Test des Nokia N70

Einführung

Test-Datum: 05.05.2006
Software Version:
Testversion mit Branding: nein
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Immer wieder wurde Nokia von Seiten der Aktionäre Langeweile beim Design von Handys vorgeworfen. Das einmal mit dem 6320 festgelegte Äußere erfuhr wenig aufregende Alternativen, sieht man von einigen experimentellen Alternativen einmal ab. Doch ist das überhaupt erwünscht? Immerhin hält der finnische Hersteller einen großen Teil der Kunden, weil sich im Regelfall wenig ändert. Nun, ganz so wie beim guten alten Nokia 6310 kann das Nokia 6681 nicht mehr zu bedienen sein, ist es doch um zahlreiche Funktionen erweitert worden. Außerdem läuft es mit dem Quasi-Standard-Betriebssystem Symbian Series 60, was sicherlich einige Umsteiger vor Probleme stellen wird. Leidet darunter die Bedienbarkeit? Handelt es sich bei diesem Handy um ein klassisches Business-Telefon, oder siegt die Spielerei? Wir haben das Nokia N70 dem Praxistest unterzogen.

Verpackung & Lieferumfang


Bunt und mit schicken Action-Fotos kommen die Nokia-Schachteln schon seit jeher in die Regale der Händler. Dass darauf jedoch auch mehrfach das Handy abgebildet ist, ist hingegen eher eine Erfindung der Neuzeit. Der junge, dynamische Nicht-Krawattenträger auf der äußeren Hülle wurde in verschiedenen Situationen mit Handy und Toastbrot abgebildet, was vermutlich der anvisierten Zielgruppe des Handys entsprechen dürfte. Dieses Handy scheint klar auf Männer ausgerichtet zu sein, wobei wir annehmen, dass Kunden die Verpackung wie üblich erst nach Kauf des Handys sehen werden.

Öffnet man den voluminösen Karton, so erscheint zunächst das auf einer grauen, leicht biederen Kunststoffschale zuoberst liegende Nokia N70. Eine derartige Verpackung freut natürlich die zuständigen Designer, ist jedoch eigentlich unsinnig: Das Handy liegt direkt unter der dünnen Karton-Umhüllung, und kann so bei einem Fall sehr schnell beschädigt werden. Daher sollte man das Handy am besten noch im Laden testen.

Öffnet man nun besagte biedere Kunststoffschale, erscheint auf einmal so viel Zubehör, dass man sich unwillkürlich fragt, warum Nokia dazu im Internet noch mehr Extras anbietet. Ab Werk sind neben dem Handy mit dem Akku, einem Reiseladegerät und der Anleitung, die jeder Kunde als Mindestgrundlage voraussetzen sollte, jede Menge Gimmicks: Das Stereo-Headset, ein USB-Datenkabel, eine CD mit der Nokia PC Suite, Kurzanleitungen zu Handy und Add-On-Anwendungen sowie eine RS-MMC-Karte mit 64 MB und Adapter.

Sieht man sich den Haufen Zubehör an, so scheinen die Finnen geradezu darauf zu spekulieren, dass man mal etwas irgendwo liegen lässt oder wegen Übergepäcks am Flughafen abgeben muss. Okay, eine Tasche ist nicht dabei, aber das wäre es dann auch. Das einzige Extra-Teil, das Nokia in der Anleitung noch empfiehlt, ist dann auch eine Bluetooth-Tastatur. Nun, da wir diese in diesem Test nicht benötigen, fühlen wir uns gut gerüstet für eine genauere Untersuchung.

Verarbeitung & Handhabung


Mit seinem edel und matt schimmernden Äußeren versucht man den Spagat zwischen Samsungs cooler Optik und einer klassischen Nokia-Linienführung. Da jedoch Schönheit im Auge des Betrachters liegt, wollen wir das Äußere auf seine Funktionalität hin analysieren.

