Test des Nokia N96

Einführung

Test-Datum: 13.02.2009
Software Version: Symbian OS 9.3 S60 3.2
Testversion mit Branding: nein
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Gesamtwertung: 0 / 10
 
Nokia N96

„Ein ganz schöner Klops!“, ist ein Gedanke, der sich aufdrängt, wenn man das Nokia N96 zum ersten Mal in der Hand hält. Und das stimmt gleich in zweifacher Hinsicht, denn sowohl in seinen propperen äußeren Maßen, als auch in seiner inneren Ausstattung, ist das N96 üppiger geraten, als so manch anderes Multimedia-Handy. Eine neue Dimension des Entertainments verspricht uns Nokia und wirbt mit „Unterhaltung jederzeit und überall“. Damit spielt der finnische Hersteller vor allen Dingen auf die Fernseh- und Videofunktionen, eine 5-Megapixel-Kamera sowie die Musikwiedergabe über Medientasten des Sliders an. „Nokia Maps“ sollen zudem sowohl dem Autofahrer als auch Fußgängern jederzeit den richtigen Weg weisen. Viel Funktion also, jedoch zu einem stolzen Preis. Ob dieser gerechtfertigt ist oder ob die Konkurrenz schon längst am N96 vorbeizieht, das erfahren Sie im Test auf inside-handy.de.

Verpackung & Lieferumfang

Nokia N96Das Nokia N96 kommt in einem großen Karton daher, bei dem sich der erstaunte Betrachter förmlich fragen muss, was da alles drin sein kann. Auf einer Banderole, von der die Verpackung umschlossen ist, sieht man vor einem grau bewölkten Himmel und vielen ausgestreckten Händen, ein Bild des Sliders. Darüber prangt der Schriftzug „Tetris on the Nokia N96, activate and play!“ Weitere Angaben auf der Banderole weisen vor allen Dingen auf die Spielfunktionen des Handys hin. Zieht man die Ummantelung ab, kommt ein vorwiegend schwarzer stabiler Pappkarton, mit einem pinken Streifen an der Seite, zum Vorschein. Auch hier ist ein Foto des N96 zu sehen, daneben der Schriftzug „NOKIA Nseries“. Der kleine Aufdruck „16GB“ wirbt für den großen flexiblen Speicher des Sliders. Wird der Karton aufgeklappt, fällt der Blick auf eine weitere schwarze Pappabdeckung, in deren Mitte sich eine Aussparung für das N96 befindet.

Klappt man auch diese Abdeckung auf, sieht man neben dem Handy einen Teil des mitgelieferten Zubehörs in einer Plastikschale. Diese steht auf einem eierpappartigen grauen Karton, der weiteres Zubehör enthält. Das Zubehör des N96 ist reichhaltig. Mitgeliefert werden: Ein Akku, das Netzteil, ein TV-Out Kabel, ein Zigarettenanzünder-Ladekabel, ein USB-Datenkabel, ein Headset, eine Software-CD und die Bedienungsanleitung. Die Bedienungsanleitung ist sehr knapp gefasst, jedoch wird gleich auf den ersten Seiten darauf hingewiesen, dass es möglich ist, sich von der Nokia-Produktsupportseite eine erweiterte Bedienungsanleitung herunterzuladen. Auf eine MicroSD-Speicherkarte wurde, vermutlich wegen des 16GB großen installierten Speichers, verzichtet.

 

Nokia N96

Verarbeitung & Handhabung

Nokia N96
 

Das Nokia N96 auseinanderzubauen ist sehr einfach. Akkudeckel und zugleich Rückseite des Sliders werden mit einem Verriegelungsknopf in ihrer Verankerung gehalten. Ein kurzer Druck auf diesen genügt, um den Akkudeckel abheben zu können. Zum Vorschein kommt der Akku und darunter die Simkarte, die Nokia-typisch unter einer Megallverriegelung gehalten wird.

Nokia N96Insgesamt rechtfertigen weder Verarbeitung noch Design den hohen Preis des Nokia N96. Das Gerät wurde aus nicht sehr hochwertig wirkendem Plastik gefertigt, der Slidemechanismus ist leicht wackelig und der Akkudeckel knarzt bei fast jeder Betätigung des Handys. Zudem wären seine üppigen Maße von 103.0 x 55.0 x 20.0 mm allenfalls bei einem PDA oder Smartphone mit Touchscreen gerechtfertigt, um eine bessere Bedienbarkeit des Displays mit den Fingern möglich zu machen, nicht aber bei einem normalen Mulimedia-Slider, der über die Handytastatur gesteuert wird. Zu hoffen bleibt, dass die inneren Werte des sprichwörtlichen Multimedia-Riesen, die äußeren wettmachen. Das große Display des Sliders sowie die flachen Außentasten, sind mit glattem Plexiglas überzogen. Einzig die 5-Wege-Navigationstaste, die aus einem schmalen silbernen Rand besteht und die silberne Multimediataste, heben sich von dem glänzenden schwarzen Untergrund ab. Auf der wellenförmig designten anthrazitfarbenen Rückseite des N96 sieht man die Kameralinse mit dazugehörender Fotoleuchte. Die Linse ist von einem ausklappbaren Rand umgeben mit dem man den Slider zum Video schauen oder Fernsehen schräg auf eine Unterlage stellen kann.

