Test des Nokia Lumia 720

18 Minuten

Nokia Lumia 720Mit dem Lumia 720 stellt Nokia ein Smartphone vor, das sich mit aktuell rund 320 Euro preislich in der Mittelklasse einsortiert. Auch das Datenblatt bescheinigt, dass es sich bei dem mit Windows Phone 8 laufenden Gerät um Mittelklasse handelt. Ob das Lumia 720 diesen Ansprüchen genügt, oder ob es sogar darüber hinaus  mit Geräten der Oberklasse aufnehmen kann, klärt inside-handy.de im großen Praxistest.

Das Lumia 720 wird in einem Nokia-typischen blauen Pappkarton ausgeliefert, auf dem das Smartphone in allen Farbvarianten, die es zu haben gibt, abgebildet ist. Das Gerät liegt in einer Pappschale, darunter das Zubehör, zu dem eine Kurzanleitung, ein USB-Kabel samt Netzteil und ein Stereo-Headset gehören. Eine Micro-SD-Karte wird trotz einer Erweiterungsmöglichkeit des Speichers nicht mitgeliefert, was allerdings aufgrund des 8 GB großen internen Speichers und dem Umstand, dass SD-Karten mittlerweile relativ günstig zu bekommen sind, zu verschmerzen ist.

Nokia Lumia 720

Nokias Designsprache ist bei jedem neuen Gerät zu erkennen. Bis auf das im kommendem Juni den Markt betretende Lumia 925, das ausschließlich in den schlichten Farben Schwarz, Weiß und Grau erscheinen wird, sind bislang alle Smartphones der Finnen bunt wie Regenbögen. 

Nokia Lumia 720

Auch das Lumia 720 gibt es wahlweise in Rot, Gelb und Blau oder in seriöserem Schwarz oder Weiß. Das gelbe Testmodell besitzt eine leicht angeraute Rückseite, die sicheres Zupacken gewährleistet. Das Gehäuse ist dabei komplett verschlossen, was bedeutet, dass man an den Akku des Gerätes nicht herankommt. Dafür verschmilzt die Rückseite aber über einen angenehmen Radius an den Seiten mit der Vorderseite und dem Display, das zu den Kanten hin eine Rundung hat. 

Nokia Lumia 720

Die rechte Flanke hält die Lautstärkewippe, den Ein/Ausschalter sowie eine Kamera-Taste bereit. Alle Tasten verfügen über einen straffen und gleichmäßigen Druckpunkt. Auf der linken Seite befindet sich ein Schlitten für eine Micro-SD-Karte. Das Lumia 720 akzeptiert hierbei Speicherkarten bis zu einer Größe von 64 GB.  Auch auf der Oberseite gibt es einen Schlitten, der sich mit dem beiliegenden Werkzeug öffnen und mit einer Micro-SIM-Karte bestücken lässt. Das geht recht leicht vonstatten. Daneben liegt die Klinkenbuchse. An der Unterseite befindet sich ein Micro-USB-Anschluss. Wer sich fragt, wofür die drei Metallkontakte auf der Rückseite sind: Nokia wird in Kürze Cover zum Aufstecken herausbringen, die mit einer Spule zum kabellosen Aufladen ausgestattet sind.

Nokia Lumia 720

Das Lumia 720 misst 128 x 67,5 x 9 Millimeter und bringt 127 Gramm auf die Waage. Damit liegt es nicht nur gut in der Hand, sondern passt auch in die Hosentasche, ohne diese sonderlich auszubeulen. 

Unter dem Display liegen drei Sensortasten, die von hinten beleuchtet sind. Mit dem Zurück-Button gelangt man, wie es der Name bereits sagt, eine Anwendung, Seite oder ähnliches zurück, während man in den Multitaskingmodus kommt, wenn man die Taste länger gedrückt hält. Mittels Hometaste, die als Windows-Symbol dargestellt wird, kommt man immer wieder auf den Startbildschirm zurück. Durch längeres Drücken der Hometaste wird die Sprachsteuerung aktiviert. Die Suchen-Taste fördert die Bing-Suche zu Tage. Über dem Bildschirm befindet sich eine Lautsprecheröffnung sowie eine Frontkamera, die mit 1,2 Megapixeln auflöst. 