Die Handhabung ist schon beim Zusammensetzen ein wenig fummelig: Obwohl das Handy von Nokia kommt, sollte man sich nicht an die alte Handy-Weisheit Nokia = einfach halten, denn seit dem Nokia 6210 hat sich doch einiges getan. Die SIM-Karte und den Akku einzulegen ist noch recht einfach, schlichtes Drücken tut seinen Dienst. Doch will man den Akku wieder herausholen, sind schon Fingerspitzengefühl oder Werkzeug gefragt: Bereits der Akkudeckel will sich nur mit einer komischen Kombination aus Drücken und Schieben entfernen lassen. Es erinnert doch etwas an einen kindersicheren Verschluss, den ja erfahrungsgemäß Kinder am einfachsten aufbekommen.

Auch keine leichte Arbeit: Die RS-MMC-Speicherkarte ist zwar lobenswerterweise seitlich auch im laufenden Betrieb entnehm- und wieder einschiebbar, doch hilft das wenig, wenn man sie nicht zu fassen bekommt. Da wirft man doch gleich noch einmal einen Blick auf den jungen Mann auf dem Karton und muss feststellen, dass dieser garantiert jemanden zum Karten-Herausziehen beschäftigt. Mit seinen kurzen Fingernägeln würde er es nie schaffen. Model müsste man sein.

Was das Nokia N70 aushält, möchte man lieber nicht testen. Nicht, dass es in sich zusammenfallen könnte, darüber machte sich der Tester keine Gedanken. Doch hat der Edel-Look-Kunststoff eine dunkle Seite: Er ist ziemlich billig. Am besten erkennt man das, wenn man die Heck-Akkuklappe entfernt hat und diese in die Hand nimmt. Zugegeben: Der Lack ist hervorragend, nur der Kunststoff macht keinen guten Eindruck, er wabbelt doch ganz schön. Diese Verformungen äußern sich auch während des Telefonierens: Das Gerät neigt dazu, immer wieder schon bei leichten Bewegungen zu knirschen.

Die Spaltmaße sind gering, was das Eindringen von Staub recht unwahrscheinlich macht. Auch bei herunter gezogener Kamera-Verdeckung sind die Abstände zwischen den Bauteilen im normalen Bereich. Die silbern lackierten Seitentasten fügen sich optisch schön in das Handy ein, haben nur einen kleinen Haken: Eine Berührung darauf, und sofort erscheint ein so deutlicher Fingerabdruck, dass dieser mindestens polizeilich verwertbar ist.

Die diversen Zusatzkomponenten wie das Datenkabel, das Headset und das Ladegerät, die am unteren Teil des Gerätes angeschlossen werden, sitzen fest und haben nur ein geringes Spiel. Zum Entfernen muss man den jeweiligen Stecker mit bestimmtem Druck nach unten drücken, um dadurch die Haken des Steckers zu lösen. Angst vor Beschädigung ist dabei unbegründet: Alle in einander greifenden Teile sind solide verarbeitet.

Tasten gibt es mehr als früher: Am oberen Ende der Tastatur wurde der rechteckige Navi-Key angebracht. Dieser wird auf beiden Seiten um einen Softkey erweitert, der je nach Menü seine Funktion ändert. Neben der mittig platzierten Normal-Tastatur befinden sich zur Rechten und zur Linken die Rufannahme- und Beenden-Taste, sowie der Korrektur-Button und der Zugriff zum Menü. Das hat, im Gegensatz zu älteren Handys, eine eigene Taste.

Die Tasten haben jeweils einen sehr präzisen Druckpunkt und sitzen gut in den einzelnen Gehäuseteilen. Sie "klicken" angenehm, wenn man sie drückt. Man bekommt beim Tippen den Eindruck, ein sehr solide verarbeitetes Gerät in Händen zu halten. Dieser Klick ist übrigens bei dem Navi-Key ein ganzes Stück lauter ausgefallen.

Die einzelnen Tasten sind leicht zu treffen und haben nach diversen finnischen Design-Experimenten hier eine solide Größe. Da fast alle Tasten die gleichen Abmessungen haben, muss man jedoch immer mal wieder hinschauen, um nicht daneben zu drücken. Orientierung soll dabei die Taste "5" bringen, die kleine seitliche Erhöhungen hat. Das funktioniert auch ganz ordentlich.

