Test des Nokia 6700 classic

22 Minuten

Nokia 6700 classic

Die Classic-Reihe von Nokia stand bisher meistens für gute und praxisgerechte Modelle des finnischen Herstellers. Nokia hat mit dem neuen Modell 6700 classic ein Handy ins Rennen geschickt, das – klein, schlank und doch voller Features – um die Gunst der Käufer buhlen soll. Der Hersteller preist sein neues Produkt mit dem Werbespruch „The Essentials of Style“ an und verspricht neben „großartige Gespräche“ auch „schnelle Verbindungen“ und „brillante Fotos“. Auch die Business-Eigenschaften sowie die sonst ebenfalls sehr üppige Ausstattung in einem hochwertig verarbeiteten Gehäuse sollen ein breites Käuferspektrum überzeugen können. Kann das 6700 nur mit seinen “Essentials of Style” punkten oder sind unter dem eleganten Design auch „Essentials of Technics“? Ein ausführlicher Test hier bei inside-handy.de wird diese und weitere Fragen im Praxistest beantworten.

Nokia 6700 classicDas Nokia 6700 classic wird in einer flachen grau-gelben Verpackung geliefert. Die Aufmachung des Kartons mit dem aufgedruckten Bild des Nokia 6700 ist wenig spektakulär. Das aufgedruckte Produktfoto zeigt die Farbvariante im hellgrauen Edelstahl, das Testgerät ist aber in der Farbvariante „black“. Die Verpackung wirkt für einen stylischen Star am Nokia-Himmel auf den ersten Blick eher schlicht und einfach gehalten. Der durchschnittliche Lieferumfang ist nicht mehr als gerade noch Standard für ein Gerät dieser Klasse. Neben dem Serien-Akku BL-6Q mit guten 970 mAh sowie einem kleinen Energiespar-Netzladeteil hat Nokia dem Gerät auch noch ein Stereo-Headset (einteilig, In-Ear), ein USB-Kabel (neue kurze Form mit 20 cm Länge) und eine 1-GB MicroSD-Speicherkarte ohne SD-Adapter beigelegt. Eine ausführliche Betriebsanleitung in Buchform rundet den Lieferumfang ab. Eine Daten-CD ist – wie sonst üblich – nicht Bestandteil des Lieferumfanges. Alles ist sauber verpackt in einer Innenschale in dem Karton untergebracht. Das 6700 classic ist gut sichtbar in einer separaten Innenkarton-Schale untergebracht und als Blickfang sofort beim Öffnen der Verpackung zu sehen.

Nokia 6700 classic
Nokia 6700 classic

Spontan beim ersten „Anfassen“ liegt das Nokia-Barren-Handy mit den abgerundeten Kanten des Monoblocks gut in der Hand. Auch Größe und Gewicht vermitteln einen „schlanken“ Ersteindruck, der sehr gefällig wirkt. Die Abmessungen von 109,8 x 45 x 11,2 mm lassen das 6700 als ernstzunehmenden Kandidaten für die „Slim“-Klasse zu. Das deutliche Gewicht von 113g hat das 6700 den verwendeten Edelstahl-Materialien zu verdanken, die sich hier deutlich auf der Waage bemerkbar machen. Trotzdem wirkt das Phone der Classic-Serie nicht übergewichtig, sondern behält seinen kompakten und handschmeichelnden Charakter.

Nokia 6700 classicDas glänzend schwarze Gesamt-Finish wird nur von dem alufarbenen Nav-Key-Ring und dem umlaufenden schmalen Gehäuserahmen im Aluglanz-Design aufgelockert. Leider führt diese Design-Wahl auch zu dem bekannten Nachteil, dass die glänzende schwarze Optik sehr anfällig auf Fingerabdrücke und generelle Verschmutzungen reagiert und das die teilweise starken Spiegelungen (Displayabdeckung) eine gute Erkennbarkeit manchmal erheblich beeinträchtigen. Die Rückseite des 6700 besteht größtenteils aus einem massiven Metalldeckel, der eine herausragende Stabilität gewährleistet. Nur das alufarben eingerahmte Objektiv der 5-Megapixel-Kamera mit einer kleinen Foto-LED im oberen Bereich der Gehäuse-Rückseite lockert die strenge dunkle Optik etwas auf. Neben dem Objektiv sieht man unter einer gitterförmigen kleinen Gehäuseöffnung die Membrane des Gerätelautsprechers.