Den Slider umgibt ein mattsilberner Plastikrand, in den auf der rechten Außenseite oben und unten jeweils ein Außenlautsprecher eingebettet ist. Unter dem oberen Außenlautsprecher befindet sich die Wipptaste zur Lautstärkeregelung und über dem unteren Außenlautsprecher die Kamerataste. Auf der linken Außenseite des Handys ist der MicroSD-Speicherkartenslot angesiedelt, der von einer Abdeckung vor Staub und Schmutz geschützt wird. Wer sein Handy gerne an einer Handschlaufe trägt, findet an der linken unteren Ecke die passende Öse dafür. Wie von Nokia gewohnt, befindet sich an der Oberseite des Handys die An-/Austaste. Außerdem sieht man hier die Buchse für den 3.5 mm Klinkenstecker und eine Schiebetaste zum Entriegeln der Tastatursperre. Am unteren Handyrand befinden sich der Eingang für das Netzteil, das Mikrofon sowie ein Slot für das USB-Datenkabel. Da diese, ebenso wie die Klinken-Buchse nicht abgedeckt sind, hat Staub an diesen Stellen eine gute Chance in das Gehäuseinnere einzudringen. Auch die Spaltmaße zwischen Ober- und Unterteil des Sliders lassen zu wünschen übrig. Zur Mitte hin heben sich die beiden Elemente etwas höher voneinander ab, als an Ober- und Unterkante. Eine praktische Besonderheit des N96 ist der doppelte Slide-Mechanismus.

Nokia N96Schiebt man die Handyoberseite nach unten, kommen vier große Medientasten zum Vorschein und die Displayanzeige wechselt ins Querformat. Nach oben geschoben gibt das Oberteil den Blick frei auf das numerische Tastenfeld. Die Nummerntasten sind in klassischen Dreierreihen nebeneinander angeordnet, dabei zwar recht breit, aber sehr schmal gehalten und bestehen ebenso wie die Multimedia-Funktionstasten, aus sehr glattem Plastik. Die Tastatur ist ungleichmäßig, zur Mitte hin heller und zu den Rändern hin dunkler, ausgeleuchtet. Wie der Rest des Sliders machen auch die Tasten einen nicht sehr hochwertigen Eindruck. Blindes SMS-Tippen ist durch die schmalen Tasten, die sich kaum voneinander abheben, sehr schwierig. Die Medientasten sind zwar wesentlich größer als die numerischen Tasten, jedoch wäre es auch hier wünschenswert, dass sie sich entweder durch unterschiedliche Materialbeschaffenheit oder Erhabenheit, besser voneinander abgrenzen würden. Unter dem großen Display befindet sich die Außentastatur. Hier ist mittig eine große OK-Taste angesiedelt, um die herum sich, als schmaler silberner Rand, eine erhabene 5-Wege-Navigationstaste befindet. Da die Navigationstaste sehr dünn ist, passiert es leicht, dass man beim Navigieren durch das Handymenü einmal abrutscht und versehentlich auf der OK-Taste landet. Um die Navigationstaste herum sieht man ein glattes Tastaturfeld zur Bedienung des Mediaplayers.

Direkt unter dem Display befindet sich rechts und links jeweils eine Softtaste. Unter der linken Softtaste kann man die durch einen grünen Strich gekennzeichnete Anruftaste, und darunter die Menütaste, sehen. Unter der rechten Softtaste ist eine rot gekennzeichnete Nokia N96Gesprächsende-Taste und darunter die Löschtaste „C“. Neben der Gesprächsendetaste hebt sich eine Multimediataste ab. Die Außentasten haben einen guten Druckpunkt, aber auch hier wäre eine bessere haptische Abgrenzbarkeit sinnvoll gewesen. Der Vibrationsalarm des Handys ist deutlich in der Hosen- und Hemdentasche spürbar, wird jedoch von einem deutlichen Summen begleitet, das in ruhiger Umgebung schon einmal störend sein kann. Wahlweise kann der Vibrationsalarm des Telefons so eingestellt werden, dass entweder nur der Klingelton zu hören ist und kein Vibrationsalarm, nur der Vibrationsalarm oder beides zusammen.