Einen kleinen Minuspunkt, wenn auch subjektiver Natur, mussten wir dann doch feststellen: Der Vibrationsalarm ist etwas zu laut aufgefallen, dafür kann man ihn jedoch in der Tasche auch gut spüren. Lediglich wenn das Gerät auf einem Tisch oder einem Hohlkörper liegt, hört man ein lautstarkes Brummen. Aktivieren lässt sich dieser kinderleicht über die Profile, auf die wir noch später im Test zu sprechen kommen.

Eigentlich haben Schickschnack wie Handybänder, Handyschmuck oder ähnliches an das Nokia N70 anbauen möchte, der sucht vergebens. Lediglich oben lassen sich, rein theoretisch, in die Lautsprecheröffnung derartige Erweiterungen einfummeln. Aber mal ganz im Ernst: Wer ein Business-Handy sucht, der braucht doch nun wirklich keine solchen Zusatzteile, oder?

Sprachqualität & Empfang

Das Nokia N70 übermittelt einem einen ordentlichen Klang und rauscht leicht bei Telefonaten. Schlimm ist das jedoch nicht, kann man seinen Gesprächspartner doch problemlos verstehen. Was in ruhigen Umgebungen funktioniert, gilt auch für die lauteren. Stellt man ein Gespräch laut, so klingt der Lautsprecher recht blechern, ist jedoch erstaunlich gut zu verstehen. Sieht man also von langen Liebesschwüren am Handy ab, ist das Gerät zur Übermittlung wichtiger Informationen einwandfrei geeignet.

Ärgerlich hingegen ist das Knirschen des Gehäuses auch während eines Telefonates. Die Klappe, die auf der Rückseite die Kamera schützen soll, sollte am besten während des Telefonierens nicht berührt werden, sonst kann man seinen Gesprächspartner kaum verstehen.

Der Empfang ist sowohl im E-, als auch im D-Netz sehr gut. Selbst innerhalb von Gebäuden, sonst nicht wirklich eine Stärke der E-Netze, konnte das Nokia N70 den Empfang noch bewerkstelligen, wo ein herkömmliches Handy beim Empfang kapitulieren muss. Gut gemacht, Pluspunkt!

Display & Kamera

Wenn etwas beim Nokia N70 sofort ins Auge sticht, dann ist es sein großes, strahlendes Display. Technisch handelt es sich um ein 240x320 Pixel großes TFT-Display, praktisch jedoch ist es eines der schönsten Bauteile des Handys. Alles daran hat gute Noten verdient: Schärfe und Farbdarstellung sind hervorragend, die Icons im Active-Menü gut gewählt, leicht verständlich und stylish.

Eines der größten Probleme der meisten Handys, das Ablesen bei besonders schwachem oder starkem Licht, hat Nokia sehr gut in den Griff bekommen: Mit Hilfe eines Lichtsensors oben links über dem Display erkennt das Handy von alleine, wie stark das vorherrschende Licht ist, und reguliert das Display ganz von alleine. Der Anwender bekommt davon praktisch nichts mit, was ihm ja im Regelfall auch recht sein dürfte. Doch auch an den absoluten Handyoptimierer haben die Finnen gedacht: Im Menü lassen sich sogar an der automatischen Display-Helligkeit noch Einstellungen vornehmen. Das Display schaltet nach kurzer, aber ebenfalls einstellbarer Zeit, die Hintergrundbeleuchtung ab, dann ist nur eine schmale Uhr- und Datumsanzeige zu sehen, die beide so klein ausfallen, dass sie kaum als Ersatz für eine Armbanduhr herhalten können.

Die Kamera, auf der Rückseite durch einen Schiebemechanismus sehr gut geschützt, wird durch ein einfaches Aufschieben des Schutzes in Betrieb gesetzt. Alternativ kann man die Kamera auch über das Menü starten, doch wird man dann umgehend ermahnt, doch bitte die Klappe aufzuschieben. Das Öffnen der Klappe und damit der Start der Bild-Software ist übrigens auch bei eingeschalteter Tastatursperre möglich. Das soll vermutlich ein schnelles Bildermachen ermöglichen, kann jedoch auch zu unfreiwilligen Schnappschüssen in der Hosentasche führen. Dramatisch ist das jedoch nicht, schließlich hat das Handy zum Bildermachen Speicher im Überfluss.

