Test des Nokia 7230

10 Minuten

Nokia 7230

Nokia bringt mit dem 7230 ein sehr kompaktes Slider-Handy auf den Markt, das nicht nur durch sein Design, sondern auch durch seine Ausstattung überzeugen soll. Bei einem Preis von knapp 120 Euro verfügt es über eine 3,2-Megapixel-Kamera und verspricht eine sehr gute Anbindung an soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook oder MySpace. Ob das Gerät im Vergleich zu modernen und komfortableren Touchscreen-Handys bestehen kann, wird der redaktionelle Testbericht von inside-handy.de klären.

Das Handy wird in einem kompakten, blauen Karton ausgeliefert, den das Abbild des Gerätes ziert. Im Karton befinden sich das Mobiltelefon, der Akku, ein Stereo-Headset sowie die Bedienungsanleitung und das Ladegerät. Erfreulicherweise hat Nokia auch schon eine zwei Gigabyte große Speicherkarte in den passenden Steckplatz gesteckt. Auf ein Datenkabel oder einen SD-Adapter muss man leider verzichten.

Nokia 7230
Nokia 7230

Mit dem Fingernagel kann man den Akkudeckel von der Rückseite des Gerätes lösen. Die SIM- und die MicroSD-Karte werden unter dem Akku platziert. Ein schneller Speicherkartenwechsel ist damit ausgeschlossen. Das Zusammenbauen klappt einfach: Der Akkudeckel wird aufgesetzt und mit leichtem Druck in der Arretierung fixiert.

Nokia 7230Mit Maßen von 98 x 48 x 15 Millimetern und einem Gewicht von 100 Gramm verschwindet das 7230 problemlos in jeder Tasche. Auch wenn der erste Eindruck etwas anderes vermuten lässt, besteht das Gerät fast nur aus Kunststoff. Einzig auf der Display-Rückseite wurde Metall verbaut.

Die Verarbeitung hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Während das Gerät im Großen und Ganzen gut verarbeitet ist und der Slider im offenen Zustand stabil und fest einrastet, gibt es auch Kritikpunkte. Die Tastenmatte des Ziffernblocks besteht aus billigem Plastik und weist unregelmäßige Abstände zwischen den Knöpfen auf. Auch ist der Druckpunkt sehr schwammig und die Tasten sind nicht deutlich voneinander abgesetzt. Dünnes Plastik findet man auch auf der Geräterückseite. Die Pins, die den Akkudeckel in Position halten, sind so dünn, dass man Angst hat, sie abzubrechen. Des Weiteren kann man unter Druck ein deutliches Knarzen vernehmen.

Nokia 7230Für die Steuerung steht ein Vier-Wege-Navigationskreuz zur Verfügung, das von den vier Tasten für das „Bestätigen“, die „Favoriten“ und das „Anrufmanagement“ umrandet wird. In der Mitte des Steuerkreuzes befindet sich der Bestätigungsknopf.

Nokia 7230Die Sprachqualität ist im E-Plus Netz als gut einzustufen. Gesprächspartner werden laut und deutlich verstanden, auch wenn es den Stimmen an Tiefe fehlt. Ebenso verhält es sich bei Telefonaten über die integrierte Freisprecheinrichtung oder das Stereo-Headset. Auch das verbaute Mikrofon verrichtet gute Dienste; von der Gegenseite wird man problemlos und klar verstanden. Der Empfang war über den gesamten Testzeitraum hinweg sehr gut und zeigte fast immer volle Signalstärke an. Die Sprechzeit wird von Nokia im GMS-Netz mit 324 Minuten und im UMTS-Netz mit 220 Minuten angegeben. Das Gerät soll im Stand-by-Betrieb etwa alle 15 Tage an die Steckdose. Das ist ein sehr optimistischer Wert, der wohl unter Idealbedingungen ermittelt wurde. In der Praxis muss man das Gerät nach zwei Tagen im Mischbetrieb schon wieder mit Strom versorgen.

Der Sar-Wert ist vom Hersteller mit mittleren 0,97 W/kg angegeben.

Nokia 7230Im geschlossenen Zustand wird die Vorderseite von dem 2,4 Zoll großen Display dominiert. Der Bildschirm stellt 240 x 320 Pixel kontrastreich und kräftig dar. Auch im Freien ist die Lesbarkeit noch sehr gut, nur unter direkter Sonneneinstrahlung muss man Einbußen in Kauf nehmen. Aufgrund der geringen Auflösung kann man bei der Darstellung von Schriften leichte Treppchenbildung erkennen. Zum bequemen Betrachten von Fotos und Videos reicht die Qualität jedoch aus. Optisch lässt sich das Design mithilfe fünf verschiedener Themes anpassen. Weitere lassen sich aus dem Internet herunterladen. Auch lässt sich ein Bildschirmschoner zuschalten.

