Test des Nokia E90

19 Minuten

Nokia E90
 

Seit gut einem Jahr ist ein besonderer Kandidat bereits auf dem Markt – der Nokia E90 Communicator. Individuelle Bedienbarkeit und technische Vielfalt, eine Symbiose dieser Art ist in diesem Modell so ausgeprägt wie kaum in einem anderen Mobilfunkgerät. Der Marktstart war bereits von heissen Diskussionen begleitet, da Nokias Abkehr von der Symbian Serie80-Bedienplattform, wie sie von den Vorgängermodellen 9500/9300 bekannt war, im neuen E90 nicht mehr verwendet wurde. Vielmehr hat Nokia bei seinem neuesten Communicator auf der OS 9.2-Plattform mit der Serie60-Oberfläche aufgesetzt und den bislang gewohnten Pfad verlassen.

Der E90-Communicator war anfangs lange geprägt von Firmware-Fehlern und auch von Hardware-Problemen. In vielen Internet-Foren wurde heiß diskutiert über eine problematische Tastaturmatte, die schnell unschöne Abdrücke auf dem Innendisplay erzeugte, über eine wackelige und schlecht zu bedienende Kamerataste, über eine rauschende und pfeifende Akustik bei der aktiven Sprachverbindung und über diverse Fehler des Betriebssystems, das manchmal viel Geduld bei den Besitzern der Erstserie erforderte. Mittlerweile bei der Version 05 des E90 angelangt, hat inside-handy dem nicht neuen, aber nicht weniger interessanten Testkandidaten mit dem aktuellen Firmwarestand „auf den Zahn gefühlt". Wie solide und praxisfest ist der „echte Leistungsträger" mittlerweile, den Nokia speziell für Business-User konzipiert hat? Lassen Sie sich überraschen!

Nokia E90Der Communicator der neuesten Generation wird in einer wenig spektakulären, der E-Serie angepassten Verpackung ausgeliefert. Die grün-rote Verpackung mit der unübersehbaren Aufschrift „Nokia E90 Communicator", die fast an jeder Seite der Schachtel prangt und das Foto des E90 lassen keinen Zweifel aufkommen, welches Gerät den Weg zum Verbraucher gefunden hat. In dem Hauptkarton ist nach dem Öffnen ein zweiteiliger Innenkarton zu finden, in deren Vertiefungen die einzelnen Bestandteile des Lieferumfanges Platz gefunden haben. Im Testgerät selbst ist bereits eine microSD-Speicherkarte mit 512MB Speichervolumen und der Serien-Akku BP-4L mit 1500 mAh eingelegt.

Für die microSD-Karte hat Nokia auch noch einen SD-Adapter beigelegt, damit die Speicherkarte auch direkt in herkömmlichen Speicherkartenlesern von PCs ausgelesen werden kann. Der magere Lieferumfang des Testgerätes passt nicht so recht zu einem „echten Leistungsträger". In dem Karton befinden sich das Nokia Netzladeteil, ein USB-Verbindungskabel, ein Nokia-Stereo-Headset und eine Betriebsanleitung in Buchform. Den Lieferumfang vervollständigt eine Daten-CD mit der Sync-Software für die E-Serie und eine Kurzanleitung für den Schnellstart.

 

Nokia E90
Nokia E90

Der E90 Communicator ist wahrlich kein Leichtgewicht, das wird bereits beim ersten Anfassen deutlich. Die 210g Gewicht bei den voluminösen Abmessungen von 132 x 57 x 20 mm sind zwar etwas kleiner als beim Vorgänger 9500, aber immer noch in einer Ausprägung, die eine positive Hemd- und Sakkotaschen-Eignung bei 140 cm³ verhindert. Wer nach einem leichten und unauffälligen Begleiter sucht, der ist beim E90 von Nokia sicher an der falschen Stelle.

