Test des Nokia N81

Einführung

Test-Datum: 13.02.2008
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
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Nokia N81: Draufsicht
Musik ist Trumpf, und das gerade portabel. Im Bemühen, den MP3-Player-Herstellern die Butter vom Brot zu nehmen, kommt ein Musikhandy nach dem anderen in den Handel. Eines der neuesten Pferde im Stall des weltgrößten Handyherstellers Nokia ist das Nokia N81, das sich voll dem mobilen Entertainment verschrieben hat: Viel Speicher, großes Display und die überarbeitete Spiele-Engine vom N-Gage sollen den Käufer überzeugen, andere Geräte links liegen zu lassen. Wir haben das große Schwarze in unser Testlabor geschickt.

Verpackung & Lieferumfang

Nokia N81: VerpackungEine große aber dünne Pappschachtel begrüßt den Besitzer eines Nokia N81, vorne mit dem Abbild des Handys versehen, sowie seinem Namen und seiner Zugehörigkeit zur Familie der N-Serie. Wer mehr über den Inhalt erfahren will, muss die Verpackung einmal drehen, dort wurden die wichtigsten Features kurz zusammengefasst. Einmal mehr tun die Finnen dem Händler mit viel Regalfläche einen gefallen, ist der Karton doch hervorragend stapelbar: Seitlich ist der Name des Handys noch einmal in riesigen Lettern aufgebracht, sodass man beim Griff ins Regal keinen Fehler macht.

Klappt man die erstaunlich dünnen Pappe auf, bleibt der Eindruck einer etwas billig geratenen Schachtel: Ein magerer schwarzer Karton, in dessen Mitte ein „Präsentierteller" für das Handy eingelassen wurde. Umgeben ist es von einer Nokia-typischen „gute-Laune-Abbildung", auf der seltsamerweise nur Beine zu sehen sind. Immerhin setzt sich in diesem Umfeld das Handy als besonders schick ab, das hat ja auch etwas.

Direkt darunter findet man das mitgelieferte Zubehör. Und das ist sehr ordentlich: Den Kunden erwarten der Akku, das Ladegerät, das Stereoheadset mit 3,5-Milimeter-Klinkenstecker, die mit zwei Gigabyte sehr gut dimensionierte Micro-SD-Karte, ein Datenkabel, die obligatorische CD-ROM mit der PC Suite sowie das mit Ausnahme des Covers in schwarz-weiß gehaltene Handbuch.

Nokia N81: Lieferumfang

Verarbeitung & Handhabung

Nokia N81: offenes Gerät hinten
Nokia N81: TastenDer erste Zusammenbau des Handys geht locker von der Hand. Die SIM-Karte lässt sich ebenso leicht einlegen wie der Akku. Möchte man allerdings die Simkarte wechseln bekommt man den Akku nur mit langen Fingernägeln wieder aus dem Gerät heraus operiert.

Der Akkudeckel schließt leicht und lässt sich ebenso leicht wieder öffnen. Jedoch bringt er direkt den ersten großen Kritikpunkt mit sich: er lässt sich nur mit viel Mühe wirklich in die perfekte Position bringen. Bei einem so teuren Gerät sollte das nun wirklich nicht sein. Der Deckel besteht aus billig anmutendem Kunststoff, quietscht und klappert bei jedem Tastendruck und fühlt sich einfach nicht so hochwertig an, wie das N81 auf den ersten Blick erwarten ließ. Aber zu Akkudeckeln hatte Nokia ja leider schon immer ein etwas zwiespältiges Verhältnis.

Das Nokia N81 erinnert ein wenig an die Geschichte von Jim Knopf: Der dort erwähnte Scheinriese, Herr Tur Tur, wirkte auf Entfernung gigantisch, bei näherer Betrachtung jedoch war er ein Mensch wie jeder andere auch. Bei diesem Handy verhält es sich genauso: Je dichter man herankommt, desto billiger verarbeitet wirkt es. Gerade die Tastatur, auf welcher die Buchstaben nur aufgedruckt wurden, wirkt verschwommen und ist nicht schön gearbeitet.Nokia N81: Größenverhältnis