Das Gehäuse vermittelt auch auf den zweiten Blick eine besonders hochwertige Verarbeitung – Spaltmaße, Tasten und sonstige Bedienelemente sind sauber und passgenau eingearbeitet. Auch durch etwas stärkeren Druck ist dem 6700er-Gehäuse kein Ton zu entlocken. Hier sitzt bis auf eine Ausnahme alles wie es sitzen muss: Die Displayabdeckung steht auf der linken Seite minimal etwas mehr vom Gehäuserand ab als auf der rechten Seite. Dies fällt nicht besonders auf, aber Ästheten dürften dies klar als einen vermeidbaren Verarbeitungsmangel werten. Das Einlegen der SIM-Karte mit dem Einsetzen des Akkus gestaltet sich einfach und ohne die Notwendigkeit eines zusätzlichen Werkzeuges. Die SIM-Karte wird in einem gut zugänglichen Kartenleser auf der Rückseite oberhalb des Akkus eingeschoben. Den Li-Polymer-Akku einsetzen, den Akkudeckel aus Metall aufschieben und das Handy ist bereit für einen ersten Start. Auch im betriebsbereiten Zustand wirkt das Barren-Phone überaus handlich und ansprechend. Der Metallrahmen des Gehäuses hinterlässt einen verlässlichen und stabilen Eindruck.

Nokia 6700 classicDer Speicherkartenleser für die MicroSD-Karte liegt direkt neben dem SIM-Kartenleser, ist aber bei entferntem Akkudeckel trotzdem leicht zugänglich, um auch die Speicherkarte im Betrieb direkt wechseln zu können. An der rechten Gehäuseseite sind eine sehr schmale Wipptaste für die Lautstärkeregelung während eines Gespräches und eine ebenso schmale und kleine Taste für die Kamerafunktion zu finden. Die beiden Tasten sind sehr schwer zu bedienen, da der Druckpunkt sehr undeutlich ist und durch die schmale Bauweise eine Bedienung nur mit dem Fingernagel erfolgversprechend ist.

An der unteren Gehäuseseite ist der Anschluss für den Micro-USB-Stecker des USB-Kabels und des Headsets zu finden. Die kleine Buchse ist frei zugänglich und nicht mit einer Gummilasche geschützt. Neben dem USB-Anschluss sitzt die kleine Buchse für das Netzladeteil; gleichzeitiges Laden und die Nutzung des Headsets sind damit möglich. An der linken und oberen Gehäuseseite sind keine weiteren Bedienelemente zu finden. Die Vorderseite des 6700 teilen sich optisch ein 2,2-Zoll-TFT-Bildschirm und eine 12er-Handytastatur in Folienbauweise. Oberhalb des Displays ist ein kleiner Umgebungslichtsensor für das Display zu erkennen. Das Display ist mit einer Kunststoffabdeckung geschützt. Zwischen dem Display und der Tastatur ist mittig ein 5-Wege-Nav-Key mit einer großen zentralen Bestätigungstaste zu finden und je links und rechts davon zwei Einzeltasten, die vollkommen in die Gehäusefront eingelassen sind. Diese Tasten sind ähnlich den Sensor-Tasten völlig plan in das Frontcover integriert und nur wegen einer deutlichen Beschriftung gut zu sehen. Alle Tasten sind mit einer dezenten und gleichmäßigen weißen Beleuchtung ausgestattet, die eine gute Erkennbarkeit auch bei dunkler Umgebung gewährleistet.

