanzeige ist, nicht zuletzt wegen der Javafähigkeit des Handys, brillant. Bildschirminhalte werden originalgetreu wiedergegeben. Der Seitenaufbau dürfte allerdings etwas schneller sein. Aktiviert man den Menübalken und klickt auf „Zurück“, werden die vorher geöffneten Seiten dreidimensional nebeneinander angezeigt und lassen sich durch Fingerwisch bewegen, so dass man leicht die gewünschte Seite auswählen und öffnen kann. Beliebte Seiten lassen sich als Lesezeichen speichern und versenden. Durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm ist eine Zoomfunktion zur Vergrößerung der Darstellung möglich. Auch lässt sich die Schriftgröße in Kleinste, Kleiner, Normal, Größer oder Größte ändern. Das Nokia N97 verfügt über GPS und liefert die passende Software in Form von „Nokia Maps 2.0“ gleich mit. Die sprachgeführte Navigation ist allerdings nur drei Monate kostenlos nutzbar, wer sie danach noch nutzen möchte, muss eine kostenpflichtige Lizenz erwerben. Dank des 3,5 Zoll großen Displays werden Karten gut und übersichtlich angezeigt. Da, mit Ausnahme der sprachgeführten Navigation, alle Dienste und Karten auch nach Ablauf der drei Monate verfügbar sind, kann die Navigationssoftware auch danach noch komfortabel genutzt werden.

Musikdateien können via USB-Datenkabel, MicroSD-Karte und Bluetooth vom PC oder per Download aus dem Internet, auf das Handy übertragen werden. Gespeichert wird die Musik werkseitig in der Musikbibliothek des Handys. Die Bibliothek ist aufgeteilt in Interpreten, Alben, Wiedergabelisten (von denen man beliebig viele selbst erstellen kann), alle Songs, Podcasts, Genres und Komponisten. So lassen sich Musikstücke leicht wiederfinden und abspielen. Für die Songwiedergabe kann man zwischen zufälliger Wiedergabe, alle Songs wiederholen oder Wiederholung des einzelnen Songs wählen. Ein Klangregler bietet die Klangspektren Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop, Rock und Standard-Voreinstellungen. Zusätzlich können Balance, Loudness und ein Stereo-Raumklang eingestellt werden, der aber erst bei der Wiedergabe über das Stereo-Headset voll zur Geltung kommt. Während der Wiedergabe werden Interpret, Titel und Albumcover angezeigt. Die Option zusätzlicher visueller Darstellungen gibt es leider nicht.

 

Klanglich geht der Player des N97 in Ordnung, wenngleich Stücke etwas zu höhenbetont wiedergegeben werden. Daran ändert auch ein eingestellter Bass-Booster kaum etwas. Über das mitgelieferte Headset klingt Musik besser, wenngleich nicht so optimal, wie mit einem richtig guten Kopfhörer. Da das Handy über einen Klinkenanschluss verfügt, ist das Anschließen des eigenen Headsets kein Problem. Musik kann der MP3-Player in den Formaten AAC, AAC+, AMR-NB, AMR-WB, eAAC, eAAC+, MA4, MP3, MPEG4, SPMIDI, XMF, WMA wiedergeben. Das N97 verfügt außerdem über ein UKW-Radio, für dessen Betrieb das mitgelieferte Headset benötigt wird, da dessen Kabel als Antenne fungiert. Mit dem integrierten FM-Transmitter kann die auf dem Handy vorhandene Musik auf ein Radio übertragen werden.

Nokia N97

Das Nokia N97 stellte sich im Test als Alleskönner mit Schwächen in der Performance dar. In puncto Material und Verarbeitung hätte es in dieser Preisklasse ein bisschen mehr sein dürfen. Punkten kann das N97 mit einer großen Vielfalt an Funktionen und Anwendungen. Browser und Musik-Player des Sliders gehen, mit kleinen Abstrichen, in Ordnung. Die Qualität der 5-Megapixel-Kamera ist nicht in allen Bereichen optimal, aber ausreichend für ein Handy. Bedienerfreundlichkeit und Darstellung des resistiven Touchdisplays kommen nicht ganz an die des kapazitiven Screens eines Samsung I8910 HD heran, sind aber dennoch sehr gut. Dafür hat das N97 gegenüber dem I8910 HD den Vorteil einer vollwertigen QWERTZ-Tastatur, ohne dabei allzu sehr an Dicke zuzulegen. Wenn man sich zwischen diesen beiden Oberklasse-Smartphones entscheiden möchte, sollte man also vor allem überlegen, ob man Wert auf die QWERTZ-Tastatur legt und dafür die leichten Mängel in Kauf nimmt.

Pro:

  • Brillantes resistives Touch-Display
  • Startbildschirm mit Widgets
  • Große Auswahl an Programmen und Anwendungen
  • Downloadmöglichkeiten aus dem Ovi-Store
  • 3.5 mm Klinkenbuchse
  • Vollständige QWERTZ-Tastatur
  • Zahlreiche Connectivitymöglichkeiten

Contra:

  • Materialwertigkeit zu gering für die Preisklasse
  • Unübersichtliches Symbian Betriebssystem
  • Kamera mit leichten Schwächen
  • Magere Spieleauswahl- und Qualität
  • teilweise mangelhafte Sprachqualität

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