Das Display wurde vom selben Kunststoff eingefasst wie der Rest des Handys. Dieser wirkt leider bei näherem Hinsehen recht billig und keineswegs so hochwertig wie man auf der Webseite erwarten mag. Der visuelle Ersteindruck der Front bestätigt sich dann auch haptisch: Das ist nicht die oberste Verarbeitungskategorie der Finnen. Die Spaltmaße des Slidermechanismus sind allerdings minimal. Die Abdeckungen scheinen von Nokia bei diesem Handy etwas stiefmütterlich entworfen worden zu sein. Ein echtes Ei ins Nest gelegt haben sich die Ingenieure mit der Kamera: Diese ist nicht ins Handy eingelassen worden, sondern ragt auch noch heraus. Wie schnell soll die Linse denn verkratzen?

Kommen wir zur Bedienung, lassen sich hier die guten Seiten des N81 finden: Die Elemente der Vorderseite sind hervorragend aufeinander abgestimmt. Ein großes, schwarzes und dann doch spiegelndes Display, gleich darunter die gut aufeinander abgestimmten Bedientasten sowie, aufschiebbar, der Rest der Tastatur, der jedoch nicht farblich vom Rest abgesetzt wurde. Die Tasten sind im oberen Bereich gut handhabbar, und das, weil sie ausreichend groß dimensioniert ausfallen, dabei aber nicht zu groß wirken. Die mittig angebrachte 5-Wege-Navigation ist zusätzlich mit einem Sensor versehen worden, der im Gegensatz zum Samsung SGH-U700 auch das tut, was er soll: er fühlt die Bewegung und lässt den Anwender ganz „iPod-like" durch die Menüs scrollen.

Nokia N81: AkkuNun zu dem, was das Handy außen sonst noch umgibt: Auf der rechten wie der linken Seite des N81 findet man recht großzügig dimensionierte Lautsprecher, die auch halten, was sie versprechen: Guten Klang. Ärgerlich ist mal wieder die seitlich angebrachte Akkuklappe: Diese ist, im Gegensatz zu älteren N-Seriengeräten, nicht Teil des Gehäuses und warnt beim Öffnen auch nicht vor möglichem Datenverlust.

Schick und wirklich einmal praktisch ist die manuelle Tastensperre an der Oberkante: Durch einen Schieberegler kann man dort die Tasten für den Musikmodus absperren, sodass man nicht vor- und zurückspult, obwohl das nicht gewünscht war. Ein Prosit auch für den 3,5-Millimeter-Klinkenstecker, der es endlich möglich macht, auch mit einem anderen Kopfhörer zu arbeiten. Wer sich so etwas einfallen lässt, der hat die Zeichen der Zeit erkannt.

Die Spaltmaße sind minimal und die Tasten weisen keinerlei Angriffsflächen für Schmutz und Staub auf. Das liegt im Fall der Tastatur maßgeblich daran, das diese aus nur einer Fläche mit aufgedruckten Buchstaben besteht. Das Handy wirkt trotz seines glänzenden Auftretens recht robust gegenüber der Umwelt. Es scheint auch einen Sturz ohne größere Schäden überstehen zu können.

Wie schon die Größe von soliden 102 x 50 x 19 Millimetern ist auch das Gewicht von 138 Gramm deutlich über der Norm. Hier kauft man ein Stück Wertarbeit, das so manche Anzuginnentasche ausbeulen dürfte.

Nokia N81: SpeicherkarteDank seiner üppigen Proportionen liegt es gut in der Hand, die Tasten sind ohne große Verrenkungen erreichbar und auch im Dunkeln gut zu erfühlen. Blind SMS-Tippen ist schwierig, die minimalen Erhöhungen auf der Taste „5" ist nicht wirklich nützlich. Gut angelegt hingegen sind die Funktionstasten, ist doch zwischen diesen ausreichend Platz, um nicht aus Versehen falsch zu drücken.

Der Vibrationsalarm ist gut spürbar, funktioniert auch mit Klingelton und ist leise genug, um im Theater nicht die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Navigieren in den verschiedenen Menüs und das Steuern der Musik erleichtert der leicht bedienbare Navi-Key in der Mitte des Gerätes erheblich.