Bei festerem Zupacken oder Verwinden hört man keinerlei Knarzgeräusche. Das Lumia 720 ist sehr solide verarbeitet und wirkt – auch dank Unibody – hochwertig. Vor allem die Körnung der rauen Rückseite weiß haptisch zu gefallen.

Nokia Lumia 720Die Sprachqualität bei Telefonaten wurde im Test von Gesprächspartnern im Fest- und Mobilfunknetz als gut beschrieben. Auch Gesprächsteilnehmer waren sehr gut und deutlich zu verstehen. Die Lautstärke lässt sich sehr weit hochregeln. Dieses gilt nicht nur für Telefonate am Ohr, sondern auch für den Einsatz der Freisprecheinrichtung, die den Ton zwar etwas blechern überträgt, sich aber durchaus zur Nutzung in etwas lauterer Umgebung oder für den Einsatz als Navigationsgerät im Auto eignet.

Dank GSM-Quad-Band und UMTS-Quad-Band-Ausstattung kann man mit dem Nokia Lumia 720 fast überall auf der Welt telefonieren. Für den SAR-Wert gibt der Hersteller 0,76 W/kg bei der Nutzung am Ohr an, was ein akzeptabler Wert ist. Ein optional hinzuschaltbarer Stromsparmodus hilft, Akkuenergie zu sparen, indem er stromfressende Anwendungen und Netzverbindungen ausschaltet. 

Bei deaktiviertem Stromsparmodus zeigte der 2.000-mAh-Akku im Test eine gute Laufzeit:  

Dauerhaft eingeschaltet waren GPS, WLAN, Bluetooth und die automatische Helligkeitsregelung. Darüber hinaus wurde folgendes mit dem Smartphone gemacht:  

  • 20 Minuten spielen (Asphalt 7 Heat, Angry Birds)  

  • 30 Minuten surfen 

  • 15 Minuten telefonieren 

  • 30 Minuten Youtube-Videos schauen 

  • 40 Minuten Musik hören 

  • 30 Minuten Apps herunterladen und ausprobieren 

  • 20 Minuten Navigation via Here Drive 

  • Ein paar Fotos schießen, hin und wieder WhatsApp nutzten und E-Mails lesen, Facebook und Twitter 

  

Nach knapp 26 Stunden musste das Lumia 720 mit Strom versorgt werden.  

Nokia Lumia 720

Das 4,3 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 480 x 800 Pixeln. Was Schärfe und Farbdarstellung anbetrifft, weiß das Lumia 720 zu überzeugen. Im Vergleich mit höher auflösenden Displays (z.B. Nexus 4 oder Galaxy S3) kann man kaum Unterschiede feststellen. Hat man kein Vergleichsgerät zur Hand, merkt man von der vergleichsweise geringen WVGA-Auflösung nichts. Treppchenbildung ist selbst beim maximalem Hineinzoomen nicht zu erkennen. 

Nokia Lumia 720

Dank Nokias ClearBlack-Technologie werden schwarze Hintergründe auch dann noch tief schwarz dargestellt, wenn die Displaybeleuchtung hochgeregelt ist. Diese lässt sich automatisch oder manuell in drei Stufen den äußeren Lichtgegebenheiten anpassen.  

Mit direkt einfallender Sonne hat das Display des Lumia 720 keine Probleme. Texte sind auch dann noch gut zu lesen und Bilder gut zu erkennen. Bei indirekter Beleuchtung ist die Darstellung bei Seitenansicht sehr gut erkennbar. Der Touchscreen des Testgerätes reagierte sehr sensibel, präzise und verzögerungsfrei auf die Fingereingabe. Im Menüpunkt „Anzeige & Touchscreen“ in den Einstellungen lässt sich zudem die Berührungsempfindlichkeit einstellen, die eingangs auf „Hoch“ eingestellt ist. Dadurch lässt sich das Display auch mit Handschuhen bedienen und reagiert bereits auf Finger, wenn diese noch nicht einmal das Display berühren. Im „Normal“-Modus nimmt die Berührungsempfindlichkeit deutlich ab, was dem einen oder anderen besser gefallen dürfte. 