Sprachqualität & Empfang

Nokia N96Die Sprachqualität des Nokia N96 ist mittelmäßig. Der Gesprächspartner wird laut genug gehört, die Stimme klingt jedoch leicht verzerrt. Vom Gegenüber wird eine deutlich zu sehr höhenbetonte und dünne Wiedergabe der Anruferstimme beschrieben. Um den Gesprächspartner laut genug hören zu können, ist die Lautstärke während des Gespräches über eine seitliche Wipptaste einstellbar. So kann das Gegenüber auch in lauterer Umgebung noch gut verstanden werden. Der Empfang des N96 ist in normaler Netzumgebung durchgehend sehr gut. Die Statusbalken zeigten in unserem Test immer den höchsten Wert an. Mit dem 950mAh Akku erreicht der Slider laut Hersteller in GSM-Netzen eine Gesprächszeit von bis zu 230 Minuten und in UMTS-Netzen bis zu 160 Minuten. Für die Standbyzeiten werden von Nokia bis zu 230 Stunden im GSM-Netz und bis zu 200 Stunden im UMTS-Netz angegeben. Der häufige Einsatz von Musik- und Video-Player oder Bluetooth, führte in unserem Test zu einer Abnahme der Akkulaufzeit.

Der SAR-Wert des N96 beträgt 0,910 W/kg.

Display & Kamera

Nokia N96Das 2,8 Zoll große TFT-Display ist eines der Highlights des Nokia N96. 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln werden gestochen scharf und sehr kontrastreich dargestellt. Besonders bei der Wiedergabe von Videos zeigt sich die hohe Qualität des Displays. Da die Oberfläche des Displays sehr glänzend ist, wird die Ablesbarkeit unter einer hellen Lichtquelle sehr erschwert. Ein wenig verbessert werden kann dieses durch die höchste Stufe der in vier Stufen einstellbaren Displayhelligkeit. Wie brillant Farben und Schriften wiedergegeben werden, wird darum vor allen Dingen bei indirekter Lichteinstrahlung oder bei Dunkelheit deutlich. Hier kann das Display punkten. Die Tastaturablesbarkeit wird bei Dunkelheit durch eine weiße Beleuchtung der Symbole gewährleistet. Wie zuvor schon erwähnt, ist diese Ausleuchtung jedoch nicht sehr hell und auch ungleichmäßig. Zudem sind Ziffern und Buchstaben auf dem Tastaturfeld sehr klein.

Ein Energiesparmodus ist so einstellbar, dass das Telefon zwischen fünf und 90 Sekunden darauf umschaltet. Hier kann man wählen, ob im Energiesparmodus eine Animation oder Bildschirmpräsentation laufen soll. Der Bildschirmhintergrund kann wahlweise als Standard angezeigt oder durch eines der zahlreichen vorinstallierten Hintergrundbilder oder Fotos verschönert werden. Für den Standbymodus hält der Slider die Möglichkeit bereit, eine horizontale oder vertikale Symbolleiste mit Schnellzugriffen, Kalender, Player und dem Menüpunkt „Personalisieren“ anzuzeigen. Für die Begrüßung oder das Logo kann ein Text oder Foto eingestellt werden. Außer der Nokia-Standard-Begrüßungsanimation sind keine weiteren Animationen auf dem Handy vorinstalliert. Im N96 ist ein Lagesensor verbaut, der sich ein- oder abschalten lässt, und das Display beim Drehen des Handys jeweils ins Hoch- oder Querformat bringt. Der Slider wartet mit einer 5-Megapixel-Kamera auf. Auch hier hat die Konkurrenz im gleichen Preissegment schon mehr zu bieten. Siehe Sony Ericsson C905 oder das Samsung Innov8 mit jeweils 8-Megapixel-Kameras. Doch Masse ist bekannterweise ja nicht immer gleich Klasse, schauen wir also, wie sich die Kamera des Nokia N96 im Praxistest bewährt.

Zum Einsatz kommt beim N96 ein Carl Zeiss Tessar 2.8/5.2 Objektiv. Das Display fungiert aus Sucher. Dieses funktioniert im Kameramodus sehr gut, es kommt der gleiche Bildausschnitt aufs Bild, der auch auf dem Display zu sehen ist. Im Videomodus geht es manchmal leicht ruckelig zu, jedoch noch im tolerierbaren Bereich. Angenehm, und für einen Slider nicht selbstverständlich ist, dass die Kamera auch bei geschlossenem Slider bedient werden kann. Bei höchster Auflösungseinstellung reagiert der Auslöser in knapp einer Sekunde, und die Kamera ist danach erfreulicherweise auch schnell wieder bereit, das nächste Foto aufzunehmen. Symbole auf dem rechten Display zeigen die zahlreiche verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten an:

  • Motivprogramme (Autofokus, Benutzerdefiniert, Nahaufnahme, Portrait, Landschaft, Sport, Nacht, Portrait Nacht) 
  • Blitzmodus (Automatisch, Ein, Rote-Augen-Reduzierung, Aus)
  • Selbstauslöser (Aus, 2 Sekunden, 10 Sekunden, 20 Sekunden)
  • Bildfolgemodus (Einzelbild, Serie, 10 Sekunden, 30 Sekunden, 1 Minute, 5 Minuten, 10 Minuten, 30 Minuten)
  • Farbton (Normal, Sepia, Schwarzweiß, Kräftig, Negativ)
  • Suchraster einblenden
  • Weißabgleich (Automatisch, Sonnig, Wolkig, Weißlicht, Neonlicht)
  • Belichtungsausgleich
  • Bildschärfe (Hoch, Normal, Niedrig)
  • Kontrast
  • Iso (Automatisch, Niedrig, Niedrig-Mittel, Mittel, Mittel-Hoch, Hoch)
  • In den Videomodus wechseln

Über das Optionsmenü am rechten unteren Bildrand kann man zudem noch geöffnete Programme anzeigen lassen, Symbole ausblenden, eine Zusatzkamera für Portraitaufnahmen verwenden, die Bildqualität einstellen, Standort aufzeichnen, in Album einfügen, das Bild zeigen, einen Standardnamen für Fotos einstellen, einen verstärkten digitalen Zoom aktivieren, vier verschiedene Auslösertöne einstellen, einen Speicherort wählen (Telefonspeicher, Massenspeicher, Speicherkarte), Bild drehen (ein, aus) und Kameraeinstellungen wiederherstellen. Der 20.0-fach-Digitalzoom lässt sich auch bei höchster Bildauflösung einsetzen. Fotos werden im JPEG-Format in einer Auflösung bis maximal 2560 x 1920 Pixeln erstellt. Die aufgenommenen Fotos können auch im Nachhinein mit den genannten Einstellungsmöglichkeiten bearbeitet werden. Zusätzlich kann man sie drehen, einen Comiceffekt anwenden, sie zuschneiden, einen Clipart und Text einfügen, die Größe ändern sowie einen Rahmen aussuchen. Im Videomodus bietet die Symbolleiste am rechten Bildrand folgende Einstellungsmöglichkeiten:

  • Motivprogramme (Autofokus, Nacht) 
  • Videolicht einschalten
  • Weißabgleich (Automatisch, Sonnig, Wolkig, Weißlicht, Neonlicht)
  • Farbton (Normal, Sepia, Schwarzweiß, Kräftig, Negativ)

Nokia N96Über das Optionsmenü am rechten unteren Bildrand lässt sich außerdem die Videoqualität zwischen hoher TV-Qualität, normaler TV-Qualität, hoher E-Mail-Qualität, normaler E-Mail Qualität und MMS-Qualität einstellen. Je nach gewähltem Speicherort wird hier jeweils auch die Restzeit angegeben, die für eine Videoaufnahme noch auf dem Speicher zur Verfügung steht. Bei höchster Aufnahme-Qualität und Speicherort „Massenspeicher“ wurde hier immerhin noch 1 Stunde und 15 Minuten als Restzeit angegeben. Außerdem kann im Optionsmenü eine Standortaufzeichnung aktiviert werden sowie eine Videostabilisierung und Audioaufnahme. Es kann festgelegt werden, ob ein Video in das Album eingefügt, die Videoaufnahme automatisch gezeigt oder die Kameraeinstellungen wiederhergestellt werden sollen. Auch hier lässt sich der Speicherort zwischen Telefonspeicher, Massenspeicher und Speicherkarte festlegen. Videoclips werden im Dateiformat MPEG-4 mit der Erweiterung MP4 oder im Dateiformat 3GPP mit der Erweiterung 3GP und in einer Auflösung bis zu maximal 640 x 480 Pixeln aufgezeichnet. Wiedergeben kann der Videoplayer des N96 jedoch Videos in den Formaten: 3GP, MPEG4, REAL, WMF, H.263, H.264. Automatisch werden sowohl Bilder als auch Videoclips im Ordner „Fotos“ gespeichert. Hier lassen sich Alben für die Aufnahmen anlegen.