Sprachqualität & Empfang

Nokia N81: HeadsetSprachqualität und Empfang finden sich beide im oberen Mittelfeld wieder. Man kann seinen Gesprächspartner laut und deutlich verstehen, wichtige Nachrichten zu übermitteln ist kein Thema mit dem N81. Auch flüsternde Personen sind gut zu verstehen. Selbst bei starken Nebengeräuschen, etwa auf einem Flughafen oder an einer stark befahrenen Straße reicht die höchste Lautstärke noch aus.

Auch praktisch: Dank der eingelassenen Lautsprecher kann man Gespräche auch „frei sprechen", also das Handy auf den Tisch legen und sich anderen Dingen widmen. Klingt übrigens erstaunlich gut und stellt so manch ein Notebook in den Schatten, wenn auch die Stereowiedergabe keinen echten Raumklang, oder was man sich auch sonst davon erwünschen mag, herbeiführt.

Was den Empfang angeht, gibt es satte Pluspunkte zu vergeben. Dort, wo andere Handys den Empfang schon eingestellt haben, lässt sich mit dem N81 noch gut weiterfunken. Gesprächs- und Standbyzeit sind mit gemessenen knappen vier Stunden, bzw. 300 Stunden sehr ordentlich.

Display & Kamera

Nokia N81: BeleuchtungWerfen wir nun einen Blick auf das Display, dem wahren Prunkstück des N81. Mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln und 16,7 Millionen Farben bei einer Diagonale von 6,1 Zentimetern stellt es viele andere Handydisplays locker in den Schatten. Es löst brillant auf, Kontrast und Schärfe überzeugen vollkommen, egal ob man sich ein Video oder Bilder anschaut.

Das Aktiv-Matrix-Display lässt sich dabei auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch problemlos ablesen und überzeugt durch den integrierten Lichtsensor bei allen Lichtverhältnissen. In den Handyeinstellungen lassen sich für das Display die Empfindlichkeit des Lichtsensors, die Dauer der Hintergrundbeleuchtung, die Wartezeit bis zum Wechsel in den Energiesparmodus sowie ein Schlafmodus einstellen. Aufgrund der Größe und möglichen maximalen Helligkeit des Handys, alles wichtige Punkte, wenn es um die Akkulaufzeit geht.

Als Bildschirmschoner dient eine Anzeige des Datums und der Uhrzeit. In diesem Zustand werden ebenfalls eingegangene SMS und entgangene Anrufe angezeigt. Ist man nicht im allgemeinen Profil, so wird auch der Profilname angezeigt.

Auch Fotos lassen sich mit dem N81 machen, wenn auch nur Schnappschüsse: Aktiviert man die Kamera, hält man das Gerät horizontal und nutzt das Display als Sucher. Das funktioniert gut, ist das Display doch sehr schnell und die Verzögerung beim Fotografieren, auch bei hoher Auflösung, exzellent niedrig. Sechs verschiedene Aufnahmegrößen von 1600 x 200 Pixeln bis zu 320 x 240 Pixeln sind möglich, darüber hinaus noch Effekte (Falschfarben, Graustufen, Sepia, negativ, etc.), um das Bild zumindest anders zu gestalten. Die Kamera hat eine digitale Zoomfunktion, einen Nachtmodus, den Verschlusston an- und ausschalten (erklingen beim Abdrücken oder eben nicht), einen Selbstauslöser und einen Weißabgleich. Suchen kann man allerdings, und das vergeblich, nach einem Autofokus oder ähnlichen multimedialen Einbauten. Das Prädikat „Kamerahandy" zieht am N81 eindeutig vorbei.

Nokia N81: KameraEin Video kann maximal mit 320 x 240 Pixeln aufgenommen werden, da die Bildfolge hier mit 15 Bildern pro Sekunde ungleich höher ist. Leider ist die Qualität trotz der ordentlichen Auflösung sehr mager, schon auf dem Handy selbst sieht ein solches Video nicht doll aus, vom PC wollen wir lieber ganz schweigen. Na, für You Tube wird es wohl reichen.

Immerhin verfügt das Handy über einen Blitz mit zwei LEDs, und erleuchtet dunkle Umgebungen auf einer Distanz von etwa einem Meter. Mit einem Xenon Blitz kann das wirklich nicht verglichen werden, die ganze Kamera dient mehr der Dokumentation denn dem Aufnehmen von abdruckbaren Bildern.