Nokia E90Die SIM-Karte wird an der Gehäuserückseite unterhalb des Akkus in einen kleinen Gehäusespalt eingeschoben, in dem der SIM-Kartenleser untergebracht ist. Das Herausnehmen der SIM-Karte gestaltet sich fummeliger wie das Einsetzen. Nach dem Einsetzen des Akkus wird der Akkudeckel von der Seite her aufgeschoben und dieser rastet mit einer kleinen Verriegelungsnase fest ein. Aber auch auf den ersten Blick sieht und spürt man, dass der Communicator erwachsen geworden ist. Eine saubere und edle Verarbeitung mit der traditionellen und solide wirkenden Aufklappmechanik können dem E90 auf Anhieb attestiert werden. Auch die Optik des E90 verwöhnt jetzt mit einem trendigen und eleganten Design, das einen Hauch von edlem Luxus ausströmen lässt.

Im zugeklappten Zustand präsentiert sich das E90 wie ein überdimensionales Handy: Ein Aktivmatrix-Außendisplay mit einer Standard-Auflösung von 240 x 320 Pixel und darunter ein großer 5-Wege-Nav-Key, der von je drei weiteren Einzeltasten links und rechts eingerahmt ist und wiederum darunter eine herkömmliche Handy-12er-Tastatur, die einen vollen Bedienumfang bei geschlossenem Gerät gewährleistet. Links neben dem Nav-Key ist eine quadratische Einzeltaste, die mit der Hauptmenü-Funktion vorbelegt ist. Darüber sitzt eine längliche gebogene Taste, die mit der Softmenü-Funktion „SMS" vorbelegt ist (variabel nutzbar). Darunter die Rufannahmetaste wiederum in der länglichen gebogenen Form. Rechts neben dem Nav-Key ist oben eine zweite Softmenü-Taste zu finden, die mit „Kontakte" vorbelegt ist (variabel programmierbar) und darunter die Rufbeendigungstaste, die von Form und Gestaltung den beiden linken Tasten angepasst wurde. Eine sehr große quadratische Bestätigungstaste ist in der Mitte des Nav-Keys zu finden. Die darunter liegenden Einzeltasten des 12er-Blockes sind alle ebenfalls sehr groß und zielsicher zu bedienen. Alle Tasten der Coverfront haben einen deutlichen Druckpunkt und zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Ansprechverhalten aus.

Display und Tastatur der Coverfront sind mit einer breiten glänzenden Aluleiste eingerahmt, die zum gleichfarbenen Aluring des Nav-Key einen schönen optischen Akzent zur dunklen Grundfarbe in „Mocca" des Testgerätes darstellen. Im rechten oberen Eck des Frontcovers ist eine kleine versenkte Ein-/Ausschalt-Taste angebracht, die den Communicator zum Leben erweckt. Im geschlossenen Zustand betrachtet ist auf der Unterseite des Gerätes ein Doppelanschluss für das Netzladeteil und der 2,5 mm-Klinke des Stereo-Headsets zu finden. Daneben ist auch der USB-Anschluss für das USB-Verbindungskabel angebracht. Direkt unterhalb der Doppelbuchse ist eine mit Federkraft unterstützte kleine Gehäuseklappe zu finden, unter der sich der Speicherkartenleser mit der eingesetzten 512MB-Speicherkarte für die microSD-Karte befindet. Auch die Klappe ist in einer sehr hochwertigen Verarbeitung ausgeführt.

Nokia E90Auf der rechten Gehäuseseite (im geschlossenen Zustand betrachtet) ist eine längliche Einzeltaste vorhanden, die die Sprachwahl bzw. Sprachaufnahme aktiviert. Darunter am unteren Ende ist noch das Infrarot-Auge und eine etwas schwergängige Einzeltaste für die Kamerafunktion eingebaut. Rückseite bzw. linke Seite zieren zwei massiv wirkende Scharniere für den Klappmechanismus, die in dem glänzenden silberfarbenen Farbton der Displayumrandung gehalten sind. Die Gelenke der Display-Klappe sitzen sehr stramm und rasten in den beiden Funktions-Positionen (halb offen – 45 Grad, ganz offen – 180 Grad) satt ein. Auf der Rückseite sitzt das 3.2 MP-Objektiv der integrierten Kamera und daneben ein Fotolicht. Vier kleine Gumminoppen an der Rückseite sollen die gute Standfestigkeit des Communicators im geöffneten Zustand unterstützen. Der E90-Communicator wird – wie bei den Vorgängermodellen – mit der Displayseite nach oben aufgeklappt und gibt dann den Blick auf das große Innendisplay mit einer Auflösung von 800 x 352 Pixel im oberen Gehäuseteil und der QWERTZ-Tastatur im unteren Gehäuseteil frei. Das Display erstrahlt brillant und leuchtstark. Rechts und links neben dem Display sind noch je zwei Einzeltasten zu finden. Das linke Tastenduo ist mit der Rufannahme- (oben) und Rufbeendigungs-Funktion (unten) belegt. Das rechte Tastenduo ist analog zur Coverfront mit den zwei Softmenü-Funktionen vorbelegt.

