Test des Nokia N91

Einführung

Test-Datum: 15.08.2006
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
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Ein halbes Jahr nach dem ursprünglichen Erscheinungstermin ist es endlich da, das Nokia N91 – Nokias Musikhandy mit einer Vier-Gigabyte Festplatte.

Doch das ist noch lange nicht alles. Eine Kamera mit 2 Megapixel, UMTS und W-Lan für die schnelle Datenübertragung sowie ein Symbian - Betriebssystem sind mit an Bord.

Doch ist das Handy bei der Grösse überhaupt noch zeitgemäss? Hat es mit einem halben Jahr Verspätung nicht schon längst den Zug verpasst? Können die kleinen Tasten auch in der Praxis überzeugen? Und wie ist die Verarbeitung des Mobiltelefons?

Wir haben das Handy im inside-handy-Testlabor ausführlich getestet.

Verpackung & Lieferumfang

Das N91 kommt in einer schlichten, aber sehr großen Verpackung daher. Zwar ist sie mit den mehrheitlich grauen und weissen Farbtönen unauffällig, doch ist sie, wie die meisten Verpackungen der anderen N-Serie Handys von den Verpackungen der normalen Nokia Handys gut zu unterscheiden.Die kleinen Bilder in auffälligem rot und lila auf dem Deckel lassen auf ein Lifestyle-Produkt schließen.

Im Lieferumfang enthalten ist das Handy selbst, ein Ladegerät und ein Adapter für ältere Ladegeräte von Nokia, der Standard-Akku und der Akkudeckel, Nokias zweiteiliges Musik-Headset mit einer eingebauten Fernsteuerung, ein mini-USB Datenkabel, eine Tischladestation, die CD mit der Software für den Computer und eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung, sowie kleine Büchlein, wie zum Beispiel „Erste Schritte“. Weitere Prospekte von Nokia sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Das Zubehör war in Lieferumfang vollständig enthalten. Wünschenswert wäre eine kleine Handytasche zum Schutz für das empfindliche Handy.

Verarbeitung & Handhabung


Das Handy lässt sich leicht zusammenbauen. Als erstes kommt wie üblich die SIM-Karte in ihren Slot hinein, darüber der Akku und dann der Akkudeckel. Das ist schon alles. Das Öffnen des Akkudeckels war etwas kniffelig.

Die Vorderseite des Handys ist grösstenteils aus glänzendem Chrom. Das übrige Gehäuse ist aus Edelstahl. Dementsprechend hat das N91 auch ein hohes Eigengewicht. Nur der Bereich um die Kamera ist aus Plastik hergestellt. Durch die Verarbeitung wirkt das Handy teuer. Die Größe des Modells ist streitbar - es passt knapp in die Hosentasche. Im Vergleich zu anderen Modellen, ist das N91 lang ausgefallen. Die Trapezform des Modells steht für innovatives Design. Das Display hätte größer ausfallen können.

Die verwendeten Materialien fühlen sich hochwertig an. Der matte Edelstahl ist schön zu halten und ist griffig. Einen Nachteil hat die Oberfläche aus Edelstahl: Das Handy ist für Kratzer anfällig. Dies gilt auch für den Chrombereich.

Die Tastatur kommt erst beim Aufschieben der Playertasten hervor. Dies erfolgt nur durch simples Aufschieben und hat keine Automatik – schnelles Öffnen ist mit einer Hand möglich. Im offenen, sowie im geschlossenen Zustand wackelt nichts und es gibt keinen merkbaren Spielraum.

Einen Sturz aus etwa einem Meter Höhe würde das robuste Gehäuse des N91 vermutlich locker überleben. Doch aufgrund der im Handy verbauten Harddisk wurde ein solcher Versuch nicht ausgeführt.

Zwischen den einzelnen Bauteilen sind größere Spalten zu finden, doch Staub ist innerhalb der Testphase nicht in das Gerät eingedrungen.

Das N91 hat vier Ausgänge. Der Ausgang an der Unterseite ist für das Ladegerät vorgesehen. Oben am Handy ist ein, wie bei MP3-Playern oder bei CD-Spielern üblicher, 3,5mm Kopfhöhrerausgang. Direkt neben diesem befindet sich eine weitere Anschlußmöglichkeit, welche zum Beispiel beim Headset genutzt wird oder für die Fernsteuerung eines MP3-Players durch ein Headset. Seitlich befindet sich ein miniUSB-Anschluss. Alle vier Anschlüsse sind gut verarbeitet: Das Zubehör passt genau. Keiner der Anschlüsse verfügt über eine Abdeckung.