Die beiden Tasten links vom Nav-Key sind mit einer variabel belegbaren Programmausführung (oben) und der Rufannahmetaste (unten) belegt. Rechts vom Nav-Key befindet sich die zweite variabel belegbare Softmenütaste (oben) und darunter die Anruf-Beenden-Taste (unten). Letztere ist gleichzeitig auch die Ein-/Ausschalttaste des 6700. Unterhalb des Nav-Keys ist eine herkömmliche 12er-Tastatur mit ausreichend großen Tasten vorhanden, die als Folientastatur aufgebaut ist. Die einzelnen Tasten haben als Abgrenzung nur einen sehr schmalen, dünnen, horizontalen Steg, der die einzelnen Tastenreihen fühlbar voneinander trennt. Nur beim Blind-SMS-Tippen vermisst man eine deutliche Kennzeichnung der Ziffer 5. Die Beschriftung der Tastatur besteht aus dünnen weißen Buchstaben und Zahlen auf schwarzen Hintergrund, die teilweise eine eingeschränkte Ablesbarkeit bei Tages- und Sonnenlicht zur Folge hat, da der Tastenhintergrund bei bestimmten Blickwinkeln wie ein Spiegel wirkt.

Nokia 6700 classicDer Ring des Nav-Key hat eine wahlweise zuschaltbare Statusbeleuchtung, die bei verfügbarem Netzempfang dezent in einem langsamen Rhythmus blinkt und erst durch ein schnelleres Blinken auf unbeantwortete Anrufe beziehungsweise ungelesene Mitteilungen aufmerksam macht. Alle Tasten und der Nav-Key haben einen deutlich fühlbaren und guten Druckpunkt, mit Ausnahme der seitlichen Lautstärkewippe und der Kamerataste. Auch für größere Finger respektive Hände dürfte die Bedienbarkeit deshalb ohne größere Schwierigkeiten möglich sein. Der integrierte Vibrationsalarm kann wahlweise ohne oder mit Rufton eingestellt werden. Der Vibrationsalarm ist sehr deutlich zu spüren und kann durch seine „fühlbare Anrufsignalisierung“ auch den Praxistest bestehen.

Nokia 6700 classicDer Empfang des Quadband-GSM (850/900/1800/1900 Mhz) und Triband-UMTS  (900/1900/2100Mhz) Handys ist in allen Frequenzbändern stabil und mit einem guten Empfangspegel. Verbindungsabbrüche sind äußerst selten, die Einbuchung in die Handynetze (auch bei etwas schwächerer Netzversorgung) ist gewährleistet. Auch die Sprachqualität kann grundsätzlich überzeugen: Eine voluminöse und deutliche Sprachwiedergabe mit einem ausgewogenen Klangbild hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Nokia verwendet beim 6700 zwei Mikrofone, die für die sogenannte UNC (Uplink Noise Cancellation – Reduzierung der Hintergrundgeräusche) zuständig sind. Diese Rauschunterdrückungsfunktion scheint zu funktionieren, der Gesprächspartner bescheinigt auch bei lauterer Geräuschkulisse ein klares und sauberes Tonbild während des Gesprächs. Sowohl die Wiedergabe über die Gerätelautsprecher der Freisprechanlage als auch über den internen Lautsprecher ist in der höchsten Stufe sehr laut und wirkt zum Teil sogar unangenehm. Während des Gesprächs kann mit der seitlichen Wipptaste die Lautstärke verändert werden.

Mit einer Tastenbetätigung lässt sich die integrierte Freisprecheinrichtung einschalten. Hier ist die Verständigung überwiegend klar und deutlich – die Lautstärke ist auch für eine etwas lautere Geräuschkulisse in der Umgebung absolut praxistauglich. Die Gesprächs- und Standby-Zeiten für das 6700 gibt der Hersteller wie folgt an: Für Gespräche im GSM-Netz 300 Minuten und im UMTS-Netz 240 Minuten. Die Standby-Zeiten belaufen sich laut Nokia auf 416 Stunden im GSM-Netz und 414 Stunden im UMTS-Netz.

Im Praxistest konnten diese Zeiten nicht immer erreicht werden. Im Normalbetrieb dürfte eine Betriebszeit im Standby-Modus ohne Nachladung durchaus acht bis zehn Tage möglich sein. Bei häufiger Nutzung der integrierten Navi-Funktion (zwei bis drei Stunden) war der Akku bereits nach zwei Tagen am Ende seiner Kapazität angelangt. Die Akku-Leistung ist damit für ein HSDPA-/UMTS-Gerät im praktischen Einsatz in jedem Fall für einen mehrtägigen arbeitsreichen Einsatz ausreichend.