Beim Bildermachen dient, wie eigentlich bei allen aktuellen Handys, das Display als Sucher, und liefert eine Vielzahl von wichtigen Informationen. Die eingebaute Kamera hat eine maximale Auflösung von zwei Megapixeln. Wer daran interessiert ist, Bilder anschließend auch auszudrucken, sollte diese Auflösung beibehalten. Praktischerweise verwendet Nokia hierfür auch schon gleich die richtige Bezeichnung "Druck" (1600 x 1200 Pixel Größe). Die Alternativen hierzu lauten E-Mail (1280 x 960 Pixel) oder aber MMS (640 x 480 Pixel), kommen jedoch wegen ihrer niedrigeren Auflösung für einen Ausdruck nur bedingt infrage. Sehr zu empfehlen: Neben der automatischen Belichtungseinstellung lassen sich verschiedene Umgebungen auswählen, die das Ergebnis wirklich optimieren können.


Einen Mangel an Bearbeitungs-Optionen kann man dem Nokia N70 nicht vorwerfen. Hat man erst einmall ein Bild gemacht, lässt sich damit vieles anstellen: So lässt sich beispielsweise auswählen, ob es nicht doch eine Mosaikaufnahme sein soll. Nebenbei kann man aus folgenden Effekten wählen: Keine Aktion, Schwarzweiß, Negativ, Sepia, Prägung, Skizze, Antik, Mondschein und Nebel. Zusätzlich kann man aus einem von 30 Hintergrundrahmen um das Bild herumsetzen. Das Fotolicht kann entweder komplett deaktiviert werden, automatisch eingeschaltet, nur bei der Aufnahme eingeschaltet oder permanent aktiviert werden. Bei dem Selbstauslöser lassen sich entweder drei, fünf oder zehn Sekunden auswählen.

Ebenfalls ganz einfach: Mit nur einem Tastendruck kann man von der Fotofunktion in die Videofunktion wechseln. Hier findet man in den Einstellungen die gleichen Effekte wie bei der Fotofunktion. Auch die Einstellungen des Fotolichtes und des Timers sind gleich gehalten. In den Einstellungen kann man zwischen zwei Aufnahmemodi wechseln. Auch die Qualität kann man aus verschiedenen Stufen wählen. Es lässt sich zusätzlich einstellen, ob der Ton aufgenommen werden soll und ob verschiedene Aktionen mit einem Geräusch bestätigt werden sollen. Den Videostandardnamen kann man auch hier mit elf Buchstaben füllen. Während einer Videoaufnahme kann man Zoomen und die Helligkeitseinstellungen ändern.

OS & Bedienung

Wer noch kein Series60-Handy in Händen hielt, der wird zunächst ein wenig verwirrt sein. So erreicht man durch das Drücken des linken Softkeys unterhalb des Displays lediglich ein Öffnen des Telefonbuches, das Menü wurde auf diesem Handy ja auch einer separaten Taste untergebracht. Doch daran gewöhnt man sich und weiß die gut strukturierte Menüführung schnell zu schätzen. Nokias klassische Stärke ist nun mal die einfache Bedienung, und auch bei Businesshandys kommt diese Eigenschaft zum Tragen.

Das Menü hat, einmal geöffnet, eine nunmehr bei vielen Handys klassisch zu nennende Iconansicht. Wählt man einen Menüpunkt an, so öffnet sich darunter ein ganz normales Listenmenü. Alternativ zur Icon-Ansicht lässt sich auch ein klassisches Listenmenü auswählen, was jedoch nicht wirklich zu einer besseren Übersicht beiträgt. Navigiert wird mit Hilfe des großen Navi-Key in der Mitte, was einfach und intuitiv vonstatten geht. Die einzelnen Wege im Menü sind logisch strukturiert, auch findet man die Funktionen schnell und dort, wo man sie erwartet. Wer eine SMS schreiben will, hat verschiedene Optionen, schnell in das Menü zu gelangen. Es empfiehlt sich, mit dem linken Softkey oder aber dem Mitteilungs-Button auf dem Active Desktop in das Menü zu wechseln. Bei letzterem genüg ein einiger Tastendruck. Schneller geht es nur noch mit Sprachbefehl.