Der unteren Gehäusehälfte bleibt die komplette QWERTZ-Tastatur mit einigen zusätzlichen Funktionstasten vorbehalten. So bildet die oberste Tastenreihe (8 Tasten) eine Tastenauswahl mit je einer Sonderfunktion (Arbeitsplatz, Kontakte, Mitteilungen, Internet, Notizen, Kalender, Favorit, Hauptmenü). Links vom herkömmlichen Tastenblock mit der QWERTZ-Belegung findet man noch eine vertikale Tastenreihe (Lichtfunktion, Eigene Taste, Tab-Funktion, Groß-/Kleinschreibung, Strg-Taste). Rechts vom Tastenblock ist ein zweiter 5-Wege-Nav-Key, eine große Löschtaste und eine sehr große Return-Taste zu finden. Die QWERTZ-Tastatur erlaubt ein flüssiges Schreiben, der deutliche Druckpunkt der Tasten und die saubere Verarbeitung runden den positiven Eindruck ab. Auch die Größe der Tasten ist für ein flüssiges Schreiben absolut ausreichend. Da der Communicator auch im geöffneten Zustand sehr gut steht und das „kippeln" der Erstserien-Geräte verschwunden ist, wird eine schnelle Schreibweise zusätzlich noch positiv unterstützt.

Nokia E90Die Tasten der Coverfront und die QWERTZ-Tastatur verfügen über eine weiße Tastenbeleuchtung, die für die Außentasten sehr kräftig und für die QWERTZ-Tastatur relativ schwach ausgefallen ist. Einen deutlichen Schwachpunkt im praktischen Einsatz stellt die fehlende Beleuchtung der Ein-/Ausschalt-Taste auf der Außenseite und der beiden Tastenduos neben dem Hauptdisplay dar. Die Bedienung dieser Tasten bei schlechten Lichtbedingungen der Umgebung bleibt eher einem guten Tastsinn vorbehalten, als dass ein zielgerichteter Bedien-Einsatz durch eine gute Erkennbarkeit unterstützt wäre. Das Fehlen dieser Tastaturbeleuchtung ist völlig unverständlich, da es selbst bei regelmäßigem Gebrauch als sehr störend empfunden wird. Nokias Communicator der aktuellen Serie verfügt endlich über einen deutlich spürbaren Vibrationsalarm, der bei den Vorgängermodellen immer schmerzlich vermisst wurde.

Nokia E90Der Empfang ist beim E90 in allen Frequenzbändern sehr gut. Auch in schwach versorgten Gebieten bucht sich der Communicator zuverlässig ein und bleibt auch empfangsbereit. Die Ruf- und Sprachausgabe-Lautstärke lässt sich individuell einstellen. Bei aufgeklapptem Zustand schaltet sich automatisch die integrierte Freisprecheinrichtung ein, die einen satten und voluminösen Klang durch den integrierten Lautsprecher wiedergibt. Durch einfaches Zuklappen des Commis kann ein Gespräch diskret über die äußere Telefonschnittstelle weitergeführt werden. Auch hier kann – wie über die Freisprecheinrichtung – die Lautstärke individuell während eines Gespräches über den Steuerkranz des Nav-Keys verändert werden. Der Hersteller verspricht Sprechzeiten bis zu 5 Stunden (GSM) und Standby-Zeiten bis zu 14 Tagen (GSM). Dies ist ein sehr optimistischer theoretischer Wert. Bei durchschnittlichem Einsatz sind Einsatzzeiten von ca. 4 Stunden (Sprechzeit) und ca. 7 Tagen (Standby) eher realistisch. Bei Aktivierung des integrierten WLAN-Moduls und bei HSDPA-Betrieb reduzieren sich diese Zeiten entsprechend deutlich. Für einen arbeitsreichen Business-Tag sollte der Standard-Akku mit 1500 mAh absolut ausreichend dimensioniert sein. Als Quadband-Gerät mit UMTS/HSDPA-Unterstützung fühlt sich der E90 auf der ganzen (Frequenz-)Welt zuhause.