Der SAR-Wert des Nokia 6700 classic beträgt 0,41 W/kg. Nokia 6700 classicDas 6700 verfügt über ein hochauflösendes TFT-QVGA-Display mit 240 x 320 Pixel und 16,7 Millionen Farben. Die Display-Diagonale beträgt 56mm, Länge und Breite der sichtbaren Fläche betragen 34 x 46 mm. Die Farben werden knackig und gestochen scharf angezeigt. Bei direkter Sonneneinstrahlung leidet die Ablesbarkeit nur wenig, Schwierigkeiten macht hier eher die starke Spiegelung. Die Helligkeit des Displays kann nicht verändert werden. Über den integrierten Lichtsensor ist es möglich, wahlweise die Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung der Display-Beleuchtung in heller Umgebung anzupassen. Ein Bildschirmschoner kann in verschiedenen Formen (Uhrendarstellung, Bilder, Folien, Videoclips, Kameraaktivierung) aktiviert werden, die Zeitstufe kann variabel von einer Sekunde bis zu 99 Minuten erfolgen.

Auch die Schriftgröße ist für die Bereiche „Mitteilungen“, „Adressbuch“ und „Internet“ individuell in drei Stufen einstellbar (groß, normal, klein). Für die Farbdarstellung gibt es fünf verschiedene Grundthemen (Black, Haze, Dark, Light, Monkey, Reef). Statusmeldungen wie Netzstärke, Akku-Ladezustand, Signalisierungsart, Datum und Zeit und bei Bedarf das O2-Homezone-Symbol lassen sich auf dem Display mit einem Blick ablesen. Nach einer statischen Zeitspanne von ca. 20 Sekunden schaltet das Display ab und die Information über verpasste Anrufe und eingegangene Nachrichten ist einzig über die Nav-Key-Beleuchtung (kurzes Blinken) zu erkennen. Die Reaktivierung des Displays beziehungsweise der Displaybeleuchtung kann über die Betätigung einer beliebigen Taste erfolgen.

Die Kamera des Nokia 6700 verfügt über stattliche fünf Megapixel. Mit der Kamera sind Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 2.592 x 1.944 Pixel möglich. Die Ausstattungsliste der Kamera ist nicht üppig, aber vom Grundsatz her praxisgerecht:

  • Nokia 6700 classicObjektiv mit einer Brennweite von 4,6 mm
  • Fotolicht für kurze Distanzen (< 1 m) mit Automatik
  • Autofokus
  • 4-facher Digitalzoom
  • Bildqualität (einfach, gut, normal)
  • Bildgröße (2048 x 1536, 1600 x 1200, 1280 x 960, 640 x 480, 320 x 240 Pixel)
  • Bildvorschau-Dauer (drei/fünf/zehn Sekunden, manuell beenden)
  • Kameratöne
  • Belichtungskorrektur
  • Programmautomatik (Auto, manuell, Nah, Portrait, Landschaft, Sport, Portr. Nacht)
  • Bildfolgemodus
  • Schärfenbereich (10 cm bis unendlich)
  • Selbstauslöser (drei/fünf/zehn Sekunden)
  • Effekte (Normal, Sepia, Graustufen, Negativ)
  • Weißabgleich
  • Speicherort (Telefon oder MicroSD-Karte)

Mit der Kamera sind auch Videoaufnahmen möglich, die eine Auflösung von 640 x 480 Pixel (QVGA bei 15 Frames/s) oder 352 x 288 Pixel (30 Frames/s) erreichen. Video-Aufnahme-Formate MPEG4, 3GP und H.263 sind Standard beim Nokia 6700. Eine Audioaufzeichnung der Videos wird im AMR-NB-Format gespeichert. Die Einstellmöglichkeiten bei der Videofunktion ähneln im Wesentlichen den Bildeinstellungen. Videoaufnahmen können über Alben auf Nokias Ovi-Portal oder Flickr übertragen werden. Das Sucherbild ist in voller Displaygröße sichtbar und wird automatisch im Querformat angezeigt. Die Auslöseverzögerung ist kurz genug um wackelfreie Aufnahmen zu realisieren. Die Belichtung der Bilder ist gleichmäßig. Auch die Farb- und Kontrastsättigung der Bilder ist angenehm und ausgewogen. Ein kleiner Fotoeditor im 6700 erlaubt die sofortige Bearbeitung der Fotos mit dem Mobiltelefon. Hat man einen kompatiblen Fotodrucker, kann man die gerade gemachten Bilder auch direkt auf dem Drucker ausdrucken (Bluetooth, USB).