Die vier einzelnen Richtungstasten des Navi-Key kann man sich im Menü mit einer Vielzahl von Funktionen belegen, sogar in der Branding-Version ist alles frei konfigurierbar. Über die Kamerataste an der rechten Gehäuseseite gelangt man schnell in das Kameramenü, während eines Gespräches sind die Schnellwahltasten deaktiviert. Über das Gesprächsmenü kann man auch nicht in das Hauptmenü des Handys gelangen, lediglich eine SMS kann verfasst und das Telefonbuch aufgerufen werden. Auch wenn man ein Gespräch auf "Halten" legt kann man nicht ins Menü.

Die Schriftgröße und Art für das Menü ist fixiert und lässt sich nicht mehr ändern. Schlimm ist das nicht: Die Schrift ist durchgehend in einer angenehmen Größe und in jeder Situation gut abzulesen. Die Rufnummernübermittlung kann man einfach im Einstellungsmenü verwalten, hier kann man aus den drei Standardfunktionen auswählen. In einem anderen Menü lässt sich einstellen, ob eine automatische Wahlwiederholung aktiviert werden soll.

Auch die Anruferlisten haben gegenüber einem klassischen Series40-Handy deutlich gewonnen. Drückt man auf die grüne Anruf-Annehmen-Taste, erscheint zunächst das Menü mit den gewählten Rufnummern. Doch kommt auch hier wieder der dicke Navi-Key zum Tragen: Mit einer Bewegung nach links kann man auch die Liste angenommener Anrufe abrufen. Zu jedem Anruf kann man sich dann noch Datum, Zeit und Dauer aufzeigen lassen.

Beim SMS-Schreiben wird der Anwender von einer lernfähigen T9 Funktion unterstützt.
Hierbei stört einmal mehr der Navi-Key, der aufgrund seiner Größe die Taste "2", zuständig für die Buchstaben A, B und C, ziemlich einschränkt. Also heißt es, sich auf den unteren Teil der Taste zu beschränken. In der oberen linken Ecke findet man einen Zähler, der die übrigen Zeichen einer einzelnen SMS abzählt, daneben die Anzeige, die wievielte SMS man gerade schreibt.

Im Nachrichtenmenü findet man neben der Möglichkeit, SMS in alle Welt zu senden, auch der MMS-Editor. Ganz einfach kann man einen Betreff, ein Bild oder ein Video, einen Ton und Text zu einer MMS hinzufügen. Hier lässt sich aus den Standardspeicherorten des Gerätes auswählen oder noch selbst die Datei, die man einfügen will, erstellen. Als Anhang einer MMS kann man nur die Dateien hinzufügen, die von Nokia freigegeben wurden. Klingeltöne, PDFs oder auch Office-Dokumente bleiben da, wo sie sind. Die maximale MMS-Größe beträgt, wie bei modernen Multimedia-Handys üblich, 300 KB.

Die integrierte Email-Software ist umfangreich und sollte den meisten Anwendern locker reichen. Eine hervorragende Vereinfachung stellt bei der Konfiguration der Email-Wizard dar, der den Anwender mit nur wenigen Fragen zu einem Fertig konfigurierten Email-Empfänger führt. In den Einstellungen kann eine Blockliste für Emailadressen oder Betreffzeilen eingestellt werden und bis wie viel KB eine Email abgeholt werden soll. Dateianhänge können beliebig empfangen, jedoch nach dem Willen den Ingenieure nicht beliebig versandt werden: Hier dürfen nur Bilder, Videos und Töne angehängt werden, es bedarf schon einer Zusatzsoftware wir FExplorer, um ein Office-Dokument anzuhängen. Das ist verwunderlich, können doch Office-Dateien auch geöffnet werden.