Alle Bilder und Videos werden auf dem mitgelieferten, mit zwei Gigabyte recht ordentlich bemessenen Speicher verwaltet. Also, um genau zu sein: Die zwei Gigabyte, wollte man es mit selbst gemachten Bildern füttern, wäre hoffnungslos überdimensioniert, denn bei der Auflösung dürfte man Wochen brauchen, um ihn zu füllen. Doch das Thema lautet hier ja nicht „Imaging", sondern Musik, und den Speicher damit zu füllen ist wirklich kein Problem.

Nokia N81: Foto Schloss

OS & Bedienung

Nokia N81: Menü
Nokia N81: Neue Nachricht
Nokia N81: Musik Player
Nokia N81: Programme
Nokia N81: Kalender
Nokia N81: Median
Nokia N81: Einstellungen
Nokia N81: Profile
Nokia N81: Radio
Die Bedienung des Telefons geht, nach erster Eingewöhnung an die mal wieder modifizierte Series60-Oberfläche, einfach von der Hand. Trotz des gigantischen Funktionsumfangs lassen sich fast alle Funktionen ohne Blick ins Handbuch finden und nutzen. Nur bei der WLAN-Nutzung, sowie der Definition von Internetzgangspunkten muss ein Blick ins übersichtliche und gut erklärende Handbuch geworfen werden.

Besonderes Augenmerk fällt bei der Bedienung auf das Hauptmenü: Es lassen sich nach belieben Ordner erzeugen und alle Anwendungen lassen sich in jeden beliebigen Ordner verschieben. So kann jeder Nutzer, je nach den eigenen Ansprüchen, sein eigenes intuitives Menü kreieren. Ebenfalls bedienungserleichternd wirkt der so genannte „Active-Standby". Im Hauptbildschirm wird bei aktiviertem „Active-Standby" einerseits eine Übersicht über die anstehenden Termine gegeben und darüber können sechs Schnellstartplätze für Programme frei definiert werden. So lässt sich das Telefon sehr einfach personalisieren und an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Untermenüs sind, wie immer bei einem Nokia-Handy mit Series60-Betriebssystem, variabel und einfach aufgebaut. Gewöhnlich sind die einzelnen Punkte als Listen angeordnet, die Anrufe und Optionen haben jedoch zusätzlich Registerkarten, welche sich durch horizontales Navigieren erreichen lassen. Die Weglängen sind erträglich, allerdings braucht man etwa zur Auswahl eines Bildschirmschoners mindestens acht Klicks zuzüglich der Wahl des entsprechenden Bildes.

Dafür gibt es im Gegenzug die Schnellzugriffsfunktion: Im Ruhezustand lassen sich auf dem linken Softkey die wichtigsten Funktionen unterbringen, die man täglich benötigt und nicht erst mühsam über das Menü suchen will. Leider ist die Liste so lang, dass es für einige Punkt schon wieder zu aufwändig ist, sie zu verwenden.

Topnoten hat der Musikspieler verdient: Nicht nur die Bedienung, sondern auch die zahllosen Zusatzfunktionen können einem iPod das Fürchten lehren. Die Oberfläche ist intuitiv, die Funktionen sind den Tasten logisch zugeordnet, alles funktioniert, wie man es sich nur wünschen kann.

Das Schreiben von Kurznachrichten ist denkbar einfach. Die Eingabehilfe ist lernfähig, die Tasten gut und schnell zu drücken. In der oberen rechten Ecke ist der Zähler angebracht, der die Zahl der noch freien Zeichen von 1000 herunterzählt und zugleich anzeigt, wie viel schon getippt wurde. Gut gelöst.

Das Anrufprotokoll erreicht man schnell über die linke Hörertaste, dort kann man mit dem Navi-Key schnell durch die vier Register (Alle, Angenommen, Gewählt und Unbeantwortet) navigieren.
Sehr angenehm ist auch das Hilfesystem. Wo immer ein Punkt unklar ist, gibt es eine Information zu der entsprechenden Einstellung. Sollte mal eine noch unbelegte Taste gedrückt oder eine Funktion ausgewählt werden, die weitere Einstellungen benötigt, wird das erklärt und eine Lösung angeboten. So wird man bei nicht eingestecktem Headset und der Auswahl des Radios darauf hingewiesen, dass dieses unbedingt benötigt wird, da dort die Antenne integriert ist.