Aufgenommene Bilder lassen sich direkt per Nachricht, via Bluetooth, via Internet-Upload oder E-Mail verschicken. Unter den meisten Bedingungen gelingen sehr gute Aufnahmen/Schnappschüsse. Das LED-Fotolicht unterstützt den User bei dunklerer Umgebung. Fotos gelingen hier im Nahbereich bis zu 1,5 Meter recht brauchbar durch die Ausleuchtung mit dem Fotolicht. Die Leuchtstärke der Foto-LED ist jedoch mit einem Xenon-Blitz nicht vergleichbar. Die Kamera ist insgesamt sehr guter Durchschnitt im Bereich der 5-Megapixel-Kameras. Aufgenommene Bilder und Videos werden entweder im internen, ca. 170 MB großen dynamischen Gerätespeicher oder auf der 1-GB-MicroSD-Speicherkarte abgelegt. Der Speicher ist damit ausreichend bemessen und kann beliebig erweitert werden. Speicherkarten bis zu acht GB verdaut das Nokia 6700 klaglos.

Das Nokia 6700 classic ist mit der hauseigenen Series 40-Firmware ausgestattet, die ein Update auch per FOTA (Firmware over the air) über das Mobilfunknetz online erlaubt. Die Menüstruktur ist, wie von Symbian-Geräten gewohnt, einfach und logisch aufgebaut. Auch ohne längeres Studium der Gebrauchsanweisung lassen sich die meisten Menüpunkte intuitiv zuordnen. Die Icons sind klar dargestellt und größtenteils selbsterklärend. Über bis zu vier Ebenen kann man problemlos durch das Menü navigieren und von Anfang an die entsprechenden Punkte schnell finden.

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In vier verschiedenen Formen kann die Hauptmenü-Ansicht gestaltet werden (Liste, Gitter, Gitter mit Beschriftung, Registerkarte). Um beispielsweise eine SMS zu erstellen, reichen normalerweise vier Tastendrucke aus. Bei entsprechender Programmierung der Softmenü-Taste oder der Schnellwahlfunktion kann diese Funktion auch mit einem Tastendruck gestartet werden. Über den aktiven Modus können bis zu sechs Schnellstart-Programme definiert werden. Diese Programmsymbole sind auf dem aktiven Standby-Bildschirm eingeblendet und können von dort gestartet werden.

Der aktive Standby-Bildschirm zeigt einen ähnlichen Inhalt, wie er auch von Nokias Series 60-Geräten bekannt ist. Hier werden aktuelle Termine und Nachrichten, eine Programm-Schnellstart-Leiste und eine Suchfunktion. Vier verschiedene Segmente können hier wahlweise beliebige Infos enthalten (Allgemeine Anzeigen, Benachrichtigungen, Countdown-Zähler, Kalender, Meine Notiz, Radio- und Mediaplayer, Schnellzugriffsleiste, Suche). Mit einer speziellen Shortcut-Funktion über den Nav-Key kann diese „Vier-Segmente-Ansicht“ auf dem aktiven Standby-Bildschirm aufgerufen werden.

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Die beiden obersten Tasten unter dem Display sind mit „neue Mitteilung“ und „Kontakte“ vorbelegt. Die Belegung der beiden Tasten kann jedoch individuell verändert werden. Die Darstellung und Größe der Schrift ist auch für ältere Menschen noch klar erkennbar, zumal die Schriftfarbe auf der Startseite verändert werden kann. Die Rufnummeranzeige beim Angerufenen kann vor der Wahl über das Einstellungs-Menü (Anrufeinstellungen) aktiviert oder deaktiviert werden. Eine fallweise Unterdrückung ist nicht möglich.