Äusserlich gibt es wenige Besonderheiten, die speziell herausragen. Das N91 hat eine Doppeltaste für die Lautstärkeregelung, eine Menütaste, welche seitlich platziert ist, einen Schiebeschalter für die Tastensperre, und den Ein- bzw. Ausschaltknopf. Dazu sind auf der Frontseite die großen MP3-Player Bedientasten, welche in der Mitte matt und außen mit Chrom umrandet sind. Sie prägen deutlich das Erscheinungsbild des Handys. Erst beim Aufschieben dieser Playertasten kommt die eigentliche Tastatur zum Vorschein. Die Tasten sind viel zu klein. Sie lassen sich durch den großen Abstand gut bedienen. Auch die Steuertasten sind nicht groß. Doch alle Tasten haben einen ganz klaren und sehr guten Druckpunkt. Der Joystick ist ebenfalls leicht bedienbar und reagiert stets zuverlässig. Das Gefühl, dass er wegen Staub nicht mehr funktionsfähig werden könnte oder dass er verwackelt, gibt es nicht.

Der Vibrationsalarm ist sowohl sehr schwach hör- als auch spürbar. Im normalen Alltag wird er aber sicher problemlos in der Hosentasche wahrgenommen. Man kann den Vibrationsalarm parallel oder auch ohne den Klingelton einschalten.

Sprachqualität & Empfang

Der Gesprächspartner wird sehr gut verstanden. Sowohl sie Stimme des Anrufers als auch des Empfängers schienen bei einem Testanruf etwas dumpf. Die Hörer-Lautstärke ist stets mittels Lautstärkeregelungstaste einstellbar. Man kann dank sehr hoher Lautstärke auch neben einer Baustelle telefonieren. Höchstens bei einer Party mit lauter Musik wird das Verständigen gravierend erschwert.

Das Handy hat sehr guten Netzempfang. In Regionen, welche nur sehr schwach abgedeckt sind, hatte das N91 immer besseren Empfang als einige andere zum Vergleich herangezogene Handys. Dasselbe gilt für UMTS. Der Empfang von UMTS war stets zuverlässig, sofern das Netz der dritten Generation überhaupt verfügbar war.

Nach Herstellerinformation beträgt die mögliche Gesprächszeit drei bis vier Stunden. Drei Stunden Gesprächszeit wäre nur zu erreichen, wenn die Hörer-Lautstärke auf niedrigste Stufe gestellt ist. Laut Nokia soll das N91 bis zu 190 Stunden im GSM und bis zu 170 Stunden im UMTS Netz einsatzfähig sein können Tatsächlich hat das N91 bei spärlichem Gebrauch eine Akkulaufzeit von weniger als drei Tagen. Bei normaler Nutzung ist der Akku schon nach zwei Tagen an der Grenze der Belastbarkeit. Mit intensivem Musikhören sowie häufigem Telefonieren und Surfen über W-Lan muss das N91 nach 20 Stunden an die Steckdose. Einen ganzen Tag hält es aber auch bei fast maximaler Nutzung sicher aus.

Display & Kamera

Das Display, welches 3,5 x 4,1 Zentimeter misst und 176 x 208 Pixel auflöst, ist bereits von vielen Series60 Modellen bekannt. Das ist leider nicht mehr ganz zeitgemäss und wirkt im Vergleich mit einem heutigen Top-Display schon ein wenig pixelig. Da helfen auch die 262.144 Farben und der gute Kontrast nichts. Die Farben werden sehr gut dargestellt und das Display reagiert schnell. Das Display ist selbst bei stärkerem Licht gut ablesbar, da man die Helligkeit sehr gut regeln kann. So macht es auch bei Nacht eine gute Figur.

Zudem kann der Nutzer verschiedene Benutzeroberflächen, das Hintergrundbild und natürlich auch die Zeit bis zum Energiesparmodus (Nokias Bildschirmschoner im Form einer digitalen Uhranzeige mit den zusätzlichen Informationen wie zum Beispiel, den Status einer neuen Mitteilung), sowie die Beleuchtungsdauer anpassen. Bei der Anzeige der Uhrzeit kann man zwischern einer „Digitalanzeige“ und einer „Analogabzeige“ im Standby-Modus wählen. Die nokiaübliche Startanimation lässt sich auch ausschalten. Weitere Anpassungsmöglichkeiten wären wünschenswert gewesen, doch nicht unbedingt notwendig.