Auf der Rückseite verbaut Nokia eine Kamera mit 6,7-Megapixel-Sensor. Geschossene Fotos haben allerdings eine Auflösung von 5,4 Megapixel im 16:9-Format (standardmäßig eingestellt) und maximal 6,1 Megapixel im 4:3-Modus.

Ein LED-Blitz hilft nicht nur beim Fokussieren, sondern auch in Umgebungen mit schlechten Lichtverhältnissen. Zudem macht die Kamera auch ohne LED-Blitz respektable Bilder bei wenig Licht. 

Über die Kamerataste oder die Kamera-App auf dem Startscreen lässt sich die Kamera aktivieren. Auch aus dem Standby-Modus wird durch längeres Gedrückthalten der Kamerataste diese aktiviert und sie ist in unter vier Sekunden einsatzbereit. Schneller geht es, wenn das Gerät bereits aktiv ist: Ob Kamera-Icon oder -Taste, in zwei Sekunden ist die Kamera bereit zum Knipsen. Der Fokus justiert sich bei leichtem Druck auf die Kamerataste. Durch vollständiges Durchdrücken wird der Auslöser betätigt. Dieser reagierte beim Testgerät blitzschnell in unter einer Sekunde. Beim Antippen des Displays lässt sich der Fokus auf einen gewünschten Punkt ausrichten und ebenfalls der Auslöser betätigen.  

Der Kameramodus hält folgende Einstellungsoptionen bereit:  

  • Aufnahmen (Automatik, Nahaufnahme, Nacht, Nachtporträt, Sport, Hintergrundbeleuchtung)  
  • ISO (Automatik, 100, 200, 400, 800)  
  • Belichtungswert  
  • Weißabgleich (Automatik, Wolkig, Tageslicht, Leuchtstoff, Glühlampe)  
  • Bildverhältnis (16:9, 4:3)
  • Fokus-Hilfslicht (Ein/Aus) 

Bei optimalen Lichtverhältnissen aufgenommene Test-Fotos können sich durchaus sehen lassen. Sogar auf großen Bildschirmen, wie einem 23 Zoll großen Monitor, wirken die Farben natürlich; die Schärfe kann vollends überzeugen.   

Zwar ist auf dem Display des Lumia 720 im Vorschaubild gelegentlich eine leichte Treppchenbildung zu erkennen, zoomt man aber in einen Bildabschnitt rein, löst sich diese in Luft auf. 

Gut gelingen auch Nahaufnahmen: Ab einer Entfernung von sieben Zentimetern zum Objekt wurden Details sehr scharf wiedergegeben. 

Zur Bildoptimierung gibt es Apps, wie beispielsweise Bing Scan oder Intelligente Bilder, die sich kostenfrei und teilweise kostenpflichtig aus dem Store herunterladen lassen. Hinzu kommt die für das dritte Quartal angekündigte Software „Nokia Smart Camera“, die die Kamera des Lumia 720 um einige nette Spielereinen aufwerten wird.  
 

Nokia Lumia 720

Videos lassen sich in 720p oder WVGA-Qualität aufnehmen. Im Videomodus gibt es Einstellungsmöglichkeiten für den Weißabgleich und fortlaufenden Fokus.  

Auf dem Handydisplay betrachtet machen die selbst aufgenommenen Videoclips in 720p einen sehr guten Eindruck. Bemerkenswert war nicht nur die sehr schnelle Anpassung des Sensors an hellere oder dunklere Bildabschnitte. Auch bei schnellen Kameraschwenks gab es keine Kästchenbildung oder Verzerrungen. 