Das Nokia 6700 Classic verfügt über integrierte Anruflisten, die mit einem Filter getrennt nach „Anrufe in Abwesenheit“, „Empfangene Anrufe“ und „Gewählte Rufnummern“ selektiert werden können. Eine automatische Wahlwiederholung ist ebenfalls möglich. Eine automatische Tastensperre verhindert das versehentliche Betätigen der Tasten des Multimedia-Barrens beim Tragen in der Tasche. Auch das Schreiben einer SMS beziehungsweise MMS gestaltet sich sehr einfach. Eine T9-Eingabeunterstützung erleichtert das Schreiben von Texten und Nachrichten. Auch MMS sind mit den entsprechenden Anhängen zügig zu erstellen.

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Eine Kurzmitteilung kann bis zu 1000 Zeichen beinhalten, diese überlange SMS wird dann aneinandergereiht in mehreren Folge-Nachrichten versendet. In eine SMS respektive MMS können über eine im Nachrichtenprogramm integrierte Shortcut-Leiste verschiedenste Anhänge für den Versand ausgewählt werden: Als Empfänger einer Nachricht kann man aus einer funktionalen Auswahl den oder die Adressaten heraussuchen (Favorit, Zuletzt verwendet, Anrufliste, Kontakte, Kontaktgruppen, Neue Nummer). Hat man bereits mit der Erstellung einer SMS begonnen, kann die Nachricht auch noch nachträglich als MMS umgewandelt werden.

Eingehende SMS können in einem beliebigen Ordner gespeichert und/oder auch an einen neuen Empfänger weitergeleitet werden (einzeln oder über Verteilerlisten). Ein SMS-Chat über Instant Messaging ist ebenfalls möglich. Ein E-Mail-Client, mit dem Nachrichten nach dem POP3- bzw. IMAP4-Standard abgerufen und versendet werden können, ist ebenfalls Bestandteil der Ausstattung des 6700 classic. Der automatische Abruf der E-Mails unterstützt beim Abfragen des E-Mail-Postfaches verschiedene Zeitintervalle (30 Minuten, 1/2/4/6 Stunden). Bis zu fünf Postfächer kann das 6700 verwalten, die Erstellung der Postfächer ist bequem über einen Assistenten zu bewerkstelligen. Auch Anfänger dürften hier kaum größere Schwierigkeiten haben. Details wie Umfang und Zahl der Nachrichten pro Postfach können vorgegeben werden und schonen bei Bedarf das Datenkonto. Eine reine Pushmail-Funktion wie Mail for Exchange oder IMAP-IDLE-Abruf in Echtzeit ist mit dem 6700 derzeit nicht realisierbar.

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Der User kann unter einer passablen Auswahl von 29 Klingeltönen (auch polyphon 64-stimmig) den individuellen Rufton festlegen. Jedem Kontakt lassen sich wahlweise ein individueller Rufton, ein Bild und/oder eine Anrufergruppe zuordnen. Selbstgemachte Bilder und aufgenommene Melodien können ebenso einem Kontakt zugeordnet werden.

Das Nokia 6700 classic zeigt auch bei der Datenübertragung, dass es im Segment der zeitgemäßen schnellen Übertragungsarten gut mithalten kann:

  • Nokia 6700 classicBluetooth 2.1 + EDR
  • GPRS (Klasse 32)
  • EDGE (Klasse 32)
  • EGPRS (Klasse B/32)
  • HSDPA (max. 10 MBit/s)
  • HSUPA (max. 2 Mbit/s)
  • HSCSD
  • GPS
  • SyncML (local/remote)
  • WAP 2.0
  • USB-Massenspeicher-Unterstützung
  • PictBridge
  • TCP/IP-Unterstützung

Die Datenübertragung per GPRS/EDGE funktioniert flott und unproblematisch. Internetinhalte lassen sich problemlos abrufen und über den integrierten Nokia-Internet-Browser (Open Source) anzeigen. Die UMTS-/HSDPA-Unterstützung bis 10 MBit/s erlaubt bei entsprechender Netzverfügbarkeit eine noch höhere Downloadgeschwindigkeit. Per HSUPA (max. 2 Mbit/s) sind Dateien zudem nicht nur schnell herunter-, sondern auch ins Internet hochgeladen. Beide Übertragungsarten funktionieren mit dem 6700 in der Praxis rasant und problemlos.