Als Sucher für die Kamera ist das Display gut geeignet, denn man erkennt alles gut und es verzögert bei heftigen Bewegungen nicht zu stark. Man sieht gleich wie viele Fotos auf dem Speicher noch Platz haben, sowie den Zoom-Faktor. Dazu wird angezeigt, ob man sich im Foto- oder im Videomodus befindet. Nach längerer Zeit, ohne dass man im Kameramodus etwas betätigt hat, geht die Kamera in den Standby-Modus rüber. Bis ein Foto nach dem auslösen gespeichert ist, vergehen nicht ganz zwei Sekunden. Für die Fotos stehen folgende Funktionen zur Auswahl: Nachtmodus, Bildfolgemodus, Selbstauslöser (mit 10, 20 oder 30 Sekunden), Weissabgleich und Farbtoneinstellungen. Bei der Bildqualität kann man hoch normal oder niedrig wählen. Für die Auflösung stehen lediglich 1600 x 1200 und 640 x 480 Pixel zur Verfügung. Eine mittlere Auflösung oder eine kleinere für MMS wäre sehr wünschenswert gewesen. Als Standard-Fotonamen kann man das Datum oder einen selbst eingegebenen Namen einstellen. Weiterhin kann man wählen, ob das Foto auf dem Telefonspeicher oder auf der Harddisk gespeichert werden soll.

Natürlich bietet das Handy auch eine Videofunktion. Die Einstellungen für die Videos sind recht vielfältig. So lassen sich auch hier fast alle von dem Fotomodus bekannten Einstellungen vornehmen (ausser zum Beispiel fotospezifische Dinge, wie Bildfolge). Man kann die Länge regulieren (für MMS anpassen) und bei der Auflösung zwischen 128 x 96, 176 x 144 und 352 x 288 wählen. Bei der höchsten Auflösung ist die Darstellung der Videos sehr gut.

Das Handy bietet zwei verschiedene Speichereinheiten: Den internen Telefonspeicher mit knapp 13 Megabyte freiem Speicher und die Harddisk, welche mit 4 Gigabyte Speicher massig Platz für Mutimedia-Dateien bietet. Der Speicher ist nicht erweiterbar.

Die Bildqualität ist auf recht hohem Niveau. Vor allem Außenaufnahmen sind überzeugend. Das Bild ist scharf, die Farben werden gut wiedergegeben und die Ecken sind nicht stark verschwommen. Innenaufnahmen sind schon ein wenig schlechter und Nahaufnahmen sind mangels Autofokus oder Makromodus nicht zu empfehlen zudem fehlt eine Lichtquelle, wie Blitz oder Fotolicht. Das macht auch der gute Nachtmodus nicht wieder wett.

OS & Bedienung

Wer schon einmal ein Series60 Handy hatte, wird sich mit dem N91 sehr schnell zu Recht finden. Man kann das komplette Menü seinen Wünschen anpassen; Ordner erstellen, Programme und Tools individuell verschieben. Die Anzeige ist sowohl in einer Listen- als auch in einer Gitterstruktur möglich. So wie das Menü standardmässig eingestellt ist, entspricht es bis auf einige Ausnahmen (der Menüpunkt „Einstellungen“ ist in einem Ordner versteckt) dem allgemeinen Standard bei Handys.

Hat man zum ersten Mal ein Series60 Handy in der Hand, braucht man einige Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Einige Einstellungen sind nicht direkt über die allgemeinen Einstellungen veränderbar, sondern nur unter dem jeweiligen Menüpunkt – so sind die Verbindungseinstellungen alle unter verschiedenen Menüpunkten zu finden. Alle Icons des Menüs signalisieren klar, was sich hinter ihnen verbirgt.

Um eine SMS zu schreiben hat man drei Möglichkeiten. Einerseits kann man eine der Auswahltasten direkt mit „neue Mitteilung“ besetzen. Das geht am schnellsten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Menüpunkt „Mitteilungen“ direkt zu den im Standby-Modus angezeigten Favoriten hinzuzufügen. Der eigentliche Weg über das Menü dauert es ein wenig länger: Zuerst den Menüknopf betätigen, dann auf Mitteilungen gehen und anschliessend „neue Mitteilung“ und danach „Kurzmitteilung“ anwählen.

Insgesamt bietet das Handy ausreichend Shortcuts. Im Standby-Modus zeigt es eine Liste mit sechs wählbaren Favoriten an. Dafür lassen sich die zwei Auswahltasten belegen. Natürlich sind auch die belegten Lautstärkeregelungstasten fast immer verwendbar. Die kleine Schrift lässt sich im Menü leider nicht anpassen - für ältere Menschen, die nicht mehr gut sehen können, also nicht zu empfehlen.