Einen Minuspunkt stellt der interne Speicher von einem Gigabyte dar, der sich nicht erweitern lässt. Gut, von einem Gigabyte internem Speicher hätte man vor zwei Jahren noch geträumt, doch ist das nur eine magere Einladung zum Musikhören. Mehr als ein Satz Lieblingstitel passt da nicht samt Albumcover drauf. Da macht selbst ein Nokia 6233 einen besseren Eindruck, kann man hier doch den Speicher erweitern.

Das Headset ist leicht anzuschließen und lässt sich auch einfach in den Ohren und an der Kleidung befestigen, so dass das Mikrofon immer in Hörweite ist. Leider fällt das Anbauteil irgendwie recht leise aus, sodass Musikhören nicht immer ein Vergnügen ist, vor allem nicht in lauten Umgebungen.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Nokia N81: USB KabelIn diesem Bereich sucht das N81 seinesgleichen. UMTS, GPRS, Infrarot und Bluetooth sind in der Klasse der Multimediahandys und Smartphones schon Standard. Doch das ist nicht alles, das N81 beherrscht zusätzlich WLAN . Die Verbindung zum PC klappt dabei über das beiliegende Datenkabel und Bluetooth einwandfrei. Die vor allem für die paar Business-User, die ein Multimediahandy kaufen, interessante Synchronisationsfunktionalität des N81 ist eigentlich optimal, wenn da nicht eine unverständliche Einschränkung wäre. Das Adressbuch, der Kalender, Notizen und Aufgaben lassen sich äußerst komfortabel synchronisieren, E-Mails jedoch gar nicht. Hier scheint es so, als ob Nokia einfach eine Funktion vergessen hätte, die bei jedem Pocket PC zum Standard gehört.

Die Kommunikation per Bluetooth-Headset funktioniert, wie zu erwarten, ohne Probleme, und das dank A2DP auch in bestem Stereoklang. Die Sprachwahl funktioniert ebenfalls problemlos. Für die Sprachwahl muss nicht für jeden Kontakt ein Name aufgesprochen werden, sondern ein Equalizer erzeugt automatisch für jeden Namen im Telefonbuch einen Sprachwahlbefehl. Etwas gewöhnungsbedürftig, da jede Person im Telefonbuch so nur jeweils einen Sprachwahlbefehl zugeordnet bekommt. Schwierig ist das gerade bei Personen mit mehreren Telefonnummern. Hier ist per Sprachwahl nur die Standardnummer wählbar, welche man jedoch frei wählen kann. Wenn man sich aber erst einmal daran gewöhnt hat, möchte man diese Funktion nicht mehr missen, da man beim telefonieren über Headset im Auto einfach jeden Kontakt anrufen kann, ohne vorher viel Zeit in die Erstellung von Anrufernamen zu investieren.

Multimedia & Organizer

Bei den Komfortfunktionen hat Nokia mal wieder die Nase vorn. Wie bereits erwähnt, muss zur Sprachwahl nicht mehr für jeden Kontakt ein Sprachbefehl definiert werden, sondern ein integrierter Sprachcomputer weist jedem Eintrag zur Standardnummer einen Befehl zu. So kann man ohne große Konfiguration direkt die Sprachwahl nutzen. Wer sich erstmal daran gewöhnt hat, die Namen sehr deutlich auszusprechen, wird nicht enttäuscht sein.

Auch die integrierte Freisprecheinrichtung lässt sich ohne Probleme nutzen und liefert klaren, sauberen Klang auf beiden Seiten. Die Profile lassen sich frei konfigurieren und, mit Ausnahme des „Allgemein"-Profils, auch selbst benennen. Dabei gibt es leider ab Werk keine Funktion, die Profile zeitgesteuert zu aktivieren, sondern man muss zum Profilwechsel immer kurz den Ein/Aus-Schalter betätigen und das gewünschte Profil aktivieren. Das Stummschalten funktioniert auch ganz einfach über langes Drücken der #-Taste. Drückt man sie bei aktivierten „Lautlos"-Profil erneut länger, wird in das „Allgemein"-Profil zurück gewechselt.