Das Pairing und die Nutzung mit anderen Bluetooth-Geräten ist ebenfalls praxisgerecht einfach. Bluetooth-Headsets (z.B. Jabra BT800, 5020) arbeiten störungsfrei mit dem 6700 classic zusammen (auch ein SIM-Access-Modus ist integriert). Eine Datensynchronisation von Kalender und Kontaktbuch mit Windows-Programmen (zum Beispiel Outlook) wird über die bekannte Nokia-Sync-Software „PC-Suite“ ermöglicht. Die Software muss erstmalig per Download von der Herstellerseite geholt werden, eine Installation auf einem Windows-PC ist dann schnell durchgeführt. Eine Version der PC-Suite-Software ist im Auslieferzustand auch auf der beigefügten MicroSD-Karte gespeichert.

Die Datensynchronisation funktioniert sowohl mit einem Vista- als auch einem XP-Rechner. Wahlweise ist der Datentransfer auch über eine Bluetooth-Verbindung möglich. Die Vielfalt der Kontakt-Datenbank lässt sehr individuelle Sync-Abstimmungen mit dem PC-PIM zu. Eine nahezu identische Abbildung der Detailfelder pro Kontakt ist bei einem Sync-Vorgang möglich. Wer Outlook verwendet, findet nach einer Synchronisation die Details zu Kontakten und Kalender auf dem 6700 wieder. Grundsätzlich können die Datendienste bequem online per OTA der Netzbetreiber konfiguriert werden.

Sprachwahl, Sprachaufzeichnung und auch Sprachbefehle sind kein Fremdwort für das Nokia 6700 classic. Alle drei Funktionen sind bei diesem Nokia-Modell zu finden und erleichtern in der Praxis das Arbeiten und Telefonieren mit dem Gerät. Die Sprachbefehle sind sehr einfach zu aktivieren und werden auch zuverlässig auf Zuruf umgesetzt. Durch eine nutzerunabhängige Sprachwahl bedarf es keines extra „Sprachtrainings“, bis die Kommandos vom 6700 verstanden und korrekt umgesetzt werden.

Telefongespräche können während des Gesprächs mitgeschnitten und aufgezeichnet werden. Die Stummschaltung und/oder die Aufzeichnung kann über das Menü auf Tastendruck aktiviert und wieder deaktiviert werden. Über die integrierte Freisprecheinrichtung lassen sich bequem und mit einer guten Akustik Gespräche führen. Ein sauberer Klang und eine imposante Lautstärke der Freisprecheinrichtung ermöglicht auch bei einer lauten Geräuschkulisse eine praxisnahe Verständigung.

Wie viele andere Nokia-Modelle auch, verfügt das 6700 classic erfreulicherweise über einen integrierten GPS-Empfänger (mit A-GPS-Unterstützung). Das notwendige Kartenmaterial ist über das vorinstallierte Navi-Programm „Nokia Maps“ herunterladbar. Der SAT-Fix wird zügig durchgeführt und in der Regel ist der GPS-Empfänger in maximal 20 Sekunden einsatzbereit. Die Navigation mit dem integrierten Routenplaner ist für eine gelegentliche Nutzung absolut ausreichend. Nokia hat dem 6700 classic eine Drei-Monatslizenz zur freien Nutzung spendiert. Erst danach wird bei weiterer Nutzung eine Lizenzgebühr fällig, die sich nach Umfang des Kartenmaterials und Dauer der Lizenz richtet. Vorsicht ist nur bei Nutzung der A-GPS-Funktion zum schnelleren Satfix geboten: Hier fallen Kosten für eine Online-Datenverbindung an. Wer kein Datenpaket mit seinem Mobilfunkvertrag gebucht hat, der sollte sich vorher über die Kosten einer GPRS-Verbindung der Navigations-Funktion Klarheit verschaffen.

Sechs klassische Profile sind beim 6700 classic von Nokia vorinstalliert und können individuell angepasst werden. Auch ein Flug-Profil ist vorhanden, was die Nutzung des 6700 als Multimedia-Talent in Flugzeugen ohne aktive Sendemodule erlaubt. Auch über ein UKW-Stereo-Radio mit RDS-Unterstützung verfügt das 6700 von Nokia. Alle notwendigen Grundfunktionen wie zum Beispiel Sendersuchlauf sind vorhanden. Klang und Senderempfang des Radios sind gut. Bis zu 20 Lieblingssender können den vorhandenen Speicherplätzen zugeordnet und bei Bedarf schnell von dort abgerufen werden.