Musik ist ein erklärtes Schwerpunktthema des Nokia N70. Wo Multimedia draufsteht, muss auch MP3 drin sein, zumindest aus Sicht der Kunden. Dem kommen die Finnen auch nach: Midi, MP3 und alle möglichen Klingeltonformate spielt das N70 locker ab. Hierbei greift ein deutlich einfacherer "Music Player", der den klassischen Real-Player ergänzt. Dieser verwaltet die auf dem Handy und der Speicherkarte untergebrachten Musikstücke einfacher als früher, wenn auch noch immer nicht mit dem Import fremder Playlisten. Bei Video ist auch einiges unter der silbernen Hülle zu finden: Das Nokia N70 unterstützt die beiden gängigen Videoformate 3gp und mp4 und zeichnet selbst in dem qualitativ besseren MP4 auf. Auch bei den Bildformaten werden einem keine erkennbaren technischen Grenzen gesetzt. Zu guter letzt ist noch die Office-Kompatibilität ein wichtiges Entscheidungskriterium: Das integrierte "Quickoffice" stellt Officedokumente wie Word, Excel oder Powerpoint dar, in einer besseren, aber kostenpflichtigen Version kann man diese sogar bearbeiten.

Die Tastatur-Sperre ist dort, wo sie bei Nokia schon immer war: "Links oben", "links unten", der alt bekannte Griff, hat auch hier seine Gültigkeit. Dieser muss, wie auch bei allen anderen Nokias, recht zügig durchgeführt werden, doch die Wahrscheinlichkeit, aus Versehen die Tastatursperre zu lösen, ist sehr gering.

Hardware & Verbindungsmöglichkeiten

Verbindungen zu schaffen ist eine der ganz großen Stärken des Nokia N70: Sowohl das eingebaute Bluetooth sorgt für gute Verbindungen zu anderen Geräten, auch ist das mitgelieferte Datenkabel samt Nokia PC Suite ist eine gute Grundlage zum Datentransfer. Über eine Infrarot-Schnittstelle verfügt das Handy nicht, was jedoch zu keiner Abwertung führt, sind doch IR-Verbindungen im Vergleich zu anderen Anschlüssen zu langsam und nicht mehr zeitgemäß. Neben diesen Kurzstreckenverbindungen wollen wir jedoch auch die UMTS-Schnittstelle nicht vergessen, mit der Sie auch unterwegs Emails abrufen, Fernsehen schauen oder auch Videokonferenzen durchführen können. Ein weiteres Extra: Die beiliegende Speicherkarte lässt sich natürlich auch am PC mit Hilfe eines Adapters anschließen, und somit wie ein internes Laufwerk auslesen und auch beschreiben. Das ist vor allem bequem, wenn aus unerklärlichen Gründen ein solcher Adapter schon beiliegt.

Die Nokia PC Suite erledigt ihre Arbeit wie gewohnt souverän und schnell z. B. Telefoneinstellungen, Kontakte und Daten bearbeiten und zwischen Mobiltelefon und einem kompatiblen PC abgleichen. Das funktioniert über das Datenkabel oder aber über Bluetooth, was die Anwendung zusätzlich vereinfacht. Auch lassen sich Musikstücke auf das Handy verschieben, um nicht immer den gleichen Klingelton hören zu müssen.

Auch Mac-User kommen mit einen Series60-Gerät auf ihre Kosten: Die aktuelle iSync-Version installiert auf dem Handy einen eigenen iSync-Client, der einen Abgleich von Kalender- und Adressbuchdaten vornimmt. Dazu ist zwar MacOS X notwendig, aber das sollte man ja schon voraussetzen, wenn sich jemand ein solches Handy kauft.

Multimedia & Organizer

Nennen Sie ein Handy-Feature, und das Nokia N70 wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit haben. Ob Sprachwahl- und Sprachsteuerung, Sprachaufzeichnung oder aber eine Freisprecheinrichtung, Sie werden alles finden, wenn auch manchmal erst nach einigem Suchen.