Auf dem Nokia Lumia 720 läuft Windows Phone 8, das mit den gewohnten Live-Kacheln auf dem Startbildschirm sowie einem zweiten Startscreen mit Anwendungsliste daherkommt. Anwendungen lassen sich aus der Liste zum Sofortzugriff in das Live-Tile-Menü ziehen. Für die Darstellung der Kacheln kann der Nutzer zwischen vielen verschiedenen Akzentfarben und drei Größen wählen. Auch der Hintergrund der Listenmenüs lässt sich schwarz oder weiß einfärben. Die variabel einstellbare Textgröße, erhöhter Kontrast sowie eine Bildschirmlupe erleichtern optional die Bedienung. Das sogenannte aufmerksame Telefon beendet das Klingeln beim Hochheben des Handys oder Umdrehen auf die Displayseite und lässt das Telefon lauter klingeln, wenn es sich in der Tasche befindet.  

Nokia Lumia 720

Durch das linksseitige Wischen über den Sperrbildschirm öffnet sich optional eine spezielle Kinderecke. In der Kinderecke können Anwendungen, Videos, Spiele und Musik speziell für die jungen Windows-Phone-Nutzer freigegeben werden. Alles andere kann man dann durch eine PIN sperren. Auch eine elektronische Brieftasche, Windows-Phone-typische Kontakte-, Nachrichten-, Spiele- Musik- und Video-Hubs befinden sich im Listenmenü. Firmware-Updates lassen sich direkt über das Handy herunterladen und installieren.  

Ist das Nokia Lumia 720 verloren gegangen oder gestohlen worden, kann es über WindowsPhone.com angerufen, gesperrt oder gelöscht werden. Außerdem wird der Handy-Standort auf der Website auf einer Karte angezeigt.  

Wie bei Windows Phone üblich, wird auch beim Nokia Lumia 720 nicht die gesamte Displaybreite bei der Anzeige der virtuellen QWERTZ-Tastatur im Querformat ausgenutzt, da sich am Bildschirmrand eine breite Aussparung zum optionalen Einblenden der Statusbar befindet. Die einzelnen Tastenfelder werden dadurch unnötig verkleinert dargestellt. Allerdings lassen sich die Tasten mit normal dicken Fingern recht gut treffen.  

Nokia Lumia 720

Zum Systemstart benötigt das Lumia 720 insgesamt 37 Sekunden. Trotz der vergleichsweise geringen 512 MB RAM bewegt man sich flüssig durch das Menü. Ruckler sind nicht wahrzunehmen. Apps werden nahezu verzögerungsfrei geöffnet. Hier sollte man sich also nicht von der geringen Größe des Arbeitsspeichers täuschen lassen.  

Im AnTuTu Benchmark lag das Lumia 720 im Test mit 7481 Punkten ein paar Punkte vor dem HTC 8S, das im Test auf inside-handy.de 7391 Punkte erreichen konnte. Im MultiBench 2 machte das Lumia 720 ebenfalls eine gute Figur und ließ den HTC-Konkurrenten hinter sich.

Sowohl kleinere Spiele wie Angry Birds als auch umfangreiche Gameloft-Spiele wie Asphalt 7 Heat stellen für das Lumia 720 keine große Herausforderung dar. 

Nokia Lumia 720

Das Nokia Lumia 720 wartet sowohl mit HSPA als auch mit WLAN b/g/n auf. In Sachen interner Speicher ist das Gerät mit 8 GB ordentlich ausgestattet. Zwar hätte das Datendepot etwas größer ausfallen können, da es allerdings mit Micro-SD-Karten um bis zu 64 GB ausgebaut werden kann, geht der Wert in Ordnung.  

Aber: Aufgrund der Tatsache, dass sich lediglich Musik, Videos und Fotos auf der externen Speicherkarte ablegen, Spiele und Apps jedoch nur im Telefonspeicher installieren lassen, kann es bei einem zu kleinen internen Speicher schon mal knapp werden. Allein das Spiel Asphalt 7 Heat benötigt schon knapp 800 MB Speicher.  

Über den Micro-USB-Anschluss lässt sich das Handy mit dem PC koppeln, außerdem ist eine Datenübertragung über Bluetooth 3.0 möglich. 