Wenn man die Rufnummer unterdrücken will, muss man zuerst in den Menüpunkt „Einstellungen“ gelangen. Dort wählt man „Anrufe“ und anschliessend „Eigene Nr. senden“. Man kann wie üblich zwischen „ja“, „nein“ und „netzabhängig“ wählen. Die Anruferliste ist als Menüpunkt „Protokoll“ zu finden. Dort werden alle Anrufe registriert und auch die Telefondauer und die transferierte Datenmenge gezählt. Gewählte Nummern lassen sich durch das Drücken der grünen Abnehmtaste im Standby-Modus aufrufen. Beim Scheitern eines Anrufes wird man automatisch gefragt, ob man diesen wiederholen will.

Das N91 verfügt über die Worterkennungssoftware T9 -so werden fast alle Wörter automatisch erkannt. Das T9 kann auch neue Wörter erlernen. Wenn man etwas eingegeben hat und mit dem vorgeschlagenen Wort nicht einverstanden ist, bietet die Stift-Taste weitere Optionen. Für die Kurzmitteilungen liegen bereits vorgefasste Vorlagen bereit, die sich auch entfernen lassen. Man kann natürlich auch selber neue Vorlagen erstellen. Man kann alle SMS speichern, wobei der Speicher fast unbegrenzt ist. Bei Mitteilungen gibt es „Eigene Ordner“, wo man selber gewisse SMS und Vorlagen verwalten kann. Beim Schreiben einer SMS ist ein Zähler vorhanden, der auf 160 Zeichen begrenzt ist und anzeigt, wenn eine zweite SMS begonnen wird.

Das Erstellen einer MMS ist kaum schwieriger als das Erstellen einer SMS. Zum normalen Umfang einer SMS kommt einfach noch ein Dateianhang dazu. Man kann Bilder, Videos und Sounds verschicken.

E-Mailslassen sich ebenfalls problemlos versenden -dafür muss man einen E-Mail Client errichten, was mit dem Mailbox-Assistent relativ leicht geht.

Für den Klingelton lassen sich alle gespeicherten Sounds in allen gängigen Musikformaten verwenden. Eigene Aufnahmen lassen sich ebenfalls verwenden. Musikalische Unterhaltung bietet neben dem Musik-Player auch ein integriertes Radio, welches nur mit dem Headset funktioniert, da dieses als Antenne dient.

Die Tastensperre ist wie bei einem Mp3-Player. Oben am Gerät ist eine Hold-Schiebetaste angebracht. So kann man das Handy sperren. Wenn man es dann öffnet, beziehungsweise die Playertasten runterschiebt, ist das Handy automatisch wieder entsperrt, wobei die Hold-Taste immer noch auf gesperrt ist und das Handy beim Schliessen wieder gesperrt wird. Man kann das Handy auch offen sperren, wenn man die Hold-Taste erst verschiebt, während es noch offen ist.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Das Handy bietet neben Bluetooth auch W-Lan und einen miniUSB-Anschluss. Per Bluetooth kann man fast alles senden: Bilder, Videos, Sounds sogar auch die SIS-Programmdateien. W-Lan ist nicht für das Versenden von Dateien gedacht, sondern dient der Verbindung für den Internetzugang. Auch bietet W-Lan das Potential für VoIP, das Telefonieren übers Internet. Der miniUSB-Anschluss dient dem Datenaustausch zwischen Handy und PC sowie der Synchronisation. Die Synchronisation mit dem Computer mittels der Nokia PC-Suite funktioniert reibungslos. Es muss nicht jeder Kontakt einzeln übertragen werden, sondern man kann gleich mehrere Daten gleichzeitig kopieren. Für die Synchronisation werden Programme wie zum Beispiel Microsoft Outlook, Microsoft Outlook Express oder Lotus Notes unterstützt. Eine Verbindung mit einem anderen Handy oder einem Headset via Bluetooth war einwandfrei. W-Lan funktionierte auch mit allen ausprobierten Hotspots und baute sehr schnell die gewünschte Verbindung auf.

Multimedia & Organizer

Das N91 unterstützt natürlich Sprachwahl sowie Sprachbefehle. Beides funktioniert für ein Handy recht zuverlässig, doch es sollte kaum Nebengeräusche geben und man muss klar sprechen, damit der Befehl sicher erkannt wird. Ein neuer Sprachbefehl ist sehr schnell installiert.

Während einem Telefonat kann man mit dem Klick auf die Optionen-Taste zum Beispiel stumm schalten oder den Anruf halten. Auch dient die rechte Auswahltaste während des Gespräches der Aktivierung der Freisprechfunktion, welche mit dem sehr real klingenden und angenehm lauten Lautsprecher überzeugen konnte. Zudem bietet das Handy auch Profile. Sieben Profile sind vorinstalliert und können in deren Eigenschaften geändert werden. Neue Profile lassen sich hinzufügen.