Ein erfreulich niedriger SAR-Wert von 0,65 Watt/kg ist für den E90 vom Hersteller ausgewiesen.

Nokia E90Das E90-Smartphone verfügt über zwei Displays: Das Außendisplay ist ein Aktivmatrix-Display mit 240 x 320 Pixel. Die Farbdarstellung mit 16,7 Mio. Farben ist guter aktueller Standard bei Handydisplays. Die Zeichen und Buchstaben sind auch im Sonnenlicht klar zu erkennen. Das Innendisplay ist ebenfalls ein Aktivmatrix-Display mit einer Auflösung von 800 x 352 Pixel mit 16,7 Mio. Farben. Die Farben und Zeichen werden scharf und knackig dargestellt. Im Außenbereich, bei direkter Sonneneinstrahlung, leidet die Darstellung etwas deutlicher als beim kleineren Außendisplay.  Die Helligkeit kann über einen integrierten Lichtsensor automatisch gesteuert werden. Außer der Schriftgröße können auch noch die Beleuchtungsdauer, die Zeit bis zum Energiesparmodus und ein individuelles Logo wahlweise voreingestellt werden. Verschiedene Themen passen das Erscheinungsbild farblich an (Dots Blue, Dots Grey, Dots Red, Turquoise). Auch die Anzeige nach dem aktivierten Energiesparmodus (5 bis 90 Sekunden) kann wahlweise mit einem Bild, einer Animation oder einem Textbaustein gestaltet werden. Nach Ende der Beleuchtungsdauer (5 Sekunden bis zu 60 Sekunden) bleiben beide Displays dunkel und Einzelheiten sind nur zu erkennen, wenn eine der Tasten betätigt oder der Communicator aufgeklappt wird. Status-LEDs für verpasste Anrufe oder eingegangene Mitteilungen sucht man beim E90 vergeblich. Allerdings kann die Statusbeleuchtung des Nav-Keys so eingestellt werden, dass sie bei verpassten Anrufen bzw. eingegangenen Mitteilungen schneller zu blinken beginnt und damit ein optischer Hinweis für den Nutzer erkennbar bleibt.

Das Nokia E90 ist mit einer 3.2 MP-Hauptkamera ausgestattet. Ein zusätzliches kleines Objektiv (QCIF) innen neben dem Hauptdisplay kann für Videotelefonate verwendet werden. Die Hauptkamera kann nur bei geschlossenem Cover verwendet werden. Die Ausstattung der Kamera ist sehr umfangreich:

  • Nokia E90Autofokus
  • Motive (Auto, Benutzerdef., Nahaufnahmen, Portrait, Landschaft, Sport, Nacht)
  • Blitzmodus (Auto, Ein, Rote-Augen-Reduzierung, Aus)
  • Timer (Aus, 2 Sek., 10 Sek., 20 Sek.)
  • Bildfolgemodus (Aus – Serie – 10 Sek. – 15 Min.)
  • Belichtungsausgleich (+2.0 – -2.0)
  • Weißabgleich (Auto, Sonnig, Wolkig, Weißlicht, Neonlicht)
  • Farbton (Normal, Sepia, SW, Kräftig, Negativ)
  • Lichtempfindlichkeit (Auto, Niedrig, Mittel, Hoch)
  • Kontrast
  • Bildschärfe (Hoch, Normal, Niedrig)
  • Bildqualität (3 Mio., 2 Mio., 1,3 Mio., 0,8 Mio., 0,3 Mio.)
  • Verstärkter digitaler Zoom
  • Speicherort
  • Auslöserton