Der 1 GHz schnelle Dual-Core Snapdragon S4 Prozessor leistet gemeinsam mit einem 512 MB großen Arbeitsspeicher gute Arbeit und sorgt für eine sehr flüssige Performance. Die Wärmeentwicklung bei längerem Spielen ist kaum spürbar. Lediglich nach einer halben Stunde Youtube wurde der Rücken des Lumia 720 ein wenig warm.  

Zum Öffnen der inside-handy.de-Startseite in der klassischen Ansicht benötigte der Internet-Browser im Test bei WLAN-Verbindung 20 Sekunden, bei UMTS-Verbindung acht Sekunden mehr. Scrollen funktionierte, ebenso wie das Vergrößern oder Verkleinern von Seiteninhalten per Pinch-to-Zoom, butterweich – allerdings mussten bei ladeintensiven Seiten immer mal wieder Seiteninhalte nachgeladen werden, was aber relativ schnell vonstatten ging. Im Browser lassen sich bis zu sechs Tabs öffnen, Seiten versenden und auf Inhalte durchsuchen. Außerdem lässt sich der Browser in mobiler oder Desktopversion anzeigen. In den erweiterten Einstellungen gibt es Konfigurationsmöglichkeiten für die Bing-Suche, SmartScreen-Filter, Cookies, Links oder den Websitedatenspeicher. YouTube-Videos öffnen sich über ein Browser-Plugin im Mediaplayer.

Das Lumia 720 bringt darüber hinaus einiges an kostenlosem Kartenmaterial mit sich. Neben einer vollwertigen Navigationssoftware (Lizenz gilt nur für Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein), die auch offline funktioniert, ist das Lumia 720 mit einem Nokia City-Kompass mit integrierter Fußgänger-Navigation und Nokia Here Maps sehr gut ausgestattet. Vor dem ersten Start der Navigationssoftware müssen zunächst noch fehlende Stimmdateien und Karten für Länder oder Bundesländer heruntergeladen werden. Über den Handylautsprecher werden die gesprochenen Navigations-Anweisungen sehr laut wiedergegeben, so dass das Lumia 720 auch ohne Headset recht gut als Navi im Auto eingesetzt werden kann. Der Sat-Fix unter freiem Himmel dauerte im Test drei Sekunden.

Der Musikplayer des Nokia Lumia 720 befindet sich im Musik+Video-Hub des Handys. In einer Bibliothek sind gespeicherte Musikstücke unter den Kategorien Songs, Genres, Playlists, Interpreten und Alben gespeichert. Über den Handylautsprecher wird Musik recht blechern wiedergegen; auch Bässe dürften besser zur Geltung kommen. Die Lautstärke lässt sich sehr stark hochregeln. Bei voll aufgedrehter Lautstärke neigen Höhen etwas zum Verzerren. Etwas sattere Bässe gibt es beim Einsatz des mitgelieferten Headsets. Allerdings wirkt dieses ansonsten nicht besonders hochwertig und die glatten und großen Ohrstöpsel rutschen sehr schnell aus dem Ohr.

Hervorzuheben und ein Plus-Punkt sind die Audio-Einstellungen, die allerdings nur mit Kopfhörern vorzunehmen sind. Dazu gehört ein Equalizer mit Voreinstellungen wie Jazz, Rock, mehr Bässe oder weniger Gesang sowie frei justierbare Höhen und Tiefen in verschiedenen Frquenzbereichen. Hinzu kommt die Möglichkeit der Audio-Nivellierung, die die Lautstärke für alle Musik- und Videotitel auf das gleiche Niveau regelt.

Nokia Lumia 720

Im Musik- und Video-Hub findet man außerdem Zugriffsmöglichkeiten auf Nokia Musik inklusive Mix Radio zum kostenlosen Streamen von Musikstücken und -Mixen, Xbox SmartGlass, den Xbox Music Store und Music Pass sowie auf Podcasts. Die Mixe kann man sich zudem herunterladen und auch offline hören.