Ein integrierter Media-Player ermöglicht als MP3-Player das Abspielen von Audiodateien in folgenden Formaten: AMR, MID, MP3, MP4, MA4, AAC, WMA, AAC+, eAAC+. Über einen Klangregler können individuelle Klangeinstellungen vorgenommen werden (Normal, Pop, Rock, Jazz, Klassik, Gruppe 1, Gruppe 2). Auch Zufallswiedergabe, Wiederholungsmodus und Speichermöglichkeit von Wiedergabelisten sind Ausstattungsmerkmale des MP3-Players. Bei Bedarf kann auf Knopfdruck die A2DP-Funktionalität über Bluetooth aktiviert werden, die dann die Musikwiedergabe automatisch auf ein kompatibles Bluetooth-Stereoheadset überträgt.

Nokia 6700 classic
Nokia 6700 classic
Nokia 6700 classic
Nokia 6700 classic

In Verbindung mit einem guten Headset kann der ausgewogene Klang überzeugen. Auch die Musikwiedergabe über die Gerätelautsprecher der Freisprecheinrichtung sind in Hinblick auf Klang und Lautstärke in einem guten praxisgerechten Bereich. Die Playlisten können sowohl im internen Speicher als auch auf dem großen Speicher der microSD-Karte des 6700 erstellt werden. Mit einer integrierten ID3-Tag-Funktion kann man beim Betrieb des Media-Players auf einen Blick erkennen, welcher Titel von welchem Interpret gerade abgespielt wird. Der Akku des 6700 reicht bei voller Ladung für eine Dauerspielzeit von rund zwölf Stunden.

Nützliches Zubehör wie Wecker, Taschenrechner, Alarm, Countdown und eine Stoppuhr vervollständigen das sehr gute Ausstattungspaket des Nokia 6700 classic. Auf die üblicherweise bei S60-Geräten von Nokia installierten Zusatzprogramme wie „QuickOffice“, „PDF-Reader“ und ZIP-Programm muss man bei diesem S40-Gerät allerdings verzichten. Dafür kann das 6700 auch mit einer kleinen Spiele-Sammlung aufwarten: Fünf Spiele sind bereits vorinstalliert (Nokia.mobi, Bounce Tales, Brain Champ., Seasweeper, Snake III). Auch das Nokia 6700 kann bei Bedarf mit Zusatzsoftware aus dem vielfältig vorhandenen S40-Angebot für Anwendungen und Spiele ergänzt werden.

Nokia 6700 classic

 

Nokia ist mit dem 6700 classic ein guter Wurf gelungen. Eine saubere Verarbeitung des schlanken Metallgehäuses und die zeitgemäße und überdurchschnittliche Ausstattung könnte das 6700 zu einem dauerhaften Publikumsliebling machen. Das Series 40-Handy präsentiert sich von seiner besten Seite und leistet sich keinen herausragenden Patzer. Dieser schlanke Begleiter kann sowohl für den Business-Anwender als auch für den Multimedia-Freund ein heißer Kandidat für eine dauerhafte „Handy-Beziehung“ sein. Ein Nachfolger für den erfolgreichen Topseller 6300 könnte das neue Modell 6700 classic durchaus werden.

Pro

  • Metallgehäuse
  • schlanke Bauform
  • überwiegend gute Verarbeitung
  • gute Akkuleistung
  • sehr guter Sound
  • gute Kamera
  • GPS mit schnellem Satfix

Contra

  • schwarzes Modell sehr anfällig für Fingerspuren
  • Displayabdeckung ungleich aufgesetzt
  • schwer zu bedienende Lautstärkewippe und Kamerataste
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Feature Phone Nokia 106

Nokia 106: Neues Feature Phone bringt Snake zurück

Die Finnen sind mit einem neuen Handy zurück: HMD Global vermeldet zur Stunde, das man mit dem Nokia 106 ein neues Feature Phone in das Sortiment aufgenommen habe. Dabei handelt es sich um Geräte, die beinahe ausschließlich grundlegende Funktionen bieten.
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