Ein digitaler Zoom 4-fach und eine Foto-LED gehören ebenso zur Kamera-Ausstattung wie ein Videomodus. Die maximale Auflösung der Hauptkamera beträgt 2.048 x 1.536 Pixel, im Videomodus beträgt die Auflösung max. 640 x 480 Pixel. Die Aufnahmen sind grundsätzlich sehr gut. Wenn man die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten etwas ausnutzt, können so sehr brauchbare und hochwertige Aufnahmen geschossen werden. Für eine 3.2 MP-Kamera schlägt sich diese Kamera sehr gut. Auch die Videoaufnahmen sind sehr flüssig und kontrastreich. Beide Aufnahmeformate können individuell im internen 128 MB großen Gerätespeicher oder auf der mitgelieferten 512MB-microSD-Speicherkarte abgelegt werden. Die Bilder und Videos können auch sofort via Multimedia (MMS), Bluetooth oder Infrarot versendet werden.

Der interne Speicher in Verbindung mit der Speicherkarten-Erweiterungsmöglichkeit ist somit praxisgerecht dimensioniert, da der microSD-Slot bei Bedarf mit Speicherkarten bis zu 4 GB bestückt werden kann. Ein zusätzliches Programm ermöglicht die Einlesung und Bearbeitung von Barcodes mit der Kamera.

 
Nokia E90
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Hier kann der E90 Communicator seine volle Stärke ausspielen. Die Bedienung über Handytastatur und QWERTZ-Tastatur ist ein entscheidender Vorteil für das E90-Smartphone.

Diese Konzipierung ermöglicht ein flüssiges und schnelles Schreiben von (auch längeren) Texten, die kaum übertroffen werden kann.

Die Nokia-typische Menüstruktur und Bedienerführung der Serie60-Plattform steht auch dem E90 sehr gut zu Gesicht. Die Symbole und Grafiken sind sowohl auf dem Außendisplay als auch auf dem Innendisplay sauber und klar zu erkennen. Erstmals beim E90 ist auf beiden Displays immer der selbe Inhalt zu betrachten. Eine Unterscheidung wie beim 9500 ist hier nicht mehr gegeben.

Was auffällt ist, dass sich das E90 immer eine kleine „Gedenksekunde" Zeit nimmt, bis die Darstellung zwischen den beiden Displays bei Bedarf umschaltet. Fast schon intuitiv kann der Handy-User durch die Menüs navigieren. Ein Blick in die vorbildlich erstellte Bedienungsanleitung sollte nur sehr selten notwendig sein.

Die innen und außen vorhandenen Schnellzugriffstasten beschleunigen manch Programmaufrufe enorm und erweisen sich in der Praxis als sehr nützlich; z.B. kann bei entsprechender Voreinstellung an der Telefonschnittstelle das SMS-Programm mit einem Tastenklick aufgerufen werden. Eine weitere Verbesserung zum 9300 und 9500 erkennt der Nutzer beim Schreiben einer SMS bei geschlossenem Gerät: Nokia hat dem E90 die T9-Schreibhilfe integriert, was SMS-Schreiber, die gerade nur eine Hand zur Verfügung haben ermöglicht, eine Nachricht wie auf einem gewöhnlichen Handy zu schreiben. Die Vollwertigkeit der Außentastatur wird damit nochmals betont.

Auf beiden Displays wird ein Standby-Bildschirm angezeigt, der alle erforderlichen Informationen auf einen Blick erkennen lässt: Akku- und Netzstärkeanzeige, Netzbetreiber, Datum und Zeit, Homezone-Verfügbarkeit und bis zu sechs Programme in einer Schnellstart-Funktion, die individuell programmiert werden kann. Auch die sonstigen Informationen können wahlweise ausgewählt werden, von anstehenden Terminen bis zu unerledigten Aufgaben, von verfügbaren WLAN-Netzen bis zu eingegangenen Nachrichten kann so ziemlich alles individuell festgelegt werden, was auf dem aktiven Standby angezeigt werden soll.

Nokias Communicator E90 ist von der integrierten Software her ein absolut vollwertiger Business-Assistent. Kalender-, Mitteilungs- und Internetfunktionen sind so integriert, dass sie auch mittels der beigefügten PC-Software z.B. mit Microsoft Outlook abgeglichen werden können. Die Sync-Software lässt sich schnell und unproblematisch auf einem XP-Rechner und Vista-Rechner installieren. Auch der Sync-Vorgang selbst ist sauber und problemlos durchzuführen.