Fotos schießt das Gerät mit bis zu 3,2 Megapixel, das entspricht einer Auflösung von 2048 x 1536 Bildpunkten. Ein Fotolicht und ein Autofokus sind leider nicht an Bord, auch die Kamerafunktionen beschränken sich auf das Nötigste. So findet man lediglich die Einstellungen für:

 

  • SelbstauslöserNokia 7230
  • Effekte (Falschfarben, Graustufen, Sepia, Negativ, Solaris)
  • Weißabgleich
  • Auflösung
  • Speicherort
  • Töne

Bei guten Lichtverhältnissen eignen sich die Bilder durchaus zur Betrachtung am heimischen Monitor. Kontrast und Detailtreue sind für ein Einsteigerhandy gut und auch das Bildrauschen fällt nicht negativ ins Gewicht. Jedoch zeigen sich auch ein paar Mängel. Es fehlt den Farben an Sättigung, so dass die Fotos sehr blass wirken. Auch sind die Bilder im oberen Bereich der Kamera etwas unschärfer. Insgesamt kann das Ergebnis aber überzeugen und für einen Ausdruck sind die Fotos allemal zu gebrauchen. Leider wird der gute Eindruck durch Nachtaufnahmen wieder getrübt. Da keine Fotoleuchte oder ein Blitz vorhanden sind, lassen sich keine brauchbaren Ergebnisse erzielen. Die Bilder weisen ein hohes Bildrauschen auf und werden sehr pixelig aufgenommen. Die Präsentation der Bilder in der Galerie ist sehr schlicht. Klickt man eines der Vorschaubilder an, wird es vergrößert. Zudem kann man über den Bestätigungsknopf in die Fotos reinzoomen.

Videos können mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln aufgezeichnet werden und sollten nur auf dem Handy betrachtet werden. Auf dem heimischen Bildschirm machen sich grobe Artefakte bemerkbar. 

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Als Betriebssystem kommt die Eigenentwicklung Serie40 von Nokia zum Einsatz, die logisch strukturiert ist und somit keiner großen Eingewöhnung bedarf. Der Startbildschirm lässt sich sehr individuell mit Schnellzugriffen für Programme, Termine, Nachrichteneingang, MP3-Player etc. gestalten. Auch die rechte und linke Auswahltaste lassen sich frei mit Funktionen belegen. Wie bei Nokia-Handys üblich, besteht das Hauptmenü aus hübsch gezeichneten Icons, die zu einer schnellen und übersichtlichen Navigation einladen. Klickt man auf eines der Symbole, öffnet sich dahinter ein Listenmenü. Erfreulicherweise kann man die Schriftgröße anpassen, so dass auch Menschen mit Seheinschränkungen keine Probleme haben dürften. Navigiert wird mit Hilfe des großen Nav-Keys unter dem Bildschirm. Wer zum Beispiel eine SMS versenden will, kann dies auf mehreren Wegen tun. Am schnellsten geht dies mit einem Schnellzugriff auf dem Startbildschirm. Dann kann man schon nach einem Tastendruck anfangen zu schreiben.

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Mit dem 7230 kann man SMS, MMS und E-Mails versenden beziehungsweise empfangen. Fügt man einer Kurznachricht einen beliebigen Medieninhalt an, macht das Gerät automatisch eine Multimedia-Nachricht daraus. Beim Schreiben unterstützt den Anwender die integrierte T9-Worterkennung, die noch um eigene Wörter erweitert werden kann. Auf E-Mail-Konten kann man per POP und IMAP zugreifen, Pushmail per IMAP Idle ist leider nicht möglich. Die Einrichtung eines Kontos geht problemlos vonstatten. Für einige Anbieter hat Nokia schon die Serverdaten auf dem Gerät gespeichert, so dass man nur seine E-Mail-Adresse und sein Passwort eingeben muss. Eingegangene Nachrichten und verpasste Anrufe machen sich durch eine Leuchte bemerkbar, die unter dem silbernen Rahmen verborgen ist. Das sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch sehr praktisch. So wird man auch bei ausgeschaltetem Display über Neuigkeiten informiert.

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Ins Internet gelangt man per EDGE oder UMTS. Im Test gab es damit im E-Plus-Netz jedoch Probleme, so dass Daten nur per EDGE abgerufen werden konnten. Auch an Orten, an denen dies mit anderen Geräten problemlos möglich war. Im Netz von O2 und T-Mobile gab es keine Probleme. Im Nahbereich steht dem Nutzer Bluetooth 2.1 zur Verfügung. Will man sein Handy per USB mit dem Rechner verbinden, muss man sich ein optional erhältliches Datenkabel kaufen. Dem Nutzer stehen insgesamt 45 Megabyte Speicher zur Verfügung, welcher mittels MicroSD(HC) um bis zu 16 Gigabyte erweitert werden kann. Zudem unterstützt das Nokia die Synchronisation über SyncML.