Die Qualität der aufgenommenen Bilder ist sowohl in guten Lichtverhältnissen, als auch bei Dunkelheit, mit einigen Abstrichen, gut. Farben werden bei guten Lichtverhältnissen echt und Bilder kontrastreich dargestellt. Leichte Farbverfälschungen gab es in unserem Test bei Aufnahmen bei Tageslicht in Innenräumen. Blau wurde hier zu blass und Rot schien sich vom roten Gegenstand auf die Umgebung zu verteilen. Der LED-Blitz ist auch in vollkommen dunklen Räumen noch in der Lage, diese soweit auszuleuchten, dass man Gegenstände gut erkennen kann. Gut beleuchtet, jedoch auf dem PC-Monitor betrachtet etwas unscharf, werden Portraitaufnahmen mit Blitz. Der automatische Belichtungsmesser arbeitet nicht immer zuverlässig. So wird er zeitweise auch die LED hinzugeschaltet, wenn die Umgebung im Grunde genommen hell genug für eine Aufnahme ohne wäre. Hierbei wirken aufgenommene Farben teilweise unecht. Aus Türkis wurde beispielsweise Blau. Videoaufnahmen wirken, auch auf einem PC-Monitor betrachtet, für mit einem Handy aufgenommene Aufnahmen, erstaunlich klar und wenig verpixelt. Lediglich ein leichtes Bildrauschen und Ruckeln bei schnelleren Kamerabewegungen und dadurch entstehende Streifen im Bild, stören die Aufnahme. Alles in allem liefert die Kamera ein ordentliches Ergebnis für Schnappschüsse und Hobbyaufnahmen, so dass es nicht allzu tragisch ist, wenn man einmal die Digitalkamera zuhause vergisst, vorausgesetzt, man hat sein Nokia N96 dabei. 

 

 

OS & Bedienung

Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
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Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96

Das Nokia N96 wird mit der Benutzeroberfläche Nokia S60 in der Version 3.2 geliefert. Der Slider arbeitet mit dem Betriebssystem Symbian OS 9.3. Wer mit Symbian vertraut ist, wird auch mit der Bedienung des N96 wenig Probleme haben.

Die Menü-Icons sind logisch beschriftet. Unter ihnen befindet sich jedoch nicht immer, was man erwartet. Einige Untermenü-Punkte sind in mehreren Obermenüs zu finden. Somit ist eine intuitive Bedienung zwar meistens möglich, allerdings kann man sich aufgrund der Vielfalt der Anwendungen schon einmal in den Untermenüs verlaufen.

Eine im Telefon integrierte Hilfsfunktion kann hier Abhilfe bei Unklarheiten zu den einzelnen Funktionen schaffen. Das Hauptmenü kann wahlweise in der Rasteransicht, Listenansicht, in Hufeisenform oder V-Form angezeigt werden. Werden einzelne Menüpunkte häufiger benötigt, kann man die Reihenfolge der Punkte ändern und die häufig benötigten an den Menüanfang stellen.

Unter den Hauptmenü-Icons befinden sich teilweise Listenmenüs und zum Teil weitere durch Icons dargestellte Rastermenüs. Das Hauptmenü besteht aus folgenden Menüpunkten: Kontakte, Mitteilungen, Karten, Musik, Fotos, Videozentrale, Suche, Internet, Spiele, System, Programme, Laden!. Ist die linke Softtaste mit dem Menüpunkt „Mitteilungen“ belegt, so kann man vom Standbymonitor direkt auf die Mittelungsfunktion zum Verfassen einer SMS zugreifen. Alternativ kann über die Menü-Taste das Hauptmenü aufgerufen werden, in dem sich ebenfalls das Mitteilungs-Icon befindet.

Für das N96 lassen sich Schnellzugriffsfunktionen festlegen. Zum Einen können den Softtasten Schnellzugriffsfunktionen zugeordnet werden, und außerdem sind der vertikalen oder horizontalen Symbolleiste im Standbythema weitere sieben Schnellzugriffe hinzuzufügen. Auch über Sprachbefehle können Menüpunkte direkt angewählt werden. Sehbehinderte Menschen werden sich über die Möglichkeit freuen, die Schriftröße in klein, normal und groß, einstellen zu können.

Um die eigene Rufnummer zu unterdrücken muss man durch mehrere Menüs navigieren: Hauptmenü > System > Einstellungen > Telefon > Anrufen. Hier kann nun eingestellt werden, ob die eigene Rufnummer gesendet werden soll oder nicht, oder ob dieses netzabhängig geschehen soll. Auch eine automatische Wahlwiederholung lässt sich hier aktivieren oder deaktivieren. Im Systemordner befindet sich der Menüpunkt „Protokoll“. Hier werden letzte Anrufe, Anrufdauer und Paketdaten gespeichert und können bearbeitet werden.