Die Ausstattung vervollständigt ein umfangreicher Ruflistenmanager, mit dem eine detaillierte Auflistung der empfangenen, gesendeten und in Abwesenheit erhaltenen Gespräche möglich ist.

Der E90 Communicator beherrscht alle Nachrichtendienste wie SMS, MMS, EMS, E-Mail nach POP3 und IMAP4-Protokollen. Nur die Faxfunktion ist beim E90 nicht mehr integriert. Die E-Mail-Clients sind sehr einfach zu installieren. Grundsätzlich ist das Smartphone auch Blackberry-fähig. Mit den aktuellen Blackberry-Clients von T-Mobile, O2 und Vodafone kann der entsprechende Pushdienst mit dem E90 genutzt werden. Auch Nokias Mail for Exchange steht als Alternativlösung zur Verfügung.

Der E90 Communicator unterstützt wie bisher auch polyphone Klingeltöne (72-stimmig) – 43 davon sind bereits integriert. Jedem Anrufer lässt sich auch ein individueller Klingelton zuordnen. Ebenso kann ein gespeichertes Bild einem Anrufer bei aktivierter Rufnummerübermittlung zugeordnet werden. Wenn Anrufergruppen gebildet werden, dann kann auch jeder Gruppe ein spezieller Rufton zugeordnet werden.

Über die äußere Telefonschnittstelle lässt sich eine Tastatursperre aktivieren. Die Sicherungseinrichtungen des E90 sind vorbildlich. Eine Remotesperre ist ebenso integriert wie eine erweiterte Passwortfunktion für den Schutz von SIM-Karte und Daten. Für besonders Vergessliche ist es nützlich, dass der Communicator über SMS von jedem beliebigen Handy aus gesperrt werden kann. Es genügt eine vorher definierte Kurznachricht an das E90 zu senden und schon sind alle Daten vor neugierigen Blicken geschützt.

 

 

 

 

 

Nokia E90Eine wahre Vielfalt an Verbindungsmöglichkeiten des E90 lässt kaum Wünsche offen. Folgende Verbindungsmöglichkeiten sind integriert:

• Bluetooth 2.0EDR (mit A2DP)
• UMTS (WCDMA 2100)
• HSDPA (3,6 MBit/s)
• Infrarot
• WLAN 802.11g
• GPRS (Klasse A, Multislot 32)
• EGPRS (Klasse 10)
• HSCSD
• CSD
• OMA-Client
• OMA Data-Sync
• SyncML (Local, Remote)
• USB 2.0
• Dual Transfer Mode (MSC11, SAIC Rel. v1)

Mit der Vielzahl der Möglichkeiten steht einer Verbindungsaufnahme mit Zubehörgeräten (Bluetooth-Headsets, HotSpots, WLAN-Router, etc.) nichts mehr im Wege. Die Anbindung von z.B. JABRA BT-Headsets war im Test problemlos möglich. Die Datenübertragung per WLAN bzw. auch GSM/GPRS mit und ohne UMTS/HSDPA-Unterstützung funktioniert flott und unproblematisch. Sowohl Internetinhalte als auch E-Mails lassen sich problemlos abrufen und über die integrierten Programme anzeigen. Die Beschleunigung der Datenübertragung im UMTS/HSDPA-Modus ist ausgezeichnet und unterstützt praxisgerecht den Datentraffic. Grundsätzlich können die Datendienste per OTA der Netzbetreiber konfiguriert werden.

Das E90-Smartphone ist mit einem integrierten GPS-Empfänger mit aGPS-Unterstützung ausgestattet. Nach einem relativ kurzen Satfix von ca. einer Minute ist eine Navigation über den integrierten Routenplaner von NAVTEQ „Nokia Maps" möglich. Kartenmaterial kann wahlweise über das Nokia-Tool „MapLoader" nachgekauft bzw. nachgeladen werden. Die Navigation kann sowohl über das Außendisplay, als auch über das angenehmere weil auch größere Innendisplay angezeigt werden. Einer gewohnt guten Routenplanung steht damit nichts mehr im Wege. Der E90 Communicator verfügt sowohl über eine Sprachwahl als auch über einen Voice-Recorder. Digitale Mitschnitte können auch als Ruftöne verwendet werden. Ein UKW-Radio ist ebenfalls Bestandteil der Ausstattung des E90. Wenn auch einfach in der Ausstattung, so ist doch ein ausreichender Hörgenuss mit dem Radio verbunden. Auf RDS und Soundverbesserung via Equalizer muss man allerdings verzichten. Die Wiedergabe über Headset und/oder Gerätelautsprecher ist guter Standard.