Nokia 7230

 

Der integrierte MP3-Player ordnet Lieder nach Interpret, Album und Genre. Es gibt auch die Möglichkeit, eigene Wiedergabelisten zu erstellen. Zudem speichert das Gerät individuelle Playlists. Die Klangausgabe über den eingebauten Lautsprecher ist überraschend klar und kräftig. Da das Nokia 7230 über einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss verfügt, können eigene Kopfhörer angeschlossen werden. Dies wird auch dringend empfohlen, da das mitgelieferte Headset schon bei mittlerer Lautstärke stark übersteuert. Auch werden die Höhen zu stark betont. Nutzt man eigene Kopfhörer, überzeugt das Gerät aber durch einen ausgewogenen und differenzierten Klang.

Erfreulich ist, dass man mit Hilfe des Equalizers, den Sound in fünf Spektren verändern kann. Wo andere Geräte nicht mal voreingestellte Klangpresets bieten, findet man hier einen brauchbaren Klangregler. Das integrierte Radio kann nur mit angeschlossenem Headset verwendet werden. Erfreulich hingegen ist, dass man den Sound auch über den eingebauten Lautsprecher ausgeben kann. Ein automatischer Sendersuchlauf speichert alle Sender ab und zeigt deren Namen an.

Nokia hat neben seinen hauseigenen Browser auch Opera Mini auf dem Gerät installiert. Letzterer wird für den mobilen Internetzugang empfohlen. Neben einer komfortableren Bedienung kann er auch mit einem großen Geschwindigkeitsvorteil punkten. Nokias Browser brauchte für den Aufbau von inside-handy.de quälend lange 50 Sekunden. Mit dem Opera Browser verkürzte sich die Ladezeit auf 15 Sekunden. Ebenso gefällt die automatische Adressvervollständigung und die komfortable Lesezeichenverwaltung. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Browser mit Opera Unite zu synchronisieren.

Nokia 7230
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Das Telefonbuch kann zu jedem Kontakt zahlreiche Informationen speichern. So können mehrere Nummern, E-Mail-Adressen und verschiedene persönliche Angaben hinzugefügt werden. Für den täglichen Gebrauch ist das ausreichend. Positiv ist, dass Geburtstage direkt in den Kalender übernommen werden. Dieser verfügt über die Grundfunktionen und stellt Termine oder Ereignisse in Monats-, Wochen- und Tagesansicht dar. Zusätzlich lassen sich Erinnerungen hinzufügen, so dass man keine Verabredungen mehr verpasst.

Für verschieden Anlässe lassen sich unterschiedliche Telefonprofile definieren. Nützlich ist die Funktion, die Profile zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden. Auch kann man seine gesamten PIM-Daten mit den Servern von Nokias OVI-Dienst synchron halten, so dass man diese auch bei einem Gerätewechsel nicht mühsam übertragen muss.

Für kleine Pausen zwischendurch stehen vier verschiedene Spiele zur Auswahl. Zusätzlich findet man noch einen Taschenrechner, einen Wecker, einen Größenumrechner, einen Umrechner und eine Weltzeituhr. Hinter den Symbolen für Facebook, MySpace, Flickr, Youtube und Ovi verstecken sich lediglich Verlinkungen zu den mobilen Internetseiten der Anbieter.

Nokia 7230

Das Nokia 7230 leistet sich im Test, bis auf das schlechte Headset, keine wirklichen Schwächen, kann aber auch in keiner Disziplin richtig punkten. Mittelmaß scheint das leitende Paradigma bei der Konzeption gewesen zu sein. Die Verarbeitung ist in Ordnung, MP3-Player und Kamera bieten keinen Anlass für Kritik und mit ein paar Klicks ist man bei den wichtigsten Netzwerken online. Wer ein günstiges Gerät sucht, mit dem man immer auf dem Laufenden ist und für den Touchscreen-Handys keine Alternative sind, der kann den Slider guten Gewissens kaufen. Andere Gründe sprechen nicht dafür. In dieser Preisklasse gibt es schon wesentlich bessere Geräte wie zum Beispiel das LG Pop, das sogar einen berührungsempfindlichen Bildschirm besitzt. Wer bereit ist, etwas mehr Geld zu investieren, ist auch mit Nokias Xpress-Reihe gut beraten.

 

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