Eine SMS oder MMS zu verfassen ist aufgrund der integrierten Texteingabehilfe-Funktion nicht schwer. Es gibt kein jeweils gesondertes Menü für SMS oder MMS; je nachdem ob z.B. ein Foto eingefügt wird, wird die Mitteilung als SMS oder MMS erkannt. Praktisch ist, dass über eine „Hinzufügen“ Schaltfläche am unteren Displayrand direkt angewählt werden kann, ob ein Inhalt (Bild, Videoclip, Soundclip, Text, Präsentation, Visitenkarte, Seite, Notiz, Datei) oder ein Empfänger eingefügt werden soll.

Bei Auswahl der Empfänger-Option werden sämtliche gespeicherte Kontakte angezeigt, und man kann ankreuzen, an welche Kontakte die Nachricht gesendet werden soll. Alternativ kann die Nachricht auch an Gruppen versandt werden. Die Schriftgröße einer Nachricht kann als Standard, groß, normal oder klein, eingestellt werden. Überlange SMS dürfen 1465 Zeichen enthalten. Um eine E-Mail zu versenden muss man zunächst ein Konto anlegen. Hat man mehrere E-Mail-Adressen, können auch mehrere Konten angelegt werden. Ein Assistent leitet durch den Vorgang. Einer E-Mail können Bilder, Videoclips, Soundclips, Text oder sonstige Dateien als Anhang hinzugefügt werden.Zum Versenden einer E-Mail kann man, je nach Konto, festlegen, über welche Verbindung sie gesendet werden soll (z.B. Wlan).

Auf dem N96 sind 45 Klingeltöne im AAC-Format vorinstalliert und zusätzlich zahlreiche Video-Töne im MP4-Format. Diese Töne können auch als Videoanrufsignal, E-Mail-Signal, Kalender-Signalton und Wecker-Signalton genutzt werden. Speziell für das Kurzmitteilungssignal stehen fünf weitere Töne im AAC-Format zur Verfügung, aber auch hier kann jeder beliebige andere Klingelton eingestellt werden.

Es können zusätzlich Klingeltöne in den Formaten AAC+, MP3 und WMA genutzt werden. Die vorinstallierten Klingeltöne klingen recht laut. Allerdings fangen die Außenlautsprecher bei der Wiedergabe besonders hoher Töne leicht an zu scheppern. Praktisch ist, dass man direkt über eine Schiebetaste am Handyäußeren die Außentastatur sperren und entsperren kann. Je nach Einstellung sperrt sich die Tastatur jedoch auch nach einiger Zeit der Nichtbenutzung automatisch.


Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Nokia N96An Connectivitymöglichkeiten lässt das Nokia N96 fast keine Wünsche offen.

  • GPRS
  • EDGE
  • UMTS
  • HSDPA (3.6 Mbit)
  • WLAN (802.11b/g)
  • Bluetooth 2.0
  • USB-Massenspeicher
  • Sync
  • 3.5mm Klinkenstecker
  • TV-Out
  • UPnP
  • VoIP
  • GPS mit A-GPS Unterstützung

Die WLAN-Verbindung mit einer Fritz Box mit WEP-Verschlüsselung klappte auf Anhieb und ließ eine schnelle Verbindung und raschen Seitenaufbau im Browser zu. Über Bluetooth können Daten zwischen Handy und PC oder anderen bluetoothfähigen Geräten ausgetauscht werden. Die Verbindung zu einem Notebook klappte gut, allerdings lief der Versand von Bildern und Videos zum Notebook ziemlich langsam.

Auch per USB-Datenkabel können Daten zwischen PC und Handy ausgetauscht werden. Das N96 wird als Massenspeicher erkannt und hat sogar einen eigenen Massenspeicher-Ordner, was den Austausch von Dateien sehr leicht und angenehm macht. Um die Synchronisation noch einfacher zu gestalten, Kontakdaten, Termine und Multimediadateien zu versenden, bietet Nokia eine PC Suite. Wem der 16GByte große flexible Speicher des Sliders nicht reicht, kann den Speicherplatz zusätzlich mit einer Hot-Swap-fähigen MicroSD-Karte erweitern.

Multimedia & Organizer

Das Nokia N96 verfügt über Sprachwahl und Sprachsteuerung. Sprachsteuerungsbefehle für alle gängigen Menüpunkte sind im Slider schon vorinstalliert. Um die Sprachsteuerung zu aktivieren, hält man im Standbymodus die rechte Softtaste länger gedrückt und kann dann den Sprachbefehl in das Mikrofon sprechen. Erkennt das Telefon einen Befehl nicht sofort, gibt es mehrere ähnliche Vorschläge zur Auswahl. Man kann Befehle jedoch auch selber umbenennen. Die Sprachsteuerung funktionierte im Test zwar nicht bei jedem eingegebenen Befehl auf Anhieb, jedoch erstaunlich gut dafür, dass die Befehle schon voreingegeben sind. Die Freisprecheinrichtung des N96 ist nicht sonderlich gut. Zwar hört man das Gegenüber ziemlich laut, jedoch sehr undeutlich und raschelig. Vom Gesprächspartner am Festnetzanschluss wird man nur abgehackt und leise verstanden.