Äußerst komfortabel und gleichzeitig superpraktisch sind Sprachwahl und Sprachsteuerung. Beide sind Stimm-unabhängig, also kann man ein Handy auch innerhalb eines Unternehmens rotieren lassen, dort lassen sich alle möglichen Befehle und Applikationen, sogar die von Fremdanbietern, starten. Nicht ganz so praktisch ist die integrierte Mitschneide-Funktion untergebracht: Zwar lässt sich diese auch während eines Telefonats verwenden, doch muss sie manuell über das Menü gestartet werden, eine Schnellzugriffstaste fehlt leider. Die Freisprechfunktion wiederum ist schnell zur Hand, ein einfacher Tastendruck genügt, um das Handy einfach auf den Tisch zu legen und so Telefonate führen zu können.

Nokia würde selbst nicht von einem Business-Handy sprechen, verfügte es nicht über die wie üblich reichlichen und einfach zu bedienenden Situationsprofile. Für nahezu jede Umgebung ist ein Profil vorhanden, und sollte ein weiteres benötigt werden, lässt es sich mit wenigen Handgriffen erstellen. Eine "Besonderheit", die gerade Vielflieger zu schätzen wissen, ist das Spezialprofil "Offline". Bei Aktivierung dieses Profils wird die Verbindung zum Mobilfunknetz deaktiviert und Sie können Ihr Nokia N70 so auch dort verwenden, wo Handys normalerweise verboten sind oder wo der Einsatz gefährlich sein könnte. Ein üblicher Ort dafür ist ein Flugzeug, weshalb dieser Modus auch gerne als "Flight-Mode" bezeichnet wird. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sie das "Offline"-Profil bereits vor dem Betreten des Flugzeuges einstellen sollten, da Sie sonst immer mit einem empfangsbereiten Mobiltelefon unterwegs sind.

Praktisch ist auch das Telefonbuch: Satte 1000 Kontakte lassen sich hier eingeben, und diese mit einer Vielzahl von Informationen versehen. So können pro Name jeweils drei Telefon-, Handy-, und sogar Fax-Nummern hinzugefügt werden. Auch sonst bleibt kein Wunsch offen: Mehrere Postadressen, drei Emailadressen, Webseiten und das Geburtsdatum fehlen ebenso wenig wie Pager-Nummern. Sollte in der langen und vom Tester gekürzten Liste etwas fehlen, lässt es sich spielend manuell hinzufügen. Wer sich jedoch viel Zeit sparen möchte, der sollte sämtliche Kontaktdaten aus seinem gut gepflegten Outlook oder Lotus herüberholen. Vorausgesetzt, man hat eines.

Der Kalender des Nokia N70 ist umfangreich und praxisorientiert, wie es sich für ein Handy dieser Bauart gehört. Als Ansichten stehen nicht nur die Klassiker Monats-, Wochen- und Tagesansicht zur Verfügung, der Bildschirm selbst blendet ständig die aktuellen Termine ein. Das macht es noch unwahrscheinlicher, etwas zu verpassen, wird man doch bei jedem Blick auf das Display daran erinnert.

Die eingebaute Uhr fügt sich gut in die restlichen Business-Funktionen des Nokia N70 ein, lassen sich doch verschiedene Zeitzonen komfortabel konfigurieren und austauschen, je nach Aufenthaltsort. Verwunderlich: Der Wecker ist in der komplexen Uhrfunktion recht mager ausgefallen, lässt er sich doch nur ein- und wieder ausschalten. Das sollte sich zwar durch den gut verwaltbaren Kalender, der natürlich auch über eine Erinnerungs-Funktion verfügt, auch managen, doch ist das nicht dasselbe. Schade.

Fazit


Das Nokia N70 sollte Nokia nach den doch recht halbgaren Handys 6681 und 6680 wieder einen Topseller in das Verkaufsportfolio zaubern, der Geschäftskunden klar zeigt, welcher Hersteller der Boss bei den Businesshandys ist. Sieht man von der leider immer noch für Series60 fehlenden Blackberry-Kompatibilität ab, haben die Finnen die Mission voll erfüllt. Funktionalität trifft gelungenes Design, dazu kommt eine Ausstattung, die ihresgleichen sucht. Kurz und bündig: Wer ein gut ausgestattetes Business-Handy mit sehr umfangreichem Zubehör sucht, ist mit dem Nokia N70 gut beraten.

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