Über die integrierte Freisprecheinrichtung lassen sich bequem Gespräche führen. Eine voluminöse Klang-Wiedergabe ist ausgezeichneter Standard beim E90 für eine integrierte FSE. Die integrierten Profile sind Nokia-typisch aufgebaut. Jedes der vorinstallierten 6 Profile lässt sich individuell für jede Situation anpassen. Wem diese Auswahl noch zu gering ist, der kann noch beliebig viele hinzufügen. Ein besonderes Flugprofil deaktiviert alle aktiven Sendemodule, so dass Flugreisenden die Nutzung des Communicators im Flugzeug grundsätzlich möglich ist. Das Officepaket mit dem Programm „Quickoffice" zum Betrachten und Bearbeiten von Dokumenten in den gängigsten Office-Formaten (doc, ppt, xls) und dem Adobe pdf-Reader wird noch durch eine Teamfunktion ergänzt. Diese Funktion geht weiter als die normale Gruppen-Funktion, hier können z. B. Nachrichten und Ereignisse einem speziellen Team zugeordnet und nach Teams geordnet angezeigt werden. Ein Notizprogramm, eine BT-Druckfunktion und die Möglichkeit der Anbindung einer BT-Tastatur runden die hervorragende Business-Ausstattung ab. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt mit der etwas eingeschränkten Funktionalität des Terminplaners/Kalenders bestehen. Die große Vielfalt der Terminplanungsarten und der individuellen Eingabe, wie man es aus der Nutzung von z. B. Outlook gewohnt ist, steht auf dem E90 nur eingeschränkt zur Verfügung.

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Ein Wecker ist ebenso integriert wie eine Weltzeituhr – Weltenbummler sind damit gut ausgestattet. Die Zeitanpassung erfolgt „over the air" wenn der jeweilige Netzbetreiber dies unterstützt. Ein ZIP-Programm, ein Umrechner und ein Rechner runden die Standard-Ausstattung ab. Der multimediale Schwerpunkt ist auch beim E90 satt ausgeprägt. Diverse Player (RealPlayer, Flash-Player) und ein guter Musik-Player geben dem Communicator gute Entertainer-Qualitäten mit auf dem Weg. Auch die Einstellungsmöglichkeiten des Musik-Players sind gut, von einem Klangregler mit verschiedenen Equalizer-Funktionen (Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop, Rock) bis zu einer Dauerwiederholungs-Funktion ist eine gute Standard-Ausstattung vorhanden. Die Klangwiedergabe über die verschiedenen Möglichkeiten (Stereo-Headset, Gerätelautsprecher, BT-Headset) ist klar und ausgewogen. Grundsätzlich gibt es für den Nokia E90 Communicator eine Vielzahl von Zusatzsoftware und Spielen aus allen Serie60-Bereichen auf dem Third-Party-Markt.

Nokia E90

Der E90 hat ein schweres Erbe angetreten. Aber nach den überstandenen Kinderkrankheiten der ersten Serie präsentiert sich das aktuelle Modell in einer ausgereiften Form. Formfaktor, Bedienungskomfort und eine absolute Vielfältigkeit in einem breit gefächerten Anwendungsspektrum machen den Business-Spezialisten zu einem wahren Schwergewicht in diesem Segment. Es gibt kaum etwas was der E90 Communicator nicht kann, aber das was er kann meistert er sehr gut. Abgesehen von kleinen Konstruktionsmängeln, wie die unbeleuchteten Tasten neben dem Hauptdisplay, gibt es sonst kaum Anlass zu Kritik. Seinen Smartphone-Spitzenplatz wird diesem Nokia-Sprössling so schnell keiner streitig machen können.

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