Im Slider kann man Profile selbst benennen und personalisieren. Vorinstalliert sind die Profile: Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager, Offline. Die Profile sind nicht zeitgesteuert einstellbar, jedoch kann jedes Profil nach den eigenen Bedürfnissen personalisiert werden. Über den Hauptmenüpunkt „Kontakte“ gelangt man zum Telefonbuch des N96. Hier kann über einen Reiter direkt von der Kontaktanzeige in die Gruppenanzeige gewechselt werden. Den Kontakten können zahlreiche Zusatzdaten hinzugefügt werden: Mobiltelefon, Telefon, E-Mail, Videoanruf, Internet-Telefon, Push-to-talk, Firma, Position, Synchronisation, Fax, Pager, DTMF, SIP, Abteilung, Assistent(in), Partner(in), Kinder, Web-Adresse, Adresse, Geburtstag, Jahrestag, Notiz, sowie einige Zusätze zu den Zusatzdaten. Einem Kontakt kann man ein Bild oder Klingelton zugeordnen. Unter dem Menüpunkt „Programme“ befinden sich Anwendungen, die sonst üblicherweise im Organizer eines Telefons zu finden sind. So ist hier ein Kalender installiert, der wahlweise in der Monats- oder Wochenansicht angezeigt wird. Im Kalender können Termine eingetragen werden, zu denen folgende Daten hinzugefügt werden können: Betreff, Ort, Beginn, Ende, Erinnerung, Wiederholen, Synchronisation.

In den Programmen befindet sich auch der Unterpunkt „Uhr“, in dem die aktuelle Uhrzeit, Standort und Datum angezeigt werden. Außerdem kann man hier einen Wecker stellen. Einstellbar sind Erinnerungszeit, Beschreibung (z.B. Wecker), und Wiederholung des Alarms. Mit der integrierten Weltzeituhr kann sich nicht nur der Weltreisende über die aktuelle Uhrzeit überall auf der Welt informieren. Geht man innerhalb der Programme in den Ordner „Medien“, findet man hier die Galerie, die Online-Freigabe, Online-Abzüge, einen Real Player, Mobile TV, die Aufnahmefunktion sowie Lizenzen. Das Untermenü Office im Programmordner enthält zudem einen Adobe PDF-Reader, einen Umrechner, ein Zip-Programm, Quickoffice, sowie eine Notizfunktion. Das N96 sollte mit den „N-Gage“-Spielen „Asphalt3“, „Mile High Pinball“, „Snakes Subsonic“, „Tetris“ und „World Series of Poker“ ausgestattet sein. Aufgrund des schnellen Arbeitsspeichers und Prozessors des Handys und der tollen Displaydarstellung hätten wir die Spielefunktion liebend gerne getestet. Leider ließen sich die Spiele jedoch weder direkt über den „N-Gage“-Ordner im Hauptmenü, noch über den Dateimanager öffnen. Hier besteht seitens Nokia offensichtlich noch Nachbesserungsbedarf in der Software. Ein Softwareupdate, das diesen Fehler möglicherweise hätte beheben können, stand während unseres Tests noch nicht zum Download bereit.

Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96
Nokia N96

Der Browser des N96 kann HTML-Inhalte anzeigen, Java-Skripts ausführen und gibt Flash-Videos wieder. Vor der Einwahl ins Internet wird gefragt, über welchen Zugangspunkt verbunden werden soll. Will man sich z. B. kostenlos über Wlan verbinden, vermeidet dieses ein versehentliches Verbinden via GPRS und hilft dabei, nicht in Kostenfallen hineinzugeraten. Durch Drehen der Bildschirmanzeige ins Querformat werden Darstellungen angenehm groß dargestellt. Die Darstellung kann zudem zwischen 50% und 125% gezoomt werden, so dass auch Menschen mit Fehlsichtigkeit Schriften gut erkennen können. Praktisch ist, dass man sich eine lange Suche von Websites ersparen kann, wenn man gefundene Seiten in den Lesezeichen speichert. Über das Menü-Icon „Suche“ im Hauptmenü gelangt man direkt auf die Google-Suchseite. Der Browser des N96 bietet fast alle gängigen Funktionen, die beispielsweise auch im „Opera Mini“ integriert sind und ist sehr anwenderfreundlich. In dem Programm „Nokia Maps“ hat das N96 digitale Karten integriert. Mit dem Programm kann nach Adressen oder Orten gesucht werden. Ein kostenpflichtiges Upgrade ermöglicht zusätzlich sprachgesteuerte Navigation im Auto und bietet laut Nokia, für Fußgänger optimierte Navigation mit Richtungsanweisung. Leider ließ sich im Test keine GPS-Verbindung aufbauen. Die Übertragung von Liedern auf das Nokia N96 ist entweder über Bluetooth oder Datenkabel vom PC aus möglich, oder über das auf dem Handy installierte Programm „Music Store“ via Download aus dem Internet. Über den Musik-Icon des Hauptmenüs gelangt man zum „Player“, in dessen Menü die Musikstücke nach Interpreten, Alben, Wiedergabelisten, Titel, Podcasts, Genres und Komponisten geordnet sind. Die Wiedergabelisten „N96_Mix“, „Meistgehörte“, „Zuletzt Wiedergegeben“ und „Kürzlich Hinzugefügt“, sind vorinstalliert. Es können jedoch beliebig viele weitere Wiedergabelisten erstellt werden. Optional kann eine Zufallswiedergabe gestartet sowie alle Titel oder nur der aktuelle Titel wiederholt werden.