Das Telefonbuch ist sehr umfangreich. Man kann die Kontakte mit Gruppen verwalten. Ebenfalls ist die Kontaktsuche sehr gut. Beim Erstellen eines neuen Kontaktes hat man sehr viele Felder, in die man Zusatzinformationen eingeben kann. Neben Standardinformationen wie Name, Telefonnummer und E-Mail sind auch Firma, Internet-Telefon, Pager und Fax verfügbar. Im Organizer ist alles enthalten, was man von einem Smartphone erwartet; Kalender, Notizen, Uhrfunktionen, Rechner, Umrechner und andere kleine Tools - alles ist einfach aufgebaut und leicht zu nutzen. Auch ein Wecker ist vorhanden. Was fehlt, kann sehr einfach als Gratissoftware hinzu installiert werden – insbesondere wichtig für Spiele, denn es waren keine vorinstalliert. Die Darstellung der von der Nokia-Homepage heruntergeladenen Spiele war sehr gut.

Bei der Musikübertragung mit dem schnellen USB 2.0 Kabel wird die Harddisk des N91 beim Computer als Wechsellaufwerk erkannt. Dazu wird keine zusätzliche Software benötigt. Nokias Musik-Player zeigt sich im N91 in einer völlig neuen Form, da das N91 speziell als MP3-Player konzipiert wurde. Der Player lässt sich vielfältig verwenden. Man kann selber Playlisten erstellen. Vorgefertigte Playlisten liegen aber auch schon vor, die zum Beispiel automatisch die 20 meistgespielten Songs ordnen, oder jene, die die zuletzt gespielten Songs aufzeigen. Mit einer Playertaste auf der Front des Handys kann der Player gestartet und minimiert werden - so kann gleichzeitig Musik gehört und eine andere Funktion genutzt oder das Lied unterbrochen und später an derselben Stelle weitergehört werden.

Der Player bietet verschiedene vorgefertigte Klangspektren und die Möglichkeit selber eine mittels 8-Band Equalizer zu erstellen zudem lässt sich die Funktion Stereo-Raumklang einstellen. Der Player ordnet die Lieder nach Interpret, nach Album, nach Komponisten und nach Genre. Die Lieder lassen sich auch über die Galerie und mit dem Dateimanager öffnen. Dort kann man alles selber mittels Ordner verwalten.

Nach knapp neun Stunden Dauermusik ist der Akku leer – die Zeit schwankt, es ist abhängig von der Lautstärke und anderen Komponenten. Die Musikqualität ist sehr gut und setzt sich deutlich von anderen Handys ab. Die Bässe sind kräftig und die Höhen klar. Das mitgelieferte Headset kann leider bei weitem nicht die volle Potenz des Handys ausnutzen. Doch es lassen sich am Handy alle üblichen Kopfhörer direkt und ohne jeglichen Adapter anschliessen. Der Player spielt fast alle gängigen Formate ab. Sollte eines nicht unterstützt sein, kann man ein Programm für dieses Format installieren.

Das N91 hat einen absolut tollen und erwähnenswerten Internet-Browser. Dieser zeigt die Seiten so an, wie wir sie vom Internet-Explorer auf dem PC gewohnt sind. Dabei dient der Joystick als eine Art Maus.

Fazit


Das N91 ist ein gelungenes Handy und ist trotz der sehr grossen Verspätung absolut zeitgemäss. Es ist in vielen Bereichen absolut vorbildlich. So sind die Materialien zum Beispiel ein sehr grosses Plus. Die Harddisk in Verbindung mit der 3,5 Millimerter Buchse und der absolut genialen Musikqualität machen es zum derzeit besten MP3-Handy. Dank W-Lan, UMTS und dem Symbian-Betriebssystem ist es auch für anspruchsvolle Business-Anwendungen und schnelles Surfen sowie Downloads bestens ausgestattet. Das etwas veraltete Display und der Akku sind neben der gewöhnungsbedürftigen Grösse das grösste Manko. Somit spricht es vor allem Leute an, die ein Musikhandy wollen. Aber auch solche, die einfach Symbian und viel Speicher brauchen werden mit dem N91 zufrieden sein. Selbst als Multimediahandy kommt das N91 gut durch, denn die Kamera ist auch ohne Autofokus für mehr als nur einen Schnappschuss tauglich. Eine Speicherkarte wäre eventuell noch für den Datenaustausch von Vorteil gewesen, stellt aber keinen grossen Nachteil dar da das N91 als Wechseldatenträger vom PC erkannt wird.

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