Die Kalendertermine des Nokia Lumia 720 lassen sich mit dem Microsoft-Konto und Accounts weiterer Anbieter wie Google oder Facebook synchronisieren. Einem Termin können Daten wie Betreff, Ort, Kalender, Uhrzeit, Dauer, Erinnerung, Wiederholung, Status oder Teilnehmer hinzugefügt werden. Angezeigt wird der Kalender in Tages-, Agenda-, Aufgaben- oder Monatsansicht. Auch der Kontaktordner wird automatisch mit auf dem Smartphone eingerichteten Konten abgeglichen und zeigt Neuigkeiten aus sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter ebenso an, wie Benachrichtigungen und Unterhaltungen im Chatroom. Außerdem lassen sich in einem Familienbereich Kalenderdaten, Fotos und Notizen teilen oder Unterhaltungen in einem Gruppenchat führen. Neue Kontakte können von vorneherein den Accounts der verschiedenen Anbieter zugeordnet und mit Infos, wie beispielsweise Kontaktname, Telefon, E-Mail, Klingelton, Adresse, Geburtstag oder Website versehen werden.

Auf dem Lumia 720 lassen sich Konten für Outlook, Hotmail, Nokia Konto, Nokia Mail, Yahoo! Mail, Google, Twitter, LinkedIn, Sina Weibo und weitere Anbieter von POP- und IMAP-Accounts anlegen.
Ein vorinstalliertes Office-Programm erlaubt das Öffnen und Bearbeiten von Tabellen, Text-Dateien und Präsentationen sowie den Zugriff auf in SkyDrive gespeicherte Dokumente. Auch ein Taschenrechner und Wecker sind auf dem Smartphone installiert. Spiele können außerdem über einen Spiele Hub kostenfrei oder kostenpflichtig installiert werden, nachdem man sie vorher kostenlos getestet hat. Ebenso verhält es sich mit dem Windows Phone Store, der zahlreiche kostenlose oder kostenpflichtige Apps zum Download bereitstellt. Aktuell sind es ca. 160.000 Anwendungen, die Windows-Phone-Nutzer im Store herunterladen können. Bereits auf dem Handy vorinstalliert sind darüber hinaus die Anwendungen World of Red Bull, n-tv, klickTel, der DB Navigator und kicker online, die sich auf Wunsch jedoch auch problemlos wieder deinstallieren lassen.

Was nach einer langen Testphase auffällt, ist, dass Nokia es mit dem Lumia 720 geschafft hat, ein Top-Smartphone zum Mittelklassepreis auf den Markt zu bringen. Vergleicht man die Auflösung des Display (480 x 800 Pixel) nicht mit HD-Bildschirmen, fällt auf der Größe von 4,3 Zoll die „geringe“ Auflösung im normalen Alltag nicht ins Gewicht. Auch die Kamera liefert überraschend gute Bilder ab – vor allem in Umgebungen mit schlechten Lichtverhältnissen. Man sollte sich beim Kauf nicht von dem klein wirkendem Arbeitsspeicher blenden lassen. In Zusammenarbeit mit dem Prozessor laufen Windows Phone 8 und sämtliche Prozesse geschmeidig und ohne zu ruckeln.

Nokia Lumia 720

Darüber hinaus kann das Lumia 720 mit seiner Haptik punkten. Es fühlt sich nicht nur hochwertig an, mit seinen 9 Millimetern in der Tiefe und den Rundungen liegt es auch gut in der Hand.
Zudem ist positiv herauszuheben, dass der interne Speicher – trotz Unibody – mit Micro-SD-Karten erweiterbar ist.

Einzig der Lautsprecher auf der Rückseite könnte einen bessern Klang abliefern. Der ist zwar für die meisten Anwendungen laut genug, klingt aber recht blechern – wie ein typischer Handylautsprecher eben.

Wer einen Handschmeichler und darüber hinaus ein schnelles Smartphone zum Preis von rund 320 Euro sucht, ist mit dem Lumia 720 sehr gut bedient und wird Freude an dem Gerät haben.

Nokia Lumia 720Pro

  • Wertiger und handschmeichelnder Unibody
  • Beeindruckendes Display trotz geringer Auflösung
  • Sehr gute Kamera
  • Equalizer

Contra

  • Klang des Lautsprechers
  • Akkulaufzeit könnte etwas höher sein
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