Über einen Klangregler können eine Standard-Voreinstellung, Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop oder Rock als Klangfarben eingestellt werden. Eine Audioeinstellungsfunktion ermöglicht zudem eine Balance-, Loudness- sowie Stereo-Raumklangeinstellung. Der Player zeigt während der Wiedergabe Titel, Interpreten und Album an. Über die Visualisierungsfunktion lässt sich die Visualisierung in Album-Grafik, Kreise, Oszilloskop oder Spektrum einstellen. Die Musikwiedergabe kann während der Arbeit mit anderen Programmen fortgesetzt werden. Leider verkürzt sich die Akkulaufzeit bei häufigem Gebrauch des Players deutlich, so dass auf längeren Reisen ein zweiter Akku oder zumindest das Netzteil mitgenommen werden sollte.

Über die Klangqualität der beiden Außenlautsprecher des N96 lässt sich sagen, dass sie Musik zwar laut, aber sehr höhenbetont wiedergeben. Es fehlt an nötiger Klangtiefe und Klangfarbe. Hier lohnt sich der Einsatz des Headsets, denn darüber werden auch Bass und Mitten prima wiedergegeben. Die Titelanwahl und Bedienung des Players ist durch die Medientasten sehr einfach, die sowohl bei nach unten hin aufgeschobenem Slider erreichbar oder über die Medientasten neben der Navigationstaste ansteuerbar sind. Musik kann der Player in den Formaten AAC, AAC+, eAAC+, MP3 und WMA wiedergeben. Ein Videoplayer im N96 kann Videos in den Formaten 3GP, MPEG4, REAL, WMF, H.263, H.264. wiedergeben. Die Wiedergabe ist durch das hochauflösende Display sehr scharf und realistisch. Eine der von Nokia am meisten umworbene Funktion des N96 ist die Möglichkeit des mobilen Fernsehens. Dieses wäre mit dem Slider theoretisch zwar möglich, jedoch setzt Nokia mit dem N96 auf DVB-H-basiertes mobiles TV, das in Deutschland zurzeit jedoch, im Gegensatz zu DVB-T, noch nicht ausgestrahlt wird. Dementsprechend konnten man diese Funktion des Handys nicht testen.

Fazit

Nokia N96
 
Zeigt sich das N96 nun also als würdiger Nachfolger des legendären Verkaufschlagers N95? Die Optik des N96 ist auch bei der Konkurrenz schon mal dagewesen und nichts wirklich Neues mehr. Zudem mangelt es stark an Materialwertigkeit und Verarbeitung. Punkten kann der Slider mit einer sehr guten Displaydarstellung, was dem Nutzer besonders bei der Betrachtung von Videos zugute kommt. Der Musik-Player sowie die integrierte 5-Megapixel-Kamera sind zwar ordentlich, gehören qualitativ, gemessen an heutigen Standards, jedoch eher zum Mittelmaß. Die Programmvielfalt des N96 wiegt hierbei jedoch so manches wieder auf. Leider trübten die nicht funktionierenden "N-Gage"-Spiele und ein nicht nutzbares DVB-H-basiertes mobiles Fernsehen den Test. Der Nachfolger des N95 ist also ein Handy mit fantastisch vielen Funktionen, bei der Umsetzung der Funktionsvielfalt jedoch hapert es. Somit ist das Nokia N96 zwar vielfältig einsetzbar, jedoch für das, was dem Nutzer letztendlich qualitativ geboten wird, im Preis viel zu hoch angesiedelt.

Falsche oder fehlende Angaben im Datenblatt (Nokia N96)?

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