Originell erweist sich Nokia übrigens bei der Gestaltung des Weckers: Während man den als Geschäftskunde, wie beim N65, anscheinend nicht benötigt, ist hier ein voll konfigurierbarer Mehrfach-Wecker mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Terminen vorhanden, der auch beispielsweise nur an Werktagen klingelt. Warum nun ein Privatkunde so etwas eher benötigt als ein Geschäftskunde, das können nur ein Orakel oder aber die zuständigen Produktentwickler sagen.

Ebenfalls sehr gut fällt das Telefonbuch aus. Man kann beinahe grenzenlose Informationen zu jedem Kontakt speichern. Mehrere Telefonnummern, Anschrift, E-Mail-Adressen, Web-Adressen, Pagernummern, quasi alles, was man sich zum Thema Kontakten nur einfallen lassen kann.

Nokia N81: Seitenansicht oben
Nokia N81: Ecke oben links
Nokia N81: Seitenansicht links
Nokia N81: Ecke unten links

Etwas mager fällt hingegen der eingebaute Kalender aus. Es ist zwar sehr einfach einen Termin, auch einen Serientermin oder eine Aufgabe, zu erstellen oder zu löschen. Doch leider gibt es keine Möglichkeit Termine zu kopieren oder komfortabel zu verschieben. Man muss immer den jeweiligen Termin bearbeiten und dort das Datum und die Uhrzeit ändern, wobei man bei der Änderung des Datums nicht auf die Kalenderansicht zurückgreifen kann. Ansonsten erfüllt der Kalender alle Anforderungen, die man an einen Smartphonekalender stellen kann. Insbesondere die Outlook-Synchronisation funktioniert vorbildlich.

Die Aufgabenfunktion dient der Speicherung von noch zu erledigenden Aufgaben oder Anrufen und speichert diese inklusive Erinnerungsfunktion ab. Nach Erledigung kann eine Aufgabe als erledigt markiert werden und steht so zum späteren Abruf bereit. Notizen können auch gespeichert werden. Zusätzlich zur normalen Textspeicherung kann eine Notiz auch im Standby angezeigt werden, damit diese nicht vergessen wird.

Der integrierte Taschenrechner beherrscht nicht nur Division, Multiplikation, Addition und Subtraktion, sondern auch mathematische Formeln wie Sinus, Cosinus und Tangens. Ebenfalls enthalten ist ein Wechselkursrechner, was ganz praktisch außerhalb des Euro-Raums ist.

Im Bereich der Zeit gibt es leider nur eine Uhr. Weder eine Stoppuhr, noch ein Countdown-Timer werden mitgeliefert. Eine übliche Schwäche von S60-Handys.

Wo N-Gage draufsteht, sind auch Spiele drin: Ganze drei an der Zahl, und alle in N-Gage-Optik. Viel Zeitvertreib bieten die allerdings nicht, handelt es sich doch nur um Demoversionen, die kompletten Games darf der interessierte Nutzer kostenpflichtig aus dem Netz herunter laden. Mit dabei sind „Space Impact Light", dessen Hauptaufgabe darstellt, möglichst viele feindliche Flugobjekte abzuschießen, sowie Demos vom Rennspiel „Asphalt" und das Fußballspiel „FIFA Soccer 2007". Die sind echt schick, nur leider kostenpflichtig.

Fazit

Nokia N81: offenes Gerät vorne
Nokias N81 ist sicherlich ein gutes Multimedia-Handy. Dank N-Gage-Engine macht Spielen richtig viel Spaß und Musikhören ist nicht nur visuell, sondern auch akustisch ein Vergnügen. Doch wo Licht so hell scheint, hat man auch viel Schatten: Die Kamera ist unterirdisch und beim besten Willen nicht zeitgemäß, die Verarbeitung gerade mal im Mittelfeld, und die Optik nicht wirklich hochwertig, und das Gehäuse in Relation zur Leistung ziemlich dick geraten.

Unter dem Strich ein nüchternes Fazit: Das N81 ist ein abgespecktes N95, allerdings mit Minuspunkten in so vielen Details, dass der Preisunterschied nicht zu rechtfertigen ist. WLAN, Symbian S60 und das gute Multimedia-Menü machen es zwar zu einem durchaus annehmbaren Gerät, wenn man nur auf das Datenblatt schaut. Doch die Realität macht den guten Eindruck sofort zunichte. Es gibt im gleichen Hause deutlich bessere Handys.

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